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Alltägliches & Co. aus und um Wiefelstede

2014. Auf neuen Wegen

Um bei meinen Fotosafaris durch die norddeutsche Tiefebene ein Dach über dem Kopf zu haben, überlegte ich in 2014 hin und her. Ich wollte unabhängig von Wind und Wetter sein, die Zeit bis zum Sonnenuntergang nicht auf einer Parkbank oder im Auto verbringen und, falls es mir an einem Ort besonders gut gefällt, auch einmal eine spontane Übernachtung einplanen können.

Mich begleiteten in diesem Sommer die verwegensten Ideen: Unter anderem wollte ich mir einen dreirädrigen italienischen Klein(st)transporter zulegen. Mit dem Frollein (Luna, der Kleinen Münsterländerin) und im Schlafsack auf der Ladefläche „der Biene“ (ein Ape aus dem Hause Piaggio) meinte ich, eine Lösung gefunden zu haben.

Dann erinnerte mich “die Beste von allen”, meine Ehefrau, an mein tatsächliches Lebensalter und die einst berufsmäßig und somit „befohlenen“ Übernachtungen zu jeder Jahreszeit in Feld, Wald, Flur und oft auch in unmittelbar dem Abriss entgegenblickender Liegenschaften meines einstigen militärischen Arbeitgebers. Diese Erinnerung ließ mich schnell zur Vernunft kommen.

Eine unserer ersten Ausfahrten führte uns “auf die andere Seite”: Wir überquerten die Weser

Ich traute mich an einen kleinen Wohnwagen heran. “Die Beste von allen” ließ mich gewähren. Er wurde unser „Flying Dutchman“, der “Fliegende Holländer”. Der Caravan (Model 1998) stammte ursprünglich aus den Niederlanden, daher benannten wir ihn nach der Wagnerschen romantischen Oper. Der Name „Kapitän Bernard Fokke“, dessen Geschichte diese Oper behandelt, klang zwar auch gut und erschien uns durchaus angebracht, aber der „namentliche Spaßfaktor“ wäre dabei vielleicht auf der Strecke geblieben.

Als originale Deichkinder durften wir 2014 einen Ausflug nach Fedderwardersiel nicht auslassen. Ich habe heute noch den Geruch der frischen Matjesbrötchen, der sich beharrlich im Wohnwagen hielt, in der Nase

Spaß brachte uns das Reisen mit dem Flying Dutchman auf alle Fälle. So viel Spaß, dass wir heute mit einem modernen Dickschiff reisen. Aber den Fliegenden Holländer werden wir nie vergessen.

Lass´ Blumen sprechen

Alle Jahre wieder. Wir verteilen hier und da, also, nach dem Zufallsprinzip, Weihnachtssterne im Ort und der Gemeinde. Ich betreue wieder meinen angestammten Bezirk und finde auch in diesem Jahr dankbare Abnehmer*Innen. Unter anderem ist auch eine Seniorenwohnanlage im Ortskern wieder das Ziel meiner “Sternfahrt”.

Ich gebe hier den ersten Stern ab, wende meine beladene Schubkarre und schiebe diese weiter in Richtung Frau R., der ich in diesem Jahr ein Exemplar zugedacht habe. Dabei passiere ich drei Wohneinheiten, die ich nicht ansteuere. Kaum daran vorbei, wird eine Tür aufgerissen. „Ich will auch einen Stern haben!“, ruft mir eine hörbar erregte Dame hinterher. Allerdings habe ich bereits bei Frau R. geklingelt, bin mit ihr ins Gespräch vertieft und übergebe ihr einen Weihnachtsstern mit den passenden, vorweihnachtlich einstimmenden Worten.

Jetzt erreicht mich die andere Dame. Ungeachtet meines noch währenden Gesprächs mit Frau R. wiederholt sie, nun noch lauter fordernd und vehement auf ihr vermeintliches Recht pochend, ihr unmittelbares „Anrecht auf einen Weihnachtsstern“. Um des lieben Friedens willens bekommt sie eines der wunderschönen Exemplare von mir ausgehändigt. Und ich naiver Mensch denke, sie nun „ruhig gestellt“ zu haben. – Von wegen!

Der Weihnachtsstern. Auch als Poinsettie oder Euphorbia pulcherrima bekannt. Eine der beliebtesten Zimmerpflanzen. Ursprünglich stammt sie aus Mexiko

Inzwischen ist eine weitere „vernachlässigte“ Nachbarin vor ihrer Haustür erschienen und dieser wird umgehend durch die „reizende Dame“ folgendes mitgeteilt: „Da geht DER an unseren Türen vorbei! Reagiert nicht einmal auf meinen Anruf! DER wäre doch tatsächlich so verschwunden!“

Inzwischen steht diese „Dame“ wieder vor mir, fordert nun auch einen Weihnachtsstern für die Nachbarin und begleitet ihr unverschämtes Auftreten mit den Worten: „Und da (sie zeigt auf eine weitere Haustür) kommt auch einer hin!“

In stoischer Ruhe, nur der Herr weiß, woher ich diese nehme, erkläre ich der Dame, den Sinn und Zweck sowie den „workflow“ unseres alljährlichen Adventsbrauches.

