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Alltägliches & Co. aus und um Wiefelstede

Mustergültig sind wir alle nicht

„Friseure dürfen. Arbeitslose und Asylbewerber sollen. Reiter*Innen dürfen vielleicht nicht mehr. Und an der Küste wollen sie keine fremden Kfz-Kennzeichen mehr sehen.“ Auf unserem heutigen, dem Coronavirus und unseren Mitmenschen geschuldeten, kurzen Gang durch die Gemeinde, schneidet das Frollein die Schlagzeilen zur Covid-19-Krise an.

Hörner Diek

Ich bin versucht zu sagen: „Europa. Covid-19. Ausgangsbeschränkung, Ausgangssperre, Betretungsverbot: Die Frisur sitzt.“ Aber ich unterlasse es. Es gibt sie und wird sie immer geben, diese Damen und Herren, die das ganze immer noch für eine Grippe halten und die Lage dementsprechend unbefangen beurteilen.

Hörner Diek

„Das Personal trägt Mundschutz und Gummihandschuhe. Was kann mir da beim Haarschnitt schon geschehen?“ Zwei in einem Artikel sogar namentlich genannte friesische Unbedarfte betrachten die „ganze Corona-Sache als total übertrieben“. Und ein Gastronom aus einer großen Stadt an der Hunte stimmt in einem anderen Zusammenhang in den leichtlebig-ungezügelten Gesang der beiden frisierten Herren mit ein und spottet, ob er dann zukünftig bei jeder Grippe sein Lokal schließen müsse.

Hauptstraße

In der Landwirtschaft werden Erntehelfer ausfallen. Sind Arbeitslose und Asylbewerber die Lösung? Pferdehalter bangen vor einer Ausgangssperre und um das Wohl ihrer Tiere. Und in einigen Küstenorten werden Menschen mit auswärtigen Autokennzeichen bereits angepöbelt. „Es sind viele Ältere unterwegs. Gerade die, die wir versuchen zu schützen“, stellt ein Goldschmied besorgt fest.

Am Brinkacker

„Also, nicht nur die jung, dynamisch unbefangenen Menschen finden immer noch nicht den Weg in die schützenden eigenen vier Wände, die Senior*Innen stehen ihnen in nichts nach“, stellt Luna fest.

Hauptstraße

„Mit Adleraugen sehen wir die Fehler anderer, mit Maulwurfsaugen unsere eigenen.“ – François de Sales.

Das Frollein

Wenn Dummheit quietschen würde

Man vermutet, dass sich das Coronavirus über Fledermäuse und bislang unbekannte Zwischenwirte Anfang Dezember 2019, ausgehend von einem Markt in Wuhan in der Provinz Hubei („nördlich des Sees“, Volksrepublik China. Quelle: wikipedia) verbreitet hat. – Alles weitere kennen und erleben wir. Täglich.

Nicht nur auf der Weide: Schafe. – Walliser Schwarznasenschafe. So viel Zeit muss sein. Ja, Walliser Schwarznasenschafe, da sie aus dem Oberwallis stammen und nicht aus Wales

Apropos „täglich“: Heute besuchte ich einen Discounter und kaufte ein. Nein, kein Toilettenpapier! Ich griff u.a. nach Mandarinen, Ananas, Eiern, Pikkolos, Dinkel Vollkornmehl und einer 14 m langen LED-Lichterkette. Letztere ein Bausatz, der keine Langeweile aufkommen ließ. Einfach einmal an etwas anderes denken als an Maßnahmen gegen das Coronavirus. Ja, ich unterhielt mich aus gebotener Distanz sogar für wenige Augenblicke mit einem Bekannten.

Klopapier – Dieser Tage wie ein Schatz gehütet

An gewohnter Stelle im Discounter, ein wenig verdeckt unter Verpackungsmaterial, gibt es Toilettenpapier.

