Zusammen sind wir Sustrum

Inhaltlich verändern wir ein wenig das Motto des langen Wochenendes der deutschen Einheit, das eigentlich unter dem Thema “Zusammen sind wir Deutschland” steht und nutzen auch den uns durch diesen Feiertag bescherten Brückentag, um einmal wieder im Emstal vorbeizuschauen. Im Gedenken an das Hambacher Fest, der Wiege der deutschen Demokratie, fassen wir gemeinsam mit Frauke und Reinhart und in demokratischer Wahl den Entschluss, den Campingplatz Emstal zu besuchen.

Big B. im Emstal

Das “Recht auf Freizügigkeit” (Artikel 13 der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte) nutzen an diesem Wochenende nicht nur wir. Auch andere Camper zieht es an die Ems bei Sustrum. Und so haben wir viele unauffällige Zuschauer als wir bei strömenden Sonnenschein, Pessimisten würden diese Wetterlage als ergiebigen Regenschauer bezeichnen, Big B. in Stellung bringen.

Frühmorgendlicher Blick in Richtung Steinbild
Die Badestelle an der Ems im allerersten Sonnenlicht

Vom Wasser durchnässt, die Schuhe überflutet, stehen wir endlich unter den 11,5 m² unserer Omnistor 5200 und lauschen den rauschenden Fluten, die sich vergeblich bemühen, aus der Markise einen Wassersack zu formen. Weit gefehlt! Längst haben wir den Thule Tension Rafter G2 installiert. Keine Chance für böse Überraschungen.

Ein Pilz geht noch ….

Während die beste aller Ehefrauen bereits den Kaffee gekocht hat, schwimme ich noch einmal um das Gespann, überzeuge mich von der Qualität unserer Arbeit, freue mich, dass wir heute den Admiralitätsanker, der auch als Stockanker geläufig ist, dabei haben  und weise den beiden sich auf den Campingplatz verirrten Binnenschiffern mitsamt ihrer Frachtschiffe den Weg zurück ins Fahrwasser des Dortmund-Ems-Kanals.

Luna auf der Spur des “Justin Biber”. Eines Tages …
“Hier ist er auch gewesen!”

Und dann zeigt sie sich doch: die Sonne, das Zentrum unseres Sonnensystems. Von der an ihrer Oberfläche bis zu 5700° Celsius herrschenden Temperatur, schickt sie einige °C ins Emstal.

Das Dream Ship in der “Brandung” der Gräser

Jetzt beginnt sie, unsere wie immer viel zu kurze Erholungsphase im Zweistromland an der Brinkstraße. Plötzlich rollen wir schon wieder auf der A31 in Richtung Emstunnel. – Die Saison ist noch nicht beendet. Wir kommen wieder!

Kein Emstalaufenthalt ohne eine Aufnahme vom Sielgraben Sustrum II
Kein Emstalaufenthalt ohne zwei Aufnahmen vom Sielgraben Sustrum II … 🙂

In Erinnerungen kramen

Immer seltener, aber hin und wieder, krame ich in Fliegerhorst-Oldenburg-Erinnerungen. Und dann sind sie wieder präsent, die Bilder.

Oft und leidenschaftlich-überfallartig suchte mich ein sehr ambitionierter Herr Hauptmann, seinen Namen werde ich ganz bestimmt nicht vergessen, aus dem S3-Bereich in meinem Dienstzimmer auf.  Irgendwie wollte er mir eine dienstliche Verfehlung in Sachen Pünktlichkeit “anhängen”. Mir! Warum weiß auch heute nur er. Als ich seine “Machenschaften” durchschaute, wurde es amüsant. – Es war mir, nachdem Gespräche nicht fruchteten, eine Freude, ihn “durch die Manege zu führen”. – Wir trafen uns später noch einmal in Berlin. Er inzwischen im Dienstgrad Major, ich “klassenbewusst”.

Mein letztes Dienstzimmer im Gebäude 40

Im Keller des Stabsgebäudes (Geb. 40) türmten sich 2006 die “Karteileichen”:

Aus den Augen, aus dem Sinn

“Abziehbilder” an den Scheiben des Towers.

Sticker im Tower

Eine Streichholzschachtel mit dem Logo des Jagdbombergeschwaders 43.

Lang ist´s her …

Dann war Schluss: das Mannschaftsheim FlgH OL schloss 2006 seine Pforten.

Der letzte (Öffnungs-)Tag der Kantine Fliegerhorst Oldenburg

Vieles landete auf dem Müll.

Abfallentsorgung

Es kam nur selten vor, aber hin und wieder ließen auch Soldaten ein Bier stehen.

“Altbier”

Und dann war da die Geschichte mit dem Arrestanten Alexander G., der (s)eine Zelle an der Hauptwache zur Zeit des Oldenburger Kramermarktes “zerlegte”. – Aber das fällt auch heute noch unter meine Pflicht zur Verschwiegenheit.

Hier blieb kein Stein auf dem anderen. Foto: A. Pfeiffer

Schließlich: “Im Alter versteht man besser die Unglücksfälle zu verhüten, in der Jugend, sie zu ertragen.” – Arthur Schopenhauer (1788 – 1860), deutscher Philosoph.

“Nachschlag”:

Fiat G-91. Foto: H.-G. Kurig

“Wi hebbt hier starke Eekenböm”

…, stellte Anfang der 1980er Jahre der Wiefelsteder Ummo Lübben fest und lieferte damit seinen Beitrag für das zu dieser Zeit erschienene Lese-Bilder-Wanderbuch “Um uns herum – Wiefelstede”.