Solch ein unverschämtes Benehmen ist mir noch nie untergekommen! – Doch es gibt immer ein erstes Mal.

Das Covid-19 gerüttelte Jahr neigt sich seinem Ende entgegen, wir kommen zur Ruhe und Besinnung und üben Nachsicht und Gelassenheit. – Wenn´s manchmal auch sehr schwer fällt!

Die Wallbox. Keine Bastelanleitung

Als Ammerländer wurde ich sofort hellhörig, als mir jüngst das Wort „Wallbox“ unter die Augen kam. Sofort dachte ich an die in unserer Region stark vertretenen, von Gehölzen bewachsenen und meist künstlich angelegten Erdwälle: Die Wallhecken. Doch welche Aufgabe nimmt in diesem Zusammenhang eine „Wallbox“ wahr?

Eine „Wallkiste“, eine „Wallschachtel“, ein „Wallkasten“, ein „Wallbehälter“, eine „Wallloge“, ein „Wallpostfach“? Ich ließ meine nicht geringfügigen Englischkenntnisse spielen und kam doch zu keiner Lösung. Handelt es sich etwa um eine kastenförmige, auf Wällen eingerichtete Nisthilfe für unsere bodenbrütenden gefiederten Freunde wie den Kiebitz, die Waldohreule, den Flussregenpfeifer, das Rebhuhn oder gar den Wachtelkönig? Aufmerksam las ich in dem Artikel in der Zeitschrift eines sehr großen deutschen Automobilclubs weiter. Und spätestens jetzt hätte ich aufmerksam werden müssen, hätte ich gedanklich umschwenken müssen. Warum in aller Welt sollte sich ein Automobilclub Gedanken um Nisthilfen machen?

Ich nehme die Lösung vorweg: Eine „Wallbox“ ist eine (nun orthographisch eindeutiger geschriebene) „wall box“, eine Wandladestation, eine Ladestation für Elektroautos! – „Bequemes Laden zu Hause – eine Wallbox für das Elektroauto macht’s möglich!“

Im Hintergrund eine Ammerländer Wallhecke. Ohne Wallbox

Warum braucht das elektromobile Deutschland eine Wallbox? Eine Wandladestation ist die sicherste, schnellste und komfortabelste Lademöglichkeit zu Hause. Eine Haushaltsteckdose ist für das regelmäßige Aufladen von Elektroautos nicht zu empfehlen, weil sie nicht für langes Laden unter hoher Last konzipiert ist.

Maximale Sicherheit bietet nur und ausschließlich eine Wandladestation, äh, ich bitte um Vergebung, eine „Wallbox“. „Na, dann man nix wie her mit diesem elektro-energetischen Helfer“, höre ich die Elektromobilpilot*Innen begeistert rufen. “Nein, nein, nein”, so einfach können wir es uns nun auch nicht machen. Und diese banale Bezeichnung „Elektro-energetischer Helfer“ geht schon einmal gar nicht. Es sollte dann doch so in Richtung eines Titels wie „electro-energetic assistance device“ gehen. Oder noch besser die Kurzform: „EEAD“ oder für die mathematisch Begeisterten unter den Freunden der Anglizismen: „E²AD“.

Aber selbst wenn wir es bei der den einen oder die andere verunsichernden Bezeichnung Wallbox belassen, so einfach ist das dann alles auch nicht. Gilt es doch vorausschauend-sicherheitsbewusst geeignete Schutzeinrichtungen gegen Gleich- und Wechselstromfehler zu schaffen. Und welcher Anbieter liefert „grünen Strom“ zum günstigsten Tarif? Die Frage zur Ladeleistung und dem Bedienkomfort der zukünftigen Wandladestation wurde bis dahin überhaupt noch nicht gestellt. Soll es eine ein- oder dreiphasige Anschlussbox werden, die beim Netzbetreiber angemeldet werden muss? Wie ist es mit der Zugangssicherung? Schlüsselschalter oder Kartenleser? Muss der Elektriker des Vertrauens eventuell einen separaten FI-B Gleichstromfehlerschutz (Anm.: Zusatzschutz bei Isolationsfehlern) einbauen?

Seit Jahren ist in Europa der Typ-2-Stecker Standard. Typ-2 lässt vermuten, dass es auch (noch) einen Typ-1-Stecker geben wird. Welchen Stecker brauche ich? Na, auf alle Fälle werde ich mir ein Adapterkabel Typ-1-auf-Typ-2 zulegen. Und da ich immer über alles informiert sein will: Auf meine Box werde ich selbstverständlich über Internet, Bluetooth oder WLAN zugreifen können und die so erweiterten Funktionen genießen.

