Archiv der Kategorie: Ein Hundeleben

Luna von der Otterbäke zu Dringenburg-Tessa.

Osterausflug 2018

Ostern 2018. Unser offizieller Saisonstart. Wir fahren nach Schleswig-Holstein. Wir haben reserviert. Rechtzeitig und telefonisch. Das „Zugpferd“ war zur Inspektion in der Werkstatt unseres Vertrauens. Big B. ist erfolgreich hauptuntersucht, auf Dichtigkeit inspiziert und auch seine Gasanlage wurde auf Herz und Nieren geprüft.

Wir heben ab: Saisonstart 2018

Die Außentemperatur konzentriert sich auf und um den Gefrierpunkt und beabsichtigt auch nicht, diese Region in absehbarer Zukunft zu verlassen. So deute ich das nicht unbedingt sanft rüttelnde „Nebengeräusch“, das uns seit unserer Abfahrt vor fünf Minuten begleitet, als „frostige Materialunbeweglichkeit“ des Caravans. – Eine eiskalte Fehleinschätzung.

Ostern 2018 begann ein wenig “verfremdet”

Technischer Halt an der nächsten Bushaltestelle: Ich habe das Bugrad vergessen! Nachlässig festgesetzt nimmt es immer wieder Bodenkontakt auf und läuft dabei selbstverständlich heiß. Es erhitzt sich über und angesichts meiner Achtlosigkeit so stark, dass sich die Nabe auflöst und sich das „Innenleben“ des Rades in seine Bestandteile zerlegt. – „Wie kann man nur?“, schüttelt der erfahrene Camper sofort und ungläubig sein weises Haupt. „Ja?“, das überlege auch ich und versuche diese vorwurfsvolle Anfrage kleinlaut mit: „Hier siegte die Vorfreude auf die erste große Ausfahrt über die Sorgfalt“, zu beantworten.

Hernia umbilicalis. “Nabelbruch”

Schnell haben wir einen „Plan B“ parat und lassen uns durch das nahezu dahingeschmolzene Bugrad nicht aufhalten. Dafür sorgt schon bald ein unfallbedingter Stau auf der A1 bei Stuhr. „Von drei auf zwei auf eins.“ Es wird immer enger auf der BAB und die Zeit, sie rennt im Sauseschritt. Um 13.00 Uhr ist Mittagsruhe am Elbe-Lübeck-Kanal. Es sieht so aus, dass wir bis 15.00 Uhr warten werden müssen, um auf den Platz zu kommen. In Hamburg-Stillhorn wird diese Befürchtung wegen „Überfüllung“ der BAB immer wahrscheinlicher und auf der A24 bei Schwarzenbek/Grande im zähfließenden Verkehr zur besiegelten Tatsache.

“Immer mit der Ruhe!” – Diese beiden hatten sie weg

Mein vollkommen unsinniger Fluchtversuch von der A24 an der Anschlussstelle (AS) 6 endet „in the middle of nowhere“. Nach einem abenteuerlichen Wendemanöver an und um die Kirche in Möhnsen, stellen wir uns an eben dieser AS 6 wieder hinten an, ergeben uns in unser bevorstehendes Schicksal und stehen weit mehr als eine halbe Stunde zu spät in Güster vor der vorübergehend verschlossenen Schranke zur Freizeitwelt.

Es ging Ostern zwar nicht um die Wurst, aber …

Widrige Umstände „überzeugen“ uns dann davon, unsere Pläne für Schleswig-Holstein um 14.17 Uhr zu verwerfen. „Nicht für immer, wir kommen wieder!“ – Dies ist dann aber der Moment, da „Plan C“ ins Spiel kommt. Er lautet: „Emstal!“

Fiete, acht Monate, sehr niedlich und aus dem Norden Nordrhein-Westfalens

Nach knapp 10 Stunden Fahrt, Stau, stockendem Verkehr, der Prozession durch vier Bundesländer (Niedersachsen, Bremen, Hamburg, Schleswig-Holstein), 578 Kilometern und einem für 1,46 €/L Diesel „Volltanken, bitte!“ auf der A28 an der Tankstelle/Raststätte Hasbruch, stehen wir um 18.45 Uhr in Sustrum auf dem CP Emstal. Wir bekommen einen „so-wie-du-reinfährst-kannst-du-auch-wieder-rausfahren-Platz“ für unseren „flügellahmen“ Big B. und Herr Sandker weiß Rat und hat Rad. Ein Bugrad, das er uns freundlicherweise ausleiht. Schnell sind alle Verkehrsstörungen dieses Karfreitags vergessen.