Aus: “Um uns herum – Wiefelstede”. ©1984 Meiner Verlag, Wiefelstede/Oldenburg

Mein Exemplar dieses Lese-Bilder-Wanderbuches hat eine Geschichte: ich kaufte es vor einigen Jahren über ein internet-Portal von einem Anbieter aus dem Süden der Republik. Als ich es aufschlug fielen mir mehrere “Zahlenspiegel” der Gemeinde Wiefelstede entgegen. Auf sechs DIN A4 Blättern hatte ein ehemaliger Gemeindedirektor Zahlen, Daten und Fakten der Gemeinde zusammengetragen. Vielleicht für einen Vortrag im Rat der Gemeinde?

Aufzeichnungen des H. S.

“Auch der Zufall ist nicht unergründlich. Er hat seine Regelmäßigkeit.” – Novalis

inkl. einer Widmung (Konfirmationsspruch zum Geburtstag) aus dem Jahr 2012

Vor wenigen Wochen kaufte ich ein Buch des am 1. Januar 2015 im Alter von 80 Jahren verstorbenen Pädagogen Ummo Lübben: “Wetterschwäne auf lutherischen Kirchen zwischen Ems und Jade”.

Auch dieses Buch holte ich “aus der Ferne” zurück nach Wiefelstede. – Na, wenn das kein Zufall ist!

PS.: Nun bin ich auf der Suche nach U. Lübbens 44 Seiten umfassende Broschüre: “Mansholter Büsche”. – Mal sehen, wo ich die (zufällig) auftreibe.

Noch einmal: Hörner Diek

“Im Nebel ruhet noch die Welt,
Noch träumen Wald und Wiesen …”
Eduard Mörike (1804-1875, “Septembermorgen”)

Auf der Brücke stehen und einfach einmal in den “Hörner Diek” hineinhorchen …

Manchmal muss man gar nicht viel “texten”. Ich denke, die Fotos vom heutigen Septembermorgen sprechen ein wenig für sich …

“Kuhten Morgen!”
Es grünt wieder an und in den Funktionsbecken
“… 36, 37. Melde: alle Enten vor Ort!”
Ich verstehe es sehr gut, dass es sich hier auch am Abend gut “aushalten” lässt. Und wenn dabei etwas verzehrt wird, ist das durchaus in Ordnung. Leergut und Verpackungen entsorgen verantwortungsvolle WiefelstederInnen natürlich sachgerecht. – Nein, nicht in den Wiesen und Sträuchern!

Das o.g. Gedicht komplett:

Im Nebel ruhet noch die Welt,
Noch träumen Wald und Wiesen:
Bald siehst du, wenn der Schleier fällt,
Den blauen Himmel unverstellt,
Herbstkräftig die gedämpfte Welt
In warmem Golde fließen
Mörike, Eduard (1804-1875)

Wiefelstede objektiv gesehen

“Objektiv” im Sinne von durch das Objektiv der Spiegelreflexkamera betrachtet. Als überzeugter “Wahlwiefelsteder” fällt es mir natürlich sehr schwer, unseren Ort, die Bauerschaften und die Gemeinde frei und unabhängig von subjektiver Meinung und Wertung zu betrachten. – Daher nur einige “objektive” Fotos:

Blick vom Dog Walker Highway No 1, dem Kuhhornsweg, ins Ammerland. – Immer wieder schön
“Kuhten Morgen, Wiefelstede!”
Die Neugier genießt nicht immer den besten Ruf. Doch sie ist eine der wichtigsten Eigenschaften
Morgens 1/2 10 in Wiefelstede: auch ein Hofhund macht mal Pause
Wiefelstede. Da wachsen Blumen auf Bäumen
Über Wiefelstede. Da üben Fallschirmspringer den Sprung ins nasse Element (Zwischenahner Meer)
Wiefelstede. Kein Versteck, das Luna nicht kennt
“Mein Name ist … nein, Wildkaninchen!”

“Wir denken selten an das, was wir haben, aber immer an das, was uns fehlt.” – Arthur Schopenhauer.

80 m³/sek

80.000 Liter Ems fließen pro Sekunde unter der Brücke an der Sustrumer Brinkstraße hindurch. Vielleicht ist das ein Grund, warum ich hier so gern bin.

Wenn ich groß bin, dann bin ich ein erwachsener Haubentaucher
“Mach´ schnell ein Foto!” – Einmal keine Angler an der Brücke
Prototyp eines U-Boot-Cabriolets
Unterwegs auf der Ems zwischen Düther Schleuse und Steinbild

Die Ruhe täuscht. Die Ems fließt schneller als gedacht.

Dortmund-Ems-Kanal

So ´ne fixe Idee

„3800 Camping- und Wohnmobilstellplätze von ADAC Experten geprüft.“ So steht es zu lesen. Wo? Auf dem ADAC Stellplatzführer 2017. Mit einem blauen Balken sind die Campingplatzbeschreibungen versehen, die Stellplatzbeschreibungen finden Mann und Frau in Grün. Und Grün gewinnt eindeutig in allen Urlaubsregionen Deutschlands. Das Titelbild ziert ein Wohnmobil und auf der Rückseite darf ein Caravan, in Begleitung eines Wohnmobils, allenfalls seine davonfahrende Heckpartie zeigen. Es gibt tatsächlich eine Fendt Caravan Werbung in diesem weit über 900 Seiten starken Ratgeber auf dessen Rat ich im kommenden Jahr bedenkenlos verzichten kann.

Der Zusammenfluss der Ems und des Dortmund-Ems-Kanals bei Sustrum

Was nützen mir massenhaft Hinweise und Informationen auf und über Wohnmobilstellplätze, wenn ich mit dem (Reise-)Caravan unterwegs bin. Ich möchte nicht auf den Komfort und die Geborgenheit eines Campingplatzes verzichten und hege eine Apathie gegen asphaltierte Markt-, Park- und Bahnhofsvorplätze.