Ich sehe mich schon den integrierten Stromzähler ablesen, Ladestatistiken aufstellen, die Stromstärke verändern, die Ladezeiten programmieren und günstigste Tarifzeiten festlegen. Und besäße ich eine Photovoltaikanlage, ich würde „meinen Überschuss“ direkt ins Fahrzeug laden. – Als Person, die sich nicht nur darum bemüht, die deutsche Sprache von fremdsprachigen Einflüssen weitestgehend freizuhalten, sondern auch für anspruchsloses Design (Ups! – Gestaltung) und Handling (Ups! – Handhabung) eintritt, würde ich aber wohl doch bei einer ungesteuerten Wandladestation landen.

Nun könnte man meinen, alle Überlegungen seien, wenn hier auch in ungestümer Reihenfolge, abgeschlossen. Noch lange nicht: Je nach Hersteller und Modell sind die Bordladegeräte entweder ein-, zwei- oder sogar dreiphasig ausgelegt. Es gibt zum Teil große Unterschiede bei ihrer technischen Ausführung, sogar bei Wallbox-Modellen auf gleichem Preisniveau.

Natürlich kann ich eine Wandladestation nicht selbst installieren. Das ist unzulässig. Und wenn ich in einem Mehrfamilienhaus lebe, mich nach unendlichen Überlegungen und Vergleichen für ein Modell entschieden habe, so heißt das noch lange nicht: „Es ist so weit! Elektronenfluss marsch!“ Weitere Herausforderungen sind zu meistern. Ist der gemeinsame Hausanschluss überhaupt für die erhöhte Stromnachfrage ausgelegt? Und dann ist da noch der Herr Adeodatus Miesepeter, der einzige Elektromobil-Gegner in der Mieter-/Eigentümergemeinschaft. Er kann die Stromaufrüstung im Mehrfamilienhaus für alle ausbremsen.

Nach einstimmiger Eigentümerbefragung: Vier Entnahmestellen für Weidestrom. Einphasig

So, ich will hier enden, denn an der örtlichen Tankstelle ist der Dieselpreis gerade beträchtlich gesunken.

Nikolaus in der Kaserne

Irgendwann zum Jahresende im Ausklang der 1980er Jahre trat die “Mutter der Batterie” an mich heran. Gesucht wurde ein Nikolaus. Lage, Auftrag und Durchführung waren schnell erklärt und verinnerlicht und bevor ich mich versah, trug ich das „Kostüm, Jahresausklang, rot-weiß, kunstpelzbesetzt“.

Standesgemäß reiste ich als „Abt aus dem Kloster von Sion“ an. In einer Kutsche umrundete ich, Glocke schwingend, das Küchengebäude der Stadland-Kaserne. Schnell erblickte ich die „höchstens“ sechs bis acht Kinder, wie sie mir mein „Spieß“ angekündigt hatte.

In seiner sittsam-bescheidenen Art hatte er mir allerdings die zusätzlichen 28 Kinder, die sich himmelhochjauchzend und mit roten Wangen ihre kleinen Nasen an den beschlagenen Fenstern des Speisesaales plattdrückten, verheimlicht. Ich wähnte mich bis dahin gut vorbereitet. Hatte ich doch im Vorfeld mit einigen Elternpaaren, es waren tatsächlich dieser nicht mehr als sechs gewesen, Details über die „Großtaten und Späße“ der Kleinen aus dem ausklingenden Jahr besprochen. Ich war angesichts der “höchstens sechs bis acht Kinder” ein wenig überrascht. Aber wir alle wissen: Es gibt nichts, was der Nikolaus nicht bewerkstelligt.

Keiner hatte mich darauf vorbereitet, dass wir samt Kutsche und Pony den Speisesaal erobern werden. In akkurater Millimeterarbeit bugsierte uns der Kutscher durch die doppelten Schwingtüren des Gebäudes. Er beruhigte erst den Nikolaus, dann den „Mustang“ als dieser auf dem ebenso glänzenden, wie glatten Boden, trotz ausgelegter Gummimatten, ins Schlingern zu geraten drohte und parkte die Kutsche inmitten einer aufgeregten Kinderschar und inmitten der Truppenküche.

Eh ich mich versah, stellten sich die Kinder in Reih´ und Glied vor der Kutsche auf. Das Pony wurde ausgespannt, ich kramte ein dem Anlass entsprechend geschmücktes, altes Wachmeldebuch unter der Sitzbank hervor. Los ging´s: Gedichte wurden aufgesagt, Weihnachtslieder angestimmt. Ich hatte mit den Elternpaaren der unvermutet nun ca. 35 Kinder zuvor abgesprochen, dass sich die Eltern des jeweiligen Kindes, das sich zu mir in die Kutsche setzte, durch flüchtiges und „vorweihnachtlich geprägtes“ Kopfnicken bemerkbar machten. So konnte ich die Seite mit dem jeweiligen persönlichen und durchweg sehr liebevoll verfassten Spickzettel über die Husarenstücke, „Heldentaten“, Mutproben, Wagnisse und Streiche der Kleinen aufschlagen.

