Alle Beiträge von Ronald Stock

Auf Lüneburger Heide

Auf Lüneburger Heide,
Da steht der alte Stein,
Daneben die alte Eiche,
Sie mag wohl tausendjährig sein.
– Gottfried Keller (1819-1890)
(Auf Lüneburger Heide, 1. Strophe)

Raubkammer, Große Heide, Trauen, Lager Trauen, Faßberg und natürlich Munster, Munster Heide und einige andere klingende Namen im, am und um den Truppenübungsplatz Munster Lager lassen nicht unbedingt jedes soldatische Herz höherschlagen. Nach heute zahlenmäßig nicht mehr zu erfassenden Lehrgängen in Faßberg, Einsatz- und Verlegeübungen und weiteren Aufenthalten im grünen Dreieck zwischen den Städten Celle, Walsrode und Lüneburg, „zelten“ wir für ein langes Wochenende in Hösseringen. Südlich von Suderburg endet hier das Straßennetz. Jeder weitere Schritt bringt uns nicht in Gefahr, aber weiter in den Naturpark Südheide.

Der Hardausee bei Hösseringen am Nachmittag

Es gibt sie also, die „Wiederholungstäter“. Waren militärische Lehrgänge und Übungen nicht ausreichend, so packt man seine Siebensachen und geht ausgezeichnet Campen in der Lüneburger Heide: Camping Hardausee. Wir sind auch aus Sicht der Caravaner „Wiederholer“: Unser erster Besuch bei Familie Köllner liegt etwas mehr als ein Jahr zurück. Und wie es der Zufall will, ergattern wir auch jetzt den Platz in der Pappelallee, den wir im vergangenen Juli belegten. Groß ist er. Big B. (unser Fendt) mit seiner überreichlichen „Markisenlandschaft“ inkl. Sun Blocker und Darth Vader (unser Zugpferd, der Vivaro) kommen sich mit den beiden Fahrrädern und dem Lunamobil (Fahrradanhänger des „Frolleins“) nicht ins Gehege. Im Gegenteil, das Schlauchboot, das wir nicht besitzen (und auch nie werden), fände auch noch Platz.

Hardausee

Wir entscheiden uns für die Markise und lassen das Vorzelt ruhen. Der leichte, aber kühle Wind aus Richtung Südheide dagegen ruht nicht. Wir sonnenbaden zwar in 21°C, doch die kühle Brise aus Richtung Celle und Lachendorf lässt uns bald das Lachen vergehen. Aber wir stehen, mit roten Nasen und in Wolldecken verpackt, zu unserem Entschluss. Aus dem Vivaro vernehme ich ein leises Kichern: Es ist das zusammengerollte nagelneue Vorzelt. Luna findet das alles toll.

Maisernte in Hösseringen. Und von wo kommt der Traktor? Richtig, aus dem Emsland

Um uns herum weitere Hunde, die es sich nicht verkneifen wollen, ihre bellenden Kommentare zu allem und jedem, gern auch schrill und mehrstimmig, über den Platz „quieken“ zu lassen. Das Frollein bemerkt, dass wir von diesem Gekläffe in unseren Isabellas (den Klappstühlen) ein wenig genervt und inzwischen fast dem Kältetod ausgeliefert sind. Sie rettet die Situation: „Ist es nicht langsam einmal an der Zeit, den Hardausee zu umrunden? Ich denke, ich bin den Enten einen Besuch schuldig.“ Gesagt, getan.

Leichter Nebel auf dem Hardausee und bei 3°C kalte Finger …

Luna legt sich ins Zeug. Alle Muskeln angespannt, drängt sie ans Ufer, momentan nur ein bestimmtes Geräusch „fest im Blick“, entdeckt sie ihre erste „Ente“. Sie hat ihre Beute lokalisiert. Allerdings ist diese Ente eine Schwimmerin. Vor Lunas Augen noch verborgen, habe ich bereits die tizianrote Haarpracht der Badenden entdeckt. In einer extravaganten Mischung aus Brustkraulen und -schwimmen planscht die mutmaßliche Ente durch das Wasser vor einem Schilfgürtel. Ja, es klingt in der Tat wie ein flüchtend-platschender Wasservogel. Würde ich Luna nun von der Leine lassen … das will keiner erleben!

Das ist so ein Moment, der die kleinen, mitunter auch nervenden “Nebensächlichkeiten” während einer Reise sofort vergessen lässt

Im seichten Wasser einer kleinen Bucht lassen sich zahlreiche kapitale Karpfen dicht unter der Wasseroberfläche treiben. Es sind bestimmt 25 bis 30 Prachtexemplare. Am gegenüberliegenden Ufer warten im Schatten der Birken drei bis vier Angler vergeblich auf den ersten Biss. Wir könnten ihnen einen Tipp geben, aber wir sind ja keine Plaudertaschen.

Campen in der Lüneburger Heide

Gegen 7.15 Uhr brechen das Frollein und ich zu einer morgendlichen Hardausee-Runde auf. Drei Rehe kreuzen unseren Weg. Luna vernachlässigt sie, da sie zu sehr mit der Fährte eines potentiellen „wilden Tieres“ beschäftigt ist. Wir entdecken auf den Feldern den ersten Raureif und frühe 3°C „knabbern“ an meinen Fingern. Ich schaffe es trotzdem, das eine und andere Foto zu schießen. Nein, die drei Rehe habe ich nicht erwischt, die waren auch zu weit entfernt. Ich begnüge mich mit dem vom Hardausee aufsteigenden Nebel.

Die Ilmenau, linker und südlicher Nebenfluss der Elbe, bei bzw. in Uelzen

Campen unter Corona ist anders als gewohnt. In einer längeren Schlange stehen wir mit dem „Schnutenpullover“ (schleswig-holsteinisch für Mundschutz) und dem nötigen Kleingeld in der Hand vor dem kleinen Bäckerladen auf dem Campingplatz. Es ist vielen noch zu früh, viel zu früh. Mundfaul warten wir, bis wir an der Reihe sind. Wenn die wüssten, dass wir bereits vier Kilometer abgespult haben, diese Softies. (Eigentlich würde ich lieber „Weicheier“ schreiben.)

Stolpersteine vor dem Haus Brückenstraße 5 in Uelzen

Wir wollen nach Uelzen. Nein, nicht zur 200 Jahre alten Bockwindmühle Auguste, im Handwerksmuseum Suhlendorf und auch die schon 1339 urkundlich erwähnte ehemalige Wassermühle in Oetzmühle steht nicht auf unserem Programm. Der Uelzener Bahnhof soll es sein. Nicht irgendein Bahnhof. Nein, der Hundertwasser-Bahnhof. Ich war bereits 2001 einmal dort und habe ihn, dieses künstlerisch gestaltete Kleinod, in bester Erinnerung. Hätte ich ihn doch nur in dieser bewahrt! Von außen betrachtet, ahnen wir nicht, was uns im Bahnhof erwartet. Werbebanner, riesige Mülleimer, Kunststoffwannen, diese roten E2-Dinger aus der fleischverarbeitenden Industrie, Covid-19 geschuldetes weiß-rotes Trassenband und ineinander gestapelte Stühle scheinen hier die aktuelle ästhetische Installation zu sein. Friedensreich Hundertwasser hätte energisch widersprochen. Da bin ich mir sehr sicher.

Meister Bruno trifft den Nagel auf den Kopf

Tja, und wenn man erst einmal etwas findet, das Anlass zur Empörung gibt, dann gesellen sich schnell weitere Dinge dazu. Ich verzichte darauf, diese uns irritierenden Makel aufzuzählen und deute an: Uelzen scheint mit der Unterhaltung seines historischen Stadtkerns und seiner Fußgängerzone ein wenig in Verzug geraten zu sein. Über den Wochenmarkt gehen wir zu unserem Auto. Wir kommen mit einer sehr freundlichen Käseverkäuferin ins Gespräch. „Nur mal so“ probieren wir hiervon und kosten davon. Und verlassen mit zwei stattlichen Stücken Käse im Gepäck den Wochenmarkt und Uelzen.

Hundertwasser-Bahnhof-Uelzen

Von vergangenen Reisen wissen wir von der italienischen Eisdiele Dolomiti in Bad Bodenteich. Pistazieneis mit frischer hausgemachter Erdbeersoße und ein Walnussbecher mit kandierten Nüssen und einem Schuss 18%igem Likör sind die wahren Gründe unserer Fahrt. Natürlich könnte ich schreiben, dass wir die alte Ritterburg, die Wassermühle und die in der Nähe gelegene malerische Feldsteinkirche besuchen wollen, die von der bewegten Vergangenheit des Ortes zeugen, aber das wäre nicht ehrlich. Anlass zu unserer Fahrt sind in erster Linie eisige, italienische Erinnerungen und erst dann die Burg.

“Friedensreichs Bahnhof”

Heute bleibt die Küche kalt, wir gehen in die Gaststätte Buss auf dem Campingplatz am Hardausee. Es ist Samstagabend, es ist viel los. Wir haben Zeit und Gelegenheit unser frisch gezapftes Dithmarscher Pilsener zu trinken. Zuhause sind es meist ein Jever-, Bitburger-, Veltins- oder gern auch ein Hasseröder Pilsener, aber unterwegs in Richtung Elbe, in Schleswig-Holstein oder beim Griechen unseres Vertrauens in Güster (ja, auch in Schleswig-Holstein) muss es ein Dithmarscher Pilsener sein. Warum weiß keiner so genau, es gehört einfach dazu.

Innehalten

In abgeklärter Voraussicht bestellen wir kein üppig-aufwändiges Gericht. Der flinke Kellner ist bemüht, rastlos, aber allein und im Laufschritt hetzt er zwischen Gästen, Tresen und Küche umher, auch Koch und Küche sind im Stress, einige Gäste begehren bereits ein wenig auf. Da bestellt man etwas „Leichtes“. Also, etwas in der Küche leicht und zeitlich unkritisch zu händelndes: Die (Opel) Mantaplatte. Currywurst, Pommes und Salat. Und siehe da, ruckzuck stehen zwei beachtliche Portionen vor uns auf dem Tisch. Beflissentlich übersehen wir die verdrossenen Blicke der bereits vor uns und somit länger wartenden Gäste. Und wenn diese wüssten, dass wir für vier Dithmarscher Pilsener der Kaliber 0,3l und 0,4l und die beiden „Platten“ 22,40 Euro (ohne Trinkgeld) zahlen werden, könnte es sein, dass sie uns folgen. Nicht nur mit ihren hungrigen Blicken.

Die Burg in Bad Bodenteich

Sonntagmorgen. Zuverlässig macht das Frollein gegen 7.00 Uhr auf sich aufmerksam: Strecken, Fellpflege, Schütteln, ein wenig „quakiges“ Meckern, ein theatralisches Winseln, leicht überzogenes Gähnen, erneutes Kratzen mit dem Hinterlauf und wiederholtes Schütteln. Dann hat sie es wieder einmal geschafft und wir brechen zu unserem ersten „Gang durch die Gemeinde“ auf. Heute geht es nicht direkt an den Hardausee. Wir wählen den kleinen Umweg um das noch nicht abgeerntete Maisfeld. Zur großen Begeisterung der Kleinen Münsterländerin finden sich auch hier genug frische Spuren der einheimischen Feld-, Wald- und Wiesenbewohner. Ab und zu gestattet sie mir eine Pause, um das eine oder andere Foto zu machen. Lange stelle ich ihre Geduld allerdings nicht auf die Probe, denn beide Akkus im battery-pack der Kamera sind leer. Ein letztes Foto des im Frühnebel schlummernden Sees und „Ende der Vorstellung“. Sehr entspannt, da „vollständig spannungslos“, kehren wir um.