“Unser” Kompetenzzentrum an der Brinkstraße

Über Düthe und Fresenburg fahren wir nach Lathen. Mir ist kein Weg zu weit, wenn es darum geht, der besten aller Ehefrauen eine all-in-one Lösung für die Kontaktlinsen zu besorgen. In Lathen angekommen, entscheiden wir, der vorösterlich stark belasteten Verkehrssituation gehorchend, dass „die Beste“ ihre all-in-one-Flüssigkeit, unvermittelt und mühelos aus dem Auto gleitend, persönlich, also unter vier Augen, beim Optiker erwirbt und mir die äußerst heikle Parkplatzsuche überlässt. – „Welch´ Glückes Geschick!“ Der örtliche Baumarkt Schlichter liegt rein zufällig „um die Ecke“ in der Bahnhofstraße 14-18. Nur er verfügt über gebührende Gelegenheiten, ein Fahrzeug korrekt, gefahrlos und geschützt abzustellen.

Auf und an der Ems ist irgendwie immer etwas los. Die Isabel legt sich in die Kurve

Viel zu früh findet mich meine Gemahlin in der Werkzeugabteilung der GmbH & Co. KG. Gerade vergleiche ich das reichhaltige Angebot an Akku- und Schlagschraubern, Bohrmaschinen und Winkelschleifern, die mir ein verantwortungsbewusster Verkaufsrepräsentant, der meine handwerklichen Fertigkeiten kennt, niemals aus freien Stücken und unbeaufsichtigt an die Hand geben würde. Ich habe Mühe, den so lange und schmerzlich vermissten 1000 Kg Scherenwagenheber und das unbedingt benötigte Universalschmierfett sowie die neue, Ton in Ton gehaltene Kehrgarnitur „Profi“ mit der Rechten zu halten. Da steht die beste Ehefrau unvermittelt neben mir. Sie lacht. Sicherlich freut sie sich über die neue all-in-one-Lösung. Oder war es dann doch die befreiende Freude und ersehnte Errettung durch den entsetzt-fassungslos herbeirennenden Angestellten des Schlichter Baumarktes, der sein Werkzeugsortiment vor mir schützen will?

Wenn früh am Morgen …

Zurück im Emstal werden die Kontaktlinsen gepflegt und „neu eingelegt“. Das alte Kontaktlinsenbehältnis wird in einen dieser großen, grauen Container entsorgt und fortan nimmt ein neues Modell seinen Platz im Big B. ein. Ostersonntag 10.45 Uhr. Ein nicht näher genannt werden wollender Camper taucht in die Restmüllcontainer an der Brinkstraße ab. Hin und wieder zieht er sich am „Beckenrand“ hoch, schnappt nach Luft, um dann wieder in einer Woge aus weißen Mülltüten zu verschwinden. Warum? Er sucht nach Kontaktlinsen, die die beste aller Ehefrauen versehentlich mit dem ausrangierten alten Behälter dem Recycling zugeführt hat. Betroffen bis irritiert blickenden Gästen erklärt dieser Tauchsportler mit gesenktem Kopf und dabei eine Hand vor seine Augen haltend, er wolle sein Taschengeld durch die Suche nach Pfandflaschen aufbessern. – Nur Herr Sandker und ich kennen diesen „Wassersportler“ persönlich.

Es gibt da diese gewisse Stunde an der Ems …

Sobald wir nach dem Aufwachen auch nur zwei Worte wechseln, steht das Frollein vor unserem Bett und macht sich, falls wir sie ignorieren, durch ein leises, aber nachdrücklich-unmissverständliches Knurren bemerkbar. Übersetzt heißt dies: „Auf geht´s! Der frühe Münsterländer fängt den Wurm!“ Da Luna immer noch nicht die Uhr lesen kann, ist es ihr auch relativ einerlei, welche Stunde der Sustrumer Big Ben geschlagen hat. Hauptsache es geht los. – Und zwar sofort.