Freude, Verblüffung und Überraschung bis hin zur Sprachlosigkeit stand den Kindern ins Gesicht geschrieben. „Woher weiß er, dass ich nicht gern mit dem Füller schreibe/den Sessel mit einer Kerze fast abgebrannt habe/den Teppich mit Schuhcreme verschönert habe?” – “Gibt es diesen sagenhaften „Wälzer unserer Sünden und Streiche“ tatsächlich?“

Dann wurde ich Ohrenzeuge eines Dialogs, bei dem ich mir das Lachen kaum verkneifen konnte. Ich muss erklären: Ich trug zu dieser Zeit einen Vollbart. Damit dieser den weißen Bart des Nikolauses nicht „überschattete“, hatte mir die Kantinenwirtin Weihnachts-Schneespray „zu Tarnzwecken“ überlassen. Perfekt für die Erstellung von Schneeeffekt-Mustern auf Fenstern und Glastüren, eignete sich dieser Schnee (fast) vorzüglich zur Kaschierung meines dunklen Bartes. Nur ein hartnäckiger Wirbel ließ sich nicht verbergen. Diesen bemerkte eines der Kinder. Es ergab sich folgendes Gespräch: 1. Kind: „Du, der Nikolaus hat gar keinen weißen Bart.“ 2. Kind: „Was? Ehrlich?“ „Ja, sieh mal genau hin!“ „Tatsächlich!“ „Aber nix verraten! Sonst gibt es keine Geschenke!“

Es gab sie doch und ich habe sie an diesem Tag sehr gern verteilt.

Winterliche Auszeit

Nun steht Big B. in Jürgens Scheune. Ich habe ihn besucht. Nein, nicht Jürgen, unseren Caravan. Dabei dachte ich an die vergeblichen, von vielen guten Worten getragenen, Versuche meiner Eltern, mich seinerzeit auch nur stundenweise in einem Kindergarten “unterzubringen”. Ich fasse mich kurz: Daran war nicht zu denken! Und zwar nicht, weil dort kein Platz frei war …

Wenn er mich auch nicht “beachtet”, Hauptsache, es geht ihm gut

So, nun stehe ich in der Scheune. Ein wenig beschleicht mich mein schlechtes Gewissen. Nein, ich habe Big B. nicht ausgesetzt!

Doch was erlebe ich jetzt? – Nichts! Die “Bande” nimmt mich gar nicht wahr. Zu sehr sind sie ins Gespräch über Reiseziele der vergangenen Saison 2020 vertieft: Lüneburger Heide, Bad Füssing, Oberbayern, Italien, Südfrankreich, Schweden, Spanien, Niederlande, Füssen, Berchtesgaden, Saint Just-Luzac. Ihre Palette der Urlaubsorte kennt, wenn auch durch Covid-19 stark eingeschränkt, kein Ende.

Ich mache auf dem Absatz kehrt und schleiche mich aus der Scheune. Sie haben mich nicht einmal bemerkt, diese “undankbaren Urlaubsdosen”.

Man könnte meinen, ich langweile mich ohne den Fendt und beginne zu phantasieren. – Ja, ein wenig Wahrheit steckt dahinter.

“Gesund und munter bleiben!”

Posten beziehen

Bevor sie mich 1978 aus meiner Stammeinheit in Aurich gehen lassen, drücken sie mir noch einen UvD (Unteroffizier vom Dienst) „auf´s Auge“. Am 26. März: Ostersonntag. Am darauffolgenden Dienstag (Reisetag) werde ich versetzt. Also, sparen sie sich in der Stabskompanie I/Fernmelderegiment 34 den einen Tag Freistellung vom Dienst, der mir zustehen würde. Doch das ist mir vollkommen egal. Mit dem Ostersonntag beginnt bekanntlich die österliche Freudenzeit, die fünfzig Tage bis einschließlich Pfingsten dauert. Für mich dauerte sie viele Jahre länger, denn ich wurde zur 2./Flugabwehrraketenbataillon 26 nach Rodenkirchen in die Wesermarsch versetzt. – Meinem Versetzungsgesuch zur „FlaRak“ wurde stattgegeben.

Als zwischenzeitlich zuversetzter Soldat komme ich in den Feuerleitbereich der 2. Batterie, denn ich hatte den Wunsch geäußert, als Flugabwehrraketenelektronikmechanikermeister (FlaRakElo-MechMstr) , so lautete seinerzeit tatsächlich die offizielle Dienstpostenbezeichnung, meinen Werdegang bei der Bundeswehr fortzusetzen. Und da das vom griechischen Naturphilosophen Heraklit stammende „panta rhei“ (alles fließt, alles ist im Fluss) natürlich auch für die Disziplin der Streitkräfte gilt, nannte ich mich (viel) später dann FlaRakEloFw A (Flugabwehrraktenelektronikfeldwebel A).

Meine Ausbildung am Arbeitsplatz (AAP) zum Stabsdienstsoldaten hatte man mir im Herzen Ostfrieslands zuerkannt. Schulbildung. Meine 8er-Stufe als ABC/Se-Soldat hatte ich mir in der Blücherkaserne in Aurich verdienen müssen. Schon damals sagte mir eine innere Stimme: „Diese ABC-Sache behalte besser für Dich.“ – Ich tat gut daran.