Ich komme auf den Punkt: Er & sie, beide auffällig getrennt voneinander durch den Wiefelsteder Markt an einer örtlichen Ausfallstraße streifend, „selbstredend“ über das Coronavirus scherzend, dabei stets einen gedankenlos-naiven, um nicht „grottendoofen“ Spruch schreiben zu müssen, auf den Lippen, bewegen sich “Homer & Marge” in Richtung Kasse 1. Er legt zwei 8er-Pakete, dann entspannt seinen Oberkörper auf das Band, sie legt nach: Drei Pakete. Und mit Blick auf eine sich nähernde Kassiererin: „Ich kaufe immer so viel!“

“Ein Vogel, der ein Lied herausschmettert, hat ein Behagen dabei.” – Oswald Spengler

Auf dem Parkplatz begegnet mir und anderen Kund*Innen das “5×8×200 dreilagig beladene Paar” erneut. Beide sind im Begriff in dasselbe Auto zu steigen. Sie werden bemerkt und jemand spricht sie an. “Die Hamsterer” ringen um Haltung und nach Argumenten.

Als politisch und historisch interessierter Mensch möchte ich spontan eine in einfacher Sprache gehaltene Aussage zu den Themen “Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit” sowie “Einigkeit und Recht und Freihheit” treffen. Der einst militärisch geschulte “Lagebeurteiler” in mir trifft in Anbetracht dieser interlektuell nur spärlich ausgeleuchteten Situation die Entscheidung: “Nein.”

Ich bin nicht wutentbrannt, aber verdrossen und auf einer 1:10-Skala auf 8. – Im später von mir besuchten Getränkemarkt ergibt es sich, dass ich mich einem jungen Mitarbeiter mitteile. Und was antwortet der junge Mann? „Wir könnten viel, wenn wir zusammenstünden.“ – Er hat Friedrich von Schiller gelesen. Und er trifft den Nagel auf den Kopf.

Virenabwehr

„Ich denke, …“. „Also bin ich!“ – Ohne zu zögern falle ich dem Frollein ins Wort. Ich bin mir sicher, dass Luna für unseren heutigen Weg durch Feld, Wald und Flur bereits ein neues Thema favorisiert hat. Und so ganz verspüre ich keine große Lust, mich auf eine Diskussion zum Thema „Covid-19“ (Coronavirus SARS-CoV-2) einzulassen.

Overflow – Nicht nur die Speicherkapazität eines Computers kann überschritten werden

Dieses Thema, das alle und alles beherrscht. Das dafür sorgt, dass Toilettenpapier in den Discountermärkten ausverkauft ist, dass Menschen Desinfektionsmittellösungen aus Arztpraxen und Krankenhäuser entwenden und das dennoch keinen ausreichenden Grund dafür liefert, eine stets vielbesuchte Autoschau in der Kreisstadt Westerstede zu desinfizieren, nein, ich meine natürlich zu annullieren.

Die Halfsteder Bäke am Kuhhornsweg

„Also, der Prof Dr Christian Drosten, du weißt, der Direktor des Instituts für Virologie der Charité, der hält es ja für möglich, dass in Deutschland langfristig eine Viertelmillion Menschen am Coronavirus sterben könnten. Auch der Kassenarztpräsident Andreas Gassen geht davon aus, dass sich ein Großteil der Bevölkerung anstecken wird, bevor die Ausbreitung zu einem wirklichen Halt kommt.“ Und der Herr Gassen sagt weiter: „Das mag für den Laien schockierend wirken, ist aber nüchtern betrachtet nichts Bedrohliches.“

Die Halfsteder Bäke am Hörner Diek

„Luna, bewahre die Ruhe! Dieser Herr G. behauptete 2019 auch, um eine freie Arztwahl für Patienten zu begrenzen: „Es könne dauerhaft kaum jedem Patienten sanktionsfrei gestattet bleiben, jeden Arzt jeder Fachrichtung beliebig oft aufzusuchen.“ Es könnte ja sein, dass hier ein Weltbild ein wenig verrutscht ist, aber wollen wir bei diesem strahlenden Sonnenschein unsere Zeit mit einer Risikobewertung zu Covid-19 verbringen?“

Einst standen hier drei mächtige Eichen. Eine davon ließ 2017 der Orkan Xavier, der jüngere Bruder Kyrills (2007), stehen. – Nein, es lag nicht am Coronavirus!