Noch so eine “blaue Stunde”

Bei sportlichen -0,8°C finde ich uns am Ufer der Ems wieder. Noch hängt der Rauch des bereits vor zwei Tagen erloschenen Osterfeuers uns entgegenkommend in der Luft. Beleidigt, fast erniedrigt, trabt das Frollein neben mir. Wir schreiben den 2. April. Brut- und Setzzeit: Leinenpflicht in Feld, Wald und Flur bis zum 15. Juli. Nur die Ruhe, wir werden eine vertretbare und gelöst-erträgliche Leine-los-Lösung finden. Und schon bietet sich die erste Gelegenheit: ein Stockente scheint sich drei, vier Meter vom Ufer entfernt, gleichsam des Lebens überdrüssig, ertränken zu wollen. „Luna, voraus zur Rettung!“ Kometengleich prescht das Frollein voran und kann die Ente in letzter Sekunde von ihrem Versuch, freiwillig aus dem Leben scheiden zu wollen, abbringen. Erleichtert und dankbar quäkend hebt diese ab und fliegt davon.

Kein Foto vermag es, diese “gewisse Stimmung” 1:1 wiederzugeben

Als wir uns der Stelle nähern, an der wir vor weinigen Tagen auf drei Nutrias stießen, ist Luna längst wieder an der Leine. Nutrias „sind nicht ohne“, aber ich bin mir auch nicht sicher, ob das Frollein es nicht doch mit den drei Musketieren aufnehmen würde.

“Angeln: stundenlang geduldig an einem Fleck lauern, bis man nichts gefangen hat.” (unbekannt)

Vor dem in der Mittagsruhe einsetzenden leichten ostermontäglichen Regen haben wir bereits unsere Siebensachen gepackt und verstaut. Die beste aller Ehefrauen fahndet noch gemeinsam mit der Hauptkommissarin Kathrin Klaasen nach dem „Ostfriesenkiller“ (Anm. ein Kriminalroman des Autors Klaus-Peter Wolf), Luna liegt unter „ihrem“ Tisch und lässt den letzten Ems-Spaziergang dieser Reise noch einmal Revue passieren und ich hypnotisiere durch die Scheibe des Backofens den dort garenden original bayrischen Leberkäse. Sie sind lese- und abenteuerhungrig. Ich mal wieder ausgehungert.

“Schon wieder ein Ente in Lebensgefahr?”

Inzwischen ist das „überhitzte“ Bugrad gegen die freundliche Leihgabe ausgetauscht. Ich habe es tatsächlich ohne größere Flurschäden anzurichten und Blessuren an Leib und Seele geschafft! In der kommenden Woche werde ich ein neues, höchstwahrscheinlich thermostabiles, Rad besorgen und dann in einem euphorischen Freudentaumel feststellen: „Das Emstal ruft! Die rollende Leihgabe muss zurückgegeben werden!“ – Ich habe auch schon einen sehr interessanten Reiseweg ins Auge gefasst: Wiefelstede-Hildesheim-Amsterdam-Papenburg-Sustrum. Schließlich gilt es die österlichen 578 Kilometer zu übertreffen. – Keine Sorge! Ich schaff´ das!

Auch sie brauchten keinen Termin mit der Natur zu vereinbaren

Frühe

“Im Osten graut’s, der Nebel fällt,
Wer weiß, wie bald sich’s rühret!”
(aus: “Frühe” – Joseph Karl Benedikt Freiherr von Eichendorff )

Fast unauffällig fügt sich die auf die Eisfläche geworfene Flasche in die pausierende Lachmöwenschar ein. Hier erkannte jemand, was der Natur an den Regenrückhaltebecken fehlt …

Es erübrigt sich, zu berichten, dass wir heute morgen wieder einmal den Hörner Diek “heimgesucht” haben.

Erste Anwesenheitskontrolle an der Bäke: “… vier, fünf, sechs! Ja, alle da!”

An vertrauter Stelle trafen wir auf den Graureiher, die Enten erwarteten uns bereits im Schilfgürtel, nur der Eisvogel wollte sich noch nicht zeigen. – Vielleicht war´s ihm zu eisig?

