Archiv der Kategorie: Auf Achse mit dem Fluchtfahrzeug

Mit dem Wohnwagen unterwegs. Unserem ersten “Flying Dutchman” (Home Car Racer 39) folgte “Big Bianco (Big B.)”, ein Fendt Bianco Selection 495 SFE

Mal eben “überwaschen”

Es ist an der Zeit, die Grundfarbe unseres Big B. wieder sichtbar zu machen. Dafür wird er mal eben übergewaschen: von 11.00 Uhr bis 15:45 Uhr.

Allein der “Versuchsaufbau” erforderte einige Zeit

Von unseren letzten Reisen brachten wir “den Staub der Landstraße” und von unserem letzten Aufenthalt an der Ems unzählige blinde Passagiere mit ins Ammerland: Coccinellidae. Nein, hier handelt es sich nicht um gesundheitsschädigende Keime, es sind Marienkäfer. Nicht zwei, drei oder gar vier Dutzend, nein, Drei-, Vier-, Fünfhundert dieser halbkugeligen und flugfähigen Käfer, haben es sich in Ecken, Winkeln und Fugen, unter Kästen, hinter der Markise und dem Reserverad bequem gemacht. Immer wenn ich glaube, nun habe ich alle befreit, kriechen erneut weitere gepunktete Käfer aus irgendwelchen Schlupflöchern. Ein Reigen ohne Ende! Es gelingt mir, ihren Rädelsführer ausfindig zu machen. Ich überede ihn, seine Bande zu einem Ausflug in die benachbarte Wiese zu führen.

15:45 Uhr. “Ich habe fertig!”

Irgendwann heißt es dann endlich: “Wasser marsch!” Die fröhlichen Wasserspiele nehmen ihren Lauf. Ich weiß nicht mehr, wie viele Spülgänge ich benötigte, aber schließlich strahlen Big B. und ich.  – Eigentlich wäre es nun an der Zeit für einen “Ausritt”. Doch wohin? Nach Sustrum? Warum nicht? – Dienstag geht´s los!

“Klappe zu, Affe tot.”

Zusammen sind wir Sustrum

Inhaltlich verändern wir ein wenig das Motto des langen Wochenendes der deutschen Einheit, das eigentlich unter dem Thema “Zusammen sind wir Deutschland” steht und nutzen auch den uns durch diesen Feiertag bescherten Brückentag, um einmal wieder im Emstal vorbeizuschauen. Im Gedenken an das Hambacher Fest, der Wiege der deutschen Demokratie, fassen wir gemeinsam mit Frauke und Reinhart und in demokratischer Wahl den Entschluss, den Campingplatz Emstal zu besuchen.

Big B. im Emstal

Das “Recht auf Freizügigkeit” (Artikel 13 der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte) nutzen an diesem Wochenende nicht nur wir. Auch andere Camper zieht es an die Ems bei Sustrum. Und so haben wir viele unauffällige Zuschauer als wir bei strömenden Sonnenschein, Pessimisten würden diese Wetterlage als ergiebigen Regenschauer bezeichnen, Big B. in Stellung bringen.

Frühmorgendlicher Blick in Richtung Steinbild
Die Badestelle an der Ems im allerersten Sonnenlicht

Vom Wasser durchnässt, die Schuhe überflutet, stehen wir endlich unter den 11,5 m² unserer Omnistor 5200 und lauschen den rauschenden Fluten, die sich vergeblich bemühen, aus der Markise einen Wassersack zu formen. Weit gefehlt! Längst haben wir den Thule Tension Rafter G2 installiert. Keine Chance für böse Überraschungen.

Ein Pilz geht noch ….

Während die beste aller Ehefrauen bereits den Kaffee gekocht hat, schwimme ich noch einmal um das Gespann, überzeuge mich von der Qualität unserer Arbeit, freue mich, dass wir heute den Admiralitätsanker, der auch als Stockanker geläufig ist, dabei haben  und weise den beiden sich auf den Campingplatz verirrten Binnenschiffern mitsamt ihrer Frachtschiffe den Weg zurück ins Fahrwasser des Dortmund-Ems-Kanals.

Luna auf der Spur des “Justin Biber”. Eines Tages …
“Hier ist er auch gewesen!”

Und dann zeigt sie sich doch: die Sonne, das Zentrum unseres Sonnensystems. Von der an ihrer Oberfläche bis zu 5700° Celsius herrschenden Temperatur, schickt sie einige °C ins Emstal.

Das Dream Ship in der “Brandung” der Gräser

Jetzt beginnt sie, unsere wie immer viel zu kurze Erholungsphase im Zweistromland an der Brinkstraße. Plötzlich rollen wir schon wieder auf der A31 in Richtung Emstunnel. – Die Saison ist noch nicht beendet. Wir kommen wieder!

Kein Emstalaufenthalt ohne eine Aufnahme vom Sielgraben Sustrum II
Kein Emstalaufenthalt ohne zwei Aufnahmen vom Sielgraben Sustrum II … 🙂

80 m³/sek

80.000 Liter Ems fließen pro Sekunde unter der Brücke an der Sustrumer Brinkstraße hindurch. Vielleicht ist das ein Grund, warum ich hier so gern bin.

Wenn ich groß bin, dann bin ich ein erwachsener Haubentaucher
“Mach´ schnell ein Foto!” – Einmal keine Angler an der Brücke
Prototyp eines U-Boot-Cabriolets
Unterwegs auf der Ems zwischen Düther Schleuse und Steinbild

Die Ruhe täuscht. Die Ems fließt schneller als gedacht.

Dortmund-Ems-Kanal

So ´ne fixe Idee

„3800 Camping- und Wohnmobilstellplätze von ADAC Experten geprüft.“ So steht es zu lesen. Wo? Auf dem ADAC Stellplatzführer 2017. Mit einem blauen Balken sind die Campingplatzbeschreibungen versehen, die Stellplatzbeschreibungen finden Mann und Frau in Grün. Und Grün gewinnt eindeutig in allen Urlaubsregionen Deutschlands. Das Titelbild ziert ein Wohnmobil und auf der Rückseite darf ein Caravan, in Begleitung eines Wohnmobils, allenfalls seine davonfahrende Heckpartie zeigen. Es gibt tatsächlich eine Fendt Caravan Werbung in diesem weit über 900 Seiten starken Ratgeber auf dessen Rat ich im kommenden Jahr bedenkenlos verzichten kann.

Der Zusammenfluss der Ems und des Dortmund-Ems-Kanals bei Sustrum

Was nützen mir massenhaft Hinweise und Informationen auf und über Wohnmobilstellplätze, wenn ich mit dem (Reise-)Caravan unterwegs bin. Ich möchte nicht auf den Komfort und die Geborgenheit eines Campingplatzes verzichten und hege eine Apathie gegen asphaltierte Markt-, Park- und Bahnhofsvorplätze.

Eine Prachtlibelle in der Nachbarschaft unseres Lieblingsplatzes

Die für mich wichtigen Details hole ich mir aus dem Internet und manchmal bietet das eine und andere Forum, wenn es nicht gerade von frustrierten Campern als Spielwiese ihrer zum Teil sehr parteiisch-unsachlichen Kritiken missbraucht wird, nützliche Informationen.

… und noch eine

Ich wünsche mir eine Datenbank gradliniger Informationen über Caravanstellplätze. Aus der Praxis für die Praxis. Ohne „Wut im Bauch verfasst“, nicht von der „beleidigten Leberwurst“ ins Netz gestellt, die keinen Stellplatz mehr bekam. Oder die abwertende Kritik, weil kein Drei-Sterne-Restaurant in der Nähe des Platzes angesiedelt ist, die geführten Ausritte wegen Regens ausfielen und keine Kurmöglichkeiten auf dem Campingplatz angeboten werden. Müsste doch möglich sein, oder?

Die Brücke über die Ems bei Sustrum. Auch so ein Lieblingsplatz

Und wer erweckt diese Datenbank zum Leben? Bestimmt jemand, der damit Geld verdienen will und dem die Lobbyisten dann die Tür einrennen werden. – Und schon sind wir wieder am Start meines „frommen Wunsches“.

