Es gibt kein schlechtes Wetter, …

… es gibt nur ungeeignete Kleidung.

Anmeldung und Kompetenzzentrum “Emstal”

Der Herbst hat uns eingeholt. Jahrein und jahraus starten wir unsere Caravansaison mit Big B. im Zweistromland. Da liegt es natürlich auf der Hand, die Wohnwagensaison auch an der Brinkstraße in Sustrum ausklingen zu lassen.

Pilze können gar nicht fliegen!

Von vornherein wissen wir, dass es das Wetter an diesem Wochenende nicht gut mit uns meinen wird. Wir sind darauf vorbereitet und rollen durch den Emstunnel zur AS Dörpen der BAB 31. Die Weiterfahrt in Richtung Dörpen und Heede wird uns hier durch eine Baustelle verwehrt. Aber so weit und in diese Ortschaften wollen wir ja auch nicht. Also, Blinker links und dann doch vor den Barrieren der unmoralisch-unangekündigten Vollsperrung der B 401 gewendet. „Durch diese hohle Gasse muss er kommen, es führt kein anderer Weg nach Küssnacht“ (Friedrich Schiller „Wilhelm Tell“ (IV, 3)). Über Schleichwege gelangen wir ins Emstal. Vorbei am „Kannelloni“, über Neuheede-Siedlung und die Deichstraße mogeln wir uns auf die Heeder Straße.

Frau P. hat diesen Baum fotografisch viel besser getroffen als ich …

Wir versorgen uns im NP-Markt unseres Vertrauens und in der Bäckerei Ganseforth in Walchum mit allem, was Mann und Frau so brauchen und fallen an diesem Wochenende nicht auf die durch eine weitere Vollsperrung blockierte Ortsdurchfahrt in der Hauptstraße und eine damit verbundene “welträumige” Umleitungsempfehlung herein. Heute wählen wir „unsere“ Umgehung über „Hinter den Höfen“. Am letzten Wochenende landeten wir, auf die bereits erwähnte „U3“ vertrauend, geradewegs vor Amsterdam/NL, so glaubten wir es jedenfalls, bis wir endlich in einem grandiosen Bogen ans Ziel gelangten. – Ha, heute nicht mit uns!

… aber diesen “hat sie nicht”

Ja, auch in Sustrum regnet es hin und wieder. Wir sind per Wettersatellit informiert und fahren dennoch an die Brinkstraße. „Unfassbar!“, mag der eine denken. „Rätselhaft!“, mag die andere ihre Schlüsse ziehen. Wir sind nicht die einzigen, die es riskieren, ein uns an den Caravan fesselndes Wochenende zwischen Ems und Dortmund-Ems-Kanal zu verbringen.

Ems

Wir halten es an diesen drei Tagen nicht mit Voltaire: „Mir sind alle Bücher zu lang“, sondern hoffen auf Aldous Huxley: „Wer zu lesen versteht, besitzt den Schlüssel zu großen Taten, zu unerträumten Möglichkeiten“.

Luna. Irgendetwas findet sie immer

Die Sustrumer Wetterlage liefert uns an diesem Wochenende einen großzügigen Einblick in die Physik: Anhand des fast durchgehenden Regens können wir eindrucksvoll verfolgen, wie Wasser infolge der Schwerkraft in flüssiger Form zur Erde fällt.

Das Ehepaar M. aus S. beendet die Caravansaison. – “Tschüß!”

Irgendwann haben wir die Chance, Big B. niederschlagslos zu verlassen und die nähere Umgebung zu erkunden. Über die Brinkstraße gehen wir nach Sustrum, biegen kurz vor der Kirche in den Asselweg ab, überqueren den Sielgraben Sustrum II und schlagen uns querfeldein wieder zurück zur Brinkstraße. Zwischendurch suchen wir vor dem Regen Schutz unter den Bäumen am Wegesrand. „Ja, wir wissen es: Bei Gewitter niemals Schutz unter Bäumen suchen!“ Und auch der Spruch: „Eiche weiche, Buche suche“, ist absoluter Quatsch. Egal ob Eiche oder Buche, niemals unter einen Baum stellen.

Der Sustrumer Asselweg

Was mir aber mehr als Eichen und Buchen im Zusammenhang mit einem Gewitter zu denken gibt, ist der Sustrumer „Asselweg“. Wie kommt man auf den Gedanken, einen Weg, und sei er noch so abgelegen, „Asselweg“ zu nennen? In Anlehnung an das bis zu 0,5 cm kleine Landtier der Krebstier Ordnung? In Verehrung einer Frau mit dem kasachischen Vornamen Assel? Oder zur Erinnerung an den deutschen Politikwissenschaftler Hans-Günther Assel (1918-2002)? – Ich denke, ich werde es nie erfahren. Oder ich frage Herrn Bürgermeister Heinz-Hermann Hoppe.

Querfeldein vor Sustrum

Verwegen lassen wir Big B. im Emstal zurück und nehmen uns vor, am kommenden Donnerstag wieder im Emstal zu „zelten“. Mehr regnen als am vergangenen Wochenende kann es nicht und außerdem haben wir ausreichend Lesestoff an Bord. Und ich weiß, wo Familie Sandker ihr Boot versteckt hält. – „Lustig ist´s Matrosenleben, haltojo. Ist mit lauter Lust umgeben, haltojo. Bald nach Süden, bald nach Nord, haltojo. Treiben uns die Wellen fort, …“

Wenn sich die Feldmaus jetzt bewegt, nicht auszudenken … [Anm.: Sie hat sich nicht bewegt.]