(Fast) “Vom Eise befreit sind Strom und Bäche …” [Johann Wolfgang Goethe – “Vom Eise befreit …” (Monolog des Faust)]

In der Ferne sahen wir Günter und Falk ihre Runde drehen und das “Frollein” war u.a. sehr damit beschäftigt, für “Ordnung” an der Uferböschung der Funktionsbecken zu sorgen.

“Moment mal!”

Suchen – Fixieren – Anpirschen – … Die angestammte Verhaltenskette endet natürlich nicht mit dem Anpirschen, aber ich will es dabei belassen. Luna würde ihren Stammvater den Wolf und dessen Jagdverhalten sicher nicht verleugnen, doch ich bin es, der ihre “Verhaltenskette” unterbricht.

Unsere Kleine Münsterländerin stellt weder Radfahrern, Joggern, Autos, noch fliegendem Spielzeug oder gar rennenden Kindern nach. Als Familienhund mit reichlicher Betätigung in Feld, Wald und Flur, zeigt Luna schon auf Grund ihres temperamentvollen, intelligenten und lernfähigen Wesens natürlich durchaus jagdliches Verhalten.

“Sie wissen gar nicht, um welche Freude Sie sich bringen”, sagte kürzlich ein alter und erfahrener Jäger zu mir, als ich ihm erklärte, dass ich kein Jäger sei und Luna somit nicht jagdlich führe. – Obwohl, sie erlernt hat, wie´s geht …

Somit freue ich mich über unsere heutige Fotoserie. Daraus diese s/w Aufnahme.

Am Hörner Diek konzentriert sich das Frollein auf die artenreiche Ordnung der Gänsevögel: Enten. Diese umfasst 47 Gattungen und etwa 150 Arten. In unserem Fall waren es Stockenten. “Was sonst?”

1° Celsius

um 16.00 Uhr in usA (unserem schönen Ammerland) und dabei Niederschlag: 0%; Luftfeuchte: 56%; Wind: 13 km/h. Bodenfrost in Feld, Wald und Flur. Endlich einmal trocken “auf Achse” und ohne “Wasserschaden” nach Haus kommen!

Strategische Aufklärung im Schilfgürtel

Plötzlich begegnen uns WiefelstederInnen, die wir für gefühlte drei Monate nicht gesehen haben. Und: alle sind bester Laune. – “Ob´s am Wetter liegt?”

“Entwarnung! Wir können ungehindert weiter.”

Warten

Nein, nicht auf den Jahreswechsel, sondern darauf, dass endlich einer “von denen” die Treppe herunterkommt.

“Nach oben darf ich nicht, aber keiner sprach davon, dass es verboten ist, den Kopf aufzulegen …”

Der Kleine Rapsländer

Die Wissenschaft staunte nicht schlecht, als ich heute morgen erstmalig  ein Foto des im Ammerland bisher unbekannten Kleinen Rapsländers präsentierte. Diese dem Kleinen Münsterländer sehr ähnliche Gattung der Kontinentalen Vorstehhunde traf ich am Kuhhornsweg/Dingsfelder Weg an.

Ja, eine gewisse Ähnlichkeit mit “dem Frollein” hat der Kleine Rapsländer schon …

Saisonausklang an der Alten Ems

Um es mit den Worten der Touristikbranche zu sagen: „Wir sind primäre Tagesausflügler.“ Also, Besucher, die von ihrem (in unserem Fall dem Emsland nahen) Wohnort im Rahmen ihrer Freizeit einen Kurzaufenthalt an der Ems verbringen.

Die “Durchstichbrücke” an der Sustrumer Brinkstraße

„Emsland – Ein Stück näher zur Natur.“ Der Slogan trifft auf uns, die Ammerländer Primärtagesausflügler, zwar nicht so ganz zu, da wir in usA (unserem schönen Ammerland) hinsichtlich der landschaftsbezogenen Anziehungsfaktoren wie „Klima/saubere Luft“ sowie „ländliche Atmosphäre/Ruhe“ ebenfalls aus dem Vollen schöpfen können. Doch trotzdem sind wir immer wieder gern in Sustrum, Walchum, Dersum, Lathen, Dörpen und umzu.