Der Zusammenfluss vom Ems und Dortmund-Ems-Kanal bei Sustrum

Doch vielleicht lesen abertausende von Caravanern diesen Artikel und schicken mir reihenweise ihre Tipps und Informationen zu ihren Lieblingsstellplätzen. Richtig: Lieblingsstellplätze. Diese zu veröffentlichen wäre sicherlich keine Kleinigkeit, aber irgendwie realisierbar. Ohne „Sternchen“, Zeitdruck und Gewinnspanne.

Ich brauche keine vergleichenden Balkendiagramme zur Sanitärausstattung, zum Platzgelände, zu den Versorgungsangeboten oder den Freizeit- und Bademöglichkeiten. Unsere Sprache verfügt über eine Fülle an Adjektiven mit deren Hilfe sich alles unmissverständlich bewerten lässt. Selbst der Whirlpool, das Solarium und die Beauty-Abteilung.

Ich darf 100 Km/. Er 80 Km/h. Die Differnez von 20 Km/h reicht allemal zum Überholen 😉

„Aber dann kann man ja nicht sachlich vergleichen?“ – „Warum auch? Es sind Lieblingsstellplätze. Die sind von Natur aus schön!“ Ich möchte doch nur erfahren: „Wo lohnt es sich ein, zwei oder drei Tage und Nächte zu verbringen? Mehr nicht.“

Sehr persönlich gestalteter Lieblingsplatz auf einem Lieblingsplatz

Tja, und dann sind da die Zugvögel, die ihre bevorzugten Plätze nie verraten werden. In diesem Sinne: „Gute Reise!“

Eine der ältesten Siedlungen des Emslands – Sustrum

Ist es tatsächlich eine Schleiereule, die da gerade in den Schornstein des seit vielen Jahren verlassenen Hauses abtaucht? Den Unterschied zwischen der Ackerkratzdistel und der Gemeinen Kratzdistel, die Beurteilung, ob Kanadische Goldrute oder Echte Goldrute oder die Verschiedenheit von Distelfink (Stieglitz) und Goldammer zu erkennen, bedarf es einer gewissen Fertigkeit.

Morgendlicher Sänger

Selbst ein noch so detaillierter Tier- und Pflanzenführer mit ausgeklügelter Suchhilfe und naturgetreuen Farbfotos beseitigt nicht immer alle Zweifel und kann daher die „Feldstudie“ vor Ort nicht ersetzen. Und so brechen wir zu einer Forschungsreise auf. Wohin? Ins Zweistromland zwischen Ems und Dortmund-Ems-Kanal. Nach Sustrum? Richtig!

Blaue Prachtlibellen an der Ems

Jede Expedition ins Tier- und Pflanzenreich will sehr gut vorbereitet und dementsprechend verpflegt sein. Bevor wir also in die „Wildnis abtauchen“ ist ein letzter Halt in der Zivilisation in Walchum angesagt. Im NP-Markt und beim Bäcker Ganseforth besorgen wir unsere überlebensnotwendigen Vorräte bevor wir uns der Abgeschiedenheit des Emstals anvertrauen.

An der Emstaler Badestelle

Nur mit den notwendigsten Dingen der Forschungsreisenden, wie Elektrogrill, Mini-Backofen, Kaffeemaschine, 144-Liter-Kühl-/Gefrierkombination, iPhone, iPad, Laptop, Federkernmatratze, atmungsaktiver Bettwäsche und (HiFi- sowie bluetooth fähiger) Stereoanlage ausgestattet, begeben wir uns schließlich unerschrocken und entbehrungsbereit in die Wildnis. – Zuvor haben wir noch schnell unsere Brötchenbestellung  abgegeben.

“Morgenrot: Schlechtwetter droht. Abendrot: Gutwetterbot.” – Eine von zahlreichen Bauernregeln. Oft passt´s auch … man muss nur daran glauben

Mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit werde ich auch nach unserem aktuellen Besuch im Emstal weder die Margerite von der Geruchslosen Kamille, noch die Mistel- von der Singdrossel unterscheiden können, aber wir sind einmal mehr im Emsland gewesen. Der Zweck heiligt die Mittel.

Der Weg in “unser Zweistromland”

05.15 Uhr. Expeditionen beginnen früh. Meine Exkursionen sehr früh. Die Tierwelt an der Brinkstraße ruht. Warum? Angler verweilen am uns gegenüberliegenden Emsufer. Was in aller Welt verstehen die unter und vom Angeln? Die Situation: drei Petrijünger, die im schreiend-hellem Feuerschein und einer intensiv-lebhaften Unterhaltung, der ich mühelos folgen könnte, spräche ich eine osteuropäische Sprache, ihre Köder zum Einsatz bringen. Selbst Fische mit geschwächt ausgebildetem oder gar fehlendem Seitenlinienorgan werden durch sie alarmiert. Diese Herren werden ganz bestimmt nichts fangen. Mich bringen sie an diesem frühen Morgen um mein gewünschtes Erlebnis mit Eisvogel, Fischreiher, Nutria, der Sustrumer Entenpopulation und um den Verstand.

Zitat: “Das Wichtigste beim Angeln sind lange Arme, damit man zeigen kann, wie groß der Fisch war“ (unbekannt)

Am Samstag steht der Internationale Naturpark Bourtanger Moor auf unserem Programm. Wir haben uns einen Rundwanderweg bei Bargerveen mit dem Startpunkt „Zuidersloot“, östlich von Weiteveen gelegen, ausgesucht. Entweder werden wir ins Amsterdamsche Veld oder ins Schoonebeeker Veld ziehen. So haben wir es zumindest geplant. Es wird sich zeigen, dass zwischen Planung und Umsetzung Welten liegen können.

Was raschelt im Stroh?

Problemlos finden wir an der Zuidersloot den Parkplatz und brechen auf. Wir kommen bis zu einem breiten Gatter, das es „dem Frollein“ verwehrt, den Naturpark zu „bepfoten“. Luna würde schlicht „durch´s Raster fallen“. Auf ihren vier Pfoten käme sie nicht weiter. Wollen die hier keine Hunde? Nirgendwo ist ein Hinweis, ob „Ja“ oder „Nein“, zu finden. Gern würde ich den „als ob“ telefonierenden Niederländer fragen, aber der ist gewissermaßen so beschäftigt, der sieht mich nicht einmal. Und die beiden lebensfernen Radler aus deutschen Landen auf ihren Mikro-Minirädern und mit nuklearerprobten Radlerhelmen, grell-schreienden Schutzwesten und -handschuhen im Partnerlook sehen so entkräftet-einfältig aus, die frage ich erst gar nicht.

“Ich seh´ Dich!”

Südlich von Emmen entdecken wir in Klazienaveen den „Emmer Vishandel“. Unsere soeben gescheiterte Expedition ins Tier- und Naturreich verlangt nach aufmunternd-kulinarischer Beköstigung. Niederländische Fischspezialitäten wie Gebakken Vis, Kibbeling, Hollands Maatje kommen da gerade recht. – Was sonst könnte uns jetzt angemessener aufbauen?

Er versteht etwas von “aufmunternd-kulinarischer” Beköstigung

Wieder einmal bekommen wir den leckersten Fisch weit und breit und beenden unsere fehlgeschlagene Bourtanger Moor Expedition mit einem Besuch des NP-Marktes in Walchum. Wir wissen noch nicht, dass sich hier ein Flohmarkt ausbreitet und so lernen wir einige Parkplatzanarchisten kennen. Unglaublich, in welche noch so enge Durchfahrt zusätzlich ein spontan quergeparktes Fahrzeug passt. Verstand, Geisteskraft und schließlich den Motor ausgestellt, parken Mann und Frau nach schöpferischem Gutdünken. – Das muss man gesehen und mittendrin erlebt haben! Ob mit oder ohne NP-Kundenkarte.

