Alle Beiträge von Ronald Stock

Ausflug an den Tegernsee

„Herrliches Land, erstrahlend in Anmut, überreich an Wäldern, fruchtbar an Wein, ergiebig an Eisen, an Gold, Silber und Purpur; …“ Schon zu Zeiten Tassilos III. (ca. 741- ca. 796) fand Bischof Arbeo von Freising (ca. 723 – 4. Mai 784) begeistert diese Worte für das bayrische Alpenvorland.

Der Tegernsee. Einer der saubersten Seen Bayerns

Und da wir wissen, dass diese bischöflichen Worte auch heute noch ihre Berechtigung haben, denn Bischof Arbeo von Freising sprach seinerzeit auch von „Männern, hochgewachsen und strotzend an Kraft“, machen wir uns zu dritt auf den Weg an den Tegernsee. Hochgewachsen und strotzend an Kraft verlassen wir nach einem wieder einmal sehr schmackhaften Mittagessen (Krautwickerl mit Speckscheibe und Röstzwiebeln, dazu Püree (und extra viel Soße)) das Haus Göttfried in Kreuth. Wir werden den Wallberg bei Rottach-Egern, mit seinen stolzen 1.722 m im Mangfallgebirge gelegen, in einem Zug bezwingen! Zumindest bis auf 1.620 m … hier endet die Seilbahn. – “Tja, wenn der Vater mit den Söhnen.”

Es war ein wenig “diesig” an diesem Tag. Die nicht ganz klare Luft “trübte” unsere Aussicht

Dem Wallberg liegt das Tegernseer Tal zu Füßen. Ein herrlicher Ausblick in eben dieses Tal und auf den sommerlichen See mit seinen Segelbooten und Yachten krönt unseren Tagesausflug von München in „das Tal meiner Väter“. Und bevor dieser blog-Eintrag ein historischer (Familien-)Roman wird, beschränke ich mich nun nur noch darauf, einige Fotos zu zeigen.

Im Kurpark von Rottach-Egern trafen wir Ludwig Thoma (1867 – 1921 in Tegernsee, ein deutscher Schriftsteller), …
…, Leo Slezak (1873 – 1946 in Rottach-Egern, österreichischer Opernsänger und Schauspieler) und …
… Ludwig Ganghofer (1855 – 1920 in Tegernsee, ein bayrischer Schriftsteller)
Der Riederstein, ein 1207 m hoch gelegener Felssporn oberhalb des Tegernsees, von Rottach-Egern aus betrachtet
Gipfelstürmer … per Seilbahn
Das Schloss Ringberg auf halber Höhe des Ringbergs. Herzog Luitpold in Bayern legte 1912 den Grundstein
Die Bergstation der Wallbergbahn
Panorama pur
Und dann ging´s wieder bergab

PS.: Eventuell ist es aufgefallen: Bayerisch, bayrisch, bairisch. Es gibt einen feinen Unterschied. Den zu erklären ist schwer. Dazu muss man Bayer sein und bairisch sprechen. Vielleicht nach ein oder zwei bayrischen Bieren.

Und “last but not least”: Niemals “das Maß Bier” oder “der Schneid (im Sinne von Mut und Tatkraft)” sagen. Es heißt auf bairisch “die Maß Bier” und “die Schneid”! Und da ich gerade vom Schneiden schreibe: Möglichst nicht den Leberknödel mit Messer und Gabel zerteilen! Das geht in Bayern nur mit dem Löffel. … es sei denn, dass man ohnehin seinen Leberkäse “preußisch-ideenreich” mit Curryketchup “genießt” 🙄

“Dees weàmà schõ griàng.” – Das werden wir schon hinbekommen.

Das fliegende Auge 2020

Der Film “Das fliegende Auge”, ein typischer Vertreter des 1980er-Jahre-Actionkinos, schickt den Superhubschrauber „Blue Thunder“ zur Sicherung des Luftraumes über Los Angeles in den Kampf gegen eine neue Qualität des Verbrechens. Mit hochsensiblen Richtmikrofonen, verschiedenen Kamerasystemen und einer sechsläufigen 20-Millimeter-Gatling-Kanone ausgestattet, nimmt „Blue Thunder“ in diesem 1983er Film den Kampf auf.

Dies ist keine Fotomontage: Die Drohe steht tatsächlich “mucksmäuschenstill” in der Luft

Wegen der fehlenden Gatling-Kanone nicht so martialisch, aber technisch mindestens gleichgestellt, dafür unbemannt und viel kleiner, startete vor wenigen Tagen eine Mavik Mini Drohne in den erlaubten Luftraum über einer Halbinsel an der deutschen Nordseeküste.

An Bord eine Digitalkamera, die den Vergleich mit nicht fliegenden Kameras auf keinen Fall scheuen muss

Der Vollständigkeit halber erwähne ich, dass die geltende Drohnen-Verordnung, die umfangreiche Regelungen und Vorschriften zum Betrieb von unbemannten Fluggeräten in Deutschland umfasst, selbstverständlich strikt eingehalten wurde.

Und eine Luftaufnahme darf natürlich nicht fehlen:

Die Drohne hätte weit höher steigen können, aber sie sollte kein “Spielball” der steifen Brise, die an diesem Tag wehte, werden

De Pingsttour

„To Pingsten, ach wie scheun“ ist wohl eines der bekanntesten Lieder des „St. Paulianer Jungen“ Heinrich „Hein“ Köllisch (1857-1901). Seinem 1894 eröffneten Lokal, einem „Pläseerlokol“, wie man es damals nannte und das er auf dem Hamburger Spielbudenplatz betrieb, gab er den Namen „Köllisch´s Universum“. Nun habe ich Hein natürlich nie persönlich kennengelernt, aber mein Großvater kannte alle seine Lieder: „„De Pingsttour“ von Heinrich Köllisch“. So kündigte er stets diesen plattdeutschen „Schlager“ an, wenn er ihn zu den verschiedensten Anlässen spontan vortrug. Er, Jahrgang 1898, kannte alle Köllischen Lieder auswendig. – „To Pingsten, ach wie scheun, wenn de Natur so greun, un all´ns na buten geiht, dat is een wohre Freid!“

Ems. Sielgraben Sustrum II. Meine gefühlte 1001. Aufnahme  an dieser Stelle

Es liegt auf der Hand, dass mir dieses Lied zu Pfingsten immer wieder in den Sinn kommt. Ich höre meinen Opa singen, erinnere dabei sein verschmitztes Lächeln, wenn der besungene Pfingstausflug auf Grund einer plötzlich einsetzenden, sehr ungünstigen Wetterlage so gründlich ins Wasser fällt und denke: „Dat is een wohre Freid!“