Big B. ohne “Hemd”. Der aufkommende “stürmische Grischa” ließ uns vorsorglich die Markise nebst “Zubehör” einholen

Von der gesamten Lauflänge der Ems fließen ca 150 Km durch das Emsland. Uns genügen die ca. 4 Kilometer an der Brinkstraße bei Sustrum, um immer wieder neue Eindrücke und Erholung zu finden. Und damit liegt es auf der Hand, dass wir den Caravan-Saisonabschluss 2017 auch hier „veranstalten“.

“Transparentes” Ahornblatt

Im Anschluss einige “Beweisfotos”:

Lange habe ich auf ihn gewartet. Endlich tat er mir den Gefallen …
Bunt sind schon die Wälder, gelb die Stoppelfelder, kühler weht der Wind
Hier wird der Mais gedroschen und wandert nicht in die Biogasanlage
Immer öfter in Deutschland zu finden: Silberreiher
“Einbahnstraßenfutterhaus” – Ja, es ist eine gemeine Bezeichnung
Niemals werde ich verraten, dass dies die Badestelle des CP Emstal ist
Fast alle sind gegangen, nur die hartnäckigen Ammerländer finden noch nicht nach Hause
Emstal – Echt scha(r)f
Saisonende an der Alten Ems. 2017
Wie gewohnt hat das “Frollein” alles im Blick
Saisonende. – “Der Letzte macht das Licht aus!”

“Heute ist nicht alle Tage, wir kommen wieder. Keine Frage!”

Herbst im Zweistromland

Bis Oktober findet man den Flockenstieligen Hexenröhrling in Laub- und Nadelwäldern. Roh sehr giftig, ist er als Speisepilz ebenso schmackhaft. Auch der Maronenröhrling, der sogar bis in den November auf sauren Böden, dann besonders gern unter Fichten und Kiefern, in Nadelwäldern anzutreffen ist, ist, wie der Steinpilz, sehr schmackhaft. Allein diese beiden Röhrenpilze lassen mich in die selbige schauen, sollte ich jemals in die Verlegenheit kommen, sie unterscheiden und andere im Verborgenen lebende Vertreter dieser ein Fadengeflecht bildenden „Waldpflanzen“ erkennen zu müssen.

Sonnenaufgang an der Sustrumer Brinkstraße

Und doch zieht es mich in den herbstlichen Wald. Den Anblick von Röhren- und Lamellenpilz schätzend, hoffe ich dabei jedoch mehr auf Begegnungen mit Hase, Reh und, mit etwas Glück, dem tag- und nachtaktiven Wildschwein. Aber, ich habe nur selten „Schwein gehabt“.

Das Emstal in der Morgensonne

Wieder einmal auf Fotosafari an der Ems lasse ich, angesichts einer erfolglosen Pirsch, Pilz Pils sein und fotografiere „einfach nur“.

Das Frollein patrouilliert an der Ems
Die Entdeckung der Gelassenheit
CP Emstal
Oktober. Wer keine Pilze sucht, geht fischen

Zusammen sind wir Sustrum

Inhaltlich verändern wir ein wenig das Motto des langen Wochenendes der deutschen Einheit, das eigentlich unter dem Thema “Zusammen sind wir Deutschland” steht und nutzen auch den uns durch diesen Feiertag bescherten Brückentag, um einmal wieder im Emstal vorbeizuschauen. Im Gedenken an das Hambacher Fest, der Wiege der deutschen Demokratie, fassen wir gemeinsam mit Frauke und Reinhart und in demokratischer Wahl den Entschluss, den Campingplatz Emstal zu besuchen.

Big B. im Emstal

Das “Recht auf Freizügigkeit” (Artikel 13 der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte) nutzen an diesem Wochenende nicht nur wir. Auch andere Camper zieht es an die Ems bei Sustrum. Und so haben wir viele unauffällige Zuschauer als wir bei strömenden Sonnenschein, Pessimisten würden diese Wetterlage als ergiebigen Regenschauer bezeichnen, Big B. in Stellung bringen.