„Du magst meinen Vorschlag, der in deinen Augen nicht den tatsächlichen Verhältnissen entsprechen mag, verurteilen, aber ich möchte diese Diskussion lieber “multimedialen Damen und Herren” wie Anne Will, Sandra Maischberger, Barbara Schöneberger, Maybrit Illner, Johannes B. Kerner, Günther Jauch oder Eckart von Hirschhausen überlassen.“ „Ja, aber deren Sendungen schaust du nie an!“ – „Ja.“

Irgendwann reicht´s

„Oh, so langsam habe ich die Nase voll.“ „Ich bin total genervt!“ „Ich kann es nicht mehr ertragen.“ „Ich habe die Faxen dick.“ – In den vergangenen Wochen waren dies meist die einleitenden Sätze, wenn auch noch so ausdauernde, wind- und wettererprobte und oft sehr nervenstarke Hundeführer*Innen aufeinandertrafen.

“Ich war das nicht! Das war Sabine!” – „Sabine“, in Westeuropa unter dem Namen „Ciara“ unterwegs, in Norwegen als „Elsa“, war ein Orkan, der weite Teile Europas im Februar 2020 „heimsuchte“

Das Wetter trieb so manche und manchen zur Verzweiflung. Kein Tag an dem man (und Frau) nicht völlig durchnässt mit dem treuen (See-)Hund nach Haus zurückkehrte. Es war in den vergangenen Tagen oft sehr vorteilhaft, irgendwann einmal das „Seepferdchen“-Schwimmabzeichen erfolgreich absolviert zu haben. – Ich weiß: Beim “Seepferdchen” handelt es sich lediglich um die Qualifikation zum Schwimmen. Der possierliche, seenadelartige Meeresbewohner steht nicht für den Nachweis des sicheren Schwimmens.

Die Gänse am Hörner Diek streben “zur Sonne, zum Licht”

Auf alles gefasst, verließen das Frollein und ich heute gegen 08.00 Uhr das Haus. Gleichzeitig taumelten wir geblendet in Richtung Buchenhecke. In letzter Sekunde gelang es mir, mich am vor dem Haus geparkten Auto abzustützen, mein schwindelnd-taumelndes Wanken zu korrigieren und, immer noch geblendet, eine nahezu aufrechte Haltung einzunehmen.

Das erste Sonnenbad für diese beiden Kormorane?

Da war es! Dieses Licht, dieses ungeheuerlich stark blendende Licht. Vom Himmel hoch, da kommt es her! Ja, es muss dieser Stern sein, der dem uns allumfassenden System seinen Namen verlieh. Mein Großvater berichtete mir einst davon. Und er nannte diesen Stern: Sonne. Wohlig wärmende Strahlen schickt uns diese Sonne entgegen. Doch wo sind jetzt all die leidgeplagten “Seepferdchen-Trägerinnen und -träger”? – Sie schlafen noch.

Und auch diese Nutria ließ sich die Sonne auf den Pelz scheinen

Hoffentlich strahlt dieses Licht, also die Sonne, wie sie mein Großvater nannte, heute etwas länger.

Damals. Also, vor der heutigen “Lichterscheinung”: Zwischen zwei Regenschauern irgendwo zwischen Hörne, Horster Busch und Dingsfelde. – Ich weiß natürlich wo, aber ich behalt´s für mich

“Bundeswehrfilmschau”

In Ergänzung zur Lektüre der Bundeswehr-Info schaute oder treffender, “musste geschaut werden”: Die Bundeswehrfilmschau. “Der Unteroffizier im fachlichen Einsatz”, “Innere Führung und Recht”, “Soldatengesetz”, “Tag der offenen Tür in Musterdorf”, “Politische Bildung”, “Gesetz über die Anwendung unmittelbaren Zwanges und die Ausübung besonderer Befugnisse durch Soldaten der Bundeswehr und verbündeter Streitkräfte sowie zivile Wachpersonen – (UZwBwG)”. Dienstlich-filmische Unterhaltung gab es ausreichend.