Kibbeling. Müssen Mann und Frau probiert haben

Sonntag. „06.00 Uhr“ klingt es vom Sustrumer Big Ben durchs Emstal. Die Kamera fertiggeladen und entsichert stapfe ich durch das Unterholz und suche auch heute nach „Justin Bieber“. Doch Castor Fiber, so des Bibers wissenschaftlicher Name, macht sich rar. Überhaupt tut sich nichts an der Ems. In ca. 500 Meter Entfernung führt das Schwanenpaar wie jeden Morgen seine Jungen in den Seitenarm der Alten Ems, ihnen folgt ein Fischreiher, drei Stockenten lachen sich in einer Distanz von 300 Metern über den Fotografen von der traurigen Gestalt auf der „Durchstichbrücke“ kugelig, zwei Graugänse ziehen, mich lachend-schnatternd verhöhnend, vorüber, ein Specht eröffnet gegen 06.20 Uhr seine Zimmerei am Fluss und ein schlaftrunkener Renault Clio will gegen 07.15 Uhr nur noch zurück nach Leer. Ende. – „Keine besonderen Vorkommnisse.“ Nicht ein Foto geschossen. – Dafür steht er so früh auf? Ja, immer wieder!

In der Festung Bourtange

Dienstag. Wir wollen zur Festung Bourtange in der Willem Lodewijkstraat in Bourtange/NL. „Der Kutscher kennt den Weg!“ Er braucht keine Karte und kein Navigationssystem. Zügig sind wir in Walchum und biegen hier in Richtung niederländische Grenze ab. Der erfahrene Kutscher redet ohne Unterlass, vergisst in Hasselbrock nach rechts und rechtzeitig abzubiegen und leitet so die (Irr-)Fahrt durch das Bourtanger Moor in Richtung Haren (Ems) und zur B408 ein. Von hier ist es dann nur noch ein riesiger Umweg nach Bourtange, das wir reichlich verspätet nach einigen erst gegen Mittag in Sustrum gestarteten Radlern erreichen. So viel zu meiner Ortskenntnis. Dafür wissen wir heute, wie das Industriegebiet in Ter Apel aussieht, kennen die große Baustelle an der N976 und Abschnitte der Westerwolde-Hümmling-Route. Durch den Flecken Rütenmoor verläuft eine Allee, die man gesehen haben muss. Von hier aus ist es auch nur ein „Katzensprung“ nach Emmer-Compascuum und Emmer-Erfscheidenveen. Dies nur zur Information, wenn man einmal dorthin verreisen möchte. Wir queren wesentlich öfter den Ruiten A Kanal als andere, entdecken einige Campingplätze entlang der N365 und kennen nun endlich, das sehr versteckt liegende niederländische Örtchen Vlagtwedder-Veldhuis. Erfahrungen, die wir heute nicht mehr missen möchten. Wir kommen dann tatsächlich auch noch in der Festung an. – Einfach aufbrechen und losfahren kann jeder! Allerdings kommt „jeder“ schneller ans Ziel!

Festung Bourtange

Für Mittwoch hat sich ein Gewitter angesagt. Vor unserer Abreise bleibt uns ausreichend Zeit, die Markise nebst Zubehör zu verstauen, das „Camping-Wohnzimmer“ unter Dach und Fach zu bringen und nach Lathen zu fahren, um dort im Eiscafe Venezia in der Hauptstraße u.a. einen Mega-Walnussbecher zu bewältigen.

Geeignetes Schuhwerk ist das A & O

Ein Besuch des seit 1886 sehr aufbauend tätigen Baustoffhandels Schichter in der Bahnhofstraße wurde uns empfohlen. Und wir hätten etwas versäumt, wären wir diesem Tipp nicht gefolgt. „Kaufen wo die Profis kaufen.“ Wir beschränken uns heute lediglich auf das Schauen, aber nun wissen wir, wo wir nicht allein „Dit & Dat“ finden, sondern auch „Anspruchsvolles“ entdecken werden.

“Schwanensee” auf der Alten Ems

Trockenen Fußes bzw. Caravans treffen wir in Wiefelstede ein. Auch hier bleibt uns ausreichend Zeit, alles sicher unter Dach und Fach zu bringen. – Und dann beginnt es, das Sommergewitter.

Kein Campingplatz ohne Deko & Wohnaccessoires
Nicht zu vergessen: das Geschenk der “Hagener Nachbarn”

Am Elbe-Lübeck-Kanal

Am Sonntag, wenn keine oder kaum Lkw unterwegs sind, sind wir die Langsamen auf bundesdeutschen Autobahnen. Obwohl, wie erwähnt, nicht gerade geschwind, sind wir an diesen Tagen stets schneller am Ziel. Den Tempomat auf „großzügige 100 Km/h“ eingestellt, steigt zwar direkt proportional der Kraftstoffverbrauch zur benötigten Reisezeit, aber diese „kostspielige“ Tatsache nehmen wir in Kauf und brechen nach Güster (Schleswig-Holstein) an den Elbe-Lübeck-Kanal auf.

Die Rezeption der Freizeitwelt Güster

Um 11.30 Uhr stehen wir am Prüßsee, haben bereits eingecheckt und richten uns auf „unserem“ Platz ein. Big B. kennt das Spiel und spielt routiniert mit. Der „Trumatisator“ (Truma-Mover) bringt ihn problemlos in eine ideale Position. Den Kanal im Blick, das Tor zu diesem in angenehmer Entfernung und die Wasser- und Stromanschlüsse in unmittelbarer Nähe, sind wir schnell in Stellung und auch mental angekommen.

Es grünt so grün

Mit der gleichzeitigen Installation von Sun- und Rain Blocker wenden wir heute eine List an, die die Güstersche Wetterlage vor ein Problem stellt. Ein kniffliges Problem: Sonne, Regen oder Sonnenregen? Die Atmosphäre ist anfänglich verwirrt, entscheidet sich dann aber spontan und angesichts unseres viermeterfünfzig breiten Sonnenschutzes bedenkenlos für heiter bis wolkigen Sonnenschein. – Gewonnen!

Am Ende des Regenbogens lag doch kein Goldschatz! Alles nur Legenden

Wir eröffnen unseren in diesem Jahr bereits zweiten Besuch am Prüßsee mit dem obligatorischen und erweiterten Rundgang um das private Gewässer. Das Frollein ist in ihrem Element. „Leinen los!“ – „Oh, nein! Die schon wieder!“ Ein Raunen, eigentlich mehr ein enerviertes Aufstöhnen, geht durch die dicht bewachsene Uferböschung des Elbe-Lübeck-Kanals. Enten und Gänse sind „not amused“, Luna hingegen sehr damit beschäftigt, das Geflügel auf Vollzähligkeit und Reaktionsfähigkeit zu prüfen. Das sie dabei tierisch baden geht, gehört zum Spiel.

Graugans. Ganz allein
“Die Besten zwischen Sachsenwald und …”

Zum Frühstück am Prüßsee gehören die Roggenbrötchen vom Bäcker unseres Vertrauens in Güster. Ich wiederhole mich, wenn ich behaupte, es sind die knackigsten und leckersten zwischen Sachsenwald und Lauenburg. Doch diese erneute Erwähnung haben sie verdient. Dazu gehört das Hamburger Abendblatt. Unabhängig. Überparteilich. „Mit der Heimat im Herzen, die Welt umfassen“ (Slogan des Abendblatts). Zum Frühstück das Abendblatt? Wann stehen die denn auf? Nein, das Blatt heißt so. Ein wenig die große weite Welt erlesen. Mal über den Zaun blicken und sich durch andere Kommentare und Glossen blättern als die seit langem vertrauten und manchmal nicht immer ganz so enthüllend-offenbarenden Artikel in der heimischen Presse zwischen Ems und Weser. – Nein, ich schreibe nicht: Nordwest-Zeitung.