Eine Prachtlibelle in der Nachbarschaft unseres Lieblingsplatzes

Die für mich wichtigen Details hole ich mir aus dem Internet und manchmal bietet das eine und andere Forum, wenn es nicht gerade von frustrierten Campern als Spielwiese ihrer zum Teil sehr parteiisch-unsachlichen Kritiken missbraucht wird, nützliche Informationen.

… und noch eine

Ich wünsche mir eine Datenbank gradliniger Informationen über Caravanstellplätze. Aus der Praxis für die Praxis. Ohne „Wut im Bauch verfasst“, nicht von der „beleidigten Leberwurst“ ins Netz gestellt, die keinen Stellplatz mehr bekam. Oder die abwertende Kritik, weil kein Drei-Sterne-Restaurant in der Nähe des Platzes angesiedelt ist, die geführten Ausritte wegen Regens ausfielen und keine Kurmöglichkeiten auf dem Campingplatz angeboten werden. Müsste doch möglich sein, oder?

Die Brücke über die Ems bei Sustrum. Auch so ein Lieblingsplatz

Und wer erweckt diese Datenbank zum Leben? Bestimmt jemand, der damit Geld verdienen will und dem die Lobbyisten dann die Tür einrennen werden. – Und schon sind wir wieder am Start meines „frommen Wunsches“.

Der Zusammenfluss vom Ems und Dortmund-Ems-Kanal bei Sustrum

Doch vielleicht lesen abertausende von Caravanern diesen Artikel und schicken mir reihenweise ihre Tipps und Informationen zu ihren Lieblingsstellplätzen. Richtig: Lieblingsstellplätze. Diese zu veröffentlichen wäre sicherlich keine Kleinigkeit, aber irgendwie realisierbar. Ohne „Sternchen“, Zeitdruck und Gewinnspanne.

Ich brauche keine vergleichenden Balkendiagramme zur Sanitärausstattung, zum Platzgelände, zu den Versorgungsangeboten oder den Freizeit- und Bademöglichkeiten. Unsere Sprache verfügt über eine Fülle an Adjektiven mit deren Hilfe sich alles unmissverständlich bewerten lässt. Selbst der Whirlpool, das Solarium und die Beauty-Abteilung.

Ich darf 100 Km/. Er 80 Km/h. Die Differnez von 20 Km/h reicht allemal zum Überholen 😉

„Aber dann kann man ja nicht sachlich vergleichen?“ – „Warum auch? Es sind Lieblingsstellplätze. Die sind von Natur aus schön!“ Ich möchte doch nur erfahren: „Wo lohnt es sich ein, zwei oder drei Tage und Nächte zu verbringen? Mehr nicht.“

Sehr persönlich gestalteter Lieblingsplatz auf einem Lieblingsplatz

Tja, und dann sind da die Zugvögel, die ihre bevorzugten Plätze nie verraten werden. In diesem Sinne: „Gute Reise!“

Eine der ältesten Siedlungen des Emslands – Sustrum

Ist es tatsächlich eine Schleiereule, die da gerade in den Schornstein des seit vielen Jahren verlassenen Hauses abtaucht? Den Unterschied zwischen der Ackerkratzdistel und der Gemeinen Kratzdistel, die Beurteilung, ob Kanadische Goldrute oder Echte Goldrute oder die Verschiedenheit von Distelfink (Stieglitz) und Goldammer zu erkennen, bedarf es einer gewissen Fertigkeit.

Morgendlicher Sänger

Selbst ein noch so detaillierter Tier- und Pflanzenführer mit ausgeklügelter Suchhilfe und naturgetreuen Farbfotos beseitigt nicht immer alle Zweifel und kann daher die „Feldstudie“ vor Ort nicht ersetzen. Und so brechen wir zu einer Forschungsreise auf. Wohin? Ins Zweistromland zwischen Ems und Dortmund-Ems-Kanal. Nach Sustrum? Richtig!

Blaue Prachtlibellen an der Ems

Jede Expedition ins Tier- und Pflanzenreich will sehr gut vorbereitet und dementsprechend verpflegt sein. Bevor wir also in die „Wildnis abtauchen“ ist ein letzter Halt in der Zivilisation in Walchum angesagt. Im NP-Markt und beim Bäcker Ganseforth besorgen wir unsere überlebensnotwendigen Vorräte bevor wir uns der Abgeschiedenheit des Emstals anvertrauen.

An der Emstaler Badestelle

Nur mit den notwendigsten Dingen der Forschungsreisenden, wie Elektrogrill, Mini-Backofen, Kaffeemaschine, 144-Liter-Kühl-/Gefrierkombination, iPhone, iPad, Laptop, Federkernmatratze, atmungsaktiver Bettwäsche und (HiFi- sowie bluetooth fähiger) Stereoanlage ausgestattet, begeben wir uns schließlich unerschrocken und entbehrungsbereit in die Wildnis. – Zuvor haben wir noch schnell unsere Brötchenbestellung  abgegeben.

“Morgenrot: Schlechtwetter droht. Abendrot: Gutwetterbot.” – Eine von zahlreichen Bauernregeln. Oft passt´s auch … man muss nur daran glauben

Mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit werde ich auch nach unserem aktuellen Besuch im Emstal weder die Margerite von der Geruchslosen Kamille, noch die Mistel- von der Singdrossel unterscheiden können, aber wir sind einmal mehr im Emsland gewesen. Der Zweck heiligt die Mittel.