Der Brümmerhof im Museumsdorf Hösseringen

Wir treffen auf die Warteschlange vor dem „Kleinen Laden“ auf dem Campingplatz. Die ersten Camper versorgen sich mit Brötchen und Brot. Manche lächeln, andere nicht. Sicherlich sind letztere diejenigen, die heute abreisen. Wir bleiben noch. Wir haben ein langes Wochenende geplant und können getrost mit dem Brötchenkauf warten. Dann ist die Schlange vor dem Bäcker auch viel länger und manchmal die Kundinnen und Kunden lustiger und gesprächiger als dies im Augenblick der Fall zu sein scheint. Ja, ich verwickle die Menschen gern in ein lockeres Gespräch. Oft reicht dazu nur eine kleine scherzhafte Bemerkung. Eine oder einer „steigt immer darauf ein“. Meistens.

“Chill-Out-Zone” im Brümmerhof

Die Brötchenbestellung am Hardausee wird per zuvor vergebener Nummer abgewickelt. Und wenn man sich statt „mit der Zehn“ mit der Angabe: „Ronald Stock, Pappelallee 7, Hösseringen, Lüneburger Heide, Deutschland“ vorstellt, kann man Gelächter ernten oder aber am darauffolgenden Tag (unbeabsichtigt) auf der Campingplatzkleinerladenbrötchenbestellliste vergessen worden sein. Ein Wagnis, das ich für eine Blödelei gern in Kauf nehme. – „Wenn Du Dich nicht allzu ernst nimmst, kannst Du Dich besser wahrnehmen.“ Michael Marie Jung.

Nicht nur Schüsseln und Holzlöffel auf dem und bei Tisch. Es ging auch so

Nur die Gipfel des Blauen Berges (129 m) und des Lüß-Berges (130 m) in unserer unmittelbaren alpinen Nachbarschaft überragen die Höhe (122 m), die wir bezwingen müssen, um das Museumsdorf Hösseringen zu besuchen. Was nimmt der historisch interessierte Mensch nicht alles auf sich, um einen Einblick in die Vergangenheit zu erlangen? Zwei Einblicke genügen mir dann auch, um festzustellen, dass ich über meine späte Geburt sehr erfreut und meinen Eltern spätestens heute sehr dankbar dafür bin. Offene Feuerstellen, Hund, Katze, Maus und das liebe Vieh quasi im Wohnzimmer, das man sich mit allen Familienmitgliedern teilte. Und wenn man nicht gerade damit beschäftigt war, den Lebensunterhalt in eigener Produktion zu sichern, dann hütete man die Ziegen oder Heidschnucken und schützte die Hühnerschar vor dem unbefugten Zugriff durch Fuchs, Marder & Co. Dafür gab es kein fließendes Wasser und das „Badezimmer“ fand man des nachts und bei Wind und Wetter im Vorgarten. Nein, danke. Der historische Landtagsplatz in der Hösseringer Heide kann zur Änderung meiner Meinung auch nicht mehr beitragen.

Und wo ist der clevere Backofen mit Selbstreinigung? Wo die Keramikspüle? Wie kochten sie ohne Umluft oder Ober- / Unterhitze? – Fragen über Fragen

Gegen 15.00 Uhr kehren wir in die Pappelallee zurück. Von unseren bisherigen Nachbarn aus Winsen/Luhe haben wir uns am Vormittag verabschiedet. Jetzt steht ein funkelnagelneuer Fendt Diamant inkl. fabrikneuem Isabella Vorzelt auf der Nr. 8. Beide Nachbarn sind in die Aufbauanleitung ihres Vorzeltes vertieft. Nur ihre Nele, eine weitere sehr egoistisch-kleindenkende Schöpfung der Kategorie quiekender Hunde, „macht einen auf dicke Hose“.

“Ein Loch ist im Eimer!” Insider wissen, dass er nicht dem Medium-Terzett aus Osnabrück gehört

Die ebenfalls frisch angekommenen Nachbarn aus Ostfriesland verstehen sich mit den niederländischen Anrainern auf Anhieb so gut, dass dies niemandem in der Tannen- und Pappelallee entgehen könnte. Schön ist sie, diese grenzen- und bedenkenlose Verständigung, nicht.

Ich hätte mich hier einschließen lassen können: Dorfcafe in Hösseringen

Inzwischen studieren „die auf der acht“ in gleichem Lärmpegel wie die Ostfriesland-Holland-Connection einen Fendt-Prospekt: “Sonderausstattung Diamant-Paket. 50 Jahre Fendt-Caravan”. Dieser scheint so interessant zu sein, dass auch die Nachbarn es erfahren müssen. Dies glauben zumindest die beiden „Diamanten“. Wir sind nicht gereizt, wir sind “totally annoyed” (total genervt). Zum Glück haben wir am Abend einen Tisch beim Griechen im Nachbarort reserviert. Hier werden wir uns von der nervlichen Kraftprobe am Nachmittag erholen.

Das Lokal ist gut besucht. Keine Sorge: Wir haben reserviert. Telefonisch. Im Garten des Lokals werden wir spontan von zwei weiteren hysterisch-hitzköpfigen Schöpfungen der Gattung Hund begrüßt. Luna bewahrt die absolute Ruhe. Und ich habe eine neue Taktik entwickelt: Ich bleibe mit dem Frollein in angemessener Entfernung vor dem Tisch der unaufhaltsam bellenden Heulbojen stehen und lasse Herrchen und Frauchen die Situation bereinigen. Ich weiß, dass ihnen dies nie und nimmer gelingen wird. Und erst, wenn auch der letzte Gast erfährt, von welchem Tisch dieser charakterlose Tumult ausgeht, gehen wir weiter. Ja, das mag sehr unfair sein, aber wer seine Hündchen „eine große Schnauze“ riskieren lässt, muss damit leben können.

Es ist schön, wenn die ganze Familie Zeit und Gelegenheit findet, gemeinsam und generationenübergreifend ein Lokal aufzusuchen, sich austauschen kann und dabei einen wundervollen Abend verbringt. Viel zu selten sind diese Momente im Kreis der Lieben geworden.

Nun mag es sein, dass ich irgendwann irgendetwas versäumt oder übersehen habe: Bestimmen heute die jüngsten Familienmitglieder die Sitzordnung und das Gesprächsthema? Muss die Verwandtschaft stets alles leidenschaftlich bewundernd als „Super!“ und „Gaaanz toll!“ beurteilen, was die jüngsten Erdenbürger fortwährend und ungehindert, da durch dieses überzogene und lächerliche Lob ständig ermutigt, „vom Stapel lassen“? Muss in endlosen Diskussionen erläutert werden, warum der freundliche Ober die Micky Mouse Teller nicht vor Muttis Salat serviert hat? Obwohl der anstrengende Matt-Eagle und seine überdrehte Schwester Cinderella-Melodie, beide Vornamen sind fiktiv, doch solch einen Hunger haben! Die geistesabwesenden Eltern antworten nur mit einem müden „Ja, ja“, da sie zu sehr damit beschäftigt sind, ihre WhatsApp-Stati zu aktualisieren. Ich suche nach dem Kamerateam, das hier und heute eine Folge einer Doku-Soap aufzeichnet. Titel: „Mit Verrückten speisen“.

Ein peinlich berührter Großvater ist ganz bestimmt kein Spielverderber, da anscheinend nur er es verinnerlicht hat, dass sich die durcheinanderkrakelende Familie in einem Restaurant und nicht in einer Kindertagesstätte befindet. Aus diesem Grund mag er es ablehnen, mit den Enkelkindern um den Tisch herum Fangen zu spielen. – Unser Essen war sehr appetitlich, frisch zubereitet und reichhaltig, das Taverna-„Der Grieche“-Team um Frau Kotzagkiozes war sehr engagiert, stets freundlich und zuvorkommend. Leider blieb unsere erhoffte Erholung vom Nachmittag durch die Turbulenzen am Nachbartisch auf der Strecke.

Das Hygrometer (Anzeige >100%) hatte an diesem Morgen frei

Es kann der Eindruck entstehen, dass unser verlängerter Wochenendausflug in die Lüneburger Heide „ein Schuss in den Ofen“ war, da ich mich immer wieder einmal über das eine und andere beklage. Nein, so ist es bestimmt nicht. Natürlich haben wir bedauernswerte Erfahrungen gesammelt. Die daraus resultierenden Erkenntnisse werden dazu beitragen, kommende Fahrten unter neuen Gesichts- und Schwerpunkten zu planen. Ich sehe es ähnlich wie Thomas Carlyle: “Die Erfahrung nimmt ein furchtbar hohes Schulgeld, aber sie lehrt wie sonst keiner.”- Also, auf zu neuen abenteuerlichen Fahrten!

In der Lüneburger Heide zeigte es sich besonders: Luna, unsere Kleine Münsterländerin, der kleinste Vertreter der deutschen Vorstehhundrassen, wird auf Anhieb als solche erkannt. – Edmund Löns, der jüngere Bruder des Dichters Hermann Löns, begann zwischen 1902 und 1907 mit der Reinzucht unter dem Namen Heidewachtel.

Da spricht der Stein zur Eiche,
Als wacht’ er auf vom Traum:
“Ging nicht vorbei die Freiheit?
Wach’ auf, wach’ auf, du deutscher Baum!”
Gottfried Keller
(Auf Lüneburger Heide, 3. Strophe)

Der 280er

Eine Geschichte ohne Fotos. Zur freundlichen Erinnerung an Joachim Anton H. und einzig für das “geistige Auge” bestimmt.

Heute kam mir ein Mercedes-Benz 280 S entgegen. „Schön“, denken der eine und die andere: „Und warum ist das so besonders?“ – Es handelte sich um einen Typ W 108, der gern als „die alte S-Klasse“ bezeichnet wird, obwohl besagte Klasse zur Zeit der Fertigung dieses Typs (1967–72) noch gar nicht vom Band gelaufen war. – (Zitat) Mercedes-Benz bezeichnet die Modelle W 108/109 als „die eigentliche Geburtsstunde der S-Klasse“, auch wenn man sie damals noch nicht so nannte (Zitatende, wikipedia).

Besagter Mercedes 280 S, wenn auch noch nicht eine S-Klasse, so doch ein 6-Zylinder-Oberklasse-Modell mit einem Hubraum von 2778 cm³ und seinerzeit 140 PS, weckte sofort Erinnerungen in mir:

2./Flugabwehrraketenbataillon 26 NIKE, Chorengelshellmer/Sürwürder Hellmer, Lockfleth, Feuerleitbereich und Joachim (1954 – 2020), “nick name”: Jochen. – Jochen fuhr dieses W-108er-Modell. Und er wäre nicht Jochen gewesen, hätte sein 280er nicht auch bereits damals über besondere Ausstattungsmerkmale verfügt wie ein Automatikgetriebe, Zentralverriegelung, elektrische Fensterheber, eine Standheizung und … nun kommt´s: Am rechten Kotflügel des tiefschwarzen „Mafiaschlittens“ befand sich die Halterung für einen Stander. Bestimmte Amtsinhaber und Würdenträger besitzen die Berechtigung zum Führen von Standarten … und der damalige Herr Oberfeldwebel J. – „Wer, wenn nicht er?“

Ich will mich auf keinen Fall über Jochen lustig machen. Im Gegenteil! Ich erinnere mich oft und dies sehr gern an unsere gemeinsamen Jahre während der 1980er. „So manches Ding“ haben wir uns da hin und wieder geleistet. Nein! Wir haben uns niemals rechtswidrig verhalten und selbstverständlich auch keine Straftaten begangen.

