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Alltägliches & Co. aus und um Wiefelstede

Frühe

“Im Osten graut’s, der Nebel fällt,
Wer weiß, wie bald sich’s rühret!”
(aus: “Frühe” – Joseph Karl Benedikt Freiherr von Eichendorff )

Fast unauffällig fügt sich die auf die Eisfläche geworfene Flasche in die pausierende Lachmöwenschar ein. Hier erkannte jemand, was der Natur an den Regenrückhaltebecken fehlt …

Es erübrigt sich, zu berichten, dass wir heute morgen wieder einmal den Hörner Diek “heimgesucht” haben.

Erste Anwesenheitskontrolle an der Bäke: “… vier, fünf, sechs! Ja, alle da!”

An vertrauter Stelle trafen wir auf den Graureiher, die Enten erwarteten uns bereits im Schilfgürtel, nur der Eisvogel wollte sich noch nicht zeigen. – Vielleicht war´s ihm zu eisig?

(Fast) “Vom Eise befreit sind Strom und Bäche …” [Johann Wolfgang Goethe – “Vom Eise befreit …” (Monolog des Faust)]

In der Ferne sahen wir Günter und Falk ihre Runde drehen und das “Frollein” war u.a. sehr damit beschäftigt, für “Ordnung” an der Uferböschung der Funktionsbecken zu sorgen.

Sturmtief Friederike

Friederike, der schwere Sturm mit seinen Orkanböen, bahnte sich am 18. Januar 2018 auch durch das Ammerland seinen Weg bis nach Polen.

Vom Sturm gefällt

Anfangs hörten wir oft die Motorengeräusche der Kettensägen und Holzvollernter (Harvester). Gute sechs Wochen später verschafften sich das “Frollein” und ich uns während eines ausgedehnten Gangs durch die Mansholter Büsche entlang der Nutteler Bäke einen Überblick über die Sturmschäden.

Inzwischen wurden die Stämme der entwurzelten Bäume geborgen

“Wi hebbt hier starke Eekenböm” heißt es im Ammerlandlied*. Nach Friederike sind es allerdings einige Eichen, Rot- und Hainbuchen weniger.

Noch längst sind nicht alle Schäden beseitigt

Es ist erschreckend, wie viele Bäume durch diesen schweren Sturm entwurzelt wurden.

Im “tiefen Wald”

Ich möchte mit meinen Fotos nachträglich kein Schreckensszenario liefern und verzichte darauf, weitere Aufnahmen zu zeigen. Aber es ist “hell” geworden in den Mansholter Büschen an der Nutteler und Bokeler Bäke.

Und an anderer Stelle bahnt sich das erste Grün seinen Weg durch das Eis der Nutteler Bäke

“Die Schwärmerei für die Natur kommt von der Unbewohnbarkeit der Städte.” – Bertolt Brecht

 

*Mien Ammerland (Auszug)

Ick hang an die mien Läben lang,
mien leewet Ammerland.

Wi heppt hier starke Eekenböm
un Dannen slank und lang,
dorbi de Wischen vuller Blöm,
un morgens weckt us ut de Dröm
de helle Vögelsang.

Wilhelm Geiler, (1819 – 1895, Auktionator und niederdeutscher Heimatdichter)
Quelle: http://www.ammerland.de/mien_ammerland.php

Hörner Diek

Heute morgen um 8.00 Uhr. Hörner Diek. -1°C. 90% Luftfeuchtigkeit. – Wir waren dort. Allein. … und letzteres ist sehr ungewöhnlich.

Den Eisvögeln war es heute morgen noch zu kühl. Wir sahen (zumindest) keines der Familienmitglieder der Alcedinidae

Darum für die, die sonst immer da sind, aber heute morgen die noch leicht fröstelnde Landschaft “versäumt” haben …

Panoramablick über eines der Funktionsbecken
… und noch ein “Panorama”
Ich wollte auch einmal auf´s Foto (die Schattengestalt links)

“Was hilft aller Sonnenaufgang, wenn wir nicht aufstehen.” – Georg Christoph Lichtenberg

1° Celsius

um 16.00 Uhr in usA (unserem schönen Ammerland) und dabei Niederschlag: 0%; Luftfeuchte: 56%; Wind: 13 km/h. Bodenfrost in Feld, Wald und Flur. Endlich einmal trocken “auf Achse” und ohne “Wasserschaden” nach Haus kommen!

Strategische Aufklärung im Schilfgürtel

Plötzlich begegnen uns WiefelstederInnen, die wir für gefühlte drei Monate nicht gesehen haben. Und: alle sind bester Laune. – “Ob´s am Wetter liegt?”

“Entwarnung! Wir können ungehindert weiter.”

Quer durch den Garten

Nicht kreuz und quer, aber kurz und bündig trieb es mich im April 2009 auf den ehemaligen Fliegerhorst Oldenburg. – Diese Fotos fand ich heute nicht zufällig, ich wollte sie finden.