Frühmorgendlicher Blick in Richtung Steinbild
Die Badestelle an der Ems im allerersten Sonnenlicht

Vom Wasser durchnässt, die Schuhe überflutet, stehen wir endlich unter den 11,5 m² unserer Omnistor 5200 und lauschen den rauschenden Fluten, die sich vergeblich bemühen, aus der Markise einen Wassersack zu formen. Weit gefehlt! Längst haben wir den Thule Tension Rafter G2 installiert. Keine Chance für böse Überraschungen.

Ein Pilz geht noch ….

Während die beste aller Ehefrauen bereits den Kaffee gekocht hat, schwimme ich noch einmal um das Gespann, überzeuge mich von der Qualität unserer Arbeit, freue mich, dass wir heute den Admiralitätsanker, der auch als Stockanker geläufig ist, dabei haben  und weise den beiden sich auf den Campingplatz verirrten Binnenschiffern mitsamt ihrer Frachtschiffe den Weg zurück ins Fahrwasser des Dortmund-Ems-Kanals.

Luna auf der Spur des “Justin Biber”. Eines Tages …
“Hier ist er auch gewesen!”

Und dann zeigt sie sich doch: die Sonne, das Zentrum unseres Sonnensystems. Von der an ihrer Oberfläche bis zu 5700° Celsius herrschenden Temperatur, schickt sie einige °C ins Emstal.

Das Dream Ship in der “Brandung” der Gräser

Jetzt beginnt sie, unsere wie immer viel zu kurze Erholungsphase im Zweistromland an der Brinkstraße. Plötzlich rollen wir schon wieder auf der A31 in Richtung Emstunnel. – Die Saison ist noch nicht beendet. Wir kommen wieder!

Kein Emstalaufenthalt ohne eine Aufnahme vom Sielgraben Sustrum II
Kein Emstalaufenthalt ohne zwei Aufnahmen vom Sielgraben Sustrum II … 🙂

Eine der ältesten Siedlungen des Emslands – Sustrum

Ist es tatsächlich eine Schleiereule, die da gerade in den Schornstein des seit vielen Jahren verlassenen Hauses abtaucht? Den Unterschied zwischen der Ackerkratzdistel und der Gemeinen Kratzdistel, die Beurteilung, ob Kanadische Goldrute oder Echte Goldrute oder die Verschiedenheit von Distelfink (Stieglitz) und Goldammer zu erkennen, bedarf es einer gewissen Fertigkeit.

Morgendlicher Sänger

Selbst ein noch so detaillierter Tier- und Pflanzenführer mit ausgeklügelter Suchhilfe und naturgetreuen Farbfotos beseitigt nicht immer alle Zweifel und kann daher die „Feldstudie“ vor Ort nicht ersetzen. Und so brechen wir zu einer Forschungsreise auf. Wohin? Ins Zweistromland zwischen Ems und Dortmund-Ems-Kanal. Nach Sustrum? Richtig!

Blaue Prachtlibellen an der Ems

Jede Expedition ins Tier- und Pflanzenreich will sehr gut vorbereitet und dementsprechend verpflegt sein. Bevor wir also in die „Wildnis abtauchen“ ist ein letzter Halt in der Zivilisation in Walchum angesagt. Im NP-Markt und beim Bäcker Ganseforth besorgen wir unsere überlebensnotwendigen Vorräte bevor wir uns der Abgeschiedenheit des Emstals anvertrauen.

An der Emstaler Badestelle

Nur mit den notwendigsten Dingen der Forschungsreisenden, wie Elektrogrill, Mini-Backofen, Kaffeemaschine, 144-Liter-Kühl-/Gefrierkombination, iPhone, iPad, Laptop, Federkernmatratze, atmungsaktiver Bettwäsche und (HiFi- sowie bluetooth fähiger) Stereoanlage ausgestattet, begeben wir uns schließlich unerschrocken und entbehrungsbereit in die Wildnis. – Zuvor haben wir noch schnell unsere Brötchenbestellung  abgegeben.

“Morgenrot: Schlechtwetter droht. Abendrot: Gutwetterbot.” – Eine von zahlreichen Bauernregeln. Oft passt´s auch … man muss nur daran glauben

Mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit werde ich auch nach unserem aktuellen Besuch im Emstal weder die Margerite von der Geruchslosen Kamille, noch die Mistel- von der Singdrossel unterscheiden können, aber wir sind einmal mehr im Emsland gewesen. Der Zweck heiligt die Mittel.