Wir haben vielleicht einmal mehr als gewöhnlich, auch gegenüber den uns anvertrauten Soldaten, „Fünfe gerade sein lassen“ und bestehende Dienstvorschriften mit ein wenig mehr Freigeist interpretiert, als dies im Sinne realer Anweisungen gedacht war. – „Die Gedanken sind frei, wer kann sie erraten?“

„Was hat das alles mit dem Mercedes-Benz 280S zu schaffen?“ – Es ist die Brücke, die dieses Fahrzeug meinen Gedanken an Jochen schlug. Und da fällt mir die eigentliche Geschichte ein:

Es soll einmal zwei Soldaten gegeben haben, die wenig bis gar keinen Gefallen an einer Disziplin des Soldatensportwettkampfs fanden. Um dem eigentlich allgemein sehr unbeliebten 5000m-Lauf ein wenig mehr Attraktivität zu verleihen, machte sie sich daran und vermaßen selbstlos, um eine Alternative zu den monotonen 12,5 Runden auf dem Sportplatz an der Molkereistraße 21 zu schaffen, parallel zum Alser- und Hakendorferwurp entlang des Lockfleths eine Ausweichstrecke. Schnell waren die erforderlichen Streckenmarkierungen inkl. Wendemarke auf den Beton gesprüht. An eben dieser Wendemarke nahm ein Posten Aufstellung und erfasste die hier den Rückweg antretenden Sportler. Ich darf Sportler schreiben, denn Sportlerinnen gab es erst ab dem 1. Januar 2001 in den Kampfverbänden. Gut, einige gab es davor bereits in den Disziplinen MilPhys, -San und -Geo.

Die 5000er-Läufer starteten am Tor zum Feuerleitbereich. Der Tor- und Schließerposten erfasste schriftlich den Start und späteren Zielleinlauf. An der Wendemarke wurde die „körperliche Anwesenheit“ quittiert. Fertig!

Mindestens zweimal patrollierte der tiefschwarze Mercedes auf der Laufstrecke, hielt stets außerhalb der Sichtweite zur Wendemarke und dem Tor- und Schließerposten. Eben dieser Mercedes verfügte neben all seiner luxuriösen Ausstattung über einen sehr geräumigen Kofferraum. Ohne weiteres hätte ein zuvor am Tor FLB gestarteter Sportler dort hinein huschen können, vor der Wendemarke diesem entschlüpfen, um sich nach dem dortigen „Vollzähligkeitsappell“ wieder … usw. Doch das ist natürlich rein spekulativ.

Ich bleibe im Konjunktiv: WER in aller Welt hätte das getan?

Weg! – Von diesem an keinen anderen Ort

In der Nordwest-Zeitung Nr. 209 vom 7. September 2020 heißt es u.a. auf Seite 17: „Alte Wege und innovative Dächer. Fliegerhorst Das ist so besonders an der Planung des neuen Stadtviertels“ (von Ellen Kranz).

Es steht nicht in meiner Absicht, mit einem Blick nach Oldenburg, diesen Artikel anzugreifen oder zu kritisieren. Aber ich war ein wenig geschockt, als ich den „Sandkasten“ an der Alexanderstraße 461 sah, den Torsten von Reeken fotografisch einfing. Fast alles ist weg. Historische Gebäude wie die Villa Wehnelt, das Truppenkino, das Freibad, viele Unterkunftsgebäude, Werkstätten, Lager usw. wichen der Kampfmittelsondierung.

Der ehemalige Fliegerhorst, wo ich einen Teil meiner Dienstzeit (ca. 16 Jahre) verbrachte, wird einmal über begrünte Dächer und regenerative Energien verfügen. Das ist gut so. Schön, dass hier bald bis zu 3.000 Menschen wohnen werden.

Weniger gefällt mir, auch wenn wir (Soldat*Innen) es bereits während der militärischen Nutzung der Liegenschaft zumindest ahnten “das da was ist”, dass erst mit der Planung des neuen Stadtviertels eine Kampfmittelsondierung erfolgte. Damit ließ man sich Zeit bis zur Schließung des Fliegerhorstes. Auch wenn wir seinerzeit über stählerne militärische Kopfbedeckungen verfügten, so wäre es doch ganz nett gewesen, uns zu informieren. Britische Luftbildaufnahmen längst vergangener Angriffe auf den Fliegerhorst gab und gibt es zur Genüge.

Es fehlen noch weitere Gebäude: der Lokschuppen und mindestens acht Unterkünfte sowie die Gebäude der Betriebsgruppe (StOV)

Da ich nicht ohne weiteres das originale NWZ-Foto verwenden darf, habe ich „mal eben“ eine an die Aufnahme angelehnte Skizze angefertigt. Die mit gelbem Textmarker versehenen Gebäude sind noch vorhanden. Alles weitere (in diesem Ausschnitt) fiel dem Zahn der Zeit bzw. der Baggerschaufel zum Opfer.

Ich habe alle “Abwesenden” noch vor Augen und könnte zu fast jedem Gebäude eine Geschichte erzählen Aber wen interessiert das heute?

“Alles was du sagst, sollte wahr sein. Aber nicht alles was wahr ist, solltest du auch sagen.” – Voltaire

An der Nordseeküste, am plattdeutschen Strand

Es ist lange her, dass wir unsere alte Heimat an der Wesermündung, das „Heim der Blitze“ (Pleccateshem), besuchten. Erwähnt wurde Blexen bereits im Jahre 789 im Zusammenhang mit dem Tod des Bischofs Willehad. Er, der als Missionar in Friesland und im Gebiet der Sachsen aktiv war, verstarb hier an einem heftigen Fieber.

Ein Blick über die Weser: Bremerhaven

1998, Blexen war inzwischen nicht mehr durch den Fluss Heete vom Festland abgetrennt, verließen wir die einstige Insel an der deutschen Nordseeküste. Die Weltpresse nahm davon keine Notiz und so leben wir seitdem unbemerkt und -auffällig im Ammerland.

Segler vor dem Blexer Fähranleger

Auch heute bemerken die knapp 2.800 Bürgerinnen und Bürger des Nordenhamer Stadtteiles es nicht, dass wir mit unseren Fahrrädern, das Lunamobil inklusive der darin ruhenden Kleinen Müsterländerin im Schlepp, den Deichsicherungsweg parallel zur Titanstraße in Richtung des Segelflugplatzes Blexen befahren. Später werden wir das „Heim der Blitze“, oh, wie hast Du Dich verändert, über Am Rhynschloot, Fährstraße, An der Papenkuhle und die Lunestraße wieder verlassen. Wir parken am Fähranleger in Blexen. Nein, nicht auf einem kostenpflichtigen Platz, die Ehemaligen kennen sich aus.

Zeitzeugen (auch) der “dunklen Vergangenheit”: Die einst künstlich angelegten Inseln Langlütjen I und Langlütjen II in der Wesermündung

Ein Besuch der Wesermarsch und speziell der Butjadinger Halbinsel ohne Nordseekrabben geht gar nicht. „Nordseekrabbe“. Da habe ich ein Thema angeschnitten. „Nordseegarnele“, „Sandgarnele“, „Strandgarnele“ oder „Krabben“ höre ich beharrliche Urlauberinnen und Urlauber, Besucherinnen und Besucher der Wesermündung und Nordseeküste rufen. „Krill!“, ruft ein in seiner Zuordnung vollkommen daneben liegender Herr X. aus Nordrhein-Westfalen. „Pustekuchen!“, entgegnen wir und bestehen auf „Granat“. Um zu einer vollständigen namentlichen Verwirrung beizutragen, könnten wir nun noch „Porre“ und „Knat“ anbieten, aber das sparen wir uns.

“Mein Schiff”, Dein Schiff, unser(e) Schiff(e)

Erst vor wenigen Stunden der Nordsee entrissen, bekommen wir bei den „Fischern unseres Vertrauens“ die frischen und so schmackhaften Krabben, Granat, Garnelen, Nordseekrabben, Strand- und/oder Sandgarnelen. – „Nein, keinen Krill, Herr X. aus NRW!“

Die Ostseite des Alten Hafens in Bremerhaven. Heute: Das Columbus-Center

Dem Randmeer des Atlantischen Ozeans (Nordsee) und uns ist es so ziemlich egal, wie „die anderen“, unsere Granat nennen. Jetzt geht es nur noch um den reinen (Hoch-)Genuss. Ja, die Meeresbewohner müssen zuvor noch, je nach Talent und Geschick teilweise mehr oder weniger zeitaufwändig, gepult werden, aber dann …

… lasse ich die Fotos sprechen:

Mit viel Glück findet man beim “Granatpulen” hin und wieder eine volle Flaschenpost
Eine Stunde und eine Flaschenpost später: Die Beute
(M)Eine Variante Granat zu “erleben”

Vielen Dank an “unsere Fischer” Franz und Thomas. Es war wieder einmal ein lukullisches Erlebnis “erster Kajüte”!

Vedersø Klit – DK

In einer Sache irrt sich Herr TomTom, die Majestät der Navigationsgeräte: Wir hätten bereits vor Holstebro die (dänische) A18 an der Anschlussstelle 20 verlassen sollen. So wären wir in einem Halbkreis „unter“ der dänischen Handelsstadt (handelsby) gefahren und hätten uns die Fahrt durch das Zentrum erspart. Um gleich einem Missverständnis vorzubeugen: Als „handelsby“ bezeichnen die Dänen eigentlich jede Stadt in der man einkaufen kann. Der „Titel“ hat also nichts mit Hanse, Handel, mittelalterlichen Koggen oder den seinerzeit gern als „Pfeffersäcken“ bezeichneten hanseatischen Kaufleuten zu tun.

Wohnhaus mit Malven vor der Hauswand. Dieses Foto darf bei einem Dänemarkurlaub nicht fehlen

Und während ich hier schon wieder den Oberlehrer mime, fahren wir längst auf der B16 in Richtung Ulfborg. “Diese kleine Stadt hat eigentlich nichts zu bieten”, aber wir wollen ja auch nach „Vedersø Klit, wo das touristische Geschehen brummt“, so schreibt es Roland Hanewald in seinem Handbuch für individuelles Entdecken.

Ein “Minihafen” irgendwo am Strand des Nissum Fjords, südwestlich von Bækmarksbro

Wir sind Gäste in der Region Mittleres Westjütland und halten uns natürlich an die außerorts vorgeschriebenen 80 Km/h. Das skandinavische Zusammengehörigkeitsgefühl gestattet es im selben Moment einem Schweden, uns mit gefühlten 120 Km/h im Tiefflug zu überholen. Warum erwischt man mich in Ostfriesland bei einer Geschwindigkeitsübertretung um 7 Km/h und übersieht diesen rasenden nordeuropäischen parlamentarischen Monarchisten? – “Glück ist das einzige, was wir anderen geben können, ohne es selbst zu haben.” Carmen Sylva.

Die Kirche in Vedersø. Der Pastor und Dichter Kaj Munk liegt hier außerhalb der östlichen Mauer des Chors begraben

Über Staby und Husby erreichen wir nach wenigen Kilometern unser Ziel im Bækbyvej. Noch fällt uns nicht auf, dass in Vedersø Klit alle Ferienhäuser gemauerte Fundamente und Strohdächer haben müssen. Noch weniger bemerken wir in den Ausläufern der Husby Klitplantage, des Husby Dünenwaldes, dass die Häuser mit ihren Giebeln in Ost-West-Richtung liegen müssen. Gut, in Dänemark begnügt man sich mit einer biederen „Ost-West-Richtung“, in Deutschland wäre diese flüchtige Angabe durch eine exakte Gradzahl unter strenger Beachtung der Meridiankonvergenz (sehr lässig erklärt: die Abweichung von geographisch Nord und magnetisch Nord) fest- und vorgeschrieben.