Auf dem (Rad-)Weg nach Büchen

Wir unternehmen viele Radtouren in die nähere und auch weitere Umgebung des Prüßsees. Luna natürlich immer dabei. Damit wir im „Gewimmel“ und in der Stadt konzentrierter fahren können, haben wir seit wenigen Monaten stets ihr „Lunamobil“ dabei. Praktisch ein Big B. für Kleine Münsterländer. Das Frollein überblickt dann die Verkehrssituation aus ihrem Cabrio und lässt sich chauffieren. Zwar läuft sie ausdauernd und führig neben dem Rad, aber hin und wieder tritt eben der Fall ein, dass es heißt: „Aufsitzen!“ (Im Bundeswehrjargon bedeutet dies: „Sehr geehrte Damen und Herren, bitte besteigen sie die Kraftfahrzeuge, nehmen Sie Ihre Plätze ein und schnallen Sie sich an.“) Ein auch noch so freundliches „Aufsitzen“, oft gepaart mit einem schmeichelnden “Hopp!”, kann Luna bisweilen nicht davon abhalten, zu schmollen. Eingerollt, den Blick entgegen unserer Fahrtrichtung gerichtet, pflegt sie ihren Groll und „redet“ längere Zeit nicht mit uns. – Aber: „Wir sind hier nicht bei „Wünsch-Dir-Was“, Madam.”

Gaaaaanz hinten rechts liegt die Freizeitwelt Güster

Gleich zu Beginn einer dieser Radtouren werden wir freudig von einem Paar, das auf einer Bank am Elbe-Lübeck-Kanal sitzt, begrüßt. Sie kommen aus unserer Nachbargemeinde Rastede. Wir kennen uns von gelegentlichen Begegnungen in usA (unserem schönen Ammerland). Die beiden haben sich in Mölln einquartiert und unternehmen von dort aus ihre täglichen Ausflüge. – Die Welt ist ein Dorf.

Der Elbe-Lübeck-Kanal. Ein Blick in Richtung Güster von dem dem CP gegenüberliegenden Ufer des E-L-Kanals. Für 40 m Luftlinie ein ganz schön langer Ritt auf dem Drahtesel

Es gibt da dieses Schloss in Wotersen, eine Perle barocker Baukunst. Die beste aller Ehefrauen muss dorthin. Mit dem Rad. Wie drücke ich mich vor diesen Ausflug in die Geschichte des Bauensembles, das während des Dreißigjährigen Krieges zerstört und wieder aufgebaut wurde? – „Nicht länger aufschiebbare Pflege-und Wartungsarbeitem am Caravan!“ – 33 Jahre Bundeswehr haben mein Repertoire an anerkannten Gründen für „Drückebergerei und Verzicht“ zu schier unendlicher Größe wachsen lassen. Heute behauptet die beste aller Ehefrauen, dass sie es mir bereits an der Nasenspitze angesehen habe, wie bedenkenlos ich das Schloss als Ausflugsziel übergangen habe. – “Hierzu, Euer Ehren, verweigere ich die Angaben zu dem mir zur Last gelegten Sachverhalt.”

Taverne Inos, Güster

Ein Aufenthalt in Güster ohne den Besuch der „Taverne Inos“ ist möglich, aber die falsche Entscheidung. Wir haben reserviert: Mittwoch um 18.30 Uhr. Und werden (natürlich) nicht enttäuscht. Vorspeise, Hauptgericht und die „Erfrischungsgetränke“: es passt wieder einmal alles. Luna liegt artig unter dem Tisch und beäugt aufmerksam die anderen vierbeinigen Gäste, die es dann doch nicht lassen können, sie deutlich-vernehmbar beeindrucken zu wollen. – Was stört es einen Kleinen Münsterländer, wenn …

Fährt sie oder fährt sie nicht?

„Lecker Eis“ aus der Eisdiele Bachmann in Büchen steht auf dem Programm. Nicht nur unsere Empfehlung, nein, ein „Muss“, wenn man auf „eisige“ Qualität zu moderaten Preisen nebst freundlichem und kompetentem Service steht.

“Ice Ice Baby”. Gibt es an der Lauenburger Straße 6

Die knappen 11 Kilometer in die Lauenburger Straße bewältigen wir mit unseren Fahrrädern. Das Lunamobil im Schlepp. Nach sechs Kilometern am Elbe-Lübeck-Kanal pausieren wir an der Fähre bei Siebeneichen. „Bei Bedarf läuten!“ steht laut und deutlich auf einer Tafel, die diesen hilfreichen Hinweis unter einer „Schiffsglocke“ angebracht, verkündet. „Doch was nützt alles Läuten, wenn der Fährmann nicht erscheint?“, denkt sich ein entnervter Fahrgast und fährt von dannen. Wir sind nicht das erste Mal an der Fähre und haben noch nie einen Fahrgast übersetzen sehen. Vielleicht handelt es sich bei dem Fährschiff ja um eine historisch-nautische Gedenkstätte ohne Fährmann und Funktion? Die Vermutung liegt nahe.

“Raubtierfütterung” an der Fähre bei Siebeneichen

Längst sind wir zurück am Prüßsee und beschließen, in Anbetracht der für den morgigen Tag angekündigten Wetterlage, die „schwedischen Gardinen“ zu wechseln. Der Sun Blocker soll dem Rain Blocker weichen. Schnell sind die „Thuleminatoren“ ausgetauscht. Beim Verpacken der bewährten Schutzeinrichtung vernachlässigen wir die allabendliche Foxtrott-Runde, die sich auf dem Rückweg nach Güster befindet. Jeden Tag spazieren vier Damen und Herren mit ihren Foxterriern am Kanal, unterhalten sich angeregt und bemerken dabei nicht, wie die Vierbeiner es sichtlich genießen, ihre Hundeführerinnen und -führer an der Leine herumzuführen. Heute wagt es einer der Terrier und wirft Luna, die auf ihrer Decke unter dem Tisch liegt, einen bösen Blick zu. „Gewagtes Spiel, junger Freund!“ In Lichtgeschwindigkeit steht Luna, ungerührt des Verhältnisses 4:1 am Zaun und bellt nach einer Drahtschere oder besser gleich einem Bolzenschneider. Diese kaltschnäuzige Bodenlosigkeit wird sie nicht dulden. Allgemeines Kampfgebell am Zaun, betretenes Schweigen und Fassungslosigkeit auf der Kanalseite der Umzäunung. Keine Chance die Sachlage aufzuklären. Pikiert zieht die Foxtrott-Truppe von dannen.

“Erholung ist die Würze der Arbeit.” (Plutarch von Chäronea)

Das war nun tierisch genug, sollte man meinen. Nein, am Sanitärgebäude bedrängt dann noch ein Dalmatiner das angeleinte Frollein und auf dem Rückweg meint ein halbstarker Schoßhund, den „dicken Max“ spielen zu müssen. Das Herrchen ist ebenso füllig wie hilflos und gibt dem randalierenden Radaubruder immer noch mehr Leine. Luna ist bereits im Begriff ihre „Kampfhaltung“ einzunehmen und bevor sich der Plüsch-Rocker noch weiter mit seiner Endlosleine um die Beine seines unentschlossenen Herrchens wickelt, gebe ich diesem den freundlich-bestimmten Rat, seinen Hund endlich zurückzunehmen. Inzwischen reicht es nämlich auch mir.

Im Urlaub “einfach ´mal abhängen”. – Diese “Urlauber” chillen in der Fischbude an der Ecke Roseburger Straße/Am Moorweg

23.48 Uhr. Unversehens entscheidet sich unsere opelanische Alarmanlage zu einem nicht angemeldeten Testlauf. Ein idealer Zeitpunkt. 12 Minuten vor Mitternacht, also, wenn jeder hellwach ist, kommt der nahe an der Schmerzgrenze stehende und alles andere als harmonische Sirenenklang sehr gelegen. Zum Glück tragen alle dieses „musikalische Zwischenspiel“ mit Fassung. Zumindest vernehme ich keine Proteste. Wie auch, beim diesem Lärm? Und weil´s so schön ist, dürfen wir ca. 20 Minuten später „Antaras kleiner Nachmusik“, deren Anlass wir nie erfahren werden, erneut erleben. Oder war es doch das Wildkaninchen, das zu dieser Stunde „finstere“ Unschuld heuchelnd hinter einem Busch saß? Ich bin plötzlich und immer mehr davon überzeugt, es verbarg einen Hydraulikwagenheber hinter seinem Rücken.