Eine Sumpf-Schwertlilie, auch Wasserlilie genannt

Eine wahre Freude ist es auch, wieder einmal im Emstal zu sein, im neuen, diesmal 100%ig aufgebauten Kampa-Vorzelt zu sitzen und während mich Luna „bewacht“, sie hat ihren Kopf auf meine Füße gelegt, diese Zeilen zu schreiben. Die Sonne strahlt am Himmel, die Gäste auf dem Campingplatz eifern mit ihr um die Wette und gleich werden wir gemeinsam mit der „Besten von allen“ zu einem Gang entlang der Ems aufbrechen. – „Mensch , was willst Du mehr?“

Ein Blick aus einem Seitenarm der Ems

„Es gehört sich nicht bei manchen Dingen zu sehr ins Detail zu gehen. Doch ich erlaube mir eine Ausnahme: “Duschen“. Und nur ein letztes Mal will ich lästern: Heute morgen traf ich den “Terminator”. Er muss es gewesen sein! Gleich nebenan, eine Duschkabine weiter, pflegte er seinen Astralkörper unter den aus den Düsen eines angsterfüllten „El Gordos“ heraussprudelnden Fluten. Ich habe den Terminator nicht gesehen. Keiner könnte so maskulin duschen wie er: Rumms! Die Tür wird erbarmungslos ins Schloss gezwungen. Peng! Die Duschutensilien, sicherlich Scheuerpulver in gröbster Körnung, eine Stahlbürste und weitere kosmetische Arbeitsgeräte, wie Topfreiniger und Stahlwolle, die nicht fehlen dürfen, werden männlich abgelegt. „Wasser marsch!“ Eine bis dato sehr höflich schaffende Armatur verliert all ihr Selbstbewusstsein und steht dem Terminator unterwürfig zu Diensten. Zum Abschluss lässt es sich „Arnie“ nicht nehmen, noch einmal so richtig „tiefgründig sein Näschen zu schnauben“ und … – Hier gebieten meine Manieren einer weiteren Schilderung Einhalt. Der Terminator. Er muss es gewesen sein.

Kirche in Steinbild. St. Georg

Europas großes Camping-Magazin testet und vergleicht in seiner diesjährigen Mai-Ausgabe Campingstühle. Da mich permanente Tests von Plug-in-Hybrid SUV, der heutige „mit der Kraft der drei Herzen“ (Benziner, Front-E-Motor und Heck-E-Motor) nun so gar nicht interessieren, blättere ich weiter und entdecke unsere “Isabellas”. Auf Seite 41 finde ich „Loke“. „Ein hochwertiger Stuhl mit kleinem Schönheitsfehler: große Schraube sichtbar“ (Zitat Caravaning). Ja, das geht ja nun gar nicht! Dieser Stuhl ist durch eine sichtbare große Schraube missgestaltet! Und er knirscht beim Aufbau! Schnellstens klappe ich die „Verlierer“ zusammen, verstaue sie vor ihrer nun unwiderruflichen Entsorgung im verborgensten Winkel des Caravans und hoffe, dass niemand unseren bestürzenden Fehlkauf entdeckt. Seitdem stehen wir im Vorzelt. – Brauche ich solche Tests? „Nein.“

Die MS Springer. Sie “stand schon in der Zeitung”: Westfälische Nachrichten, 2012. “Zwangspause im Eis: Kanäle frieren zu – Schiffe liegen fest”

Komisch. Immer wenn wir unsere Runde Emstal-Steinbild-Düthe-Emstal drehen, treffen wir Georg um 11.55 Uhr. Ich spreche in Rätseln. Die Kirche in Steinbild ist die St. Georg Kirche. Ihre Turmuhr zeigt tatsächlich jedes Mal „fünf Minuten vor Zwölf“, wenn wir die Brücke über den Dortmund-Ems-Kanal überqueren. Nein, die Uhr steht nicht. Es ist reiner Zufall. Oder himmlische Fügung?

Am Dortmund-Ems-Kanal. Blickrichtung Schleuse Düthe

Und da ich gerade vom Zufall berichte: Pfingstsonntag. NDR I Radio Niedersachsen. Der Moderator legt mit den Worten “weil sie zu Pfingsten einfach dazugehört”, “De Pingsttour” auf:

… De Vadder geiht voran, –
een witte Maibüx an,
sien Jung kummt in de Mitt, –
natürlich ook in Witt,
dorbi hebbts op den Kopp –
een fien’n Strohhoot op,
all’ns sauber un mit Schick, –
grood wie gelickt. …

Ems/Dortmund-Ems-Kanal. Blick in Richtung Steinbild

Siegfried Lenz war ein großer Schriftsteller. Seine Romane und Erzählungen begeisterten mich bereits als Schüler und nehmen heute ca. 1,50 m in meinem Bücherregal ein. Als stets „blanker“ Gymnasiast konnte ich mir diese Bücher zu einem Stückpreis von damals 30-35 Deutsche Mark aus dem Hoffmann und Campe Verlag nicht leisten. „Es gab sie seinerzeit auch als dtv-Taschenbuchausgaben!“ Ja, gab es. Aber Siegfried Lenz wurde und wird von mir nicht im „Maßstab H0“ gelesen. Hoffmann und Campe muss es schon sein.

Ein Seitenarm der Ems

Nach und nach habe ich heute fast alle Lenzschen Werke erworben. Dazu zählt auch das 2015 in 1. Auflage erschienene Buch „Gespräche unter Freunden“, das mir „die Beste von allen“ schenkte. Siegfried Lenz im Gespräch mit Schriftstellern, Literaturkritikern, Journalisten und Freunden. Ich bin heute davon überzeugt, dass Manfred Durzak, der sich 1976 mit Siegfried Lenz unterhielt, dabei eine ganz bestimmte, sich selbst inszenierende Rolle einnehmen wollte und werde, auch wenn es mir schwer fällt, dieses Gespräch von Anfang bis Ende aushalten und lesen, aber ich freue mich jetzt schon umso mehr auf die Unterhaltung mit Loki Schmidt aus dem Jahr 2008. Titel: „Eine Freundschaft“.