… und die Kirche in Staby. Man nimmt an, dass diese Kirche, mit ihrer ungewöhnlichen Apsis, im 12. Jahrhundert errichtet wurde

Auto ausräumen, Haus einräumen, Zimmer und Betten beziehen, Fahrräder startklar herrichten. Fertig! Fertig? Noch lange nicht! Der Einkauf lang entbehrter dänischer Lebens- und Genussmittel steht auf der Agenda. Und wo gibt es diese? Natürlich in Ulfborg, in der Harbogade 17. Der ABC Lavpris, billigst på hele indkøbet (preiswert beim gesamten Einkauf), straft den sehr erfahrenen und sachverständigen Autor Roland Hanewald (Zitat: Diese kleine Stadt hat eigentlich nichts zu bieten.) in dem Punkt der “versorgungstechnischen Kompetenz” Lügen. 5.000 Artikel zu Discountpreisen warten auf uns! Uns, also mir, reichen für´s erste: Tuborg Øl und „Giraf“ (Bier aus dem Hause Carlsberg mit 10Vol%). Gut, es kommen auf Protest der besten aller Ehefrauen dann doch noch einige ebenso wichtige Lebensmittel dazu: Grovhakket Leverpostej, diese dänische Leberwurst, die scheinbar nur für deutsche Touristen hergestellt wird. Die will ich haben! Sie ähnelt ein wenig Lunas Dosennahrung und kann nur mit einer Unmenge an gerösteten Zwiebeln gegessen werden. Noch nie sah ich eine Dänin oder einen Dänen, die bzw. der diese „Spezialität“ kaufte. Makrel salat, BUKO RejeOst (Schmierkäse), Kløver Sødmælksyoghurt Jordbær (Erdbeerjoghurt), Toms Guld Barre (Schokolade) und Kartoffel Chips med smag af havsalt. – Wer allerdings die 0,35 l Flasche Aalborg Taffel Akvavit in den Einkaufswagen legte wird für immer ein Rätsel bleiben.

Am Herrenhaus Nørre Vosborg bei Vemb

Für den ersten Tag haben wir uns eine leichte Fahrradtour ausgesucht: „Rund um Vester Husby“. Eine wirklich tolle Tour durch schöne Dünenlandschaften und herrliche Waldgebiete. Nur eben „unseren“ Bæksbyvej in Richtung Husby fahren, abbiegen auf den Græmvej und ab geht das Fahrraderlebnis. Unauffindbar ist für uns der Weg durch den Wald, entlang am See zur Kirche in Husby. Wir landen an einer vielbefahrenen Kreuzung und schauen in die Röhre. Also, zurück und den Weg durch den Wald, der ja irgendwie vom Bæksbyvej abzweigen muss, gesucht. Fehlanzeige. Wir gestalten uns spontan unser eigenes ultimatives „Rundt om Vester Husby“-Erlebnis. Tatsächliches fahren wir plötzlich auf dem Raketvejen durch die Dünen in Richtung Strand. Und das alles ohne Radwanderkarte.

Am “Fjord der Vögel” (Vest Stadil Fjord Mellem Dyb). An diesem Tag ohne Vögel, ohne Aussichtsturm. Wir haben diesen jedenfalls nicht gefunden

Auf einem der vielen Parkplätze am Strand stellen wir unsere Räder ab. Natürlich trägt auch dieser kleine Strand seinen eigenen Namen, aber sich diesen zu merken überfordert mein Erinnerungsvermögen. Ich erinnere mich nur noch an „die (gefühlt) höchste Düne der Welt“, die wir erklimmen müssen, um das Wasser zu sehen. Die beste aller Ehefrauen hat mittels der tierischen Zugmaschine Luna inzwischen den Gipfel erreicht. Ich mache weiterhin zwei winzige Schritte nach vorn um danach mindestens 2,40 m „talwärts“ zu treiben. Also drehe ich mich um und laufe die Düne im Rückwärtsgang hoch. So nähere ich mich zügig dem Gipfel, da ich ja nun nicht mehr rückwärts bergab gleite, sondern bergauf. Tja, diesen Tipp gab mir einst der Baron Hieronymus Carl Friedrich Freiherr von Münchhausen. – Auf sein Wohl trinke ich abends ein Carlsberg Giraf und einen ihm gebührenden Aalborg Taffel Akvavit.

Pfarrhaus „Kaj Munks Præstegård“

Während unserer nächsten Radtour besuchen wir das Pfarrhaus „Kaj Munks Præstegård“ sowie die Kirchen in Verdersø und Staby. Kaj Munk (1898-1944), der eigentlich Kaj Harald Leininger Petersen hieß, war ein dänischer Pastor, Schriftsteller, Gegner Hitlers und christlicher Märtyrer. Er wurde von einem SS-Kommando verhaftet und im Forst Hørbylunde vor Silkeborg erschossen. Dies war die erste Terroraktion der sog. Petergruppe unter Führung des deutschen SS-Hauptsturmführers Otto Schwerdt, alias Peter Schäfer (1914–1975). Die Gruppe ist für etwa 50 weitere „Ausgleichsmorde“ verantwortlich.

Der dänische Pastor Kaj Munk (1898-1944)

Das jütländische Heidegebiet Hjerl Hede ist nur etwa 60 Kilometer entfernt. Im gleichnamigen Freilichtmuseum, das sich auf einem Gebiet von mehr als 20 Hektar erstreckt, besichtigen wir alte landwirtschaftliche Gebäude, weichen den frei umherlaufenden dänischen Landgänsen aus und sehen schwarzbunte Landschweine und graubunte Rinder. Besonders haben es Luna dabei die braunen Landhühner angetan. Kurz, wir erleben das Leben wie einst auf dem Lande und kaufen uns in der alten Bäckerei Brot und Kuchen.

Pfarrhaus „Kaj Munks Præstegård“

Den Ort Thorsminde (Thors Gedenken) besuchen wir an einem Nachmittag an dem wir einfach einmal ins Blaue fahren. Wir könnten uns hier in der Nørgaard Fisk og Røgeri mit frischem Fisch eindecken, können es aber auch lassen, denn jeder Kutterhafen an der deutschen Nordseeküste verbreitet mehr Charme als dieser 1972 eingeweihte Fischereihafen.

Im Hafen von Ringkøbing

Auf unserem Rückweg machen wir einen Abstecher nach Felsted Odde am Felsted Kog, einer Bucht im Nissum Fjord. Hierhin fährt man, wenn … Ja, wann und warum eigentlich? Ich kann es nicht sagen. Allerdings fuhren wir dorthin, um auf dem Heimweg aus dem „Niemandsland“ Brennholz für den Kamin zu kaufen.

Das Frollein in ihrem “Lunamobil”

Gut, es war reiner Zufall, der uns diesen Stand finden ließ. „Brennholz im August?“ „Ja, bei 16°C eine (an-)zündende Idee am Abend.“ – Übrigens: Ein Sack Brennholz/30 dän. Kronen. Portokosten für eine Briefmarke (Ansichtskarte)/30 dän. Kronen. Wenn man bedenkt wie lange ein Sack Feuerholz brennt, dann … „Nein, wir verschicken weiterhin sehr gern Kartengrüße an unsere Lieben, die nicht online sind.“

Pfarrhaus „Kaj Munks Præstegård“

Hannes Wader sang 1972: „Heute hier, morgen dort. Bin kaum da, muss ich fort.“ Gerade erreicht uns die Nachricht unseres Vermieters: „Am Wochenende werden wir die größten An- und Abreisetage haben und daher möchten wir Ihnen die Heimreise mit dieser E-Mail, so gut wir können, erleichtern. Am Samstag wird nämlich die Landstraße bei Søndervig wegen des Bauvorhabens Lalandia gesperrt. usw. …“ – Das ist sehr nett und vorausschauend gemeint, aber wir haben Mittwoch, noch mindestens zwei Tage Ferien vor uns und eigentlich ist es uns sehr egal, ob und wann wir uns in die panikartige Flucht gen Deutschland einreihen müssen.

Hjerl Hede – Im Sulenhof

Auf unserem wetterbedingten Ausflug nach Ringkøbing, der dänische Himmel bietet uns nieselregnend die Stirn, passieren wir das Bauvorhaben Lalandia (Badepark mit der (geplant) größten „Badeanstalt“ (heute heißt so etwas Aquadome) Nordeuropas). Es gibt Lalandia bereits in Rødby auf der dänischen Insel Lolland und in Billund, der „Legostadt“. Gut, wenn es dem Tourismus dienlich ist, dann können sie ja mal experimentieren und hoffentlich “nicht baden gehen”. – Wir werden Dänemark dann sehr gern und wie gewohnt, an der unseres Erachtens doch “hyggeligeren” Ostseeseite besuchen.

Hjerl Hede – Blick auf die Bockmühle. die Kirche und den Kvostedhof

Wir wählen die Fahrradtour „Östlich von Ulfborg“: En Cykeltur Øst For Ulfborg. “Sie führt durch Forstgebiete mit fantastischer Natur, offener Heidefläche und artenreicher Fauna.” Soweit der verheißungsvolle Text zu unserer heutigen Fahrradtour, die wir an der Ulfkær kirke, die im Jahr 1900 errichtet wurde, im Ringkøbingvej beginnen. Wir nehmen die Räder am Ferienhaus „huckepack“, starten erst in Ulfborg und sparen so gute 18 Km. Während unserer Tour passieren wir auch das Ulfborg Skyttecenter (Google bezeichnet es als „Schützenverein“) im Filsøvej. Ich bin allerdings der festen Überzeugung, dass es sich hier um eine rein militärisch genutzte Standortschießanlage des dänischen Heeres handelt. Kein „Schützenverein“ besitzt auch nur im Entferntesten die Möglichkeiten, ein so ausgedehntes Areal zu hüten.

Hjerl Hede – Beim Schildermaler

Unsere Radwanderkarte ist in ihrem Maßstab ein wenig groß geraten, die Strecken werden oft „schwärmerisch“ beschrieben und die Wege sind zwar befestigt, doch ein verwöhnter Radler erwartet dann doch ein wenig mehr „Harmonie in der Streckenführung“. Und wenn dann auch noch das Pilze- und Beerensuchen am Wegesrand in Aussicht gestellt wird, dann spüre ich das Gewicht des Bären, den man mir hier aufbinden will.

Hjerl Hede – Die Wassermühle

Auf dem Rückweg besuchen wir noch einmal das Pfarrhaus „Kaj Munks Præstegård“. Inzwischen ortskundig, wählen wir den malerischen Weg durch Felder und Wiesen von Staby über Vedersø Kær, Vedersø und Hug. Vor uns liegt das einstige Pfarrhaus am Nørresø. Die beste aller Ehefrauen besucht noch einmal das Museum und das Frollein und ich finden einen Weg zum See. Hier mag der dänische Pastor und passionierte Jäger einst mit seinen Hunden zur Entenjagd aufgebrochen sein.

Im Schilf hinter dem Pfarrhaus „Kaj Munks Præstegård“

Wir haben uns in dieser Woche am dänischen Nordseeküstenstreifen zwischen Ringkøbing und Thorsminde aufgehalten und vieles gesehen und einiges, nicht nur mit dem Fahrrad, erfahren. Gesehen haben wir während unserer Ferie med hond die Kirchen von Staby und Vedersø, wir waren im Freilichtmuseum in Hjerl Hede, besuchten das Herrenhaus Nørre Vosborg, kauften im ABC-lavpris in Ulfborg ein, tankten bei OK (1,14 Euro/L Diesel) mit der Maestro Karte, machten uns auf zum Fjord der Vögel, waren am „Ende der Welt“ in Felsted Odde und einem weiteren „anderswo gelegenen“ kleinen Hafen am Nissum Fjord irgendwo bei Nørby Gårde, wir besuchten wiederholt das Pfarrhaus „Kaj Munks Præstegård“, bummelten durch Ringkøbing und versorgten uns mit den kleinen Dingen, die das Leben so lebenswert machen, beim Kaufmann Let Køb am Campingplatz in Vedersø Klit. Am letzten Abend besuchen wir heute das Restaurant Havtorn und werden uns die Fischgerichte schmecken lassen.