Seepavillon am Prüßsee

Das Kaninchen ist unschuldig. Es ist weit und breit nicht zu entdecken als in der darauffolgenden Nacht, die Uhr zeigt 03:38, „die kleine Nachtmusik“ abermals ertönt. Durchdringend und beharrlich hätte sie uns unterhalten, läge der Autoschlüssel nicht griffbereit unter meinem Kopfkissen. Ja, sie sind schlau, gewitzt und geistreich, die Ruhestandsbeamten im achten Ausbildungsjahr. „Klick“ und es herrscht „Ruhe im Karton“. Aber Vertrauen ist gut, Kontrolle ist besser. Kein Hase, kein Gesetzesbrecher, nix. Im Schein der Fahrzeuginnenbeleuchtung entdecke ich „Fliege, Mücke, Nachtfalter & Co.“ Sollten etwa sie die nächtliche Geräuschkulisse verursacht haben? Na, diesen Nachtschwärmern kann geholfen werden. Von unserem Ausflug nach Lauenburg bringen wir „NaturKraft MückenLos“ aus dem Hause Neudorff mit. Ich sage nur: „Pyrethrine“. Fliege, Mücke, Nachtfalter & Co. danach nichts mehr. Und die Alarmanlage? Warten wir´s ab. [Nachtrag: Sie waren die Urheber! Nach dem Neudorffschen Sprüheinsatz herrscht Ruhe.]

Rohrweihe

Ein Lunar Clubman SB rollt auf den Platz am Prüßsee. Noch nie gesehen, geschweige denn davon gehört. Ein britischer Caravan, den man auf den zweiten Blick eventuell an der auf der linken Seite gelegenen Eingangstür erkennt. Auf den dritten Blick bemerken wir die „Maxi Skyview“-Dachluke mit integrierter Beleuchtung. Wie ist das ohne Leiter möglich? – Googlen! – Die beiden Schweizer Eidgenossen, die mit diesem Gefährt neben uns „zelten“ sind auf dem Heimweg in den Kanton Aargau. Den Wohnwagen haben sie gemietet, werden ihn morgen in Güster abliefern und ohne „Anhängsel“ zügig in ihre „Bergwelt“ zurückkehren. Es ist schon aufschlussreich, was man auf Reisen erlebt und erfährt.

“Der Rufer” – Da Lauenburg/Elbe kein Denkmal für eine besondere Persönlichkeit besaß, hatte der damalige Bürgermeister Richard Reuter die Idee, eine Schiffergestalt als Zeichen der Verbundenheit der Elbschifffahrt mit der Stadt Lauenburg und als Dank für die über Jahrhunderte in der Stadt lebenden und arbeitenden Schiffer darzustellen. (Zitat: http://www.herzogtum-lauenburg.de/a-rufer-und-ruferplatz)

In der Lauenburger Altstadt ist was los. Vor lauter Autos, Radler und Besucher sieht man die historischen Häuser, würden sie nicht über die Köpfe und Autodächer hinausragen, kaum. Nach der Flut von 2013 hat sich einiges getan, viele Häuser sind bereits wiederhergerichtet, aber an manchen Ecken nagt auch der Zahn der Zeit. Flutmarken weisen auf die Höhe des damaligen Hochwassers hin und Tafeln an den Bauten berichten von längst vergangenen Zeiten am Lauenburger Elbufer. Wir essen ein „lecker Eis“ in der Altstadt und mir gelingen tatsächlich einige Fotos ohne unförmige Fahrradhelme, neonschillernd-schreiende Lycra-Radlertrikots und schwarzen “Stramplerhosen”, einem unfehlbaren Synonym, dass sich ein Mann in seiner tiefsten “Mittelleben-Umbruchphase” befindet, sowie den vielerorts kreuz und quer geparkten Autos vor den Häusern.

Lauenburg. Historische Altstadt

Sonntag. Reisetag. Schnell die Roggenbrötchen vom Bäcker Heymer aus Güster besorgt und gleich eine große Tüte „Rundstücke“ für daheim gebunkert. Nach dem Frühstück geht es an den Abbau und das Verpacken. Komisch? Dafür dass wir vornehmlich auf das Reisen und nicht das Dauercampen aus- und eingerichtet sind, haben wir inzwischen einiges zum Verstauen. – Fritz Berger und Obelink sei dank!

Lauenburger Altstadt am Elbufer

Wieder einmal haben wir viel erlebt und noch mehr gesehen. So manches kam mir vor das Objektiv. Bis auf den Kormoran, die beiden Ringelnattern und den Fuchs, die alle zu schnell waren. Oder war ich zu langsam? Auf alle Fälle ist dies ein neuer und ernsthafter Grund für eine weitere Reise an den Elbe-Lübeck-Kanal.

Wir haben schon oft Reiher gesehen und beobachtet. Dieses Exemplar muss ich zeigen

Zum Schluss  noch schnell die Big B.´sche “Ergänzungseinbauküche” im mobilen Einsatz:

Vorwerk TM 31®. Ein Leben ohne ihn ist möglich, … aber sinnlos

An der mittleren Ems

Zwischen Lingen-Hanekenfähr und Papenburg ist die mittlere Ems zu Haus. Wir inzwischen immer öfter im Sustrumer Emstal an eben dieser mittleren Ems, wo sich zwischen dem Dortmund-Ems-Kanal und der Ems “unser” Zweistromland bildet.

Hier kommt man an! Sowohl auf dem CP Emstal als auch mental

“Während der Süden noch in der Sommerluft lebt, sieht es im Norden etwas herbstlicher aus. Während also die einen wegen der Hitze nass werden, werden es die anderen vom Regen.” (“Das Wetter am 25. Juni 2017”, www.wetter.com) – “Was stört es eine deutsche Eiche, wenn … “

An der Düther Schleuse

Längst steht Big B. aufgetakelt und zur Fahrt ins Emsland bereit. Ungeachtet der angekündigten Wetterlage brechen wir wieder einmal in Richtung Sustrum auf. Natürlich nicht, um uns zu erholen. Wir haben einen Termin! Zwar erst am Montag, aber wir wollen ja pünktlich um ½ 11 in Papenburg sein. – Man weiß ja nie, was auf den Straßen, gerade zur Ferienzeit, so los ist.

Richtig! – “Meine” Brücke: Sielgraben Sustrum II

48 Stunden vor unserer Verabredung beim Fendt-Händler unseres Vertrauens stehen wir im Emstal. Sicher ist sicher! Es hätte verkehrstechnisch auch ganz anders kommen können. Da ist so ein kleines “Zeitpolster” schon ganz hilfreich. – Und wenn es nur als Ausrede für unseren seit 2015 gefühlten 20. Besuch an der Brinkstraße dient.

Die moderne Fassung des “Schwanensees”: Schwäne sehen

Bei leichtem Nieselregen bringen wir Big B. in Stellung. Pünktlich zum Abschluss der Aufbauarbeiten setzt der Regen aus. Schön, da können wir vor dem Caravan Kaffee trinken.

Wir werden beobachtet! Aus der Hecke vor unserem Stellplatz starrt uns unentwegt ein Augenpaar an.

Nesthocker. Birkenzeisig (Leinfink)? Ich bin mir nicht sicher. Obwohl den Altvögeln nach zu urteilen … Birkenzeisig!

Am bis dahin niederschlagsfreien Sonntag wagen wir “die Runde” von der Brinkstraße entlang der Ems nach Steinbild.

Ekstase auf dem Dortmund-Ems-Kanal bei Steinbild: die tschechische “Extase”

Hier überqueren wir die Ems und laufen parallel zur Fresenburger- und Steinbilder Straße an der Amisia (Ems) zur Düther Schleuse. Von hier sind es knappe 1,5 Km zum CP Emstal.