Der DEK (Dortmund-Ems-Kanal) bei Steinbild

Auch wenn meiner Klasse und mir keiner unserer Deutschlehrer bis zum Abschlussjahr 1977 Siegfried Lenz im Unterricht tiefgreifender vorstellte, so erinnere ich mich unwillkürlich an meine Deutschlehrerin Frau Gisela B. (1939-2014). Sie unterrichtete nicht nur das Fach Deutsch, sie war auch eine Künstlerin. Eine wahre Künstlerin: Geistreich, bildend, aufgeschlossen, kreativ, ideenreich, aufbauend. Mit ihr besuchten wir Kunstausstellungen. Und sie war es, die uns die Bertold Brecht Parabeln um Herrn Keuner vorstellte. In einem ihrer Unterrichte hielt ich ein Referat über „meinen“ Hamburger Schriftsteller Siegfried Lenz. Zeitvorgabe: 20 Minuten. Ich brauchte die ganze 45minütige Unterrichtsstunde und die große, die heilige Pause von 20 Minuten. Niemand verließ den Klassenraum und trotz meiner eindeutigen Zeitüberschreitung stand Frau B., ihrer Unterrichtsstunde beraubt, auf und spendete mir Beifall. – Das hat nun nichts mit Camping, Caravan und „auf Achse sein“ zu tun, ist aber eine sehr schöne Erinnerung an meine Schulzeit und, ich gestehe, auch heute noch Balsam für meine Seele.

Kein Biber, aber eine Biberratte (Nutria)

Viele oder besser alle (weiblichen) Stechmücken scheinen den „BLV Tier- und Pflanzenführer für unterwegs“ nicht zu kennen. „Sie stechen vor allem in der Dämmerung und bei trübem, schwülwarmen Wetter“, heißt es dort auf Seite 326. Gut, vielleicht ist Culex pipiens (die Stechmücke) in ihrer Lektüre noch nicht so weit vorangeschritten oder sie kann doch nicht lesen. Auf alle Fälle spende ich der stechenden Damenliga dieser Zweiflügler bei meinen Streifzügen durch den Wald bei jeder Wetterlage und unter allen Lichtverhältnissen stets ausreichend „Säugerblut“. Auch das Frollein ist nicht begeistert. Unsere gefiederten Freunde bräuchten eigentlich nur mit geöffnetem Schnabel vor uns herfliegen und schon hätten sie Proviant für die nächsten zwei Tage gesammelt. Doch typisch, wenn man sie braucht, betreiben sie gerade Gefiederpflege oder singen von ihrer Warte.

Haubentaucher mit Jungem im Kielwasser

Wir verbergen uns in einer Wolke aus Stechmücken und warten am alten Seitenarm der Ems auf das, was da kommt. Auf der gegenüberliegenden Uferseite kontrolliert ein Trupp Stockenten die „Baumhöhlen“ unter den leicht über dem Wasser schwingenden Zweigen der Silberweiden. Diese sollen bis zu 200 Jahre alt werden. Na, ich bin darauf gespannt, sollte ich so um das Jahr 2200 noch einmal ins Emstal kommen, wie sie sich bis dahin entwickelt haben.

Luna hat den Kormoran längst im Visier

Wir werden belohnt. Ein Paar Haubentaucher macht das, was es so gut beherrscht: Es taucht 10 m vor uns (auf). Obwohl wir uns mitten in der Brut- und Setzzeit befinden, führen sie keine Jungen. Heute beschäftigen sie sich mehr damit, nach kleinen Fischen und Krebsen im seichten Wasser der Ems zu suchen. Es ist schwer, sie mit der Kamera zu erwischen. Ich kniee auf den Planken eines alten Bootsanlegers und stütze mich an einer „ehrwürdigen“ Bohle ab, um die Fotos nicht zu verwackeln. Der Steg kippelt ein wenig und ich bin mir augenblicklich darüber im Klaren, dass ich sehr schnell den beiden Haubentauchern folgen könnte. Doch dieser Anblick lässt mich das Risiko gern wagen.

Navigationsgerät ohne GPS für die AHK

Luna interessiert sich nicht die Bohne für die beiden Wasservögel. Das ist sehr ungewöhnlich, denn meistens ist sie in solchen Situationen nur schwer zu halten. Vielmehr richtet sie ihre gesamte Aufmerksamkeit auf das Strauchwerk zu unserer Rechten. Nein, es ist nicht der Biber, dem ich schon seit Jahren auf der Spur bin. Es ist eine Biberratte, eine Nutria, die sie entdeckt hat. Vollkommen gleichgültig zieht diese an uns vorüber und zur Mitte des Seitenarms. Sie ist eine der wenigen, der es gelang, der Bestandspflege durch die örtliche Jägerschaft zu entkommen. Mit List und Tücke mag ihr dies gelungen sein, denn ihrer Größe nach zu urteilen, ist sie „ein alter Hase“.

Spätestens jetzt sollte die Maus ihren Rückzug antreten – Sie tat´s

Einen Abend später stelle ich fest, dass die Nutria nicht allein ist. Ein zweites Tier scheint am gegenüberliegenden Ufer sein Revier zu haben. Wie in stiller Absprache begegnen sich die beiden Nager in der Mitte des alten Seitenarms der Ems als sie „die Seiten wechseln“. Die Nachwuchsfrage der Haubentaucher klärt sich am frühen Pfingstsonntag. Ich entdecke einen Vogel mit seinen zwei Jungen im Schilf an der Emstaler Badestelle. Während ihrer morgendlichen Unterrichtsstunde scheinen sie sich dem Thema Tauchen zu widmen. Jedenfalls gelingt es mir nicht, das Trio zusammen zu fotografieren. – Einer „fischt immer im Trüben“.

Sustrum ist eine Mitgliedsgemeinde der Samtgemeinde Lathen im Landkreis Emsland/Niedersachsen

Wir sind sehr froh, dass wir nach längerer Pause wieder in „unser Emstal“ reisen können. Das alles ist natürlich nur möglich, da sich Familie Sandker im Vorfeld umfangreich und sehr gewissenhaft Gedanken gemacht hat und verantwortungsbewusst Vorkehrungen zu unserer aller Gesundheit traf. Die von ihnen erarbeiteten „Verhaltensregeln auf dem Campingplatz“ und „Sonderinformationen für den Aufenthalt“ sorgen dafür, dass wir einen erholsamen und sicheren Aufenthalt auf ihrem Platz verbringen dürfen. Diese Covid-19 geschuldeten Spielregeln einzuhalten ist Ehrensache. Wir hoffen, dass wir uns so „step-by-step“ bald wieder „zwangloser“ bewegen können.

Auf einer Frühlingswiese steht der alte Löwenzahn. Das Haupt ergraut, vom Wind umweht, wie Weisheit wider Wahn. (Horst Engel)

Wir freuen uns auf unseren nächsten Besuch in Sustrum, denn “Beim Abschied wird die Zuneigung zu den Dingen, die uns lieb sind, immer ein wenig wärmer.” – Michel Eyquem de Montaigne.