Der Weg in “unser Zweistromland”

05.15 Uhr. Expeditionen beginnen früh. Meine Exkursionen sehr früh. Die Tierwelt an der Brinkstraße ruht. Warum? Angler verweilen am uns gegenüberliegenden Emsufer. Was in aller Welt verstehen die unter und vom Angeln? Die Situation: drei Petrijünger, die im schreiend-hellem Feuerschein und einer intensiv-lebhaften Unterhaltung, der ich mühelos folgen könnte, spräche ich eine osteuropäische Sprache, ihre Köder zum Einsatz bringen. Selbst Fische mit geschwächt ausgebildetem oder gar fehlendem Seitenlinienorgan werden durch sie alarmiert. Diese Herren werden ganz bestimmt nichts fangen. Mich bringen sie an diesem frühen Morgen um mein gewünschtes Erlebnis mit Eisvogel, Fischreiher, Nutria, der Sustrumer Entenpopulation und um den Verstand.

Zitat: “Das Wichtigste beim Angeln sind lange Arme, damit man zeigen kann, wie groß der Fisch war“ (unbekannt)

Am Samstag steht der Internationale Naturpark Bourtanger Moor auf unserem Programm. Wir haben uns einen Rundwanderweg bei Bargerveen mit dem Startpunkt „Zuidersloot“, östlich von Weiteveen gelegen, ausgesucht. Entweder werden wir ins Amsterdamsche Veld oder ins Schoonebeeker Veld ziehen. So haben wir es zumindest geplant. Es wird sich zeigen, dass zwischen Planung und Umsetzung Welten liegen können.

Was raschelt im Stroh?

Problemlos finden wir an der Zuidersloot den Parkplatz und brechen auf. Wir kommen bis zu einem breiten Gatter, das es „dem Frollein“ verwehrt, den Naturpark zu „bepfoten“. Luna würde schlicht „durch´s Raster fallen“. Auf ihren vier Pfoten käme sie nicht weiter. Wollen die hier keine Hunde? Nirgendwo ist ein Hinweis, ob „Ja“ oder „Nein“, zu finden. Gern würde ich den „als ob“ telefonierenden Niederländer fragen, aber der ist gewissermaßen so beschäftigt, der sieht mich nicht einmal. Und die beiden lebensfernen Radler aus deutschen Landen auf ihren Mikro-Minirädern und mit nuklearerprobten Radlerhelmen, grell-schreienden Schutzwesten und -handschuhen im Partnerlook sehen so entkräftet-einfältig aus, die frage ich erst gar nicht.

“Ich seh´ Dich!”

Südlich von Emmen entdecken wir in Klazienaveen den „Emmer Vishandel“. Unsere soeben gescheiterte Expedition ins Tier- und Naturreich verlangt nach aufmunternd-kulinarischer Beköstigung. Niederländische Fischspezialitäten wie Gebakken Vis, Kibbeling, Hollands Maatje kommen da gerade recht. – Was sonst könnte uns jetzt angemessener aufbauen?

Er versteht etwas von “aufmunternd-kulinarischer” Beköstigung

Wieder einmal bekommen wir den leckersten Fisch weit und breit und beenden unsere fehlgeschlagene Bourtanger Moor Expedition mit einem Besuch des NP-Marktes in Walchum. Wir wissen noch nicht, dass sich hier ein Flohmarkt ausbreitet und so lernen wir einige Parkplatzanarchisten kennen. Unglaublich, in welche noch so enge Durchfahrt zusätzlich ein spontan quergeparktes Fahrzeug passt. Verstand, Geisteskraft und schließlich den Motor ausgestellt, parken Mann und Frau nach schöpferischem Gutdünken. – Das muss man gesehen und mittendrin erlebt haben! Ob mit oder ohne NP-Kundenkarte.

Kibbeling. Müssen Mann und Frau probiert haben

Sonntag. „06.00 Uhr“ klingt es vom Sustrumer Big Ben durchs Emstal. Die Kamera fertiggeladen und entsichert stapfe ich durch das Unterholz und suche auch heute nach „Justin Bieber“. Doch Castor Fiber, so des Bibers wissenschaftlicher Name, macht sich rar. Überhaupt tut sich nichts an der Ems. In ca. 500 Meter Entfernung führt das Schwanenpaar wie jeden Morgen seine Jungen in den Seitenarm der Alten Ems, ihnen folgt ein Fischreiher, drei Stockenten lachen sich in einer Distanz von 300 Metern über den Fotografen von der traurigen Gestalt auf der „Durchstichbrücke“ kugelig, zwei Graugänse ziehen, mich lachend-schnatternd verhöhnend, vorüber, ein Specht eröffnet gegen 06.20 Uhr seine Zimmerei am Fluss und ein schlaftrunkener Renault Clio will gegen 07.15 Uhr nur noch zurück nach Leer. Ende. – „Keine besonderen Vorkommnisse.“ Nicht ein Foto geschossen. – Dafür steht er so früh auf? Ja, immer wieder!

In der Festung Bourtange

Dienstag. Wir wollen zur Festung Bourtange in der Willem Lodewijkstraat in Bourtange/NL. „Der Kutscher kennt den Weg!“ Er braucht keine Karte und kein Navigationssystem. Zügig sind wir in Walchum und biegen hier in Richtung niederländische Grenze ab. Der erfahrene Kutscher redet ohne Unterlass, vergisst in Hasselbrock nach rechts und rechtzeitig abzubiegen und leitet so die (Irr-)Fahrt durch das Bourtanger Moor in Richtung Haren (Ems) und zur B408 ein. Von hier ist es dann nur noch ein riesiger Umweg nach Bourtange, das wir reichlich verspätet nach einigen erst gegen Mittag in Sustrum gestarteten Radlern erreichen. So viel zu meiner Ortskenntnis. Dafür wissen wir heute, wie das Industriegebiet in Ter Apel aussieht, kennen die große Baustelle an der N976 und Abschnitte der Westerwolde-Hümmling-Route. Durch den Flecken Rütenmoor verläuft eine Allee, die man gesehen haben muss. Von hier aus ist es auch nur ein „Katzensprung“ nach Emmer-Compascuum und Emmer-Erfscheidenveen. Dies nur zur Information, wenn man einmal dorthin verreisen möchte. Wir queren wesentlich öfter den Ruiten A Kanal als andere, entdecken einige Campingplätze entlang der N365 und kennen nun endlich, das sehr versteckt liegende niederländische Örtchen Vlagtwedder-Veldhuis. Erfahrungen, die wir heute nicht mehr missen möchten. Wir kommen dann tatsächlich auch noch in der Festung an. – Einfach aufbrechen und losfahren kann jeder! Allerdings kommt „jeder“ schneller ans Ziel!