Das Herrenhaus Nørre Vosborg. Unter anderem wohnte H. C. Andersen hier vom 5. bis zum 20. Juli 1859. Seine Erzählung “Eine Geschichte aus den Dünen” entstand hier, ebenso wie einige seiner berühmten Scherenschnitte

Am morgigen Samstag geht es zurück. Und da der gefürchtete Bettenwechsel in Dänemark stets für übervolle Autobahnen und endlose Staus an den Grenzübergängen sorgen wird, werden wir unseren Ferienhausschlüssel „auf den letzten Drücker“ übergeben, die noch offene Stromrechnung begleichen und uns „querfeldein“ auf den Heimweg machen.

Hjerl Hede – Der Pfarrhof

In Søndervig wird die Straße gesperrt sein und der An- und Rückreiseverkehr durch den kleinen Ort geleitet werden. Ohne uns. Viele werden somit zur Autobahn in Richtung Holstebro oder Herning strömen, um sich dann in einer Art stetig anfahrend-bremsender Polonaise in Richtung Flensburg zu bewegen. Auch ohne uns.

Hjerl Hede – In der Kirche

Wir werden im ersten noch zu erwartenden dichteren Verkehr entlang einer gedachten Linie über Skjern, Grindsted, Vejen und Vojens nach Haderslev aufbrechen. Hier gibt es, so lange wir denken können, bei „Grethe“ die leckersten Hot Dogs. Über Aabenraa geht es dann in Richtung Deutschland. Und mit etwas Glück, ist die „touristische Stampede“ dann abgeebbt und wir werden hoffentlich entspannt, gestärkt und zufrieden in Richtung Wiefelstede, usA (unser schönes Ammerland) rollen.

Vedersø Klit

Und so ist es dann tatsächlich verlaufen: Die Idee, Dänemark „querfeldein“ in Richtung Grenze zu verlassen, war genau richtig. Wir kamen sehr gut voran und ein vollbepackter und mit Fahrrädern “gespickter” “Darth Vader” dankte es mit einem Durchschnittsverbrauch von 7,7 l/100 Km.

“Christian Vollstedt er et familiedrevet slagterdynasti, som blev grundlagt tilbage i 1862.” – Nach spätestens einem Hot Dog übersetzt man den Text spielend ins Deutsche: “… eine familiengeführte Metzgerdynastie, die bereits 1862 gegründet wurde”

In Haderslev ließ uns „Grethe“ im Stich. Ihr Hot Dog Stand öffnet nur werktags und schließt am Freitag um 15.00 Uhr. Wir wichen an diesem Samstag auf „Christian“ in der Haderslever Fußgängerzone aus. Komisch, hier schmeckten uns die Hot Dogs genauso gut wie bei der „treulosen Grethe“.

Unser dänischer “Cross-Country-Plan”. Die Fahrt war viel interessanter als die montone Autobahnroute

Nach einem kleinen Abstecher nach Diernæs und Aabenraa fuhren wir störungsfrei zur Grenze. Dort erhielten die Einreisenden nach Dänemark sofort unser größtes Mitgefühl: Der Verkehr auf der A7 staute sich fast bis zur Anschlussstelle 5 „Schleswig/Schuby“ zurück.

Hjerl Hede – Die Meierei

12 Km Stau vor dem Elbtunnel in Fahrtrichtung Hannover/Bremen. Wir verließen die A7 bei HH-Schnelsen-Nord, um diesem „Elend“ auszuweichen. In Hamburg erwischte es uns dann auf dem Heidenkampsweg: Länger als eine Stunde erlebten wir hier im automobilen Großverband die Baustellen inkl. gesperrter Fahrbahnen. – „Der Weg ist das Ziel.“ Konfuzius´ weise Worte halfen uns in dieser Situation allerdings auch nicht so recht weiter.

“13”. Eine Unglückszahl?

„WST?“ „Westerstede!“ – Wir stehen am Elbe-Lübeck-Kanal in Güster. Einmal mehr werden wir Ohrenzeugen dieses Frage- und Antwortspiels, mit dem sich die Radwanderer, die am Campingplatz Freizeitwelt Güster vorüberradeln, gern unterhalten. Oder: „Oh, Thule Sunblocker! Von Innen gespannt.“ „Ja, sehen eben doch viel besser aus als die xyz-Markisen.“

Die Wagenburg auf Stellplatz K13

Unser zum Saisonbeginn von Covid-19 stark eingeschränkter „wohnwagenreisender“ Bewegungsdrang hat uns dann schließlich doch wieder einmal an den Prüßsee zwischen Büchen und Mölln geführt. Im dritten Anlauf ist es uns gelungen. Nr. 1 scheiterte vollständig an den der Pandemie geschuldeten Reiseverboten und den Hygienebestimmungen. Nr. 2 verhinderte ein außerordentlich starker Besucherstrom am Himmelfahrtswochenende. Ja, und da bekanntlich „3x Ammerländer Recht ist“, stehen wir am 21. Juli und im dritten Anlauf auf Platz Nr. 13 in der „Komfortzone“. Nur jeder zweite Platz ist besetzt, es sei denn, ein Familienverband ist mit Gefolge angereist, dann geht es auch „Tür an Tür“. Wir sind zu dritt und nicht im Konvoi unterwegs. So sind wir zur Linken und zur Rechten von jeweils einer Freifläche „umzingelt“. Und das gefällt uns.

Am Elbe-Lübeck-Kanal

Ich könnte nun von dem Stau auf der A1 bei Sittensen, der uns eine gute halbe Stunde zum Stillstand zwang, berichten, ich könnte schreiben, dass uns die Schließung der Bäckerei Heymer in Güster sehr überraschte, ich könnte mich darüber beklagen, dass der GPS-Logger, der bis dato so exakt unsere Reiserouten aufzeichnete, plötzlich seine Dienste versagt und ich hätte an dieser Stelle die Radwanderkarte Nr. 35 „Zarrentin“ aus dem Hause Maiwald verdammen können, die uns eine Radwanderung am Schalsee nicht entlang von Land- und Bundesstraßen, sondern auf Land- und Bundesstraßen anbietet. Eine wundervolle Alternative zu Inliner-Fahrten auf Bundesautobahnen. Ja, im „Kleingedruckten“ weisen die Pocket-Karten-Anbieter darauf hin, dass es sich auch einmal um „nicht ausgebaute oder von der Fahrbahn getrennte Radwege handeln“ könne. Über solche Dinge ärgert man sich nur einmal, bevor man das Druckwerk durch den „Heereskopierer“ (Aktenvernichter) schickt. – Ich besorgte uns auch die Maiwaldschen Nr. 34 „Mölln“ und Nr. 37 „Büchen“. Wird sie das gleiche Schicksal ereilen?

Karten, die die Welt nicht braucht … 🙁

Wir geben unsere Radtour auf, fahren nach Zarrentin, finden hinter der Kirche endlich einen “angemessenen” Parkplatz für „Darth Vader“, der einen Platz für den “gemeinen Personenkraftwagen” als „unpassend“ strikt ablehnt und laufen entlang des Weges am Schaalsees zur Seefischerei. Höchste Zeit für Matjes- und Bismarkheringbrötchen. Luna verzieht sich in den Schatten und zeigt Präsenz: Enten, Blesshühner, Seeschwalben und Gänse sowie die freilaufende “Euphemia” aus Köln sind beeindruckt.

Am Schaalsee in Zarrentin

Wir waren so verwegen, den Großzecher Werder mit dem Fahrrad erkunden zu wollen. Dies geht eine Zeit lang gut, dann gebieten uns mannshohe Farne Einhalt. Ich sehe Luna nicht mehr, die eigentlich neben mir an der Leine läuft. Wir schlängeln uns durch den immer enger werdenden Weg, legen eine „Beinahelandung“ hin und entschließen uns, den Werder einen Werder sein zu lassen. – „Vorwärts! Wir müssen zurück.“

Die Pforte wurde installiert, damit die Enten nicht vom See flüchten können

Vor der angebotenen Fahrradtour des „Pocket-Karten-Anbieters“ haben wir kapitulieren müssen, so wollen wir wenigstens mit dem Auto ein Stück entlang des Sees fahren. Wir bewegen uns in Richtung Bantin, Lassahn, Hakendorf und Bernstorf. Irgendwann stellen wir fest, dass wir auf dieser Route die Bundesstraße 208 zwischen Ratzeburg und Roggendorf erreichen würden. Weit entfernt von unserem Campingplatz in Güster. Wir wenden beim Bernstorfer Binnensee und werden unseren Frust in der Taverne Inos, dem Griechen unseres Vertrauens in Güster, bei einem kühlen Dithmarscher Pilsener und einem griechischen Erfrischungsgetränk, vergessen machen.

“Glück Auf!”

Auch am dritten sehr frühen Morgen in Güster möchte das Frollein nicht darauf verzichten, zu nachtschlafender Stunde einige Meter am Elbe-Lübeck-Kanal (E-L-K) zu bummeln. Nun, von einem Spaziergang kann in diesem Fall nicht die Rede sein, Luna scheint sich den Magen verdorben zu haben. Und wenn sie sich tatsächlich einmal des Nachts meldet, dann ist durchaus Eile angesagt.

Es gab für Luna nicht viel “zu zählen”: zwei Graureiher, einige Schilfrohrsänger, keine Enten, keine Gänse, eine Möve

Am Prüßsee hat sich einiges verändert: Der sich an einigen Stellen leidenschaftlich wuchernden Natur wurde entschlossen Einhalt geboten, neue Stellplätze wurden angelegt, ältere Plätze wurden durch beherzte Formschnitte teils gelichtet und andere wiederum sind komplett verschwunden. Davon bemerkt der hier gelegentlich „wohnende“ Caravaner eigentlich kaum etwas. Es sei denn, er steht im Dialog mit den Alteingesessenen.

Der Diebsradenweg am Prüßsee. Unter diesem Namen kennen ihn wohl auch nur wenige

Zufällig treffen wir uns in der „ersten Kurve vor Siebeneichen“ am E-L-K. Nachdem uns zuvor die „Glück Auf“ auf dem Wasserweg entgegenkam, kommen wir, da uns die Besatzung so freundlich grüßte, ins Gespräch. Sie, ich nenne sie einfach Frau J. und ihr Mann sind bereits seit Jahrzehnten Dauercamper in der Freizeitwelt Güster. Natürlich kennt sie, eine echte Hamburger Deern, den Schiffer der „Glück Auf“ und seinen Decksmann beim Namen, sie kennt die Namen der weiteren Schiffe der Reederei und weiß, wann und wie oft diese von Geesthacht kommend, hier Sand laden. Und wir stellen fest, dass ihre Campingnachbarn auch mir flüchtig aus Gesprächen „auf dem Platz“ bekannt sind.

Frühaufsteher erhalten (manchmal) eine Belohnung

An dieser Stelle ist es mir wichtig festzustellen: „Deern“ ist im norddeutschen Raum eine allgemeine Bezeichnung für Mädchen. Heute macht „Sie“, als „Hamburger Deern“ aber auch deutlich, dass sie gebürtig aus Hamburg stammt. Dem Begriff Deern könnte eine negative Bedeutung zugeschrieben werden (in Form: „leichtes Mädchen“). Diese Bedeutungsverschlechterung gilt im norddeutschen Sprachraum nicht.

Prüßsee

Es ist früh am Morgen und wir haben Zeit. Viel Zeit. Also frage ich Frau J., warum die weiße Villa an der Straße Am Prüßsee immer mehr verfällt, was der freundliche Gärtner macht, den ich hier so lange nicht angetroffen habe, wie es dessen Mutter gesundheitlich geht und was es mit dem Pavillon auf sich hat, der an manchen Nachmittagen durch mehrere Damen „in Begleitung“ ihrer Rotkäppchen-Pikkolos belegt wird. – „Dat was en lang Klönsnack.“ Und nun weiß ich mehr.