Es gibt viel zu entdecken

Himmelfahrt – 39 Tage nach Ostersonntag

Big B. hat seine behördlich vorgeschriebenen Prüfungen inkl. der Dichtigkeitsinspektion erfolgreich bestanden. Der Besuch beim Fendt-Händler verlief aus der Sicht des Caravans unkompliziert. Ich hätte mir vor Ort, die Covid-19-Krise und die damit verknüpften Hürden nicht aus meinem Bewusstsein verdrängend, ein wenig Kundenorientierung gewünscht.

An der Ems

Wir alle leben augenblicklich in der Zeit der Kontaktbeschränkungen, in einer virenbelasteten Zeit in der zu große menschliche Nähe nicht empfehlenswert ist. Ich hätte mich sehr gefreut, wenn man mir bei der Abholung unseres Caravans ein wenig Aufmerksamkeit geschenkt und nicht zwei Telefonate während unseres bereits begonnenen Gesprächs geführt worden wären.

Wir halten in dieser Zeit Abstand. Abstand im Sinne einer physischen Distanz. Freundlichkeit unterliegt meiner Meinung nach keinen Beschränkungen. – So, Schwamm drüber: Hauptuntersuchung und Gasprüfung sind abgeschlossen. Die vertragshändlergebundene Dichtigkeitsinspektion kann in und von jeder Fendt Werkstatt durchgeführt werden, sagt mir ein Brief aus Mertingen.

“Darth Vader” durch den “verregneten” Thule Sun Blocker gesehen

Inzwischen stehen wir an der Ems. Nach einigen Reihenfolgefehlern beim Aufbau gelingt es mir schließlich, Big B. auszurichten, aufzustellen, anzuschließen und sein äußeres Erscheinungsbild herzurichten. Die „Beste von allen“ sitzt längst gelangweilt im Caravan, den sie bereits eingerichtet und landfein gemacht hat. – „Ich will nicht drängen, aber es wird langsam dunkel, Herr Stock.“

Blick zur Brinkstraße

Luna ist hellauf begeistert. Seit unserer Ankunft im Emstal ist sie unaufhörlich mit einer Bestandsaufnahme beschäftigt: Welche bekannten Hunde sind vor Ort? Sind die Enten und Gänse gut über den Winter gekommen? Wie geht es den Nutrias an der Ems? Warum hat sich noch kein Reh gezeigt? Warum rufen die Fasanenhähne nur aus ihrer weit entfernten Deckung und verstecken sich? Diese Memmen! – Wir hoffen, ihre Fragen werden bald beantwortet.

Ein richtiges Fahrrad: Ohne E-Motor

Freitag, 22. Mai. Der Tag danach. Gestern war „Himmelfahrtstag“. Hier und da ließ sich schon einmal eine voll des süßen Mostes berauschte Seele vernehmen, aber die eigentlichen „Himmelfahrtskommandos“ blieben aus. Es ist müßig, es erneut zu erwähnen, aber auch hier hat Covid-19 seine Viren im Spiel. Und vielleicht waren es auch die 31°C, die uns am Nachmittag in den Schatten trieben.

Die Nachbarn aus “DU”

„Warum haben wir kein Wasser mehr an Bord?“ Die Pumpe pumpt „ins Leere“, der Wasserhahn möchte, kann aber nicht. Sein gequältes „Würgen“ sagt uns, dass er könnte, wenn er hätte. Aber es geschieht nichts. 25 Liter Wasser wurden über Nacht entführt. Nein, wurden sie natürlich nicht! Wenn das Ablassventil der Therme auf „Entleeren“ steht, dann wählt das nasse Element immer den Weg des geringsten Widerstandes. In diesem Fall den gradlinigen ins Erdreich.

Grün

Gegen Mittag erdreisten sich einige Regenwolken, sich ungeniert am Himmel zu zeigen. Und sie halten, was sie versprechen: Es plätschert. Dies zu verhindern, helfen auch keine an der Markise angebrachten, Sonnenschein einfordernde Thule Sun Blocker. Es sind jeweils nur kurze Schauer, die uns erreichen. Allerdings eine Begegnung mit ihnen im Freien wäre nicht unbedingt das, was man sich wünscht.

Rechts um die Ecke geht´s nach Steinbild

Inzwischen konnten wir einige drängende Fragen des Frolleins beantworten: Dino, der Kleine Münsterländer, ist auch im Emstal. Die Enten und Gänse haben den milden Winter gut überstanden. Vielen der vermehrt auftretenden Nutrias ging es „an den Kragen“. Die Rehe halten sich weiterhin bedeckt und die halbstarken Fasanenhähne sich strikt an die Kontaktbeschränkungen.

Big B. “unter Segeln”

Ich habe meine ganz private Caravaner-Weiterbildung abgeschlossen. Nach dem Wasserverlust am ersten Tag habe ich mir noch einmal das Thema: „Die Truma Therme. Aufbau, Pflege und Wartung“ verordnet. Und schon gesellt sich diese arglistig-gefährliche Diskrepanz zwischen Theorie und Praxis zu mir. Beim Studium des geschriebenen Wortes ist mir alles vollkommen klar. „Ja, logisch! So und nicht anders!“. Aber in der Praxis kommt der „Experte“ dann ins Grübeln. – Gut, dem habe ich ja nun endgültig vorgebeugt. Dachte ich.

Vom Menschen geschaffen und doch Natur

„Wo in aller Welt sind ca. fünf bis sechs Liter Wasser geblieben?“ Gestern füllte ich die Anlage komplett auf. Die Füllstandsanzeige zeigte eine durchgehende „grüne Straße“. Alle Absperrhähne sind geschlossen, die Therme einsatzbereit und „wasserdicht“. Der „Experte“ fasst sich kurz: Nach meinem selbstlosen Einsatz habe ich die Leitung entlüftet. Wasser füllte die Therme und die Leitungen, um dann sprudelnd und lustig plätschernd, die Anlage durch die beiden Wasserhähne harmonisch fließend zu verlassen. Und hätte der „Experte“ auch das Kleingedruckte gelesen, so hätte er sich die ganze Aufregung um einen potentiellen „Sickerverlust“ erspart. – Der „Profi“ hat nun einen Spickzettel „Die Truma Therme. Aufbau, Pflege und Wartung“ neben dem „Wasserreservoir“ angebracht. Nicht für sich, aber für alle Fälle. Je nachdem, wenn mal jemand kommt und fragt.

Piraten?