Festung Bourtange

Für Mittwoch hat sich ein Gewitter angesagt. Vor unserer Abreise bleibt uns ausreichend Zeit, die Markise nebst Zubehör zu verstauen, das „Camping-Wohnzimmer“ unter Dach und Fach zu bringen und nach Lathen zu fahren, um dort im Eiscafe Venezia in der Hauptstraße u.a. einen Mega-Walnussbecher zu bewältigen.

Geeignetes Schuhwerk ist das A & O

Ein Besuch des seit 1886 sehr aufbauend tätigen Baustoffhandels Schichter in der Bahnhofstraße wurde uns empfohlen. Und wir hätten etwas versäumt, wären wir diesem Tipp nicht gefolgt. „Kaufen wo die Profis kaufen.“ Wir beschränken uns heute lediglich auf das Schauen, aber nun wissen wir, wo wir nicht allein „Dit & Dat“ finden, sondern auch „Anspruchsvolles“ entdecken werden.

“Schwanensee” auf der Alten Ems

Trockenen Fußes bzw. Caravans treffen wir in Wiefelstede ein. Auch hier bleibt uns ausreichend Zeit, alles sicher unter Dach und Fach zu bringen. – Und dann beginnt es, das Sommergewitter.

Kein Campingplatz ohne Deko & Wohnaccessoires
Nicht zu vergessen: das Geschenk der “Hagener Nachbarn”

Am Elbe-Lübeck-Kanal

Am Sonntag, wenn keine oder kaum Lkw unterwegs sind, sind wir die Langsamen auf bundesdeutschen Autobahnen. Obwohl, wie erwähnt, nicht gerade geschwind, sind wir an diesen Tagen stets schneller am Ziel. Den Tempomat auf „großzügige 100 Km/h“ eingestellt, steigt zwar direkt proportional der Kraftstoffverbrauch zur benötigten Reisezeit, aber diese „kostspielige“ Tatsache nehmen wir in Kauf und brechen nach Güster (Schleswig-Holstein) an den Elbe-Lübeck-Kanal auf.

Die Rezeption der Freizeitwelt Güster

Um 11.30 Uhr stehen wir am Prüßsee, haben bereits eingecheckt und richten uns auf „unserem“ Platz ein. Big B. kennt das Spiel und spielt routiniert mit. Der „Trumatisator“ (Truma-Mover) bringt ihn problemlos in eine ideale Position. Den Kanal im Blick, das Tor zu diesem in angenehmer Entfernung und die Wasser- und Stromanschlüsse in unmittelbarer Nähe, sind wir schnell in Stellung und auch mental angekommen.

Es grünt so grün

Mit der gleichzeitigen Installation von Sun- und Rain Blocker wenden wir heute eine List an, die die Güstersche Wetterlage vor ein Problem stellt. Ein kniffliges Problem: Sonne, Regen oder Sonnenregen? Die Atmosphäre ist anfänglich verwirrt, entscheidet sich dann aber spontan und angesichts unseres viermeterfünfzig breiten Sonnenschutzes bedenkenlos für heiter bis wolkigen Sonnenschein. – Gewonnen!

Am Ende des Regenbogens lag doch kein Goldschatz! Alles nur Legenden

Wir eröffnen unseren in diesem Jahr bereits zweiten Besuch am Prüßsee mit dem obligatorischen und erweiterten Rundgang um das private Gewässer. Das Frollein ist in ihrem Element. „Leinen los!“ – „Oh, nein! Die schon wieder!“ Ein Raunen, eigentlich mehr ein enerviertes Aufstöhnen, geht durch die dicht bewachsene Uferböschung des Elbe-Lübeck-Kanals. Enten und Gänse sind „not amused“, Luna hingegen sehr damit beschäftigt, das Geflügel auf Vollzähligkeit und Reaktionsfähigkeit zu prüfen. Das sie dabei tierisch baden geht, gehört zum Spiel.

Graugans. Ganz allein
“Die Besten zwischen Sachsenwald und …”

Zum Frühstück am Prüßsee gehören die Roggenbrötchen vom Bäcker unseres Vertrauens in Güster. Ich wiederhole mich, wenn ich behaupte, es sind die knackigsten und leckersten zwischen Sachsenwald und Lauenburg. Doch diese erneute Erwähnung haben sie verdient. Dazu gehört das Hamburger Abendblatt. Unabhängig. Überparteilich. „Mit der Heimat im Herzen, die Welt umfassen“ (Slogan des Abendblatts). Zum Frühstück das Abendblatt? Wann stehen die denn auf? Nein, das Blatt heißt so. Ein wenig die große weite Welt erlesen. Mal über den Zaun blicken und sich durch andere Kommentare und Glossen blättern als die seit langem vertrauten und manchmal nicht immer ganz so enthüllend-offenbarenden Artikel in der heimischen Presse zwischen Ems und Weser. – Nein, ich schreibe nicht: Nordwest-Zeitung.