Fischreiher am Ufer des Elbe-Lübeck-Kanals

Am Freitagnachmittag füllt sich die Reihe der Komfortplätze in Güster. Die wenigen noch unbesetzten Plätze sind schnell belegt. Neben uns logiert nun ein Paar mit einem in die Jahre gekommenen VW T3 „California“. Dieser verfügt über ein Aufstelldach und eine Schiebetür. Letztere sollen wir fortan kennenlernen oder treffender, zu hören bekommen. Unsere Nachbarn scheinen noch nicht sehr lange gemeinsame Wege zu gehen und auch der T3 begleitet sie sicherlich erst seit wenigen Tagen. Um mich kurz zu fassen: Wir bekommen unweigerlich eine Kurzeinweisung in die Geschichte, Ausstattung und die weitere beabsichtigte Nutzung des „Vanagons“. – Ob wir dies nun wollen oder nicht.

“Lieb’ Vaterland, magst ruhig sein, fest steht und treu die Wacht, die Wacht am Rhein!” Nein, es brauste (an diesem Morgen) kein Ruf wie Donnerhall! – Hier fährt die “Vaterland” gen Geesthacht

“Eine schmerzliche Wahrheit ist besser als eine Lüge.” – Thomas Mann. – Es ist nicht unser Aufenthalt, wie wir ihn uns vorgestellt haben. „Es läuft einfach nicht rund.“ Wir befreien Big B. und die Markise von den viel zu früh abgeworfenen Eicheln, die uns „Quercus“ (die Eiche) aus der Familie der Buchengewächse eimerweise tagein und tagaus prasselnd “auf´s Dach wirft”, brechen unsere Zelte ab und fahren früher als geplant wieder in Richtung Heimat. Hier stellen wir zu spät fest, dass uns die zugesagten 5% Preisnachlass dann doch nicht gewährt wurden.

“Auf Wiedersehen, Frau J.!”

„Das Ärgerliche am Ärger ist, dass man sich schadet, ohne anderen zu nützen.“ – Kurt Tucholsky

Ausflug an den Tegernsee

„Herrliches Land, erstrahlend in Anmut, überreich an Wäldern, fruchtbar an Wein, ergiebig an Eisen, an Gold, Silber und Purpur; …“ Schon zu Zeiten Tassilos III. (ca. 741- ca. 796) fand Bischof Arbeo von Freising (ca. 723 – 4. Mai 784) begeistert diese Worte für das bayrische Alpenvorland.

Der Tegernsee. Einer der saubersten Seen Bayerns

Und da wir wissen, dass diese bischöflichen Worte auch heute noch ihre Berechtigung haben, denn Bischof Arbeo von Freising sprach seinerzeit auch von „Männern, hochgewachsen und strotzend an Kraft“, machen wir uns zu dritt auf den Weg an den Tegernsee. Hochgewachsen und strotzend an Kraft verlassen wir nach einem wieder einmal sehr schmackhaften Mittagessen (Krautwickerl mit Speckscheibe und Röstzwiebeln, dazu Püree (und extra viel Soße)) das Haus Göttfried in Kreuth. Wir werden den Wallberg bei Rottach-Egern, mit seinen stolzen 1.722 m im Mangfallgebirge gelegen, in einem Zug bezwingen! Zumindest bis auf 1.620 m … hier endet die Seilbahn. – “Tja, wenn der Vater mit den Söhnen.”

Es war ein wenig “diesig” an diesem Tag. Die nicht ganz klare Luft “trübte” unsere Aussicht

Dem Wallberg liegt das Tegernseer Tal zu Füßen. Ein herrlicher Ausblick in eben dieses Tal und auf den sommerlichen See mit seinen Segelbooten und Yachten krönt unseren Tagesausflug von München in „das Tal meiner Väter“. Und bevor dieser blog-Eintrag ein historischer (Familien-)Roman wird, beschränke ich mich nun nur noch darauf, einige Fotos zu zeigen.

Im Kurpark von Rottach-Egern trafen wir Ludwig Thoma (1867 – 1921 in Tegernsee, ein deutscher Schriftsteller), …
…, Leo Slezak (1873 – 1946 in Rottach-Egern, österreichischer Opernsänger und Schauspieler) und …
… Ludwig Ganghofer (1855 – 1920 in Tegernsee, ein bayrischer Schriftsteller)
Der Riederstein, ein 1207 m hoch gelegener Felssporn oberhalb des Tegernsees, von Rottach-Egern aus betrachtet
Gipfelstürmer … per Seilbahn
Das Schloss Ringberg auf halber Höhe des Ringbergs. Herzog Luitpold in Bayern legte 1912 den Grundstein
Die Bergstation der Wallbergbahn
Panorama pur
Und dann ging´s wieder bergab

PS.: Eventuell ist es aufgefallen: Bayerisch, bayrisch, bairisch. Es gibt einen feinen Unterschied. Den zu erklären ist schwer. Dazu muss man Bayer sein und bairisch sprechen. Vielleicht nach ein oder zwei bayrischen Bieren.

Und “last but not least”: Niemals “das Maß Bier” oder “der Schneid (im Sinne von Mut und Tatkraft)” sagen. Es heißt auf bairisch “die Maß Bier” und “die Schneid”! Und da ich gerade vom Schneiden schreibe: Möglichst nicht den Leberknödel mit Messer und Gabel zerteilen! Das geht in Bayern nur mit dem Löffel. … es sei denn, dass man ohnehin seinen Leberkäse “preußisch-ideenreich” mit Curryketchup “genießt” 🙄

“Dees weàmà schõ griàng.” – Das werden wir schon hinbekommen.

Das fliegende Auge 2020

Der Film “Das fliegende Auge”, ein typischer Vertreter des 1980er-Jahre-Actionkinos, schickt den Superhubschrauber „Blue Thunder“ zur Sicherung des Luftraumes über Los Angeles in den Kampf gegen eine neue Qualität des Verbrechens. Mit hochsensiblen Richtmikrofonen, verschiedenen Kamerasystemen und einer sechsläufigen 20-Millimeter-Gatling-Kanone ausgestattet, nimmt „Blue Thunder“ in diesem 1983er Film den Kampf auf.

Dies ist keine Fotomontage: Die Drohe steht tatsächlich “mucksmäuschenstill” in der Luft

Wegen der fehlenden Gatling-Kanone nicht so martialisch, aber technisch mindestens gleichgestellt, dafür unbemannt und viel kleiner, startete vor wenigen Tagen eine Mavik Mini Drohne in den erlaubten Luftraum über einer Halbinsel an der deutschen Nordseeküste.

An Bord eine Digitalkamera, die den Vergleich mit nicht fliegenden Kameras auf keinen Fall scheuen muss

Der Vollständigkeit halber erwähne ich, dass die geltende Drohnen-Verordnung, die umfangreiche Regelungen und Vorschriften zum Betrieb von unbemannten Fluggeräten in Deutschland umfasst, selbstverständlich strikt eingehalten wurde.

Und eine Luftaufnahme darf natürlich nicht fehlen:

Die Drohne hätte weit höher steigen können, aber sie sollte kein “Spielball” der steifen Brise, die an diesem Tag wehte, werden

De Pingsttour

„To Pingsten, ach wie scheun“ ist wohl eines der bekanntesten Lieder des „St. Paulianer Jungen“ Heinrich „Hein“ Köllisch (1857-1901). Seinem 1894 eröffneten Lokal, einem „Pläseerlokol“, wie man es damals nannte und das er auf dem Hamburger Spielbudenplatz betrieb, gab er den Namen „Köllisch´s Universum“. Nun habe ich Hein natürlich nie persönlich kennengelernt, aber mein Großvater kannte alle seine Lieder: „„De Pingsttour“ von Heinrich Köllisch“. So kündigte er stets diesen plattdeutschen „Schlager“ an, wenn er ihn zu den verschiedensten Anlässen spontan vortrug. Er, Jahrgang 1898, kannte alle Köllischen Lieder auswendig. – „To Pingsten, ach wie scheun, wenn de Natur so greun, un all´ns na buten geiht, dat is een wohre Freid!“

Ems. Sielgraben Sustrum II. Meine gefühlte 1001. Aufnahme  an dieser Stelle

Es liegt auf der Hand, dass mir dieses Lied zu Pfingsten immer wieder in den Sinn kommt. Ich höre meinen Opa singen, erinnere dabei sein verschmitztes Lächeln, wenn der besungene Pfingstausflug auf Grund einer plötzlich einsetzenden, sehr ungünstigen Wetterlage so gründlich ins Wasser fällt und denke: „Dat is een wohre Freid!“

Eine Sumpf-Schwertlilie, auch Wasserlilie genannt

Eine wahre Freude ist es auch, wieder einmal im Emstal zu sein, im neuen, diesmal 100%ig aufgebauten Kampa-Vorzelt zu sitzen und während mich Luna „bewacht“, sie hat ihren Kopf auf meine Füße gelegt, diese Zeilen zu schreiben. Die Sonne strahlt am Himmel, die Gäste auf dem Campingplatz eifern mit ihr um die Wette und gleich werden wir gemeinsam mit der „Besten von allen“ zu einem Gang entlang der Ems aufbrechen. – „Mensch , was willst Du mehr?“

Ein Blick aus einem Seitenarm der Ems

„Es gehört sich nicht bei manchen Dingen zu sehr ins Detail zu gehen. Doch ich erlaube mir eine Ausnahme: “Duschen“. Und nur ein letztes Mal will ich lästern: Heute morgen traf ich den “Terminator”. Er muss es gewesen sein! Gleich nebenan, eine Duschkabine weiter, pflegte er seinen Astralkörper unter den aus den Düsen eines angsterfüllten „El Gordos“ heraussprudelnden Fluten. Ich habe den Terminator nicht gesehen. Keiner könnte so maskulin duschen wie er: Rumms! Die Tür wird erbarmungslos ins Schloss gezwungen. Peng! Die Duschutensilien, sicherlich Scheuerpulver in gröbster Körnung, eine Stahlbürste und weitere kosmetische Arbeitsgeräte, wie Topfreiniger und Stahlwolle, die nicht fehlen dürfen, werden männlich abgelegt. „Wasser marsch!“ Eine bis dato sehr höflich schaffende Armatur verliert all ihr Selbstbewusstsein und steht dem Terminator unterwürfig zu Diensten. Zum Abschluss lässt es sich „Arnie“ nicht nehmen, noch einmal so richtig „tiefgründig sein Näschen zu schnauben“ und … – Hier gebieten meine Manieren einer weiteren Schilderung Einhalt. Der Terminator. Er muss es gewesen sein.

Kirche in Steinbild. St. Georg

Europas großes Camping-Magazin testet und vergleicht in seiner diesjährigen Mai-Ausgabe Campingstühle. Da mich permanente Tests von Plug-in-Hybrid SUV, der heutige „mit der Kraft der drei Herzen“ (Benziner, Front-E-Motor und Heck-E-Motor) nun so gar nicht interessieren, blättere ich weiter und entdecke unsere “Isabellas”. Auf Seite 41 finde ich „Loke“. „Ein hochwertiger Stuhl mit kleinem Schönheitsfehler: große Schraube sichtbar“ (Zitat Caravaning). Ja, das geht ja nun gar nicht! Dieser Stuhl ist durch eine sichtbare große Schraube missgestaltet! Und er knirscht beim Aufbau! Schnellstens klappe ich die „Verlierer“ zusammen, verstaue sie vor ihrer nun unwiderruflichen Entsorgung im verborgensten Winkel des Caravans und hoffe, dass niemand unseren bestürzenden Fehlkauf entdeckt. Seitdem stehen wir im Vorzelt. – Brauche ich solche Tests? „Nein.“

Die MS Springer. Sie “stand schon in der Zeitung”: Westfälische Nachrichten, 2012. “Zwangspause im Eis: Kanäle frieren zu – Schiffe liegen fest”

Komisch. Immer wenn wir unsere Runde Emstal-Steinbild-Düthe-Emstal drehen, treffen wir Georg um 11.55 Uhr. Ich spreche in Rätseln. Die Kirche in Steinbild ist die St. Georg Kirche. Ihre Turmuhr zeigt tatsächlich jedes Mal „fünf Minuten vor Zwölf“, wenn wir die Brücke über den Dortmund-Ems-Kanal überqueren. Nein, die Uhr steht nicht. Es ist reiner Zufall. Oder himmlische Fügung?