Der Weg in “unser Zweistromland”

05.15 Uhr. Expeditionen beginnen früh. Meine Exkursionen sehr früh. Die Tierwelt an der Brinkstraße ruht. Warum? Angler verweilen am uns gegenüberliegenden Emsufer. Was in aller Welt verstehen die unter und vom Angeln? Die Situation: drei Petrijünger, die im schreiend-hellem Feuerschein und einer intensiv-lebhaften Unterhaltung, der ich mühelos folgen könnte, spräche ich eine osteuropäische Sprache, ihre Köder zum Einsatz bringen. Selbst Fische mit geschwächt ausgebildetem oder gar fehlendem Seitenlinienorgan werden durch sie alarmiert. Diese Herren werden ganz bestimmt nichts fangen. Mich bringen sie an diesem frühen Morgen um mein gewünschtes Erlebnis mit Eisvogel, Fischreiher, Nutria, der Sustrumer Entenpopulation und um den Verstand.

Zitat: “Das Wichtigste beim Angeln sind lange Arme, damit man zeigen kann, wie groß der Fisch war“ (unbekannt)

Am Samstag steht der Internationale Naturpark Bourtanger Moor auf unserem Programm. Wir haben uns einen Rundwanderweg bei Bargerveen mit dem Startpunkt „Zuidersloot“, östlich von Weiteveen gelegen, ausgesucht. Entweder werden wir ins Amsterdamsche Veld oder ins Schoonebeeker Veld ziehen. So haben wir es zumindest geplant. Es wird sich zeigen, dass zwischen Planung und Umsetzung Welten liegen können.

Was raschelt im Stroh?

Problemlos finden wir an der Zuidersloot den Parkplatz und brechen auf. Wir kommen bis zu einem breiten Gatter, das es „dem Frollein“ verwehrt, den Naturpark zu „bepfoten“. Luna würde schlicht „durch´s Raster fallen“. Auf ihren vier Pfoten käme sie nicht weiter. Wollen die hier keine Hunde? Nirgendwo ist ein Hinweis, ob „Ja“ oder „Nein“, zu finden. Gern würde ich den „als ob“ telefonierenden Niederländer fragen, aber der ist gewissermaßen so beschäftigt, der sieht mich nicht einmal. Und die beiden lebensfernen Radler aus deutschen Landen auf ihren Mikro-Minirädern und mit nuklearerprobten Radlerhelmen, grell-schreienden Schutzwesten und -handschuhen im Partnerlook sehen so entkräftet-einfältig aus, die frage ich erst gar nicht.

“Ich seh´ Dich!”

Südlich von Emmen entdecken wir in Klazienaveen den „Emmer Vishandel“. Unsere soeben gescheiterte Expedition ins Tier- und Naturreich verlangt nach aufmunternd-kulinarischer Beköstigung. Niederländische Fischspezialitäten wie Gebakken Vis, Kibbeling, Hollands Maatje kommen da gerade recht. – Was sonst könnte uns jetzt angemessener aufbauen?

Er versteht etwas von “aufmunternd-kulinarischer” Beköstigung

Wieder einmal bekommen wir den leckersten Fisch weit und breit und beenden unsere fehlgeschlagene Bourtanger Moor Expedition mit einem Besuch des NP-Marktes in Walchum. Wir wissen noch nicht, dass sich hier ein Flohmarkt ausbreitet und so lernen wir einige Parkplatzanarchisten kennen. Unglaublich, in welche noch so enge Durchfahrt zusätzlich ein spontan quergeparktes Fahrzeug passt. Verstand, Geisteskraft und schließlich den Motor ausgestellt, parken Mann und Frau nach schöpferischem Gutdünken. – Das muss man gesehen und mittendrin erlebt haben! Ob mit oder ohne NP-Kundenkarte.