Auf dem (Rad-)Weg nach Büchen

Wir unternehmen viele Radtouren in die nähere und auch weitere Umgebung des Prüßsees. Luna natürlich immer dabei. Damit wir im „Gewimmel“ und in der Stadt konzentrierter fahren können, haben wir seit wenigen Monaten stets ihr „Lunamobil“ dabei. Praktisch ein Big B. für Kleine Münsterländer. Das Frollein überblickt dann die Verkehrssituation aus ihrem Cabrio und lässt sich chauffieren. Zwar läuft sie ausdauernd und führig neben dem Rad, aber hin und wieder tritt eben der Fall ein, dass es heißt: „Aufsitzen!“ (Im Bundeswehrjargon bedeutet dies: „Sehr geehrte Damen und Herren, bitte besteigen sie die Kraftfahrzeuge, nehmen Sie Ihre Plätze ein und schnallen Sie sich an.“) Ein auch noch so freundliches „Aufsitzen“, oft gepaart mit einem schmeichelnden “Hopp!”, kann Luna bisweilen nicht davon abhalten, zu schmollen. Eingerollt, den Blick entgegen unserer Fahrtrichtung gerichtet, pflegt sie ihren Groll und „redet“ längere Zeit nicht mit uns. – Aber: „Wir sind hier nicht bei „Wünsch-Dir-Was“, Madam.”

Gaaaaanz hinten rechts liegt die Freizeitwelt Güster

Gleich zu Beginn einer dieser Radtouren werden wir freudig von einem Paar, das auf einer Bank am Elbe-Lübeck-Kanal sitzt, begrüßt. Sie kommen aus unserer Nachbargemeinde Rastede. Wir kennen uns von gelegentlichen Begegnungen in usA (unserem schönen Ammerland). Die beiden haben sich in Mölln einquartiert und unternehmen von dort aus ihre täglichen Ausflüge. – Die Welt ist ein Dorf.

Der Elbe-Lübeck-Kanal. Ein Blick in Richtung Güster von dem dem CP gegenüberliegenden Ufer des E-L-Kanals. Für 40 m Luftlinie ein ganz schön langer Ritt auf dem Drahtesel

Es gibt da dieses Schloss in Wotersen, eine Perle barocker Baukunst. Die beste aller Ehefrauen muss dorthin. Mit dem Rad. Wie drücke ich mich vor diesen Ausflug in die Geschichte des Bauensembles, das während des Dreißigjährigen Krieges zerstört und wieder aufgebaut wurde? – „Nicht länger aufschiebbare Pflege-und Wartungsarbeitem am Caravan!“ – 33 Jahre Bundeswehr haben mein Repertoire an anerkannten Gründen für „Drückebergerei und Verzicht“ zu schier unendlicher Größe wachsen lassen. Heute behauptet die beste aller Ehefrauen, dass sie es mir bereits an der Nasenspitze angesehen habe, wie bedenkenlos ich das Schloss als Ausflugsziel übergangen habe. – “Hierzu, Euer Ehren, verweigere ich die Angaben zu dem mir zur Last gelegten Sachverhalt.”

Taverne Inos, Güster

Ein Aufenthalt in Güster ohne den Besuch der „Taverne Inos“ ist möglich, aber die falsche Entscheidung. Wir haben reserviert: Mittwoch um 18.30 Uhr. Und werden (natürlich) nicht enttäuscht. Vorspeise, Hauptgericht und die „Erfrischungsgetränke“: es passt wieder einmal alles. Luna liegt artig unter dem Tisch und beäugt aufmerksam die anderen vierbeinigen Gäste, die es dann doch nicht lassen können, sie deutlich-vernehmbar beeindrucken zu wollen. – Was stört es einen Kleinen Münsterländer, wenn …

Fährt sie oder fährt sie nicht?

„Lecker Eis“ aus der Eisdiele Bachmann in Büchen steht auf dem Programm. Nicht nur unsere Empfehlung, nein, ein „Muss“, wenn man auf „eisige“ Qualität zu moderaten Preisen nebst freundlichem und kompetentem Service steht.

“Ice Ice Baby”. Gibt es an der Lauenburger Straße 6

Die knappen 11 Kilometer in die Lauenburger Straße bewältigen wir mit unseren Fahrrädern. Das Lunamobil im Schlepp. Nach sechs Kilometern am Elbe-Lübeck-Kanal pausieren wir an der Fähre bei Siebeneichen. „Bei Bedarf läuten!“ steht laut und deutlich auf einer Tafel, die diesen hilfreichen Hinweis unter einer „Schiffsglocke“ angebracht, verkündet. „Doch was nützt alles Läuten, wenn der Fährmann nicht erscheint?“, denkt sich ein entnervter Fahrgast und fährt von dannen. Wir sind nicht das erste Mal an der Fähre und haben noch nie einen Fahrgast übersetzen sehen. Vielleicht handelt es sich bei dem Fährschiff ja um eine historisch-nautische Gedenkstätte ohne Fährmann und Funktion? Die Vermutung liegt nahe.

“Raubtierfütterung” an der Fähre bei Siebeneichen

Längst sind wir zurück am Prüßsee und beschließen, in Anbetracht der für den morgigen Tag angekündigten Wetterlage, die „schwedischen Gardinen“ zu wechseln. Der Sun Blocker soll dem Rain Blocker weichen. Schnell sind die „Thuleminatoren“ ausgetauscht. Beim Verpacken der bewährten Schutzeinrichtung vernachlässigen wir die allabendliche Foxtrott-Runde, die sich auf dem Rückweg nach Güster befindet. Jeden Tag spazieren vier Damen und Herren mit ihren Foxterriern am Kanal, unterhalten sich angeregt und bemerken dabei nicht, wie die Vierbeiner es sichtlich genießen, ihre Hundeführerinnen und -führer an der Leine herumzuführen. Heute wagt es einer der Terrier und wirft Luna, die auf ihrer Decke unter dem Tisch liegt, einen bösen Blick zu. „Gewagtes Spiel, junger Freund!“ In Lichtgeschwindigkeit steht Luna, ungerührt des Verhältnisses 4:1 am Zaun und bellt nach einer Drahtschere oder besser gleich einem Bolzenschneider. Diese kaltschnäuzige Bodenlosigkeit wird sie nicht dulden. Allgemeines Kampfgebell am Zaun, betretenes Schweigen und Fassungslosigkeit auf der Kanalseite der Umzäunung. Keine Chance die Sachlage aufzuklären. Pikiert zieht die Foxtrott-Truppe von dannen.