So, und da zum Zeitpunkt meiner Ankunft in „Roonkarken“ keine Ausbildung zum Flugabwehrraketenkanonier NIKE (FlaRakKan N) stattfindet, werde ich vorübergehender und sehr willkommener Kandidat für das Amt „Kommandant Zutrittsberechtigung Feuerleitbereich“. Bis dato lautet die Bezeichnung zwar „Tor- und Schließerposten Feuerleitbereich“, kurz: ToPo, aber „das Kind will nur den richtigen Namen haben“, dann klappt´s auch mit der zeitigen Beförderung.

Apropos Beförderung: Neuzuversetzte Soldaten trafen zu 99,927%, abgesehen von den „Neckermann-Obergefreiten Unteroffizieranwärter (OGefr UA)“ als „Kanonier“ aus der Grundausbildung in Rodenkirchen ein. Nicht ich. Ich war bereits Gefreiter.

Er mag meine Personalakte nie gelesen haben, der Herr OLt G.

Mein damaliger „extravaganter“ Zugführer (ZgFhr) erfasst das nie: „Kanonier (Kan) Stock!“ Entnervt lasse ich den Herrn Oberleutnant (OLt) schließlich in diesem Glauben. Obwohl es mich reizt, ihn einmal mit Herr Leutnant (Lt) G. anzusprechen.

Was macht man mit dem Neuen? Man beschäftigt ihn. „Das ist die Zentrale Dienstvorschrift (ZDv) 10/6 und dies die „Besondere Wachanweisung Feuerleitbereich (BesWachAnw FLB)“. Dies ist die Zutrittsberechtigungsliste (Zbl). Alle und alles musst Du in- und auswendig kennen!“ Gefreiter Rainer H., mein stellvertretender Wachhabender (stv. WH) weiß, „wie der Hase im Feuerleitbereich (FLB) läuft“ und reicht mir die Lektüre für meine zukünftigen Schichten. – Ja, Schichtdienst im 48- und 72-Stunden-Rhythmus ist von nun an für mich angesagt. Doch ich weiß, worauf ich mich mit meinem „Antrag auf Versetzung“ eingelassen habe.

Vier Wochen lang laufe ich hin und her (zwischen Wachlokal und Tor), schließe ich auf und ab, lasse ein und aus. Schnell habe ich den „Wachdienst in der Bundeswehr“ (ZDv 10/6) verinnerlicht. Ich bin für meinen ZgFhr weiterhin der Kan Stock und eines Tages, ich erkenne die Ankunft des mir persönlich bekannten Herrn OLt G., meines Zugführers, inzwischen am Motorengeräusch seines Pkw zu jeder Tages- und Nachtzeit, lasse ich ihn ohne Kontrolle seines „badges“ (Sperrzonenausweis) in den Stellungsbereich einfahren. Noch halte ich dies für (m)eine mit dem §12 Soldatengesetz (Pflicht zur Kameradschaft) durchaus zu vereinbarende freundlich-kameradschaftliche Geste.

Das daraufhin unmittelbar einsetzende Donnerwetter (Predigt, Straf-, donnernd, geräuschvoll) ist aufsehenerregend. Nicht nur für den Feuerleitbereich, nein, auch für die angrenzenden Gehöfte zwischen Frieschenmoor, Rodenkircherwurp und Ovelgönne. – „So ein „Gesäß““.

„Ich hätte meinen Sperrzonenausweis vergessen haben können! SIE sind der einzige, der mich daran hätte erinnern können! Ich erwarte zukünftig, dass … und wenn nicht, dann …!“ – Rabbi Jacob aus dem 1973er Kinofilm „Die Abenteuer des Rabbi Jacob (Schauspieler Louis de Funès)“, hätte jetzt gerufen: „Der hot sein´ Naupe´!“ (in etwa: Ein Mensch mit dem schwer auszukommen ist. Er hat seine Launen und Eigenheiten, Anmaßungen und Einbildungen.)

Tage später kündigt sich Besuch an. Hoher Besuch. Der Regimentskommandeur (RgtKdr) will den Tor- und Schließerposten Ronald Stock kennenlernen. – Ok, hier übertreibe ich ein wenig. – Im Rahmen der Dienstaufsicht besucht der „Regimenter“ den Feuerleitbereich der 2. Batterie. Und wird kontrolliert. Erst jetzt lernt er den ToPo Stock kennen. Er zeigt mir seinen Truppenausweis. Ich vergleiche diesen mit den in der Zutrittsberechtigungsliste (Zbl) vermerkten und verbrieften Daten. Und stelle fest: „Fehler! Die Truppenausweisnummer (TrpAuswNr) stimmt nicht mit der hier angegebenen TrpAusNr überein!“

Ich zögere keine Sekunde. Der ebenfalls anwesende Batteriechef (BttrChef) Major O. wird unruhig. Die begleitenden Offiziere scheinen auf glühenden Kohlen zu stehen. Mein im Bereitschaftsgebäude wartender “Herr OLt ZgFhr” ebenfalls. Zur Vermeidung eines erneuten Blitzschlages mit einem abermals einhergehenden urgewaltigen Gewitter macht der Gefreite Stock das, was ihn entlastet: Er meldet. – „Melden macht frei.“