Luna hat stets alles, jeden und jede Bewegung im Blick. Hier verrät sich gerade ein Marienkäfer durch seinen allzu ungestümen Augenaufschlag

Montag. Wir packen unsere Siebensachen und fahren nach Papenburg. Wieder einmal ging ein schönes Wochenende im Emstal viel zu schnell vorüber. Aber was soll man machen? – Reservieren! – Am 11. Juli sind wir wieder da!

“Großes Revierreinigen” in der Düther Schleuse. Vor dem Fluten bitte einmal feucht durchwischen

Eigentlich wollten wir es für uns behalten, aber so egoistisch sind wir dann doch nicht. Wir entdeckten an diesem Wochenende das “Kanneloni“. Muss man (und Frau) gesehen und geschmeckt haben! – “Hier schmeckt man Italien!”

Kannelloni GmbH
Industriestraße A31, Ost 1
26892 Heede
Abfahrt A31 “Dörpen / Heede / Bourtange”
Tel. 04963-9999040

Zutgerum und Zutzerem

Das Fest Christi Himmelfahrt wird 40 Tage nach Ostern gefeiert. Der gesetzliche Feiertag wird von vielen auch als Vatertag begangen. Und damit sind beim Thema. Wir nutzen das lange Wochenende und da wir bereits am Dienstag von unserer Nord-Süd-Passage zurückkehrten, liegt es auf der Hand, nach unendlich lang erscheinenden zwei Tagen, die Sachen zu packen, anzuspannen und ein wenig zu verreisen.

Wenn schon, denn schon. Alles was Räder hat: “Mitkommen!”

Wären wir um 1358 ins Emsland gereist, dann hätten wir Big B. höchstwahrscheinlich in Zutgerum oder Zutzerem an der Ems „geparkt“. (Damit erklärt sich auch der zungenbrecherische Titel dieses Beitrags.) Schon 76 Jahre später wäre es dann „unser“ heutiges Sustrum gewesen.

Eines von “gefühlten 1.001” Sielgraben-Sustrum-II-Brücke-Fotos

Ja, wir sind Wiederholungs-, wenn nicht sogar Intensivtäter. Allerdings ohne hohe Sozialgefährlichkeit. Allein die Häufigkeit unserer Besuche im „Zweistromland“ zwischen Dortmund-Ems-Kanal und Ems mag uns dieser Kategorie zuordnen.

… und im Hintergrund “mein” Boot nahe des Sielgrabens

A31, AS Dörpen, B401. Nach der Kreuzung B401/Dersumer Straße begegnen sie uns in Scharen: Legionen von Radlergruppen. Christi Himmelfahrt scheint der Zeitpunkt zu sein, an dem sich alle daran erinnern, dass in Keller, Scheune oder Garage dieses zweirädrige und einspurige Fahrzeug, das mit Muskelkraft und durch das Treten von Fußhebeln angetrieben wird, vor sich hindämmert. In Windeseile werden ausreichend Luft und Druck in den Continental Gatorskin® gepumpt. Auf langlebiger und pannensicherer Karkasse, gewappnet für endlose Kilometer sowie abrieboptimierter Laufstreifenmischung geht Mann auf die Piste.

Ein Sänger am frühen Morgen

Für ausreichenden Druck beim „Himmelfahrer“ sorgt das reichlich gebunkerte und durch Gärung aus Malz gewonnene Nahrungs- und Genussmittel Schank-, Voll- oder Starkbier in Kombination mit z.B. Kräuterlikören aus der Gruppe der Halbbitter. Diese „Herrenpartien“ begegnen uns an der Strecke Dersum, Walchum und Sustrum reichlich. Klingt da etwa Neid aus diesen Zeilen? Nein, ich habe Maibock gebunkert. Und sobald die Fendtsche Wohnanlage aufgebaut und das Auto geparkt ist, werde auch ich „die Rückkehr Jesu in den Himmel“ feierlich begehen.

Und dann war es soweit: Seefahrt tut not. Waren es bisher nur Fotos zu Lande und aus der Luft, nun auch “zur See”

Mit uns haben ebenfalls einige andere den Entschluss gefasst, das Emstal zu besuchen. Wie wir brauchten auch sie mit der Natur keinen Termin vereinbaren. Der Campingplatz liegt wie eine Insel inmitten der wunderschönen und ursprünglichen Natur im Emsland. Durchatmen und Energie tanken. An diesem Wochenende wird es genug Sonnenergie sein, die uns in diesem Idyll, das immer wieder neu entdeckt werden will, geschenkt wird.

Im Anhang noch einige Impressionen vom Wochenende:

Die Badestelle aus einer bisher ungewohnten Perspektive
Nicht Rock am Ring, sondern Ring am Boot. Und das schien zu rocken
“Seltsam, im Nebel zu wandern! Einsam ist jeder Busch und Stein, …” – Im Nebel, Hermann Hesse
“Du schlankes Reh, das du die Menschen fliehst, …” – Du schlankes Reh, Christian Morgenstern
Angelschnüre
Angelhauptquartier Emstal
Sie darf natürlich nicht fehlen!

Nord-Süd-Passage

In einem neuen Anlauf, unser erster Versuch in 2016 scheiterte wetterbedingt, brechen wir zu Nordbayerns höchstgelegenem Campingplatz (800 m ü. M.) ins Fichtelgebirge auf. Während dieser Reise mit dem Fluchtfahrzeug ist es bereits unsere zweite Station auf dem Weg nach „Minga“ (München). Und da der Weg das Ziel ist, fahren wir über Wernigerode und „dem höchsten Campingplatz Nordbayerns“ nach München-Obermenzing. – Ich weiß nicht, warum das Internet aus diesem Münchner Stadtteil immer wieder gern Pasing macht, aber das soll mir nun auch Weißwurst sein.

“Alte Waldmühle”, Wernigerode. Wenn man ganz genau lauscht, dann hört man den Zillierbach plätschern …

So ungefähr auf halbem Weg zwischen Bad Harzburg und Quedlinburg erreichen wir über die Bundesstraße 6 Wernigerode. Den Brocken in Sichtweite umfahrend, stellen wir fest, dass es ein schöner Happen sein kann, den Oberharz mit dem Wohnwagen zu durchfahren.

Eine kostenintensive Übernachtung plus Kurtaxe vor der verschlossenen Tür des Restaurants “Alte Waldmühle”

Nach guten vier Stunden stehen wir an der „Alten Waldmühle“ in Wernigerode. Noch sind wir die ersten und einzigen. Der Platz gehört uns. Fast. In unserer ersten Euphorie, einem sehr trügerischen Wohlbefinden, vernachlässigen wir tatsächlich die Gegenwart eines Rasentraktors und eines Schredders. Kaum dass wir uns eingerichtet haben, beginnen beide Großgeräte des gärtnerischen Grundbedarfs damit, sich ihres Aufgabenbereichs ebenso dienstbeflissen wie lärmend zu widmen. Trotz angesagter Regenschauer wollen wir nun doch umgehend die Altstadt Wernigerodes besuchen. Hauptsache weg.

Auch im Rathaus Wernigerode war man “ratlos” hinschtlich der “geschlossenen Gesellschaft” am Zillierbach

Über einen kleinen Steg queren wir den Zillierbach und erreichen die Altstadt auf einem leicht zu bewältigenden Wanderweg. Blühende Bärlauchpflanzen entlang des Weges verströmen einen Duft, der uns vor jedem potentiellen Vampirangriff schützen wird.
In Wernigerode kehren wir später in ein Brauhaus ein. Frisch vom Fass schmeckt das, mich auf meinen Big B. Ausflügen oft begleitende, Harzer Pilsener sicherlich besonders gut. – Nein, schmeckt es nicht. Nicht nur an der deutschen Fachwerkstraße ist es heute sehr warm.