“Erholung ist die Würze der Arbeit.” (Plutarch von Chäronea)

Das war nun tierisch genug, sollte man meinen. Nein, am Sanitärgebäude bedrängt dann noch ein Dalmatiner das angeleinte Frollein und auf dem Rückweg meint ein halbstarker Schoßhund, den „dicken Max“ spielen zu müssen. Das Herrchen ist ebenso füllig wie hilflos und gibt dem randalierenden Radaubruder immer noch mehr Leine. Luna ist bereits im Begriff ihre „Kampfhaltung“ einzunehmen und bevor sich der Plüsch-Rocker noch weiter mit seiner Endlosleine um die Beine seines unentschlossenen Herrchens wickelt, gebe ich diesem den freundlich-bestimmten Rat, seinen Hund endlich zurückzunehmen. Inzwischen reicht es nämlich auch mir.

Im Urlaub “einfach ´mal abhängen”. – Diese “Urlauber” chillen in der Fischbude an der Ecke Roseburger Straße/Am Moorweg

23.48 Uhr. Unversehens entscheidet sich unsere opelanische Alarmanlage zu einem nicht angemeldeten Testlauf. Ein idealer Zeitpunkt. 12 Minuten vor Mitternacht, also, wenn jeder hellwach ist, kommt der nahe an der Schmerzgrenze stehende und alles andere als harmonische Sirenenklang sehr gelegen. Zum Glück tragen alle dieses „musikalische Zwischenspiel“ mit Fassung. Zumindest vernehme ich keine Proteste. Wie auch, beim diesem Lärm? Und weil´s so schön ist, dürfen wir ca. 20 Minuten später „Antaras kleiner Nachmusik“, deren Anlass wir nie erfahren werden, erneut erleben. Oder war es doch das Wildkaninchen, das zu dieser Stunde „finstere“ Unschuld heuchelnd hinter einem Busch saß? Ich bin plötzlich und immer mehr davon überzeugt, es verbarg einen Hydraulikwagenheber hinter seinem Rücken.

Seepavillon am Prüßsee

Das Kaninchen ist unschuldig. Es ist weit und breit nicht zu entdecken als in der darauffolgenden Nacht, die Uhr zeigt 03:38, „die kleine Nachtmusik“ abermals ertönt. Durchdringend und beharrlich hätte sie uns unterhalten, läge der Autoschlüssel nicht griffbereit unter meinem Kopfkissen. Ja, sie sind schlau, gewitzt und geistreich, die Ruhestandsbeamten im achten Ausbildungsjahr. „Klick“ und es herrscht „Ruhe im Karton“. Aber Vertrauen ist gut, Kontrolle ist besser. Kein Hase, kein Gesetzesbrecher, nix. Im Schein der Fahrzeuginnenbeleuchtung entdecke ich „Fliege, Mücke, Nachtfalter & Co.“ Sollten etwa sie die nächtliche Geräuschkulisse verursacht haben? Na, diesen Nachtschwärmern kann geholfen werden. Von unserem Ausflug nach Lauenburg bringen wir „NaturKraft MückenLos“ aus dem Hause Neudorff mit. Ich sage nur: „Pyrethrine“. Fliege, Mücke, Nachtfalter & Co. danach nichts mehr. Und die Alarmanlage? Warten wir´s ab. [Nachtrag: Sie waren die Urheber! Nach dem Neudorffschen Sprüheinsatz herrscht Ruhe.]

Rohrweihe

Ein Lunar Clubman SB rollt auf den Platz am Prüßsee. Noch nie gesehen, geschweige denn davon gehört. Ein britischer Caravan, den man auf den zweiten Blick eventuell an der auf der linken Seite gelegenen Eingangstür erkennt. Auf den dritten Blick bemerken wir die „Maxi Skyview“-Dachluke mit integrierter Beleuchtung. Wie ist das ohne Leiter möglich? – Googlen! – Die beiden Schweizer Eidgenossen, die mit diesem Gefährt neben uns „zelten“ sind auf dem Heimweg in den Kanton Aargau. Den Wohnwagen haben sie gemietet, werden ihn morgen in Güster abliefern und ohne „Anhängsel“ zügig in ihre „Bergwelt“ zurückkehren. Es ist schon aufschlussreich, was man auf Reisen erlebt und erfährt.

“Der Rufer” – Da Lauenburg/Elbe kein Denkmal für eine besondere Persönlichkeit besaß, hatte der damalige Bürgermeister Richard Reuter die Idee, eine Schiffergestalt als Zeichen der Verbundenheit der Elbschifffahrt mit der Stadt Lauenburg und als Dank für die über Jahrhunderte in der Stadt lebenden und arbeitenden Schiffer darzustellen. (Zitat: http://www.herzogtum-lauenburg.de/a-rufer-und-ruferplatz)

In der Lauenburger Altstadt ist was los. Vor lauter Autos, Radler und Besucher sieht man die historischen Häuser, würden sie nicht über die Köpfe und Autodächer hinausragen, kaum. Nach der Flut von 2013 hat sich einiges getan, viele Häuser sind bereits wiederhergerichtet, aber an manchen Ecken nagt auch der Zahn der Zeit. Flutmarken weisen auf die Höhe des damaligen Hochwassers hin und Tafeln an den Bauten berichten von längst vergangenen Zeiten am Lauenburger Elbufer. Wir essen ein „lecker Eis“ in der Altstadt und mir gelingen tatsächlich einige Fotos ohne unförmige Fahrradhelme, neonschillernd-schreiende Lycra-Radlertrikots und schwarzen “Stramplerhosen”, einem unfehlbaren Synonym, dass sich ein Mann in seiner tiefsten “Mittelleben-Umbruchphase” befindet, sowie den vielerorts kreuz und quer geparkten Autos vor den Häusern.