Inzwischen auch Geschichte: Gebäude 171. Truppenkino. Einst als ASTRA Cinema durch die britischen Streitkräfte in Oldenburg eröffnet

Und dann gab es die Truppenkinos der Bundeswehr. “Truppenkinos sind gewerbliche Filmtheater innerhalb oder in unmittelbarer Nähe von Kasernenbereichen und Fliegerhorsten. Zutritt haben nur Soldaten und zivile Hilfskräfte in Kasernen. Zielgruppe sind junge Männer im Alter von 18 bis 25 Jahren.” (Quelle: https://www.enzyklo.de/Begriff/Truppenkino) – Naja, in etwa mögen die Bestimmungen irgendwann so gelautet haben. – Zutritt hatten neben Soldaten und Soldatinnen auch deren Gäste sowie zivile Mitarbeiter. – “Hilfskräfte” verantworteten dann später die Luftwaffenstruktur 5 (u.a. Zentralisierung von Aufgaben).

Ein Blick auf “171” aus “Eberharts Dachkammer” im Gebäude 40

Ich möchte mich jetzt nicht zu und über “Formsachen und Formalitäten” äußern oder diese bewerten. Mir geht es um das ehemalige Truppenkino an der Oldenburger Alexanderstraße 461. Als ASTRA Cinema durch die britische Besatzungsmacht in Oldenburg gegründet, gab es im Gebäude 171 auf dem ehemaligen Fliegerhorst bis zum Beginn der 1990er Jahre viel zu sehen.

“Jetzt zeig´ doch mal die Bilder!” – Ok, …

So sah es 2006 nur noch im Vorführraum des Truppenkinos auf dem Fliegerhorst Upjever aus. In Oldenburg war längst der letzte Vorhang gefallen … und alles verwüstet
Ein Blick in den Oldenburger Kinosaal. Und wenn man ganz genau hinschaut, dann erkennt man bereits die Wasserschäden
Im Foyer
Immer noch im Foyer
Der Oldenburger Vorführraum: Geplündert. Ansehen und “Ehre” verloren
Ein Filmplakat aus britischen Kinotagen. Übersehen von …
Im Gebäude 18 FlgH Upjever. Das Dia zur “Spielplanvorschau”
Truppenkino FlgH Oldenburg 2004: Chaos
“Nimm Deinen Hut … und geh´!”

Es schien symptomatisch für die Zeit der “Luftwaffenstruktur 5” gewesen zu sein: Erst einmal Betreuungseinrichtungen schließen und “Annehmlichkeiten” streichen. – (Auch) Hier wurde am falschen Ende gespart.

Noch ´ne Erinnerung

Wiefelstede. Kirchweg. Dingsfelder Weg: Ammerländer Örtlichkeiten, die mich zum (Nach-)Denken anregen. Und zwar zur Erinnerung an das oberbayrische Tegernseer Tal: An Rottach. An Oberach. An den Lohbichl. An die Glaslstraße. Und an die Zündapp Combinette 423 meines Großvaters.

Der Kirchweg zwischen Eisen- und Stahlstraße

“Der Anfang ist die Hälfte des Ganzen“, sagte schon Aristoteles, der griechische Universalgelehrte. Und nun möchte ich auch die „zweite Hälfte“ meiner Erinnerungen und die damit verbundenen “Verknüpfungen” liefern:

Am Dingsfelder Weg

Ganz oft, eigentlich jedes Mal, wenn ich den Kirchweg zwischen der Eisen- und der Stahlstraße entlang gehe, erinnert mich dieser Weg an den Feldweg zwischen dem Lohbichl und der Glaslstraße in Oberach (Rottach-Egern am Tegernsee). Ich war damals fünfjährig und allmorgendlich auf dem Weg zum „Modregger“ und holte Brötchen (Semmeln) für die Familie. – “Die bairische Sprach is fia mi imma de Semme – und nia des Brötchen.” (Stephanie Mercier, Redaktion Lokales “TZ”, München)

Dingsfelder Weg im Jahr 2008

Und wenn das Frollein und ich heute den Dingsfelder Weg entlang laufen, den Hof V. passieren und mir dieser Duft von Stallluft in die Nase steigt, spätestens dann sitze ich wieder auf dem Gepäckträger der Zündapp Combinette 423 meines Großvaters. Die nackten Füße möglichst weit vom rotierenden Hinterrad und der noch viel gefährlicheren Kette fern haltend, sind wir auf dem Weg zu einem Bauern im Rottacher Ortsteil Gasse oder Sonnenmoos. Ich kann mich an den genauen „Flecken“ nicht mehr erinnern. Aber der Stallgeruch! Dieser „Duft“, wie er mir fast täglich auf dem Dingsfelder Weg “begegnet”, ist immer noch gegenwärtig. Und in Gedanken reiche ich dann wieder die verbeulte Aluminiummilchkanne durch das kleine, zur Straße gelegene, vergitterte Fenster.