Im Nachbarort gibt es einen Imbiss, der nicht nur einen Außerhausverkauf anbietet, man kann auch auf der Terrasse sitzen und sich Pommes, Burger & Co. schmecken lassen. Eigentlich wollten wir zum Italiener nach Kluse, aber der „darf nur Außerhaus“ und öffnet um 16.30 Uhr. Es ist Mittag und wir fahren nach Walchum zum Dorfgrill. Ich bestelle mir einen „Manta-Teller“ oder auch die „Manta-Platte“. Wer kennt diesen „opelanischen Leckerbissen“ nicht, der seit dem inzwischen in die Jahre gekommenen Film „Manta, Manta“ in jedem Imbiss, der etwas auf sich hält, bestellt werden kann. Und als ebenfalls in die Jahre gekommener ehemaliger Opel Manta Fahrer, der seine automobilen Anfänge nicht leugnet, liegt es ja wohl auf der Hand, was gegessen wird: Currywurst, Pommes, Mayo.

Keine Bewegung, die sie nicht registriert

Ist es Zufall oder Prophezeiung? Auf alle Fälle ist es wahr! Ein metallicblauer, tiefergelegter, ohrenbetörend röhrender, aber ohne den obligatorischen Fuchsschwanz an der Antenne, blitzblanker Opel Manta B rollt vor den Dorfgrill. Zwei junge Männer in Schrauberkluft winden sich aus den Hosenträgergurten, bestellen acht Portionen des bereits erwähnten „verpflichtenden Gerichts“ und spotten, vor dem Imbiss wartend, über Autofahrer, deren Limousinen gern mit dem Anfangsbuchstaben unseres Alphabets benannt werden. Je nach Größe des Fahrzeugs endet die Typenbezeichnung dieser Modelle mit einer „Eins“ bis „Acht“. Ganz besondere Exemplare dieser Typen werden von einer Firma mit dem Namen „Mönch“, „Klosterbruder“ oder so „abtlich“, äh, ähnlich veredelt. Würde ich den beiden Schraubern erzählen, dass ich mit „ihrem“ Manta schon zu Beginn der 1980er Jahre durch El Paso, Texas, Cuidad Juarez, Mexiko und viele weitere Bundesstaaten der Vereinigten Staaten von Amerika gefahren bin und was ich dabei erlebt habe, ich glaube, wir hätten Gesprächsstoff bis Pfingsten 2022.

Grüne Stinkwanze. Ja, sie heißt tatsächlich so

Nun haben wir es doch getan: Wir haben uns ein Vorzelt gekauft. Ein Kampa Motor Rally AIR PRO Drive-Away. „Ach ja,“ denkt da der eingefleischte Caravaner. „Ein aufblasbares Vorzelt. Doch, Moment mal! Das ist aber für Wohnmobile konzipiert. Was soll das an einem Fendt Caravan?“ So, wir wurden ertappt. Doch umgehend die Erklärung: Unsere Markise sitzt an der Seitenwand. Die Kederleiste ist zwar zugänglich, aber der 4,5 m lange Markisenkasten verhindert das „nahtlose Anflanschen“ eines „normalen“ Vorzeltes. „Ja, man könnte aber doch …“ Ja, könnte man, aber nicht in unserem Fall. Wir haben einige Alternativen interessiert getestet und landeten schließlich überzeugt beim „Drive-Away“.

Am Tag als der Regen kam

Rechtzeitig vor dem großen nächtlichen Wolkenbruch steht unser Kampa. Rechte Winkel und korrekte Abstände, Standortwahl und Verankerungsreihenfolge ein wenig zu leichtfertig übergehend, ich schreibe nicht ignorierend, steht ein optisch etwas „verdrossen wirkendes“ Vorzelt vor uns. Natürlich wurde es von mir bewusst so aufgestellt. In Erwartung der schweren Regengüsse wollte ich ein ausreichendes Gefälle für die Wassermassen schaffen. Dass das Dach der hinteren Schleuse dadurch nicht ausreichend gespannt ist und sich hier ein mittleres Binnengewässer bildet, verschweige ich an dieser Stelle. Es war ja nur ein erster Probeaufbau. – Uih, da hinter kommt die nächste Regenwand.

Das neue Kampa Vorzelt. – En beten scheef hett Gott leef!

Es gehört sich nicht bei manchen Dingen zu sehr ins Detail zu gehen. Doch ich erlaube mir eine Ausnahme: Duschen. Ich mache mir einen Spaß daraus, den Duschköpfen auf unseren Campingplätzen immer wieder einmal einen Namen zu geben. Nein, ich habe keine berauschenden Mittel zu mir genommen. Ich bin so. Da finden sich zum Beispiel „El Gordo, der reichlich Ausschüttende“, „El Ninyo, der kleine, bescheidene Sprühkopf“, „Caruso, der Sänger“, „Salt ´n Pepper, der die Augen reizende Brausekopf“ oder „Tsunami, die alles überflutende Dusche“ in meiner erdachten Sammlung. „Und was ist daran anzüglich?“ An den Namen nichts, aber die Höhe, aus der mich die Kameraden jedes Mal begrüßen, zeugt immer wieder einmal von einem Rechenfehler mancher Camper hinsichtlich ihrer „Vermessenheit“. „Hallo, nun komm´ auf den Punkt!“

Am Dortmund-Ems-Kanal

Ich bin für meine Größe ein wenig zu schwer. Halte aber mein Gewicht seit Jahren, was sich u.a. darin zeigt, dass ich immer noch in die Bettwäsche des vergangenen Jahres passe. Mit 186 cm Länge bin ich nicht der Kleinste auf den Plätzen unserer reisenden Unternehmungen, aber stets fange ich die Duschköpfe an ihren variablen Halterungen in schwindelnden Höhen ein und ziehe sie auf den Boden der Tatsachen zurück. Ok, es mag ja sein, dass vor mir immer wieder einmal Spieler der deutschen Basketball Nationalmannschaft geduscht haben. Nur gesehen habe ich noch nie einen von ihnen.

Der “Kleine” durfte auch am Vatertag auf Tour

Es regnet im Emstal. Wir sitzen im Trockenen. Kampa sei Dank. In der Ferne schlägt der Sustrumer „Big Ben“, er ist weder verwandt, noch verschwägert mit unserem Big B., zur 11. sonntäglichen Stunde. Zeit für einen Frühschoppen. Natürlich nicht! Damit warten wir noch drei Minuten. Es ist vielmehr an der Zeit, das Kampa unter die Lupe zu nehmen. Wo hat der ansonsten so talentierte Kampa-Aufsteller unachtsam gehandelt, wo hat er Abstände vernachlässigt, Gurte nicht fest genug angezogen, Heringe vergessen, Bodensenken übersehen, Stolperfallen eingebaut und sonstige Anleitungen und Camper Gebote eigenmächtig vernachlässigt? Ich werde mich hüten, diese hier aufzuzählen und schreibe, solche „Unzulänglichkeiten“ strikt verneinend, schlicht und ergreifend: „Keine.“ – Die Beste von allen blickt mir dabei über die Schulter und lacht. Warum?