Ich bitte die Herrschaften vor dem Tor um Geduld und den Offizier vom Wachdienst (OvWa) um eine Entscheidung. Nein, nicht der Herr OLt G. ist mein Wachvorgesetzter, es ist der diensthabende Feuerleitoffizier Leutnant (Lt) Romeo Kilo. Und der macht das, was ihn auch später immer wieder auszeichnet: Er trifft eine kurze, schnelle (für mich eine durchaus diskutierbare) Entscheidung: „Reinlassen! Ich kenne den Regimentskommandeur persönlich.“ – Da verstehe einer die damals noch oliv-tarnfarbene Moleskin-Welt der Nike-Hercules-Lenkflugkörper-Streitkräfte im Raum Weser-Ems. – “Der darf das?”

Beförderung zum Obergefreiten. Da wurden die “Ruhrpottler” Ralf B. und Uwe G. wahnsinnig. Auch sie hatten es nie verinnerlicht, dass ich bereits Gefreiter war, als sie noch “mit der Blechtrommel um den Weihnachtsbaum liefen”

Meine Ausbildung am Arbeitsplatz zum Flugabwehrraketenkanonier NIKE beginnt zwei Wochen später. – Es bleiben noch 32 Jahre Luftwaffe, über die ich berichten könnte.

Tierisches Philosophieren

„Wenn ich recht überlege, so ist doch „das, was mit dem Verstand nicht zu erfassen ist“ irrational, oder?“ „Ja, liebe Luna. Dinge, die wir den Gesetzen der Logik nicht unterwerfen können oder die unvernünftig sind, bezeichnen wir als „irrational“.“

Ich weiß, was nun folgt. Heute morgen fand ich in Lunas Bett ein philosophisches Wörterbuch aus dem Alfred Kröner Verlag in Stuttgart. Druck 1920. Ein etwas an- und abgegriffenes Exemplar. Kein Wunder, mit 100 Jahren auf dem Buchrücken. Sofort argwöhne ich, dass es heute zu einem nachdenklich-tiefgründigen Gespräch kommen wird.

„Und ein Gedanke, der den tatsächlichen Verhältnissen, also der „Wahrheit“, nicht entspricht oder den logischen Gesetzen widerspricht und dennoch für wahr gehalten wird, ist ein Irrtum“, folgert das Frollein. Ich täusche Nachdenklichkeit und angebliche innere Versenkung vor. In Wirklichkeit schaue ich hilfesuchend um mich. „Wo ist er, der Nietzsche, der Hegel, der Kant, der Schopenhauer, der mich aus dieser philosophischen Katastrophe führt?“ Na, klar! Bei diesem Wetter lassen sie mich allein auf dem Dingsfelder Weg und im Regen stehen. Sie tummeln sich lieber im Bücherregal in meiner „Schreibstube“.

“Ammerlandschaft”. In sich versunken über dies & das nachdenken, z.B. über “irrationale Irrtümer”

„Gibt es also einen „irrationalen Irrtum“? Ich verstehe darunter einen nicht korrigierten, der Wahrheit nicht entsprechenden Gedanken, der nicht beseitigt werden kann, da er mit dem Verstand nicht erfasst wird?“ Spontan will ich antworten: „Ja, so etwas mag in den Köpfen der amerikanischen Staatsbürger existieren, die seinerzeit Donald Trump zum  US-Präsidenten wählten.“ Ich verzichte sofort darauf, denn ich möchte Politik nicht in irgendwelche philosophischen Denkübungen aufgenommen wissen.

(Auch) Der Weg ins Dorfcafe nach Hösseringen ist zu weit …

Mir schießen zu Lunas Frage Begriffe wie das Versäumnis der Irrtumsvermeidung, der Selbsttäuschung, des Wunschdenkens und der Willensschwäche durch den Kopf. Irrtum und Täuschung lassen sich vermeiden bzw. auflösen, wenn wir sie erkennen. Aber wie verhält es sich bei der Willensschwäche, dem Wunschdenken und der Selbsttäuschung? Wie bringe ich diese Dinge zusammen? – Der Dingsfelder Weg scheint unendlich und die deutschen Denker sind weiterhin unerreichbar für mich.

“Wildkaninchen als letzte Rettung”

Ich halte auch heute Lunas Überlegung für sehr interessant, ziehe aber mangels Wissen dessen ungeachtet die Notbremse: „Liebe Luna, ich denke bei einem „irrationalen Irrtum“ haben wir es eher mit einem Pleonasmus, einem doppelt gemoppelten Begriff, wie „alter Greis“, zu tun. Obwohl, wenn ich weiter überlege, dann … Oh, sieh mal, ein Wildkaninchen!“

Ich dachte nicht nur, ich stehe (allein) im (philosopischen) Wald

Ja, ich weiß, das war feige. – „Nicht jene, die streiten, sind zu fürchten, sondern jene, die ausweichen.“ Marie von Ebner-Eschenbach

Granatjäger 2000

“Wenn bei Capri die rote Sonne im Meer versinkt
Und vom Himmel die bleiche Sichel des Mondes blinkt
Ziehen die Fischer mit ihren Booten aufs Meer hinaus
Und sie legen im weiten Bogen die Netze aus”
Rudi Schuricke, Ende der 1940er Jahre

Damals stachen wir mit der Möwe in See

Es war nicht vor Capri, es war nicht die rote Sonne, die im Meer versank und die bleiche Sichel des Mondes blinkte an diesem Julitag im Jahr 2000 auch nicht, aber wir fuhren zum Fischen.