“Wer Ordnung hält, ist nur zu faul zum Suchen!” – Die Buchführung nach einer inoffiziellen “Durchsicht” (Geb. 17)

Es war Ovid, der einmal sagte: “Es ist erfreulich, sich einer glücklichen Zeit zu erinnern.” Nun stimme ich diesem “ollen Römer”, dessen Lektüre mich in den 1970er Jahren mehr als quälte, nicht bedenkenlos zu, denn im Falle meiner Zeit auf dem FlgH OL tendiere ich doch mehr zu der ungarischen Anschauung: “Wenn auch die Wunde heilt, bleibt die Narbe.” – Aber ein wenig rückblicken will ich dennoch.

Geb. 17. Ein Bürogebäude

Alles ist vergänglich. – Einst gehütet wie ein Augapfel …

“Tag der offenen Tür”. – Der Kohlenhof (Geb. 92)
Auf dem Kohlenhof. Ursprünglich lagerte hier tatsächlich “die Kohle” des Fliegerhorstes, der in seinen Anfängen mit Torf und eben Kohle beheizt wurde
Nicht “Houston Control”, aber ein Kontrollpanel in der ehemaligen Tankanlage II

Undenkbar als Unbefugter auch nur in den Dunstkreis einer der beiden Tankanlagen des Fliegerhorstes zu gelangen.

Tankanlage II. Dieser Filter wurde bis April 1993 und auch später nicht mehr gewechselt
Ein Blick von der Tankanlage II auf die Gebäude 106a, 160, 115 und Halle 1
Blick von der Tankanlage II. Im Hintergrund die Gebäude 106 und 194

Ich meine nur …

Die Wahl zum 19. Deutschen Bundestag fand am 24. September 2017 statt. Mehr als 24 Stunden nahmen die letzten Beratungen, die am 12. Januar 2018 dann zum Abschluss der sogenannten Sondierungsgespräche führten, in Anspruch.

In diesen Gesprächen ging es einzig darum, zu prüfen, ob und wie die Parteien gemeinsam regieren können. Gespräche, um Situationen und Meinungen in Erfahrung zu bringen, also noch lang keine Verhandlungen über die Bildung einer möglichen Regierungskoalition. Einzig ein Gedankenaustausch und keine konkreten Verhandlungen mit dem Ziel eines Interessenausgleichs.

Spitzfindige Wortklaubereien erforderten dann 110 Tage für die sondierende Feststellung: „Ja, wir können uns vorstellen, wieder eine Große Koalition zu bilden und die nächsten vier Jahre zusammen zu regieren.“

Bereits in 2009 erntete Peer Steinbrück (SPD) mit seiner Forderung, die große Koalition fortzusetzen, aus den Reihen der Sozialdemokratinnen, Sozialdemokraten und der CDU herbe Kritik. Ist inzwischen alles regiert, verwaltet und reguliert, dass ein Umdenken stattfinden kann?

Allein knappe vier Monate gingen ins Land, um zu sondieren. Wie lange werden, nach noch ausstehenden parteiinternen Beratungen und Abstimmungen, nun konkrete Koalitionsverhandlungen in Anspruch nehmen?

Nach der Bundestagswahl 2017 bleibt die Bundesregierung vollständig handlungsfähig, bis eine neue Regierung gebildet worden ist. Und folgt dann ein „weiter so“? – Vielleicht nicht der Rest der Welt, aber sicherlich Europa und ganz sicher ich werden langsam ungeduldig.

Leer ist sehenswert

Wir sind neugierig auf Leer. – Und weil es “um die Ecke liegt”, brechen wir in Richtung der zwischen Leda und Ems gelegenen Stadt auf.

Kulturdenkmal Schloss Evenburg in Leer-Loga

Wir wohnen im Hotel Hafenspeicher am Freizeithafen und statten dem Kulturdenkmal Schloss Evenburg noch vor seiner Winterpause (11. Januar bis 24. März) einen Besuch ab, erkunden die Stadt und entdecken Sehenswertes in der “Ledaschleife”.

“de is wis und woll gelerdt de alle dinck tho den besten kerdt” – Spruch an der Fassade des Hauses “Samson”, das mit zu den schönsten Bauwerken der Stadt zählt

Nun sind zwei Übernachtungen bei weitem nicht ausreichend, die Geschichte Ostfrieslands oder der Stadt Leer, die allein 1200 Jahre zurückreicht, zu erkunden, aber wir “picken uns unsere Rosinen heraus” und durchstreifen die Altstadt und den Hafen.

„Ostfriesen werden bereits mit dem Fahrradsattel unterm Hintern geboren“, wird ja immer gern behauptet. – Allerdings: keine Fahrräder im Schlosspark

Im Museumshafen finden wir den letzten Zeitzeugen der einstigen ostfriesischen Dampfschiffflotte, der vom Verein Traditionsschiff Dampfer Prinz Heinrich restauriert und wieder unter Dampf in Fahrt gebracht wurde.