Am Dortmund-Ems-Kanal. Blickrichtung Schleuse Düthe

Und da ich gerade vom Zufall berichte: Pfingstsonntag. NDR I Radio Niedersachsen. Der Moderator legt mit den Worten “weil sie zu Pfingsten einfach dazugehört”, “De Pingsttour” auf:

… De Vadder geiht voran, –
een witte Maibüx an,
sien Jung kummt in de Mitt, –
natürlich ook in Witt,
dorbi hebbts op den Kopp –
een fien’n Strohhoot op,
all’ns sauber un mit Schick, –
grood wie gelickt. …

Ems/Dortmund-Ems-Kanal. Blick in Richtung Steinbild

Siegfried Lenz war ein großer Schriftsteller. Seine Romane und Erzählungen begeisterten mich bereits als Schüler und nehmen heute ca. 1,50 m in meinem Bücherregal ein. Als stets „blanker“ Gymnasiast konnte ich mir diese Bücher zu einem Stückpreis von damals 30-35 Deutsche Mark aus dem Hoffmann und Campe Verlag nicht leisten. „Es gab sie seinerzeit auch als dtv-Taschenbuchausgaben!“ Ja, gab es. Aber Siegfried Lenz wurde und wird von mir nicht im „Maßstab H0“ gelesen. Hoffmann und Campe muss es schon sein.

Ein Seitenarm der Ems

Nach und nach habe ich heute fast alle Lenzschen Werke erworben. Dazu zählt auch das 2015 in 1. Auflage erschienene Buch „Gespräche unter Freunden“, das mir „die Beste von allen“ schenkte. Siegfried Lenz im Gespräch mit Schriftstellern, Literaturkritikern, Journalisten und Freunden. Ich bin heute davon überzeugt, dass Manfred Durzak, der sich 1976 mit Siegfried Lenz unterhielt, dabei eine ganz bestimmte, sich selbst inszenierende Rolle einnehmen wollte und werde, auch wenn es mir schwer fällt, dieses Gespräch von Anfang bis Ende aushalten und lesen, aber ich freue mich jetzt schon umso mehr auf die Unterhaltung mit Loki Schmidt aus dem Jahr 2008. Titel: „Eine Freundschaft“.

Der DEK (Dortmund-Ems-Kanal) bei Steinbild

Auch wenn meiner Klasse und mir keiner unserer Deutschlehrer bis zum Abschlussjahr 1977 Siegfried Lenz im Unterricht tiefgreifender vorstellte, so erinnere ich mich unwillkürlich an meine Deutschlehrerin Frau Gisela B. (1939-2014). Sie unterrichtete nicht nur das Fach Deutsch, sie war auch eine Künstlerin. Eine wahre Künstlerin: Geistreich, bildend, aufgeschlossen, kreativ, ideenreich, aufbauend. Mit ihr besuchten wir Kunstausstellungen. Und sie war es, die uns die Bertold Brecht Parabeln um Herrn Keuner vorstellte. In einem ihrer Unterrichte hielt ich ein Referat über „meinen“ Hamburger Schriftsteller Siegfried Lenz. Zeitvorgabe: 20 Minuten. Ich brauchte die ganze 45minütige Unterrichtsstunde und die große, die heilige Pause von 20 Minuten. Niemand verließ den Klassenraum und trotz meiner eindeutigen Zeitüberschreitung stand Frau B., ihrer Unterrichtsstunde beraubt, auf und spendete mir Beifall. – Das hat nun nichts mit Camping, Caravan und „auf Achse sein“ zu tun, ist aber eine sehr schöne Erinnerung an meine Schulzeit und, ich gestehe, auch heute noch Balsam für meine Seele.

Kein Biber, aber eine Biberratte (Nutria)

Viele oder besser alle (weiblichen) Stechmücken scheinen den „BLV Tier- und Pflanzenführer für unterwegs“ nicht zu kennen. „Sie stechen vor allem in der Dämmerung und bei trübem, schwülwarmen Wetter“, heißt es dort auf Seite 326. Gut, vielleicht ist Culex pipiens (die Stechmücke) in ihrer Lektüre noch nicht so weit vorangeschritten oder sie kann doch nicht lesen. Auf alle Fälle spende ich der stechenden Damenliga dieser Zweiflügler bei meinen Streifzügen durch den Wald bei jeder Wetterlage und unter allen Lichtverhältnissen stets ausreichend „Säugerblut“. Auch das Frollein ist nicht begeistert. Unsere gefiederten Freunde bräuchten eigentlich nur mit geöffnetem Schnabel vor uns herfliegen und schon hätten sie Proviant für die nächsten zwei Tage gesammelt. Doch typisch, wenn man sie braucht, betreiben sie gerade Gefiederpflege oder singen von ihrer Warte.

Haubentaucher mit Jungem im Kielwasser

Wir verbergen uns in einer Wolke aus Stechmücken und warten am alten Seitenarm der Ems auf das, was da kommt. Auf der gegenüberliegenden Uferseite kontrolliert ein Trupp Stockenten die „Baumhöhlen“ unter den leicht über dem Wasser schwingenden Zweigen der Silberweiden. Diese sollen bis zu 200 Jahre alt werden. Na, ich bin darauf gespannt, sollte ich so um das Jahr 2200 noch einmal ins Emstal kommen, wie sie sich bis dahin entwickelt haben.

Luna hat den Kormoran längst im Visier

Wir werden belohnt. Ein Paar Haubentaucher macht das, was es so gut beherrscht: Es taucht 10 m vor uns (auf). Obwohl wir uns mitten in der Brut- und Setzzeit befinden, führen sie keine Jungen. Heute beschäftigen sie sich mehr damit, nach kleinen Fischen und Krebsen im seichten Wasser der Ems zu suchen. Es ist schwer, sie mit der Kamera zu erwischen. Ich kniee auf den Planken eines alten Bootsanlegers und stütze mich an einer „ehrwürdigen“ Bohle ab, um die Fotos nicht zu verwackeln. Der Steg kippelt ein wenig und ich bin mir augenblicklich darüber im Klaren, dass ich sehr schnell den beiden Haubentauchern folgen könnte. Doch dieser Anblick lässt mich das Risiko gern wagen.

Navigationsgerät ohne GPS für die AHK

Luna interessiert sich nicht die Bohne für die beiden Wasservögel. Das ist sehr ungewöhnlich, denn meistens ist sie in solchen Situationen nur schwer zu halten. Vielmehr richtet sie ihre gesamte Aufmerksamkeit auf das Strauchwerk zu unserer Rechten. Nein, es ist nicht der Biber, dem ich schon seit Jahren auf der Spur bin. Es ist eine Biberratte, eine Nutria, die sie entdeckt hat. Vollkommen gleichgültig zieht diese an uns vorüber und zur Mitte des Seitenarms. Sie ist eine der wenigen, der es gelang, der Bestandspflege durch die örtliche Jägerschaft zu entkommen. Mit List und Tücke mag ihr dies gelungen sein, denn ihrer Größe nach zu urteilen, ist sie „ein alter Hase“.

Spätestens jetzt sollte die Maus ihren Rückzug antreten – Sie tat´s

Einen Abend später stelle ich fest, dass die Nutria nicht allein ist. Ein zweites Tier scheint am gegenüberliegenden Ufer sein Revier zu haben. Wie in stiller Absprache begegnen sich die beiden Nager in der Mitte des alten Seitenarms der Ems als sie „die Seiten wechseln“. Die Nachwuchsfrage der Haubentaucher klärt sich am frühen Pfingstsonntag. Ich entdecke einen Vogel mit seinen zwei Jungen im Schilf an der Emstaler Badestelle. Während ihrer morgendlichen Unterrichtsstunde scheinen sie sich dem Thema Tauchen zu widmen. Jedenfalls gelingt es mir nicht, das Trio zusammen zu fotografieren. – Einer „fischt immer im Trüben“.

Sustrum ist eine Mitgliedsgemeinde der Samtgemeinde Lathen im Landkreis Emsland/Niedersachsen

Wir sind sehr froh, dass wir nach längerer Pause wieder in „unser Emstal“ reisen können. Das alles ist natürlich nur möglich, da sich Familie Sandker im Vorfeld umfangreich und sehr gewissenhaft Gedanken gemacht hat und verantwortungsbewusst Vorkehrungen zu unserer aller Gesundheit traf. Die von ihnen erarbeiteten „Verhaltensregeln auf dem Campingplatz“ und „Sonderinformationen für den Aufenthalt“ sorgen dafür, dass wir einen erholsamen und sicheren Aufenthalt auf ihrem Platz verbringen dürfen. Diese Covid-19 geschuldeten Spielregeln einzuhalten ist Ehrensache. Wir hoffen, dass wir uns so „step-by-step“ bald wieder „zwangloser“ bewegen können.

Auf einer Frühlingswiese steht der alte Löwenzahn. Das Haupt ergraut, vom Wind umweht, wie Weisheit wider Wahn. (Horst Engel)

Wir freuen uns auf unseren nächsten Besuch in Sustrum, denn “Beim Abschied wird die Zuneigung zu den Dingen, die uns lieb sind, immer ein wenig wärmer.” – Michel Eyquem de Montaigne.

Es gibt viel zu entdecken

Himmelfahrt – 39 Tage nach Ostersonntag

Big B. hat seine behördlich vorgeschriebenen Prüfungen inkl. der Dichtigkeitsinspektion erfolgreich bestanden. Der Besuch beim Fendt-Händler verlief aus der Sicht des Caravans unkompliziert. Ich hätte mir vor Ort, die Covid-19-Krise und die damit verknüpften Hürden nicht aus meinem Bewusstsein verdrängend, ein wenig Kundenorientierung gewünscht.

An der Ems

Wir alle leben augenblicklich in der Zeit der Kontaktbeschränkungen, in einer virenbelasteten Zeit in der zu große menschliche Nähe nicht empfehlenswert ist. Ich hätte mich sehr gefreut, wenn man mir bei der Abholung unseres Caravans ein wenig Aufmerksamkeit geschenkt und nicht zwei Telefonate während unseres bereits begonnenen Gesprächs geführt worden wären.

Wir halten in dieser Zeit Abstand. Abstand im Sinne einer physischen Distanz. Freundlichkeit unterliegt meiner Meinung nach keinen Beschränkungen. – So, Schwamm drüber: Hauptuntersuchung und Gasprüfung sind abgeschlossen. Die vertragshändlergebundene Dichtigkeitsinspektion kann in und von jeder Fendt Werkstatt durchgeführt werden, sagt mir ein Brief aus Mertingen.

“Darth Vader” durch den “verregneten” Thule Sun Blocker gesehen

Inzwischen stehen wir an der Ems. Nach einigen Reihenfolgefehlern beim Aufbau gelingt es mir schließlich, Big B. auszurichten, aufzustellen, anzuschließen und sein äußeres Erscheinungsbild herzurichten. Die „Beste von allen“ sitzt längst gelangweilt im Caravan, den sie bereits eingerichtet und landfein gemacht hat. – „Ich will nicht drängen, aber es wird langsam dunkel, Herr Stock.“

Blick zur Brinkstraße

Luna ist hellauf begeistert. Seit unserer Ankunft im Emstal ist sie unaufhörlich mit einer Bestandsaufnahme beschäftigt: Welche bekannten Hunde sind vor Ort? Sind die Enten und Gänse gut über den Winter gekommen? Wie geht es den Nutrias an der Ems? Warum hat sich noch kein Reh gezeigt? Warum rufen die Fasanenhähne nur aus ihrer weit entfernten Deckung und verstecken sich? Diese Memmen! – Wir hoffen, ihre Fragen werden bald beantwortet.