Verräterische Neugier

Die bereits angekündigten Regenschauer häufen sich in dunkler Wolkenformation am Himmel auf. Wir starten in Richtung Waldmühle. Unterwegs sichten wir eine Hirschkuh, die sich zwar vor uns verstecken möchte, aber dann doch zu neugierig ist und aus ihrem Versteck einen sie entlarvenden Blick riskiert. Luna ist begeistert und zum Glück an der Leine.

Wenigstens die Touristik Wernigerode hat einen Plan …

Der Platz an der alten Waldmühle hat weitere Gäste zu verzeichnen. Fünf britische Camper (zehn Personen), sehr freundlich und möglicherweise auf der Flucht vor dem Brexit, sind eingetroffen. Rechtzeitig schließt das Lokal „Alte Waldmühle“ unangekündigt seine Küche und dann auch die Pforten. Die auf der vielversprechenden Speisenkarte angekündigten Gaumenfreuden des Restaurants werden uns ein Geheimnis bleiben. – Das haben wir gern: im Internet mit dem Menü locken und sich dann verweigern. Kundenorientierung sieht anders aus.

Auf dem Weg ins Fichtelgebirge

Am darauffolgenden Morgen packen wir unsere Siebensachen und brechen in Richtung Fichtelgebirge auf. Baustellen sorgen dafür, dass wir nicht zu flott vorankommen und so erreichen wir den Campingplatz am Fichtelsee mit zweistündiger Verlängerung des Reisevergnügens pünktlich zum Ende der örtlichen Mittagspause. Schneller als die uns hier schreckenden Regenwolken schaffen wir es, Big B. in Stellung zu bringen. Und als der Regen auf die Fendtsche Wohnanlage prasselt, haben wir bereits Kaffee getrunken, unseren Einkauf beendet, uns auf dem Rückweg vom Discounter verfahren, einen Waldspaziergang mit dem Frollein unternommen und sitzen schon lange vor einem Münchner Bier. Soll er doch seine himmlischen Kanäle rücksichtslos öffnen, der nordbayrische Himmel.

Raindrops keep falling on my Fendt

Am nächsten Morgen brechen wir in Richtung Obermenzing auf. Diese Fahrt wird mich an den von mir zu sehr verdrängten Spruch: „Augen auf im Straßenverkehr!“ erinnern. Mensch und Tier brauchen eine Pause. Irgendwo bei Münchberg an der A9, wer will sich heute noch an den Ort dieses Vorfalls erinnern, erwischt mich der Caravaner-Gau: die Zufahrt zur Rastanlage trennt Pkw und Lkw voneinander und unterscheidet dabei auch zwischen Pkw inkl. Anhänger und den „normalen“ Reisenden. Längst ein Langnese Magnum Mandel vor Augen ignoriere ich diesen wertvollen Hinweis und finde mich in einem Nadelöhr von „Durchlass“ wieder. Links und rechts füllen Pkw die Parktaschen bis auf den letzten Platz.

Die Rezeption am Fichtelsee

„Bitte alles aussteigen, dieser Zug endet hier!“ Sackgasse. Die winzige nach recht abbiegende Stichstraße, ebenfalls ein „dead end“, verweigert uns, „kleinlich“ wie sie ist, ebenfalls die Zufahrt. Zeit für ein Wendemanöver. Wie? Die Außenspiegel berühren links und rechts fast die parkenden Autos. Verzweifelt unternehme ich den hoffnungs- und ebenso sinnlosen Versuch, das Gespann rückwärts aus dieser misslichen Lage zu bugsieren.

„No way, Jose!“ Inzwischen will mich, unter den interessierten Blicken hunderter eisschleckender, kaffeetrinkender und sicherlich nicht böswilliger, aber ein wenig schadenfrohen Augenzeugen, ein besorgter Herr in eine Parklücke von der Größe eines (Kindersandalen-)Schuhkartons einweisen. Ich lehne sein Angebot und auch das der fünf kräftigen Männer, Big B. zurückzuschieben, dankbar ab. Viel zu kräftig die Herren, viel zu unübersichtlich die Situation. „Truma Mover, hilf!“

Also, abkuppeln, die beste aller Ehefrauen zwängt den Antara zur Seite, der Trumatisator wird aktiviert und im gefühlten Kriechgang einer bergsteigenden Ringelschnecke wird die 180° Wende eingeleitet.

“Vorwärts! Wir müssen zurück! Alles hört auf mein Kommando!”

Schaulustige bleiben stehen, ein Herr fragt mich nach der Funktionalität des Movers und erwartet eine eingehende Einweisung in das Blockschaltbild und das Zusammenwirken der Baugruppen bei diesem Einsatz unter erschwerten Bedingungen. Ein wenig „abgehetzt“, vertröste ich ihn auf später. Vielleicht in sechs Wochen?

Wir haben es fast geschafft. Die Menge ist begeistert. Ich bin zufrieden. Nur nicht ein gewisser „Karl Napf“ in seinem 3er Cabrio. Wie eine angreifende Raubkatze lässt er sein PS blähendes Gefährt nach jedem Meter, den sich der Caravan bewegt, vorschnellen. Es folgt eine jähe Vollbremsung und das Kinderspiel wiederholt sich. Seine mit hochrotem Kopf auf dem Beifahrersitz eingesperrte Beifahrerin ist davon nicht halb so begeistert wie die Schaulustigen in unserer hohlen Gasse. Die Cafes entlang der Stichstraße verzeichnen eine Umsatzverdoppelung in den vergangenen 10 Minuten, die Gäste sind zufrieden und Karl Napf macht sich reifenquietschend davon. Vielleicht hat der von ihm geschnittene Bordstein ein kleines Souvenir an „die Wende“ und Karls tolldreisten Start in der linken Felge des „3er´s“ hinterlassen. – Tja, mein Bester: „Augen auf im Straßenverkehr!“ Ach so, ich habe seit diesem „Winkelzug“ noch kein Magnum Mandel gegessen.

Frühmorgens am Fichtelsee

Wieder einmal „zelten“ wir hier in Obermenzing an der Lochhausener Straße. Nicht schön, schon gar nicht luxuriös, aber zweckdienlich. Am Abend sitzen wir im „Grünen Baum“ in der Verdistraße und feiern bei „inhaltsreichen“ bayrischen Speisen, frisch gezapftem Augustiner und in bester Laune meinen Geburtstag nach.

Der CP Rhönperle in Motten/Kothen

Einen Tag später erwartet uns die „Rhönperle“ in Motten/Kothen. Nicht nur wir wählen die AS Bad Brückenau an der A7. Auch einige Motorradfahrerinnen und -fahrer schließen sich uns an. Und ehe wir auch nur das Wort Rhönperle aussprechen können sind sie an uns vorbei und toben sich in den Kehren und Kurven der Rhön aus. Als wir die ersten von ihnen vor dem Ort Motten einholen, haben diese bereits alle Videos ihrer rasant-riskanten Kurvenfahrten im Kasten. Und mit etwas Glück, so bleibt es zu hoffen, können sie diese auch am Abend gesund und wohlbehalten daheim anschauen. Andernfalls besitzen zumindest ihre Angehörigen ein Andenken.

Sauer waren wir bereits (kurz) in Wernigerode. In Motten fanden wir den passenden Brunnen

Der unmittelbar an die Rhönperle angrenzende Gasthof soll am Abend unser Ziel sein. Waren uns in Wernigerode die Pforten zu den lokalen Gaumenfreuden verschlossen, so ist es heute die Tür „Zum Schmelzhof 36“, die unserem „Frollein“ nicht offensteht. Gut, dann setzen wir uns mit unserer animalischen Begleiterin eben in den Biergarten. Der „Charme“ eines Wartesaals der 3. Klasse aus längst vergangener Reichsbahnzeit veranlasst uns dann doch, den zur Bordausstattung zählenden Grill anzuwerfen und die gebunkerte Bratwurst schmeckt in Begleitung des treuen „Frolleins“ dann besonders gut.