Rettung in letzter Minute

Es regnet im Emstal. Wir saßen im Trockenen. Kampa trifft keine Schuld. Dem ansonsten so talentierten Kampa-Aufsteller war eine moosgepolsterte „klitzekleine“ Bodensenke entgangen. Sie entwickelte sich während des heutigen „kleinen Regenschauers“ innerhalb von nur vier Stunden zu einem Badesee mittlerer Größe. Höckerschwäne, Graugans, Stockenten und Gänsesäger geben sich hier inzwischen ein Stelldichein. Über allen kreist mit langgezogenem „hijäh“ ein Mäusebussard. Er wird den Jungvögeln nichts anhaben können, denn Luna beaufsichtigt die Kulisse. – Andere müssen für dieses Schauspiel in die freie Natur. Wir campen.

Es ist Montag. Wir müssen nach Haus. Home Office und Online Schooling rufen. Aber wir kommen wieder: Fortsetzung folgt. – “De Pingsttour”.

2WM+1MK+1A-O=2,80

“Sind wir noch ganz dicht?”

Morgen werden wir eine Antwort auf die Frage: „Sind wir noch ganz dicht?“ bekommen. Big B. steht ein wenig angespannt-friedlos auf der Auffahrt und wartet auf seinen Termin bei Dr. Fendt in Papenburg. Wir wollen ihm und uns den Alptraum aller Caravans und deren Besitzer ersparen: Unbemerkte Lecks, durch die Wasser zwischen Außenhaut, Dämmung und Innenwand dringen könnte.

Das alte Haus von Rocky Docky hat vieles schon erlebt, Kein Wunder, dass es zittert, kein Wunder, dass es bebt

Und wenn wir einmal vor Ort sind, können wir auch gleich die längst fällige Hauptuntersuchung und die Gasprüfung nachholen. Covid-19 ist schuldig. Hätten wir alles längst erledigen können, wäre da nicht dieser Coronavirus, der meinte, sich grenzüberschreitend auf Reisen machen zu müssen. Dieser kleinste, auf lebendem Gewebe gedeihende Krankheitserreger hat die Welt bereits lange im Griff, aber ich werde hier keine Ursachenforschung betreiben, warum ihm dies gelang.

Weitblick. Nicht jedem ist er gegeben …

Ich will endlich mal wieder „auf Achse“. Und sei es auch nur in die Werkstatt. Ich will keine Verschwörungstheorien hören, keine faktenresistenten Verschwörungstheoretiker treffen, keine verschrobenen Weltbilder skizziert bekommen und die Chance in Papenburg auf den geistesabwesenden Weltverschwörungs-Blogger Ken Jebsen (KenFM) zu treffen, erachte ich ebenfalls als sehr gering.

Gut, ein Eimerchen Farbe und dann …

Und da wir schon einmal ganz nah an „unserem“ Platz im Emsland sind, werden wir die dortige Lage sondieren und buchen. Und wenn ich dann vielleicht gelöst (und ggf. mit Mundschutz) im „Isabella“ sitze und freudetrunken unser neues Kampa-Vorzelt betrachte, dann habe ich ausreichend Zeit und denke an den französischen Diplomaten und Schriftsteller François VI. de La Rochefoucauld:

“Man findet Mittel, den Wahnsinn zu heilen, aber keine, um einen Querkopf einzurenken.” – François de La Rochefoucauld.

Ein Tanz in den Mai

Vor Covid-19 tanzten wir in den Mai, entließen unsere Allerliebsten zur Walpurgisnacht gen Brocken (hoffentlich liest meine Allerliebste diese Zeilen nicht!) oder bereiteten uns auf den internationalen Kampftag der Arbeiterklasse vor. Und für diese wichtige Vorbereitung, einen plausiblen Grund muss es ja geben, wollte ich mir in meinem “jugendlichen Leichtsinn” noch schnell eine, zwei oder gern auch drei Flaschen Maibock im Getränkemarkt meines Vertrauens kaufen.

Die waren heute angesagt!

Den Minijob beendet, den Mundschutz bereits vorfreudig und fachgerecht angelegt, irgendwie den völlig überfüllten Parkplatz erreicht und auch tatsächlich eine Parklücke neben einem absolut “aus der Spur geparkten” SUV ergattert, schaffe ich es, das Auto so einigermaßen korrekt abzustellen. Ich reihe mich in die Schlange der Wartenden ein, bekomme einen desinfizierten Einkaufswagen anvertraut, tausche mein Leergut gegen einen Kassenbon und mache mich auf die Suche nach dem Getränk meiner Begierde.

Ja, wahre Begierde, denn ich habe richtig “Bock auf (Mai-)Bock”. Doch was muss ich feststellen!? Natürlich finde ich in einem Getränkemarkt kein Mehl, keine Hefe, kein Toilettenpapier oder Nudeln, aber hier und heute auch keinen einzigen Maibock! Ich treibe desillusioniert mit einer Kiste Mineralwasser auf der Einkaufskarre im Strom der weiteren Kund*Innen in Richtung Kasse. Bezahle und verlasse frustriert und unter leisem, aber (un-)gehörigem Fluchen und nicht gerade milden Verwünschungen gegen den Kunden, der mir die letzte Flasche Maibock vor der Nase aus dem Regal wegschnappte, den Markt. Was für eine Schei … benreinigerflüssigkeit!

Ohne Worte

Daheim schnappe ich mir den nächsten Besen und folge der Allerbesten in Richtung Harz. – Gut, dies alles ist maßlos übertrieben, aber was gibt man nicht alles aus Übermut und (mai-)bockiger Enttäuschung von sich (preis).

“Kommt gut in den Mai, lasst es Euch gut gehen, bleibt gesund und munter!”

Nachts sind alle Katzen grau

Im Dunkeln sieht für das menschliche Auge alles gleich oder zumindest ähnlich aus. Nun werde ich keinen Vortrag über die zwei Arten unserer Sehzellen halten. „Zapfen und Stäbchen“ vernachlässige ich, denn ich bin kein Facharzt für Augenheilkunde, sondern möchte „nur mal eben“ vier Fotos aus der Wildkamera zeigen:

Nachbarschaftskatze “Mia” hat es sofort bemerkt, dass hier etwas nicht stimmt: Infrarotblitzlicht
Noch ein letzter prüfender Blick und weg ist sie
Er erkundete erst einmal das Nahrungsangebot an frischen Haselnussstrauchblättern und -trieben. “Haselnussstrauchblätter”, was für ein Wort! Fast so schön wie: “Haselnussstaudengertleinfrühlingsknospen”
Um “kurz nach 9” schaute er zum ersten Mal vorbei. Um 3.00 Uhr wurde dann ausgiebig gefrühstückt

Damit wir nun nicht nur schwarz/weiß sehen, zum Abschluss noch ein wenig “buntes Treiben” vor der Kamera.