Die “Prinz Heinrich” wurde im Jahr 1909 auf der Papenburger Meyer-Werft gebaut

Und wir besuchen die Ehemalige Jüdische Schule Leer (EJS), eine Gedenk- und Begegnungsstätte, die als letzter “steinerner Zeuge” dem Gedenken an die jüdische Bevölkerung aus dem Landkreis gewidmet ist.

Ehemalige Jüdische Schule Leer. Forschen. Lernen. Begegnen. Gedenken

Ein Wochenende reicht nicht aus, um Leer kennenzulernen. Bei weitem nicht. “Leer ist sehenswert!” behauptet die Touristik Leer. – Recht hat sie.

Festgestellt in der Rathausstraße in Leer

Vor 10 Jahren? – Unglaublich

Eigentlich habe ich mir vorgenommen, die zahlreichen bis zahllosen Bücher in meiner „Höhle“ zu ordnen. Der Wille dazu ist ungebrochen. Allerdings stoße ich dann auf eine der reichlich vorhandenen CDs mit Fotos aus meiner „Pressevergangenheit“ beim größten Sicherheit produzierenden Unternehmen der Bundesrepublik Deutschland. Und da ich sie nun einmal in Händen halte, kann ich auch schnell einen Blick „hineinwerfen“. – Aber nur einen ganz kurzen!
Ort des Geschehens in den Jahren 2007 und 2008: der Großraum Diepholz und der Landkreis Vechta.

Angehörige des Objektschutzregimentes der Luftwaffe “Friesland” üben für einen (erneut)  bevorstehenden Auslandseinsatz
Es mag “gestellt” aussehen, aber alle Beteiligten waren “vorbelastet” und handelten ausnahmslos authentisch. Ja, so real, da “bekamste ´ne Gänsehaut” …
Startbahnschnellinstandsetzung. Luftwaffenpioniere bei der Arbeit
Schwenklader Ahlmann AS 12B. Der “Ahlmann” im Einsatz
Ausbildungsbetrieb im “Sandkasten”
Abt. Tiefbau
“Schon wieder der mit der Kamera!” – Dieser Gedanke mag oft aufgekommen sein, aber sie ließen mich immer …
… auch schon mal “mitspielen”!
Alles legal für die Nachwelt erhalten
Und was es mit diesem “Waffensystem” auf sich hat, wäre eine ganz neue (Militär-)Geschichte. – Sozusagen eine schwäbisch-friesische Begebenheit

 

Gestern vor 40 Jahren

Fast zeitgleich mit dem Doppelbesteuerungsabkommen, die korrekte Bezeichnung: Abkommen zur Vermeidung der Doppelbesteuerung, zwischen der Bundesrepublik Deutschland und Kenia, „bauen“ 74 GymnasiastInnen im Mai 1977 ihr Abitur am Gymnasium Nordenham. Fünf von ihnen werden nicht „doppelt besteuert“ und von der mündlichen Prüfung befreit.

Das “Große Latinum” war eine Herausforderung. Wären mir damals Caesar, Ovid und Tacitus über den Weg gelaufen, ich hätte sie …

40 Jahre später treffen wir uns im Hotel am Markt in Nordenham. Unsere KlassentreffenorganisatorInnen haben ganze Arbeit geleistet. Viele folgen ihrem Aufruf und so sitzen wir, die Klasse von 1977 (13sb), fast vollzählig und in bunter Runde zusammen.

“Oft abgelenkt”. Kein Wunder bei der “Reizüberflutung”

„Was machst Du (beruflich) so?“ – Diese Frage ist an diesem Abend nicht immer ganz zeitgemäß, denn seit 1977 sind einige Dekaden ins Land gegangen, einige von uns stehen kurz vor dem Eintritt in den Ruhestand und manche üben bereits seit bis zu sieben Jahre das Berufsprofil „Ruhestandsbeamter“ aus.

Mein Geburtstagsgeschenk 1976

„Weißt Du noch?“ Partner, Kinder, Enkelkinder, Eltern, ehemalige Lehrerinnen und Lehrer, gemeinsame Bekannte, der persönliche berufliche Werdegang und schließlich das Gruppenfoto. Letzteres „in den Kasten“ zu bekommen dauert auch heute noch genauso lang wie damals auf den Klassenfahrten nach Bonn, Berlin und Lübeck. – Und das ist gut so!

“Ronald kann, wenn er nur will. Er ist aber ein “Saisonarbeiter”!” (Originalton meines Klassenlehrers Walter Garms, 20.07.1935 – 01.12.2016) – Noch heute nutze ich “sein” Unterrichtsmaterial!

Kein Lehrerbesuch. Kein Besuch der alten Schule. – Grund: Keine Zeit! – Es gibt viel zu viel zu berichten und zuzuhören. Bis zum nächsten Mal werden wir keine 40 Jahre warten (können).

Vielen Dank an Helga, Rita und Gert!