Ein richtiges Fahrrad: Ohne E-Motor

Freitag, 22. Mai. Der Tag danach. Gestern war „Himmelfahrtstag“. Hier und da ließ sich schon einmal eine voll des süßen Mostes berauschte Seele vernehmen, aber die eigentlichen „Himmelfahrtskommandos“ blieben aus. Es ist müßig, es erneut zu erwähnen, aber auch hier hat Covid-19 seine Viren im Spiel. Und vielleicht waren es auch die 31°C, die uns am Nachmittag in den Schatten trieben.

Die Nachbarn aus “DU”

„Warum haben wir kein Wasser mehr an Bord?“ Die Pumpe pumpt „ins Leere“, der Wasserhahn möchte, kann aber nicht. Sein gequältes „Würgen“ sagt uns, dass er könnte, wenn er hätte. Aber es geschieht nichts. 25 Liter Wasser wurden über Nacht entführt. Nein, wurden sie natürlich nicht! Wenn das Ablassventil der Therme auf „Entleeren“ steht, dann wählt das nasse Element immer den Weg des geringsten Widerstandes. In diesem Fall den gradlinigen ins Erdreich.

Grün

Gegen Mittag erdreisten sich einige Regenwolken, sich ungeniert am Himmel zu zeigen. Und sie halten, was sie versprechen: Es plätschert. Dies zu verhindern, helfen auch keine an der Markise angebrachten, Sonnenschein einfordernde Thule Sun Blocker. Es sind jeweils nur kurze Schauer, die uns erreichen. Allerdings eine Begegnung mit ihnen im Freien wäre nicht unbedingt das, was man sich wünscht.

Rechts um die Ecke geht´s nach Steinbild

Inzwischen konnten wir einige drängende Fragen des Frolleins beantworten: Dino, der Kleine Münsterländer, ist auch im Emstal. Die Enten und Gänse haben den milden Winter gut überstanden. Vielen der vermehrt auftretenden Nutrias ging es „an den Kragen“. Die Rehe halten sich weiterhin bedeckt und die halbstarken Fasanenhähne sich strikt an die Kontaktbeschränkungen.

Big B. “unter Segeln”

Ich habe meine ganz private Caravaner-Weiterbildung abgeschlossen. Nach dem Wasserverlust am ersten Tag habe ich mir noch einmal das Thema: „Die Truma Therme. Aufbau, Pflege und Wartung“ verordnet. Und schon gesellt sich diese arglistig-gefährliche Diskrepanz zwischen Theorie und Praxis zu mir. Beim Studium des geschriebenen Wortes ist mir alles vollkommen klar. „Ja, logisch! So und nicht anders!“. Aber in der Praxis kommt der „Experte“ dann ins Grübeln. – Gut, dem habe ich ja nun endgültig vorgebeugt. Dachte ich.

Vom Menschen geschaffen und doch Natur

„Wo in aller Welt sind ca. fünf bis sechs Liter Wasser geblieben?“ Gestern füllte ich die Anlage komplett auf. Die Füllstandsanzeige zeigte eine durchgehende „grüne Straße“. Alle Absperrhähne sind geschlossen, die Therme einsatzbereit und „wasserdicht“. Der „Experte“ fasst sich kurz: Nach meinem selbstlosen Einsatz habe ich die Leitung entlüftet. Wasser füllte die Therme und die Leitungen, um dann sprudelnd und lustig plätschernd, die Anlage durch die beiden Wasserhähne harmonisch fließend zu verlassen. Und hätte der „Experte“ auch das Kleingedruckte gelesen, so hätte er sich die ganze Aufregung um einen potentiellen „Sickerverlust“ erspart. – Der „Profi“ hat nun einen Spickzettel „Die Truma Therme. Aufbau, Pflege und Wartung“ neben dem „Wasserreservoir“ angebracht. Nicht für sich, aber für alle Fälle. Je nachdem, wenn mal jemand kommt und fragt.

Piraten?

Im Nachbarort gibt es einen Imbiss, der nicht nur einen Außerhausverkauf anbietet, man kann auch auf der Terrasse sitzen und sich Pommes, Burger & Co. schmecken lassen. Eigentlich wollten wir zum Italiener nach Kluse, aber der „darf nur Außerhaus“ und öffnet um 16.30 Uhr. Es ist Mittag und wir fahren nach Walchum zum Dorfgrill. Ich bestelle mir einen „Manta-Teller“ oder auch die „Manta-Platte“. Wer kennt diesen „opelanischen Leckerbissen“ nicht, der seit dem inzwischen in die Jahre gekommenen Film „Manta, Manta“ in jedem Imbiss, der etwas auf sich hält, bestellt werden kann. Und als ebenfalls in die Jahre gekommener ehemaliger Opel Manta Fahrer, der seine automobilen Anfänge nicht leugnet, liegt es ja wohl auf der Hand, was gegessen wird: Currywurst, Pommes, Mayo.

Keine Bewegung, die sie nicht registriert

Ist es Zufall oder Prophezeiung? Auf alle Fälle ist es wahr! Ein metallicblauer, tiefergelegter, ohrenbetörend röhrender, aber ohne den obligatorischen Fuchsschwanz an der Antenne, blitzblanker Opel Manta B rollt vor den Dorfgrill. Zwei junge Männer in Schrauberkluft winden sich aus den Hosenträgergurten, bestellen acht Portionen des bereits erwähnten „verpflichtenden Gerichts“ und spotten, vor dem Imbiss wartend, über Autofahrer, deren Limousinen gern mit dem Anfangsbuchstaben unseres Alphabets benannt werden. Je nach Größe des Fahrzeugs endet die Typenbezeichnung dieser Modelle mit einer „Eins“ bis „Acht“. Ganz besondere Exemplare dieser Typen werden von einer Firma mit dem Namen „Mönch“, „Klosterbruder“ oder so „abtlich“, äh, ähnlich veredelt. Würde ich den beiden Schraubern erzählen, dass ich mit „ihrem“ Manta schon zu Beginn der 1980er Jahre durch El Paso, Texas, Cuidad Juarez, Mexiko und viele weitere Bundesstaaten der Vereinigten Staaten von Amerika gefahren bin und was ich dabei erlebt habe, ich glaube, wir hätten Gesprächsstoff bis Pfingsten 2022.

Grüne Stinkwanze. Ja, sie heißt tatsächlich so

Nun haben wir es doch getan: Wir haben uns ein Vorzelt gekauft. Ein Kampa Motor Rally AIR PRO Drive-Away. „Ach ja,“ denkt da der eingefleischte Caravaner. „Ein aufblasbares Vorzelt. Doch, Moment mal! Das ist aber für Wohnmobile konzipiert. Was soll das an einem Fendt Caravan?“ So, wir wurden ertappt. Doch umgehend die Erklärung: Unsere Markise sitzt an der Seitenwand. Die Kederleiste ist zwar zugänglich, aber der 4,5 m lange Markisenkasten verhindert das „nahtlose Anflanschen“ eines „normalen“ Vorzeltes. „Ja, man könnte aber doch …“ Ja, könnte man, aber nicht in unserem Fall. Wir haben einige Alternativen interessiert getestet und landeten schließlich überzeugt beim „Drive-Away“.

Am Tag als der Regen kam

Rechtzeitig vor dem großen nächtlichen Wolkenbruch steht unser Kampa. Rechte Winkel und korrekte Abstände, Standortwahl und Verankerungsreihenfolge ein wenig zu leichtfertig übergehend, ich schreibe nicht ignorierend, steht ein optisch etwas „verdrossen wirkendes“ Vorzelt vor uns. Natürlich wurde es von mir bewusst so aufgestellt. In Erwartung der schweren Regengüsse wollte ich ein ausreichendes Gefälle für die Wassermassen schaffen. Dass das Dach der hinteren Schleuse dadurch nicht ausreichend gespannt ist und sich hier ein mittleres Binnengewässer bildet, verschweige ich an dieser Stelle. Es war ja nur ein erster Probeaufbau. – Uih, da hinter kommt die nächste Regenwand.

Das neue Kampa Vorzelt. – En beten scheef hett Gott leef!

Es gehört sich nicht bei manchen Dingen zu sehr ins Detail zu gehen. Doch ich erlaube mir eine Ausnahme: Duschen. Ich mache mir einen Spaß daraus, den Duschköpfen auf unseren Campingplätzen immer wieder einmal einen Namen zu geben. Nein, ich habe keine berauschenden Mittel zu mir genommen. Ich bin so. Da finden sich zum Beispiel „El Gordo, der reichlich Ausschüttende“, „El Ninyo, der kleine, bescheidene Sprühkopf“, „Caruso, der Sänger“, „Salt ´n Pepper, der die Augen reizende Brausekopf“ oder „Tsunami, die alles überflutende Dusche“ in meiner erdachten Sammlung. „Und was ist daran anzüglich?“ An den Namen nichts, aber die Höhe, aus der mich die Kameraden jedes Mal begrüßen, zeugt immer wieder einmal von einem Rechenfehler mancher Camper hinsichtlich ihrer „Vermessenheit“. „Hallo, nun komm´ auf den Punkt!“

Am Dortmund-Ems-Kanal

Ich bin für meine Größe ein wenig zu schwer. Halte aber mein Gewicht seit Jahren, was sich u.a. darin zeigt, dass ich immer noch in die Bettwäsche des vergangenen Jahres passe. Mit 186 cm Länge bin ich nicht der Kleinste auf den Plätzen unserer reisenden Unternehmungen, aber stets fange ich die Duschköpfe an ihren variablen Halterungen in schwindelnden Höhen ein und ziehe sie auf den Boden der Tatsachen zurück. Ok, es mag ja sein, dass vor mir immer wieder einmal Spieler der deutschen Basketball Nationalmannschaft geduscht haben. Nur gesehen habe ich noch nie einen von ihnen.

Der “Kleine” durfte auch am Vatertag auf Tour

Es regnet im Emstal. Wir sitzen im Trockenen. Kampa sei Dank. In der Ferne schlägt der Sustrumer „Big Ben“, er ist weder verwandt, noch verschwägert mit unserem Big B., zur 11. sonntäglichen Stunde. Zeit für einen Frühschoppen. Natürlich nicht! Damit warten wir noch drei Minuten. Es ist vielmehr an der Zeit, das Kampa unter die Lupe zu nehmen. Wo hat der ansonsten so talentierte Kampa-Aufsteller unachtsam gehandelt, wo hat er Abstände vernachlässigt, Gurte nicht fest genug angezogen, Heringe vergessen, Bodensenken übersehen, Stolperfallen eingebaut und sonstige Anleitungen und Camper Gebote eigenmächtig vernachlässigt? Ich werde mich hüten, diese hier aufzuzählen und schreibe, solche „Unzulänglichkeiten“ strikt verneinend, schlicht und ergreifend: „Keine.“ – Die Beste von allen blickt mir dabei über die Schulter und lacht. Warum?

Rettung in letzter Minute

Es regnet im Emstal. Wir saßen im Trockenen. Kampa trifft keine Schuld. Dem ansonsten so talentierten Kampa-Aufsteller war eine moosgepolsterte „klitzekleine“ Bodensenke entgangen. Sie entwickelte sich während des heutigen „kleinen Regenschauers“ innerhalb von nur vier Stunden zu einem Badesee mittlerer Größe. Höckerschwäne, Graugans, Stockenten und Gänsesäger geben sich hier inzwischen ein Stelldichein. Über allen kreist mit langgezogenem „hijäh“ ein Mäusebussard. Er wird den Jungvögeln nichts anhaben können, denn Luna beaufsichtigt die Kulisse. – Andere müssen für dieses Schauspiel in die freie Natur. Wir campen.

Es ist Montag. Wir müssen nach Haus. Home Office und Online Schooling rufen. Aber wir kommen wieder: Fortsetzung folgt. – “De Pingsttour”.

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