Und er schaute auch vorbei: Ein Grünspecht. Wir erinnern uns: Vogel des Jahres 2014

“Alle Erinnerung ist Gegenwart” – Novalis

Eigentlich wären wir jetzt sehr gerne auf diesem ganz besonderen und idyllischen, in der schönen Natur des Emslandes gelegenen Campingplatz. Nur wenige Meter vom Emsufer entfernt hätten wir unsere Zelte aufgeschlagen, die kleine Badestelle besucht und am Altarm der Ems nur Augen und Ohren für das immer wieder reizvolle Naturerlebnis an der Sustrumer Brinkstraße gehabt. Eigentlich. Was hindert uns daran, in dieses Erlebnis „einzutauchen“?

12. August 2015. Zum ersten Mal im Emstal. Die griechische Nationalflagge (Handtuch) ist gehisst: “Ouzo ist gekühlt!” – “Όταν λείπει η γάτα, χωρεύουν τα ποντίκια.” (“Ist die Katze aus dem Haus, tanzen die Mäuse auf den Tischen.”)

Covid-19 (Coronavirus Disease 2019) ist schuld! – Scheinbar trat im Fischmarkt von Wuhan das Coronavirus zunächst bei Personen auf, die dort tätig waren oder sich dort als Besucher aufgehalten haben. Eine Übertragung, so glaubt man, kann dort auch über auf diesem Markt angebotene Wildtiere erfolgt sein. Und so breitete sich das Virus zunächst in China und dann auch außerhalb Chinas aus.

13. August 2015. Ein Foto am ersten Morgen (06.45 Uhr) an der Ems. Spätestens jetzt stand fest: “Wir kommen wieder!”

Die Frühlingsstimmung verleitet immer wieder Menschen dazu, die Virusgefahr zu unterschätzen. Covid-19 und die davon ausgehenden Gefahren sind im Bewusstsein Einzelner noch nicht angekommen.

2015. Angler mit “Seehund” auf der Ems

Einzelne Staatslenker hingegen überschätzen sich und ihre Machtbefugnisse und lassen befürchten, dass Covid-19-Gefahren nie in ihrem Bewusstsein ankommen werden. Nicht, dass man sie nicht informiert hätte, das Problem mag hier eine innere und ganz individuelle mentale Enge hinsichtlich ihres Geistes, Scharfsinns, Verstandes, Denkvermögens und ihrer Begabung sein.

2015. Ich hatte so eine gewisse “verklärt-romantische” Vorstellung vom Caravaning: Kein Schnickschnack, Transistorradio, Lesen. Auf keinen Fall: DVD, Internet, TV, iPhone  … naja, damals …

Und es ändert nichts an der Tatsache, dass wir, alle von gesundem Menschenverstand geprägt, unsere Caravans und Wohnmobile erst einmal stehen lassen und die Erinnerungen an vergangene „Fahrten mit dem Fluchtfahrzeug“, z.B. ins Emstal, aufleben lassen. – Apropos Menschenverstand: Wollen wir davon noch schnell ein wenig „über den großen Teich“, in Richtung des flächenmäßig größten Landes unseres Planeten und in den südlichen Teil des amerikanischen Doppelkontinents schicken? Dort leben, schalten und walten, ich vermeide das Wort „regieren“, Herren, „die können´s brauchen“.

2016. Freie Sicht für freie Münsterländer(innen)

„So, nun Erinnerungen aktivieren und zu Dir, mein liebes Emstal“:

2015. Einer meiner ersten Blicke von der “Brücke am Durchstich”
“Eines Tages …, mein lieber Robert!”
2016. Nach dem “Flying Dutchman” (Home Car Racer 39) kam “Big B.” (Fendt Bianco Selection). Soweit zu meinem ursprünglichen Gedanken vom “schlicht-einfachen” Campen …
Mai 2017. Gern gesehene Tiefflieger über der Ems
2017. Auf dem Dortmund-Ems-Kanal gen Steinbild
2017. Es wird herbstlich im Emstal
2018. “Auf die Bäume … – Der Wald wird gefegt!”
2018. Am Dortmund-Ems-Kanal mit der Düther Schleuse im Rücken
2019. “Das Ziel der Urproduktion ist die zielgerichtete Herstellung pflanzlicher oder tierischer Erzeugnisse auf einer zu diesem Zweck bewirtschafteten Fläche.” – Ja, so sehe ich es auch
2019. Das Kompetenzzentrum an der Sustrumer Brinkstraße
2019. Luna. Ruhender “Wachhund”. Emstal: Tiefenentspannung nicht nur für Zweibeiner
2019. Wenn wir jetzt ganz still sind, hören wir den Gesang der Nachtigall

Und wenn alles kontrolliert, wohl bedacht und diszipliniert so läuft wie bisher, vielleicht stehen wir bald wieder vereint an der Ems und freuen uns, dass wir uns, hoffentlich gesund und munter, wiedersehen. – “Seid alle herzlich gegrüßt aus usA (unserem schönen Ammerland)!”

“Quer durch den Garten”

Das Ostereiersuchen fiel in diesem Jahr Covid-19 zum Opfer. Also greife ich wahllos in eines der Regale, “schnappe” mir irgendeine Fliegerhorst-Oldenburg-Foto-DVD und lasse mich militärhistorisch überraschen: “Gebäude III, 2003/04. 542 Aufnahmen”.

Keine Bange! Ich zeige nur einige wenige. Ohne inneren Zusammenhang und “nur mal eben so”.

Ein bereits im September 2004 langsam, aber sicher in sich zusammenfallendes Feldhaus hinter dem Bürogebäude 19

Zu diesem Feldhaus (s.o.) führte ein schmaler Steg über einen kleinen Teich. Die Legende berichtet von interessanten Gegenständen, die “Mann” nach geselligen Abenden aus dem Wasser fischen musste. Tatsächlich sollen Gäste das Feldhaus “kopfüber” betreten haben. – Wenn Sie wissen, was ich meine.

Gebäude 105. Ein Bürogebäude aus dem Jahr 1948

Auf dem Weg zur Westwache, die “den Weg zur “Englischen Siedlung” freigab”, kam man nicht nur an der auf dieser Aufnahme “unsichtbaren” Tankanlage, sondern auch am Gebäude 105 vorbei.