Vor 12 Jahren am Dingsfelder Weg

Vor wenigen Tagen verstarb in Dingsfelde Herr V. Ich erinnere mich gern an die Gespräche, die ich mit ihm immer wieder einmal führte. Da war zum Beispiel die Geschichte, wie er auf seine ganz eigene Art im Wald gefundene Tierschädel präparierte. Und wenn mir nun wieder der “Dingsfelder Stallgeruch” in die Nase steigt, denke ich nicht nur an meinen Großvater “Opa Bayern”, sondern auch gern an ihn zurück.

Fund im Wald

Die Sache mit Horaz

Es ist unser freier Mittwochvormittag. Und da es einmal nicht regnet, sind wir mutig und wagen uns an den Ortsrand Wiefelstedes. Gestern waren wir zu couragiert, da haben wir dann auch prompt eine „Abreibung“ in Form eines kombinierten Hagel-, Graupel, Schneeschauers kassiert.

Zwischen Kuhhornsweg und Stahlstraße stehen diese drei Eichen

Heute lacht die Sonne. Distanziert. Kein Wunder bei einer Entfernung von knapp 150 Mio. Km zu unserem blauen Planeten. Noch versteckt sie sich nicht hinter den inzwischen vertrauten Regenwolken.

„Denkst Du, Du hast das richtige Auto gekauft?“ „Ja, schon. Ich halte „Darth Vader“ durchaus für die ideale Zugmaschine, die unseren schwergewichtigen Big B. „auf Trab halten kann“.“ „Naja, ich meine nur.“ „Du meinst nur was?“ „Ob er Dir Glück bringt.“ „Wie kann ein Auto Glück bringen, liebe Luna?“ „Also, ich denke da an die geflohene Dame aus der Nachbargemeinde, die sich am Seitenteil des Opel Vivaro nicht gerade sanft und ausdruckslos verewigte.“ „Sie wurde ermittelt und der Schaden zu 100% behoben.“ „Ja, und das Reh, das sich in suizidaler Absicht vor Dein Auto warf?“ „Es war schmerzliche Nachlässigkeit, die dem Tier das Leben raubte.“ Ich weiß genau, worauf das Frollein hinaus will und kann es dennoch nicht verhindern.

Vier Schafe als Trio. Eigentlich sind´s fünf …

„Ja, und der Marder, der am vergangenen Wochenende Schläuche und Kabel unter der Motorhaube nicht nur in Augenschein nahm? Du erinnerst Dich, ich wollte an diesem Freitagabend gegen 23.00 Uhr noch einmal das Auto überprüfen?“ Zu gut erinnere ich mich an diese Situation, aber ich hatte kein Verlangen mehr auf „Schnüffelei“ und wollte nur noch ins Haus. Wenn ich das jetzt eingestehe, dann …

„Hast Du nicht sogar ein Foto von einem Steinmarder, der sich ganz in der Nähe unseres Hauses aufhielt?“ „Ja, das habe ich. Aber das ist schon so alt, dass es …“ „Steinmarder werden in der freien Wildbahn bis zu 10 Jahre alt. Sie bevorzugen das Offenland, aber auch Siedlungsbereiche. Und gerade der Steinmarder macht sich auch schon mal an ein Auto heran.“ Warum habe ich seinerzeit eine Jagdhundeausbildung mit ihr begonnen? – “Jeden Tag fährt die Einsicht an meinem Haus vorbei, aber angehalten hat sie noch nie.” – Art van Rheyn.

“Land unter!” Ja, es regnete ein wenig mehr als gewöhnlich in den vergangenen Tagen

„Liebe Luna, auch in diesem Fall wurde der entstandene Schaden reguliert. Denn: Hoffentlich Allianz versichert.“ „Du weichst aus. Es entstanden zwar keine Kosten, aber drei Versicherungsfälle mit ein und demselben Auto. Das gab es bei uns noch nie.“ „Glück, Luna. Wir haben einfach einmal Glück gehabt. Und an dieser Stelle erinnere ich an Horaz.“ Ich bin unschlagbar im Zitieren und ziehe (m)einen “römischen Dichter” gegen die rebellische Münsterländerin aus dem Ärmel: “Lerne, großes Glück zu ertragen!” (Horaz, eigentlich Quintus Horatius Flaccus).