Kibbeling. Müssen Mann und Frau probiert haben

Sonntag. „06.00 Uhr“ klingt es vom Sustrumer Big Ben durchs Emstal. Die Kamera fertiggeladen und entsichert stapfe ich durch das Unterholz und suche auch heute nach „Justin Bieber“. Doch Castor Fiber, so des Bibers wissenschaftlicher Name, macht sich rar. Überhaupt tut sich nichts an der Ems. In ca. 500 Meter Entfernung führt das Schwanenpaar wie jeden Morgen seine Jungen in den Seitenarm der Alten Ems, ihnen folgt ein Fischreiher, drei Stockenten lachen sich in einer Distanz von 300 Metern über den Fotografen von der traurigen Gestalt auf der „Durchstichbrücke“ kugelig, zwei Graugänse ziehen, mich lachend-schnatternd verhöhnend, vorüber, ein Specht eröffnet gegen 06.20 Uhr seine Zimmerei am Fluss und ein schlaftrunkener Renault Clio will gegen 07.15 Uhr nur noch zurück nach Leer. Ende. – „Keine besonderen Vorkommnisse.“ Nicht ein Foto geschossen. – Dafür steht er so früh auf? Ja, immer wieder!

In der Festung Bourtange

Dienstag. Wir wollen zur Festung Bourtange in der Willem Lodewijkstraat in Bourtange/NL. „Der Kutscher kennt den Weg!“ Er braucht keine Karte und kein Navigationssystem. Zügig sind wir in Walchum und biegen hier in Richtung niederländische Grenze ab. Der erfahrene Kutscher redet ohne Unterlass, vergisst in Hasselbrock nach rechts und rechtzeitig abzubiegen und leitet so die (Irr-)Fahrt durch das Bourtanger Moor in Richtung Haren (Ems) und zur B408 ein. Von hier ist es dann nur noch ein riesiger Umweg nach Bourtange, das wir reichlich verspätet nach einigen erst gegen Mittag in Sustrum gestarteten Radlern erreichen. So viel zu meiner Ortskenntnis. Dafür wissen wir heute, wie das Industriegebiet in Ter Apel aussieht, kennen die große Baustelle an der N976 und Abschnitte der Westerwolde-Hümmling-Route. Durch den Flecken Rütenmoor verläuft eine Allee, die man gesehen haben muss. Von hier aus ist es auch nur ein „Katzensprung“ nach Emmer-Compascuum und Emmer-Erfscheidenveen. Dies nur zur Information, wenn man einmal dorthin verreisen möchte. Wir queren wesentlich öfter den Ruiten A Kanal als andere, entdecken einige Campingplätze entlang der N365 und kennen nun endlich, das sehr versteckt liegende niederländische Örtchen Vlagtwedder-Veldhuis. Erfahrungen, die wir heute nicht mehr missen möchten. Wir kommen dann tatsächlich auch noch in der Festung an. – Einfach aufbrechen und losfahren kann jeder! Allerdings kommt „jeder“ schneller ans Ziel!

Festung Bourtange

Für Mittwoch hat sich ein Gewitter angesagt. Vor unserer Abreise bleibt uns ausreichend Zeit, die Markise nebst Zubehör zu verstauen, das „Camping-Wohnzimmer“ unter Dach und Fach zu bringen und nach Lathen zu fahren, um dort im Eiscafe Venezia in der Hauptstraße u.a. einen Mega-Walnussbecher zu bewältigen.

Geeignetes Schuhwerk ist das A & O

Ein Besuch des seit 1886 sehr aufbauend tätigen Baustoffhandels Schichter in der Bahnhofstraße wurde uns empfohlen. Und wir hätten etwas versäumt, wären wir diesem Tipp nicht gefolgt. „Kaufen wo die Profis kaufen.“ Wir beschränken uns heute lediglich auf das Schauen, aber nun wissen wir, wo wir nicht allein „Dit & Dat“ finden, sondern auch „Anspruchsvolles“ entdecken werden.

“Schwanensee” auf der Alten Ems

Trockenen Fußes bzw. Caravans treffen wir in Wiefelstede ein. Auch hier bleibt uns ausreichend Zeit, alles sicher unter Dach und Fach zu bringen. – Und dann beginnt es, das Sommergewitter.

Kein Campingplatz ohne Deko & Wohnaccessoires
Nicht zu vergessen: das Geschenk der “Hagener Nachbarn”