Gebäude 109 (rechts) und Gebäude 103 (Truppenküche, Mannschaftsheim (Heimbetrieb, Kantine))

In den 1980er Jahren traf ich mich mit meinem Bruder, der in der LwWerft 61 seinen Dienst als Grundwehrdienstleistender versah, noch in der Truppenküche und Kantine (Geb. 103). In den 2000er Jahren rollten mein Sohn und ich auf unseren “Inlinern” durch die inzwischen aufgegebene und dem Verfall preisgegebene Liegenschaft. Mein Sohn im Rahmen eines “Truppenbesuchs” und ich im Zuge der dienstlich befohlenen Sportausbildung. Unterrichtthema: “Steigerung der aeroben Leistungsfähigkeit”.

Gebäude 120. “Bürogebäude”. 1959

Hätte dieses Haus sprechen können! – “Männlichkeitsrituale oder die Suche nach der männlichen Identität” könnte ich meine autentische Kurzgeschichte, die ich aus den bunten Erzählungen heutiger “Ur-Reservisten” sprießen ließe, betiteln. – Könnte ich, werde ich aber nie.

Gebäude 152. MMS. Munitionmontageschutzgebäude. 1988

Da wir den gültigen Sperrzonenausweis nicht zur Hand haben, bleibt uns nur der “Blick aus der Ferne” auf das Geb. 152.

Geb. 152. MMS

Die Tankanlage 1 (Bild unten) in der Nähe der Hauptwache an der Alexanderstraße. Über Ofenerdiek rollten die Züge auf der “Braker Bahn” nach Oldenburg.

Ein Blick von der Tankanlage 1 in Richtung Shelter 16 und 17

Im Jahr 2004 stieg ich um 08.15 Uhr über den Zaun. Diese Anlage hat mich vom ersten Tag an interessiert. – Modellbahner. Typisch.

Hier wurde “abgefüllt”

Natürlich verlief die Nato-Pipeline zwar “über” den, aber hier doch unterirdisch, ehemaligen Fliegerhorst Oldenburg in Richtung Wilhelmshaven.

Pumpenhaus. Geb 168. 1961

Und da sich gegen Ende des FlgH OL viele nicht gerade sehr oder besser überhaupt nicht für die Historie des Fliegerhorstes interessierten, hatte ich die Chance, die Post der Royal Air Force an den Manager des ASTRA Cinemas zu finden.

Fundsache

Das ehemalige ASTRA Cinema und spätere Truppenkino (Geb 171) auf dem Fliegerhorstgelände. Daneben befand sich das Freibad (Geb. 71). In den letzten Jahren des Fliegerhorstes konnten sich darin wenigstens noch die Diensthunde abkühlen. Alles inzwischen Geschichte.

Geb. 171 Truppenkino. 1947. Wer hat´s gebaut? Die Royal Air Force

Der Lokschuppen (Geb. 173) aus dem Jahr 1963 ist die heutige Endstation für die bildliche Rundfahrt über das ehemalige Fliegerhorstgelände. – 1963. Wir erinnern uns: John F. Kennedy wird in Dallas aus einem Hinterhalt heraus ermordet. Ludwig Erhardt löst Konrad Adenauer ab. Vorher unterzeichnet Adenauer aber noch den deutsch-französischen Freundschaftsvertrag.

Geb. 173 und Geb173a. Beide aus dem Jahr 1963

Es ist seltsam, aber ich erinnere mich an den Moment jeder einzelnen Aufnahme, die ich hier zeige. Genauso geht es mir bei den “Bildern” aus meinem FlgH-OL-Archiv. – Und ganz besondere, frühere Moleskin-, später Flecktarn-Situationen aus meinen Oldenburger Jahren von 1992 bis 2006, begleiten mich hin und wieder noch einmal im Geiste. – “Es sind nicht alle Menschen liebenswert.” Sigmund Freud. (Das Unbehagen in der Kultur (1930)).

Texas. The Lone Star State

Freitag vor Ostern. Karfreitag. Wir gedenken und pflegen die Erinnerung. – Und en passant wecke ich beim „Durchstreifen“ meiner Bücherregale auch frühere Erlebnisse und Erfahrungen, die keinen inneren Zusammenhang zum christlichen Karfreitag besitzen: Texas. The Lone Star State.

The Lone Star State. Texas.[ Quelle: Gemeinfrei, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=28388337]

Mir fällt eine Druckschrift des „State Department Of Highways And Public Transportation“ in die Hände. Ein Heft, das wir seinerzeit erhielten, wenn wir für einen US-Lehrgang an die Raketenschule der Luftwaffe in Fort Bliss, Texas (RakSLw USA) kommandiert oder versetzt wurden. – Uih, das ist bereits eine ganze Zeit her, dass ich das „Raketeninstitut der Bundeswehr“ zum ersten Mal besuchte. – Internetradio an. 100.3 The Wolf. Und Eric Church “Drink In My Hand” gehört. (Obwohl ich nie ein Country & Western Freund gewesen bin. Aber heute.)

Ich beginne zu blättern (und lasse die nicht dienstlichen, sondern freizeitorientierten Fotos daraus „sprechen“):

Der San Antonio River Walk. Hier kann man sich treiben lassen
Einst eine spanische Missionsstation: The Alamo (span. Die Pappel) in San Antonio. Heute DIE texanische Gedenkstätte. Damit unvergesslich verbundene Namen: William Travis, James (Jim) Bowie und Davy Crockett
River Walk San Antonio
Der Leuchtturm Port Isabel aus dem Jahr 1853. Ein Muss für Fotografen. – Eigentlich geht es mir aber um die geparkten Autos: Die Straßenkreuzer, die wir seinerzeit bevorzugten. Besonders die beiden links abgestellten Modelle: 5 Liter Hubraum und V8 mussten es schon sein
Wer da nicht dabei war, der war nicht in Texas. Also, jedenfalls nicht so richtig
Kein State National Park ohne “Aussichtsfelsen”
Einfach nur geradeaus. Und in Arizona geht es noch viel weiter und “geradeausser” in Richtung Sonnenuntergang
Amerika ohne Vergnügungspark? Never ever! Six Flags in Arlington
“Wet And Wild Waterworld” Ein weiterer Freizeitpark
Drastische Strafen zur Vermeidung der Umweltverschmutzung. Schon in den 1980er Jahren
Der Urheber und Herausgeber dieser “Texas-Broschüre” und der von mir hier gezeigten Fotos
Meine “Eintrittskarte” vom 24. Februar 1996