Vor lauter Disputieren übersah Luna, die ich “so nebenbei” sicherheitshalber anleinte, diese Katze am Dingsfelder Weg

Das saß. Das Frollein trollt sich.

Nadel ist nicht gleich Nadel

„Hast Du gesehen, der Mann war tätowiert wie eine Litfaßsäule?“ „Litfaßsäule? Wie kommst Du denn auf diese Bezeichnung?“ Ich bin mehr als erstaunt, da Luna diesen Begriff, der schon längst nicht mehr allen, nicht nur Kleinen Münsterländern, geläufig ist, wie selbstverständlich gebraucht. Wer kennt denn heute noch die einst an fast jeder Straßenecke aufgestellten „dicken Säulen“, die mit bunten Plakaten im wahrsten Sinne des Wortes vollgekleistert waren? Doch das soll ja heute nicht unser tatsächliches Thema sein, wenn ich sie richtig verstanden habe.

Im elften Band der siebenten Auflage “Meyers Lexikon” (1929) fand ich Interessantes über das “Tatauieren”

„Vor vielen hundert Jahren, ich war damals noch sehr jung, liebe Luna, war es nahezu verpönt, sich Tinte unter die Haut zu jagen. Und heute empfinden es viele Menschen als ganz besonders anziehend, ihren Körper derart zu modifizieren.“ „Ja, aber ist dies nicht auch nur eine Modeerscheinung? Was machen diese Menschen, wenn ihnen das einst so aufregend erschienene Motiv plötzlich nicht mehr gefällt? Oder auf Grund einer unabwendbaren Alterung von Haut und Gewebe aus dem einst knallig roten, mit einem Dolch durchstochenen Herz „Loyalty Is No Feeling“ nur noch ein „Tennisball mit Griff“ und dem Text „oya o ling!“ zu erkennen ist?“ „Sie tragen es mit Haltung und Gelassenheit oder sie lassen ihre Tattoos per Laser entfernen. Besonders, wenn sie feststellen, dass das Stechen einer sog. “Knastträne” nicht unbedingt die beste Idee war.“

In Spalte 1329 (Meyers Lexikon) steht zu lesen: ” … findet sich auch in Europa unter Matrosen, Soldaten, Handwerkern, Dirnen, neuerdings als Modetorheit bei Damen. …”

„Oder diese drei Punkte auf dem Handrücken in Höhe von Daumen und Zeigefinger! Aber ist es denn nicht ungesund, sich Farbe unter die Haut „stechen“ zu lassen?“ „Ich weiß es nicht. Sicherlich gibt es dazu bereits Untersuchungen, aber als nicht Betroffener habe ich mich damit nicht beschäftigt.“ „Du bist also nicht tätowiert?“ „Richtig. Ich habe solch ein „dickes Fell“, da verbiegt sich jede Nadel.“ „Aber Du gehst doch regelmäßig zur Akupunktur?“ „Das, liebe Luna, ist etwas ganz anderes!“ – Ich weiß nicht, woher sie „das“ hat.

Der komplette Eintrag “bei Meyer”. – Bei allen Fotos handelt es sich um “scans” aus “Meyers Lexikon” 7. Auflage, Band 11, Bibliographisches Institut, Leipzig, 1929.

2005/2006. Kurz vor “Ladenschluss”

Plötzlich ist die Vergangenheit Gegenwart. Und das nur, weil mir zufällig das Buch “Raketenjäger Me 163” von Mano Ziegler in die Hände fällt. Ein Buch über ein Jagdflugzeug, dem ersten Raketenflugzeug der Welt.

Dieses Flugzeug startete zwar nie in Oldenburg, aber in Bad Zwischenahn. Auf einem heute längst in Vergessenheit geratenen Flugplatz. Doch “Flugplatz” ist für mich automatisch mit dem ehemaligen Fliegerhorst Oldenburg verbunden. Und schon sind sie wieder präsent: die Bilder.