Die Ruhe vor dem Sturm. … dem Sturm auf die Krabben, Granat, Nordseekrabben.

Die italienische Felseninsel Capri, im Golf von Neapel gelegen, ist auch heute noch gute 2.000 Straßenkilometer von der Butjadinger Halbinsel an der Nordseeküste entfernt. Und ich bezweifle, dass die Fischer, die Rudi Schuricke im weiten Bogen ihre Netze auslegen ließ, auch nur halb so viel Spaß hatten wie wir an diesem sonnigen Tag zwischen Jadebusen und Wesermündung.

Ins Netz gegangen

Bundesakademie für Wehrverwaltung und Wehrtechnik

„Kallax“, früher „Expedit“, einem schlichten Regal aus dem Hause eines multinationalen Einrichtungskonzerns, ist es zu verdanken, dass mir eine Festschrift der Bundesakademie für Wehrverwaltung und Wehrtechnik (BAkWVT) in die Hände fällt. „Wieder in die Hände fällt“, muss ich schreiben, denn vor inzwischen sehr vielen Jahren kam auch mir die dienstliche Verpflichtung zu, das einstige Bildungsinstitut der Bundeswehr mit Sitz in Mannheim zu Schulungszwecken zu besuchen: Qualitätsmanagement (QM) nebst Kosten- und Leistungsverantwortung (KLV).

Festschrift „40 Jahre Akademie“

Der Seminargedanke lautete annähernd: „Das bestmögliche Produkt anbieten“. Mir hatte man damit gar keinen Gefallen getan, aber wer fragte mich? Im Gegenteil, man war froh, einen Staatsbürger in Uniform gefunden zu haben, der mittels Befehl und Gehorsam herhalten musste, sein Wirtschaftlichkeitsbewusstsein gestärkt zu bekommen, um dann die Kreativität der Soldat*Innen systematisch für Einsparungen und Verbesserungen zu nutzen.

Und dann fällt mir heute diese Festschrift „40 Jahre Akademie“ beim Umräumen meiner inzwischen etwas kräftiger angewachsenen Bibliothek in die Hände. Ich bin seinerzeit nur wenig später als das 2001 begangene Jubiläum vor Ort in der Seckenheimer Landstraße 8-10 in Mannheim gewesen. Diese Verspätung hinsichtlich des Ehrentages ist auch nicht der Anlass zu meiner heutigen kurzen Geschichte.

Mein “Meilenstein” wurde später (nicht) in die Abschlusschronik (2012) der Akademie aufgenommen

Meine damalige Verspätung zum Lehrgangsantritt in Mannheim kommt mir ungebremst wieder in den Sinn: 560 Kilometer bis zur Bundesakademie für Wehrverwaltung und Wehrtechnik liegen vor mir. Ich starte mit einem großzügigen Zeitpolster in Richtung Mannheim. Es läuft wie am Schnürchen. Ich komme problemlos voran. „Kreuz Mannheim“, BAB 6, BAB 656, Freudenheim, Fahrlach, Oststadt, Neuhermsheim. “Wo bin ich?” Ich kreuze den Neckar mal von links nach rechts und dann wieder entgegengesetzt. Ich habe mich verfahren! Noch nie habe ich mich auch nur zu irgendeinem Seminar oder Lehrgang verspätet. Aber heute!

Mit 1,5 Stunden „overtime“ melde ich mich bei meinem Hörsaalleiter. Der Leitende Direktor Herr Dr X. hört mich an, mir aber nicht zu. Ich muss beim zuständigen Lehrstabsoffizier vorsprechen. – Klopf, klopf. „Herein.“

Irgendwann bemerkte ich, dass ich die “überarbeitete” Ausgabe der BAkWVT-Festschrift “gefunden” hatte

Ich schreibe nicht, dass es die nicht objektive, vielleicht sogar von negativen Gefühlen bestimmte Meinung, die sich der Herr Oberstleutnant ohne Prüfung der Tatsachen voreilig über mich gebildet hat, ist, dass er mich ein wenig missgestimmt begrüßt. Auf alle Fälle lasse ich ihn natürlich ausreden und erwidere dann: „Ja, Herr Oberstleutnant, ich setzte mich vor 8 Stunden mit dem Vorsatz ins Auto, verspätet in Mannheim anzukommen. Allein aus dem Grund, um Sie zu verärgern.“

Sendepause. Schnappatmung. Ich merke, dieser Satz geht nach hinten los. Der Mann versteht meine humoristisch gemeinte Zweideutigkeit nicht. Ich kann die Situation versöhnlich bereinigen und darf am Unterricht teilnehmen. – Am dritten Unterrichtstag an der BAkWVT denke ich reumütig: „Hättest Du nur nicht …“

Der 280er

Eine Geschichte ohne Fotos. Zur freundlichen Erinnerung an Joachim Anton H. und einzig für das “geistige Auge” bestimmt.