Die “saure” Quelle

Vom Badeteich in Motten ziehen wir weiter an den Brillteich in Seesen. Dieser Campingplatz wird von einem Verein betrieben. Die Schranke ist geöffnet, ein Schild fordert uns auf, einen freien Platz zu suchen und uns dann ab 16.00 Uhr in der Rezeption anzumelden. Klare Worte. Auf dem sauberen und genügsamen Platz werden wir von einem rufenden Kuckuck empfangen. Ruhe und Beschaulichkeit. Ruckzuck sind die Isabellas aufgestellt, die Rückenlehnen in Entspannungsposition gebracht und mein Ausatmen nach einem tiefen Atemzug nehme ich nur noch entfernt wahr.

Landschaftsschutzgebiet bei Seesen/Harz

Sie ist nicht ohne, unsere Nord-Süd-Passage, nicht ohne Spuren an mir vorübergezogen. Unsere Etappen und -ziele haben wir geplant. Nicht zu lang und zu anstrengend sollten sie sein. Doch dann ist hier und da eine Baustelle, die nicht enden will, Fahrbahnen „verjüngen“ sich von drei auf zwei und schließlich auf eine Spur und wenn es dann in einem zweispurigen Baustellenbereich zu einem Auffahrunfall kommt, „stellen sich alle hinten an“ und warten. Warum nehmen wir das auf uns? Weil wir Erfahrungen und Eindrücke sammeln wollen. Und unsere erste Erkenntnis ist die, dass wir während unserer kommenden „Fahrten mit dem Fluchtfahrzeug“ unsere „Fluchtpunkte“ nicht mehr täglich wechseln werden.

Diese schwarze Katze erinnerte mich sofort an Karl Napf

Für die Statistik: wir haben in der Zeit von Donnerstag bis Dienstag mit einer Durchschnittsgeschwindigkeit von 75 Km/h exakt 1748,7 Km zurückgelegt. Dabei liefen 249,3 l Diesel durch den Antara, was einem durchschnittlichen Verbrauch von 14,3 l/100 Km entspricht. Mit unserem Adam wären wir diese Strecke problemlos zweimal gefahren, aber dann ohne Big B. am Haken. Und auf den „Kleinen“ wollen wir nicht verzichten. – „14,3 l/100 Km!“ Ja, so ist es. Wir sind „quer durch die Republik“ gefahren. Da ging es bergauf und -ab. Allein die Fahrt „über die Kasseler Berge“ verläuft ein wenig steiler und drehmomentfordernder als auf die Rampe zum Autozug in Niebüll. – Ehrlich!

Auch dieser Reise fehlte es niemals an Würze

Sustrum. Eine Bildergeschichte

Der Austausch eines gerissenen Schraubringes, der die Überwinterung 2016/17 in „unserer“ Hasseler Scheune nicht verkraftete, sorgt am Big B.´schen Wassertank für ein wenig mehr Arbeit und „nötigt“ der gewissenhaften Fendt-Caravan Sach- und Fachkraft eine ausführliche und sorgfältige Probefahrt in Begleitung der besten aller Ehefrauen und des „Frolleins“ ab. Genauer: eine umfangreiche Probefahrt mit mindestens zwei Übernachtungen. – Zu unserer großen Überraschung finden wir uns dann auch an der Ems in Sustrum wieder. – „Nein, wer hätte das gedacht!“

Big B. vor Anker im Emstal. Kann man in einem Tal ankern? Ja, Big B. kann´s

Wirft unsere Testreihe auch keine negativen Auffälligkeiten sowie weiterführende Fragen auf, so will ich unser Erlebnis mit einem „Traummann“ im Emstunnel auf der A31 in Höhe der AS Jemgum nicht verschweigen: verlässt man diese segensreiche verkehrstechnische Einrichtung beim Großsoltborger Sieltief, so geht es bergauf. Unerbittlichen Gesetzen der Physik folgend, verlangsamt sich die Fahrgeschwindigkeit eines Automobils an der schiefen Ebene. Es sei denn, der Automobilist tritt beherzt auf´s Gaspedal oder hat die Geschwindigkeitsregelanlage (Tempomat®) eingeschaltet.

Da hüpft das Herz bereits beim Abbiegen von der Brinkstraße

Beide Alternativen hat Thijs van den Heuvel aus einer beliebigen der 12 provincies der Niederlande nicht in Betracht gezogen. 80 Km/h rollend, holen wir auf, ihn ein und, um nicht an der Steigung „zu verhungern“, überholen. Schnell sind wir auf Augenhöhe und Thijs bemerkt jetzt: „Da stimmt etwas nicht!“ – Ich „höre“ förmlich seine Gedanken durch die geschlossenen Scheiben unserer Autos.

„Na, dann mal los! – Hi, ho Silver! Away!“ 66, 69, 73, 78, 80, inzwischen passieren wir die „Aufhebung aller Streckenverbote“, 85, 88, 95, 100 Km/h. Thijs hält vehement mit. Er zwingt seinen Citroën zu Höchstleistungen und nach gefühlten 3,2 Km hat er uns rechts überholt. Wir können wieder in die rechte Spur wechseln und nehmen nun die freundliche, wenn auch oberflächlich-laienhafte Gebärdensprache der sich bis dahin hinter uns in Geduld übenden, uns nun aber rasch überholenden, heiter-frohgemuten Verkehrsteilnehmer entgegen. So wurde Thijs (Anm.: dieser Name ist frei erfunden) zu unserem „(Alb-)Traummann“ am Samstag vor dem 1. Mai. – Um der Wahrheit Genüge zu tun: Thijs van den Heuvel ist nicht allein! Er hat so manche Geschwister in ganz Europa. Ein Bruder lebt z.B. zwischen Dersum und Heede/Emsland.

NP-Markt und die Ganseforthsche Bäckerei in Walchum

Der Worte sind genug geschrieben. Es folgt eine Bildergeschichte unseres jüngsten Ausflugs ins „Zwei-Strom-Land“ zwischen Ems und Dortmund-Ems-Kanal.

Noch ahnen wir nicht, dass sich der Wind drehen wird, Böen bis 63 Km/h für Stimmung sorgen werden und wir schließlich Big B. in den Windschatten manövrieren
“Wenn früh am Morgen die …” Brinkstraße ins Licht der aufgehenden Sonne taucht
Sustrum. Etwa in der Bildmitte “Big Ben” der St Nikolaus Kirche
“Der Durchstich” an der Brinkstraße
Blick von der Landzunge bei Sustrum auf Ems/Dortmund-Ems-Kanal
Auf dem Weg zur Düther Schleuse
Er ist noch da! Aber wo? – “Justin Bieber”
Wieder einmal auf der Lauer nach dem Biber traf ich auf diese Nutria. Warum ist dies kein Biber? Biber tauchen beim Schwimmen tiefer ein, die Ohren verraten die Nutria und die graue Schnauze ebenfalls
… und diese Nutria, die bestimmt 60 cm Länge zu Wasser brachte. Ehrlich!
Hochseefischereiflotte Emstal
Ihr entgeht nichts. Hier hat sie gerade wahrgenommen, dass in 150 m Entfernung ein Marienkäfer mit seiner Flügeldecke an ein zartes Haselnussblatt gestoßen ist
… und wenn Du ganz leise bist, den Hund davon überzeugen kannst, einmal das Federvieh nicht zu beachten, dann …, … ja dann …, dann hörst Du nur die Vögel zwitschern und das Wasser gegen den Steg und ans Ufer plätschern
Gefährlich! Schmetterling legt sich mit Löwenzahn an
Der Blick von der Badestelle. Eigentlich sollte ich dieses Bild nicht zeigen und wie den Ort für mich behalten
Auch “Ahörner” sonnen sich hin und wieder
“Das Boot”. Ohne könnte ich mir die Ems bei Sustrum (Sielgraben Sustrum II) nicht denken
“Ich höre das Gras wachsen!” – Luna von der Otterbäke zu Dringenburg-Tessa, auch: das Frollein. Ihren von mir frei erfundenen Adelstitel verschweigt sie gern
“Hallo? Wer braucht denn so etwas?” – Natürlich niemand, nur für den Fall, dass …