Davon jetzt einige, die ich kurz vor der Schließung der militärischen Liegenschaft an der Alexanderstraße in den Jahren 2005 und 2006 mit meiner mich stets begleitenden Hosentaschenkamera (Sony Cybershot P98) “einfing”.

Die LwSanStff im Rücken, links neben mir und nicht sichtbar die UHG, rechts davon, ebenfalls “unsichtbar” Gebäude 36. Links im Bild das Wirtschaftsgebäude und direkt vor uns Geb 68, das Simulator-Gebäude. Später die Heimat der Traditionsgemeinschaft JaboG 43
Eine Kfz-Halle aus dem Jahr 1964: Gebäude 25
Geb 17. Erbaut 1936. Ein Bürogebäude. Heute längst Geschichte
Die Westwache mit dem Wachgebäude Nr 101. Rechts im Bild die Zufahrt zur einstigen Sperrzone Flugbetriebsbereich. Kurz hinter dem Zaun “wartet” heute noch Shelter 28
Auf der Ringstraße im Bereich H13. “Wenn Sie wissen, was ich meine.”
Neben Halle 3 (links) mit Blick auf das Geb 12, einem in 1952 erbauten Bürogebäude
1947 erbaut: Geb 171. Das Truppenkino. Vor wenigen Tagen war nicht mehr viel davon übrig. Abriss – … und ich hätte so viel darüber zu berichten
Geb 145. Zuletzt der Kfz-Bereich der 3./ Flugabwehrraketengruppe 24. – “Schnell ein Käffchen und ein Zigarettchen mit dem Kf-Meisterchen.” (Gruß an Dirk!)
Halle 3. Erbaut 1936
Das anfangs bereits gezeigte Geb 25. Nun von der anderen Seite “festgehalten”

Das war ein kleiner Blick auf einst 3.091.978 m² Fliegerhorst Oldenburg. Nach all den Jahren vergesse ich dennoch nicht: “Erinnerungen sind wie manche Konserven: ein bischen schöngefärbt und deshalb nicht ganz ungefährlich.” – Maurice Chevalier.

“Zwei hab` ich noch! … für heute.”

“Objekt 14”, Schippstroth. Es ist Zufall, dass das Tor zum Bunker die Bezeichnung “14c” trägt. – Mit der Auflösung des JaboG 43 wurde das Objekt 14 überflüssig und aufgelöst. Aber nicht im Jahre 1993, wie so mancher “Forscher” behauptet. Das Gelände befindet sich heute in privater Hand.
Im August 2004 besuchte ich ein letztes Mal die “Luftwaffen-Munitionsniederlage Bokel-Schippstroth”. Hier stehe ich am Tor zum Objekt 14 und blicke auf das ehemalige Wachgebäude

Hm, eines noch: Hier treffe ich Jørgen Berg, einen ehemaligen Angehörigen der dänischen Militärpolizei. Nicht in Oldenburg, sondern auf dem Fliegerhorst Upjever. Rein zufällig “liefen wir uns 2009 über den Weg”. Wie so viele meiner interessantesten militärhistorischen Erlebnisse vom Zufall bestimmt waren.

Von 1947 bis 1958 entsandte Dänemark im Rahmen eines Vertrages mit England Truppen nach Deutschland, die Besatzungsaufgaben übernahmen. Einen dieser ehemaligen Soldaten aus dem damaligen dänischen Hauptquartier in Jever traf ich am 8. Juni 2009. Er überließ mir manche “Zeitzeugen” und ließ mich an seinen Erinnerungen teilhaben (Foto: Bet Mering)

Kuhhornsweger Gedankenaustausch

Ich ahnte es. Ich wusste, dass sie etwas „in petto“ hat: „Schweigt der Menschen laute Lust: Rauscht die Erde wie in Träumen. Wunderbar mit allen Bäumen, was dem Herzen kaum bewusst, …“ Bevor sie sich, wie gewohnt, einige Meter von mir absetzt, um auf dem Wiefelsteder Kuhhornsweg nach dem Rechten zu schauen, zitiert das Frollein noch schnell diesen Vers aus dem Eichendorffschen Taugenichts.