Lauenburg. Historische Altstadt

Sonntag. Reisetag. Schnell die Roggenbrötchen vom Bäcker Heymer aus Güster besorgt und gleich eine große Tüte „Rundstücke“ für daheim gebunkert. Nach dem Frühstück geht es an den Abbau und das Verpacken. Komisch? Dafür dass wir vornehmlich auf das Reisen und nicht das Dauercampen aus- und eingerichtet sind, haben wir inzwischen einiges zum Verstauen. – Fritz Berger und Obelink sei dank!

Lauenburger Altstadt am Elbufer

Wieder einmal haben wir viel erlebt und noch mehr gesehen. So manches kam mir vor das Objektiv. Bis auf den Kormoran, die beiden Ringelnattern und den Fuchs, die alle zu schnell waren. Oder war ich zu langsam? Auf alle Fälle ist dies ein neuer und ernsthafter Grund für eine weitere Reise an den Elbe-Lübeck-Kanal.

Wir haben schon oft Reiher gesehen und beobachtet. Dieses Exemplar muss ich zeigen

Zum Schluss  noch schnell die Big B.´sche “Ergänzungseinbauküche” im mobilen Einsatz:

Vorwerk TM 31®. Ein Leben ohne ihn ist möglich, … aber sinnlos

An der mittleren Ems

Zwischen Lingen-Hanekenfähr und Papenburg ist die mittlere Ems zu Haus. Wir inzwischen immer öfter im Sustrumer Emstal an eben dieser mittleren Ems, wo sich zwischen dem Dortmund-Ems-Kanal und der Ems “unser” Zweistromland bildet.

Hier kommt man an! Sowohl auf dem CP Emstal als auch mental

“Während der Süden noch in der Sommerluft lebt, sieht es im Norden etwas herbstlicher aus. Während also die einen wegen der Hitze nass werden, werden es die anderen vom Regen.” (“Das Wetter am 25. Juni 2017”, www.wetter.com) – “Was stört es eine deutsche Eiche, wenn … “

An der Düther Schleuse

Längst steht Big B. aufgetakelt und zur Fahrt ins Emsland bereit. Ungeachtet der angekündigten Wetterlage brechen wir wieder einmal in Richtung Sustrum auf. Natürlich nicht, um uns zu erholen. Wir haben einen Termin! Zwar erst am Montag, aber wir wollen ja pünktlich um ½ 11 in Papenburg sein. – Man weiß ja nie, was auf den Straßen, gerade zur Ferienzeit, so los ist.

Richtig! – “Meine” Brücke: Sielgraben Sustrum II

48 Stunden vor unserer Verabredung beim Fendt-Händler unseres Vertrauens stehen wir im Emstal. Sicher ist sicher! Es hätte verkehrstechnisch auch ganz anders kommen können. Da ist so ein kleines “Zeitpolster” schon ganz hilfreich. – Und wenn es nur als Ausrede für unseren seit 2015 gefühlten 20. Besuch an der Brinkstraße dient.

Die moderne Fassung des “Schwanensees”: Schwäne sehen

Bei leichtem Nieselregen bringen wir Big B. in Stellung. Pünktlich zum Abschluss der Aufbauarbeiten setzt der Regen aus. Schön, da können wir vor dem Caravan Kaffee trinken.

Wir werden beobachtet! Aus der Hecke vor unserem Stellplatz starrt uns unentwegt ein Augenpaar an.

Nesthocker. Birkenzeisig (Leinfink)? Ich bin mir nicht sicher. Obwohl den Altvögeln nach zu urteilen … Birkenzeisig!

Am bis dahin niederschlagsfreien Sonntag wagen wir “die Runde” von der Brinkstraße entlang der Ems nach Steinbild.

Ekstase auf dem Dortmund-Ems-Kanal bei Steinbild: die tschechische “Extase”

Hier überqueren wir die Ems und laufen parallel zur Fresenburger- und Steinbilder Straße an der Amisia (Ems) zur Düther Schleuse. Von hier sind es knappe 1,5 Km zum CP Emstal.

Luna hat stets alles, jeden und jede Bewegung im Blick. Hier verrät sich gerade ein Marienkäfer durch seinen allzu ungestümen Augenaufschlag

Montag. Wir packen unsere Siebensachen und fahren nach Papenburg. Wieder einmal ging ein schönes Wochenende im Emstal viel zu schnell vorüber. Aber was soll man machen? – Reservieren! – Am 11. Juli sind wir wieder da!

“Großes Revierreinigen” in der Düther Schleuse. Vor dem Fluten bitte einmal feucht durchwischen

Eigentlich wollten wir es für uns behalten, aber so egoistisch sind wir dann doch nicht. Wir entdeckten an diesem Wochenende das “Kanneloni“. Muss man (und Frau) gesehen und geschmeckt haben! – “Hier schmeckt man Italien!”

Kannelloni GmbH
Industriestraße A31, Ost 1
26892 Heede
Abfahrt A31 “Dörpen / Heede / Bourtange”
Tel. 04963-9999040

"Viele Spötter meinen, reich an Geist zu sein, und sind doch nur arm an Takt." – Georg Christoph Lichtenberg