Heute kam mir ein Mercedes-Benz 280 S entgegen. „Schön“, denken der eine und die andere: „Und warum ist das so besonders?“ – Es handelte sich um einen Typ W 108, der gern als „die alte S-Klasse“ bezeichnet wird, obwohl besagte Klasse zur Zeit der Fertigung dieses Typs (1967–72) noch gar nicht vom Band gelaufen war. – (Zitat) Mercedes-Benz bezeichnet die Modelle W 108/109 als „die eigentliche Geburtsstunde der S-Klasse“, auch wenn man sie damals noch nicht so nannte (Zitatende, wikipedia).

Besagter Mercedes 280 S, wenn auch noch nicht eine S-Klasse, so doch ein 6-Zylinder-Oberklasse-Modell mit einem Hubraum von 2778 cm³ und seinerzeit 140 PS, weckte sofort Erinnerungen in mir:

2./Flugabwehrraketenbataillon 26 NIKE, Chorengelshellmer/Sürwürder Hellmer, Lockfleth, Feuerleitbereich und Joachim (1954 – 2020), “nick name”: Jochen. – Jochen fuhr dieses W-108er-Modell. Und er wäre nicht Jochen gewesen, hätte sein 280er nicht auch bereits damals über besondere Ausstattungsmerkmale verfügt wie ein Automatikgetriebe, Zentralverriegelung, elektrische Fensterheber, eine Standheizung und … nun kommt´s: Am rechten Kotflügel des tiefschwarzen „Mafiaschlittens“ befand sich die Halterung für einen Stander. Bestimmte Amtsinhaber und Würdenträger besitzen die Berechtigung zum Führen von Standarten … und der damalige Herr Oberfeldwebel J. – „Wer, wenn nicht er?“

Ich will mich auf keinen Fall über Jochen lustig machen. Im Gegenteil! Ich erinnere mich oft und dies sehr gern an unsere gemeinsamen Jahre während der 1980er. „So manches Ding“ haben wir uns da hin und wieder geleistet. Nein! Wir haben uns niemals rechtswidrig verhalten und selbstverständlich auch keine Straftaten begangen.

Wir haben vielleicht einmal mehr als gewöhnlich, auch gegenüber den uns anvertrauten Soldaten, „Fünfe gerade sein lassen“ und bestehende Dienstvorschriften mit ein wenig mehr Freigeist interpretiert, als dies im Sinne realer Anweisungen gedacht war. – „Die Gedanken sind frei, wer kann sie erraten?“

„Was hat das alles mit dem Mercedes-Benz 280S zu schaffen?“ – Es ist die Brücke, die dieses Fahrzeug meinen Gedanken an Jochen schlug. Und da fällt mir die eigentliche Geschichte ein:

Es soll einmal zwei Soldaten gegeben haben, die wenig bis gar keinen Gefallen an einer Disziplin des Soldatensportwettkampfs fanden. Um dem eigentlich allgemein sehr unbeliebten 5000m-Lauf ein wenig mehr Attraktivität zu verleihen, machte sie sich daran und vermaßen selbstlos, um eine Alternative zu den monotonen 12,5 Runden auf dem Sportplatz an der Molkereistraße 21 zu schaffen, parallel zum Alser- und Hakendorferwurp entlang des Lockfleths eine Ausweichstrecke. Schnell waren die erforderlichen Streckenmarkierungen inkl. Wendemarke auf den Beton gesprüht. An eben dieser Wendemarke nahm ein Posten Aufstellung und erfasste die hier den Rückweg antretenden Sportler. Ich darf Sportler schreiben, denn Sportlerinnen gab es erst ab dem 1. Januar 2001 in den Kampfverbänden. Gut, einige gab es davor bereits in den Disziplinen MilPhys, -San und -Geo.

Die 5000er-Läufer starteten am Tor zum Feuerleitbereich. Der Tor- und Schließerposten erfasste schriftlich den Start und späteren Zielleinlauf. An der Wendemarke wurde die „körperliche Anwesenheit“ quittiert. Fertig!

Mindestens zweimal patrollierte der tiefschwarze Mercedes auf der Laufstrecke, hielt stets außerhalb der Sichtweite zur Wendemarke und dem Tor- und Schließerposten. Eben dieser Mercedes verfügte neben all seiner luxuriösen Ausstattung über einen sehr geräumigen Kofferraum. Ohne weiteres hätte ein zuvor am Tor FLB gestarteter Sportler dort hinein huschen können, vor der Wendemarke diesem entschlüpfen, um sich nach dem dortigen „Vollzähligkeitsappell“ wieder … usw. Doch das ist natürlich rein spekulativ.

Ich bleibe im Konjunktiv: WER in aller Welt hätte das getan?