Ich schöpfe sofort Verdacht, als ich heute morgen Joseph von Eichendorffs „Aus dem Leben eines Taugenichts“ unter Lunas Kopfkissen entdecke. Das sie mir dann allerdings zu solch früher Stunde den Gesang des Herrn Guido präsentiert, überrascht mich dann doch. Hatte ich vorausschauend damit gerechnet, dass sie unser heutiges “Gespräch in der Bewegung” mit dem „Gezwitscher und Getümmel der Sperlinge am rauschenden Rad der Mühle und dem vom Dach tröpfelnden Schnee“ aus dem 1. Kapitel der Novelle einleiten würde. – Sperlinge begegnen uns heute morgen in Scharen, als wir durch den Hörner Esch gehen.

Wie wir ein echter Frühaufsteher: Das Rotkelchen

Geschickt und passend zu unseren morgendlichen Spaziergängen durch Feld, Wald und Flur, mag sie ihre Lektüre ausgewählt haben. Diese Novelle, die sich überwiegend in der Natur entfaltet, die im Rauschen der Bäume und im Zwitschern der Vögel, im Funkeln der Flüsse und im Knacken der Äste spielt. (Quelle: Franz Kugler, ZEIT online, 2. Februar 1979)

Seitdem wir 2012 zu unseren gemeinsamen Streifzügen durch usA (unserem schönen Ammerland) aufbrechen, haben wir ein ganz besonderes Verhältnis zur „Natur um uns herum“ aufgebaut. Ja, und so hängen wir dann schon einmal unseren Gedanken nach und philosophieren „über Gott, Joseph von Eichendorff und die Welt“.

Der Kuhhornsweg. Blick auf den hinter den Bäumen liegenden Dingsfelder Weg

„Ich bin versucht, die Personen dieser Novelle in zwei Gruppen zu teilen: Optimisten und Pessimisten“, setzt das Frollein an. „Auf der einen Seite, die abenteuerlustigen, mutigen und doch naturverbundenen Charaktere wie den Taugenichts.“ „Na, dann gehören dessen Vater und der Gärtner sicherlich zu den „Gegenspielern“, den Pessimisten, oder?“ Ich muss schauen, dass ich mit dem Frollein literarisch Schritt halte. Zu lang ist es her, dass ich diese Lektüre während meiner Nordenhamer Schulzeit verordnet bekam.

Irgendwo “da hinten” verläuft die Halfsteder Bäke

„Genau! Typische Spießbürger. Ich möchte sie sogar als besonders langweilig bezeichnen.“ Luna „zieht blank“. Meine grauen Zellen arbeiten auf Hochtouren. “Hilfe! Wie kann ich mich retten?”, pflegt mein Bruder in solchen Situationen spaßeshalber zu rufen. Ich erwidere: „Ja, klarer Fall. Der typisch romantische Mensch, wie er durch den Taugenichts dargestellt wird: „Er geht in die Welt und macht sein Glück““.

Ganz allein auf weiter Flur

„Diese Ich-Perspektive. Mir gefällt, dass der Erzähler, als ein Teil der dargestellten Wirklichkeit, das Geschehene miterlebt.“ „Durchaus, liebe Luna. Wenn wir bedenken, dass Eichendorffs Werke in der Epoche der Romantik und Spätromantik entstanden und oft als „Wald- und Wanderromantik” bezeichnet werden, so bin ich doch sehr froh, dass wir heute darüber gesprochen haben.“

Fährtenarbeit: Spaß für Hund und Halter. Heute meine Chance, “den Eichendorff” schnellstens wieder zu verinnerlichen

Ich habe sie hoffentlich überrumpelt. Sie scheint meine List nicht zu erkennen, da eine aus dem Nichts auftauchende Fährte jäh ihre uneingeschränkte Aufmerksamkeit erfordert. – Zu meinem Glück? Nein! “Spiegeln nicht seelische Landschaften das Innere des Taugenichts wider?”, versetzt sie mir einen finalen (spät-)romantischen Hieb.

Aus! Ich passe!

(Quellenangabe: In meinem blog-Eintrag habe ich auf einige Überlegungen/Gedanken/Ideen aus der Arbeit von Herrn Stefan Maas zur Novelle Joseph von Eichendorffs zugegriffen.)