Lesezeichen

Die Bücher, die ich “links liegen lasse”, tragen Titel wie “Mein Xxyyz”. Viele andere wecken stets mein großes Interesse. Besonders dann, wenn sie hochbejahrt sind und diese ganz bestimmte Art einer getragen-belesenen Würde ausstrahlen. Gestern begegneten mit diese Exemplare gleich kisten- und kartonweise.

Ich möchte nun keine Liste oder gar Inhaltsangaben, Beurteilungen oder Erörterungen zum Inhalt dieser weit mehr als 100 Publikationen liefern, aber aus dem Inhalt dieser Bücher einige darin vorgefundene Lesezeichen zeigen. – Und manche davon lassen sogar Rückschlüsse auf ihre einstigen BesitzerInnen zu. Doch so weit will und darf ich nicht “eintauchen”.

Aus einem Lehrbuch für Erdkunde (Steinhauff-Schmidt, Ausgabe für Mädchenschulen. III. Teil, 1911)
Aus einem Schulbuch der Schule Hogenkamp, Oldenburg
Einladung zur Elternversammlung am 19. Juni 1961
Ein Vater entschuldigt seinen Sohn vom Unterricht. Aller Wahrscheinlichkeit nach handelt es sich bei dem Vater um einen sehr bekannten Torwart des Vfl Oldenburg von 1894
Fehlte auf keinem Plattenteller und machte auch als Lesezeichen eine gute Figur: Peter Alexander
Sommer 1940. Das Foto wurde durch Foto Henkel in der Oldenburger Gaststraße 28 entwickelt. Heute findet man unter dieser Adresse u.a. ein Brillenatelier
Ein Parkschein etwas neueren Datums
Hoffentlich brachte er seiner Besitzerin vor seiner Verwendung als Lesezeichen viel Glück
Freitag, 22. Dezember 1939. Der Geburtstag des österreichischen Opern- und Liedersängers (Bass) Franz Kalchmairs

Premiere für den Neuen (Fortsetzung)

Donnerstag, 16.00 Uhr. So, wieder zurück im Emstal. – Ich habe ab Sonntag zwangsweise pausiert. Also, nicht pausiert, sondern gearbeitet, aber das „Zelten“ ausgesetzt. Nach dem heutigen Minijob geht es sofort wieder zurück an die Ems. Begleitet vom schönsten Wetter und dem Frollein aus dem Münsterland, die „Allerbeste“ muss arbeiten, erreichen wir Sustrum. Schnell ist der zurückgelassene Big B. wieder hergerichtet und einem ersten Kontrollgang durch das „Zweistromland“ steht nichts im Wege.

Entlang der Ems

“Hui”. Es ist ein wenig „schattiger“ in dieser Nacht. Die vorprogrammierte Heizung springt häufiger an als gewohnt und die dünne Decke wärmt nicht ausreichend. Ich muss die Notfall-Wolldecke aktivieren. Und weil ich einmal wach bin, ist auch der Blick gen Sternenhimmel verpflichtend. – Donnerwetter! Ein Schauspiel ohne Gleichen. Und ich habe wieder einmal das Stativ vergessen. Wird also auch jetzt nichts mit dem Foto vom Sternenzelt.

Ich blättere in der monatlich erscheinenden Zeitschrift eines deutschen Automobilclubs. Ja, der mit den vier großen Buchstaben. Auf Seite 68 der Ausgabe 9/2018 finden sich vier Lesermeinungen zum Thema „Deutschland geht Campen“. Ich fasse diese amüsiert zusammen:

😯 Die zunehmende Zahl von Camping Neulingen schränkt die Individualität des Campens stark ein.
😯 Wer in zimmergroßen Containern inkl. eines mitgeführten halben Hausstandes reist, kauft bei Lidl und Aldi ein.
😯 In Caravans, Campern und Wohnmobilen knallen Schubladen und es plärrt der Fernseher.
😯 Caravan & Co verschärfen das Parkplatzproblem in Ballungsräumen.
😯 Sie trüben den schönen Eindruck einer ganzen Landschaft, und nun kommt es ganz dicke:
😯 Oft ergibt sich ein recht asoziales Bild ihres gesamten Umfeldes.

Ich weiß nicht, wo diese LeserInnen ihre Erfahrungen sammelten oder unter welchem Einfluss beseligender Mittel sie ihre Lesermeinungen verfassten. Ich bin geneigt zu glauben, dass ihre Sichtweise nicht auf Objektivität und Erfahrung basiert, sondern hier meines Erachtens bedenklich entrückte Eingebungen im Spiel sein könnten. – Doch: In unserer Republik herrscht erfreulicherweise Meinungsfreiheit und „Die Gedanken sind frei!“ – Frei wie die Camper!

Im ersten Licht am Dortmund-Ems-Kanal

Inzwischen haben das Frollein und ich mehrere ausgedehnte Patrouillen entlang der Ems absolviert. Die Nutrias haben weiterhin ihr Fleckchen Ems besetzt. Sie sind also der auf sie freigegeben Bejagung nicht zum Opfer gefallen. Die Eisvögel am Sielgraben und die Rallen sind ebenfalls putzmunter, aber die beiden Biber, die ich nur auf Fotos zu Gesicht bekam, gibt es nicht mehr. Sie sind im Sommer ums Leben gekommen. Das ist schade. Nun werde ich wohl auch nicht mehr auf typische Biberspuren treffen. Es sei denn, …

Sielgraben Sustrum II

Der Bestand an Enten und Gänsen scheint mir unverändert, obwohl Luna der Meinung ist, es könnten ruhig mehr sein. Ihre gestrige Bestandsaufnahme, die sie mehr schwimmend als laufend erhob, verlief jedenfalls vielversprechend und ist unter allen Umständen zu wiederholen, wie sie mir zu verstehen gab. Also werden wir uns bald wieder auf den Weg machen.

An der Badestelle. CP Emstal

Ich bin auf dem Weg zum NP-Markt meines Vertrauens in Walchum. Noch in der geschlossenen Ortschaft Sustrum werde ich von einem „Sprinter“ überholt. Wohlgemerkt ich fahre großzügige 50 Km/h, ich parke nicht. 100 m hinter dem Ortausgang bremst dieser ganz besondere Mittelsmann einer ganz besonderen Gilde hastig und biegt ab. Sicherlich in der Gewissheit, dass sein dynamisches Verhalten vollkommen in Ordnung geht. Soll ich mich aufregen? Nein, denn auf meinem späteren Weg nach Lingen erlebe ich auf der B70 drei weitere ungeniert-ahnungslose Draufgänger in gleicher Manier. Ich will mich nicht aufregen, aber davon berichten muss ich.

Ganz früh bei ganz wenig Licht mit dem Teleobjektiv “auf Anschlag” erwischt: eine Biberratte (Nutria)

Luna ist gnädig. Unser Ausflug nach Lingen und der dortige ausgedehnte Spaziergang durch den Wald lassen sie heute morgen ein wenig länger ruhen. Ein wenig. Um 07.00 Uhr ist es dann vorbei mit Müßiggang und Ruhe. Das Emstal ruft. Nicht unbedingt mich, aber das Frollein hat einen Routinedienstplan, der für heute den Vollzähligkeitsappell der Uferbevölkerung an Ems und Dortmund-Ems-Kanal vorsieht. Also: „Auf, auf zum fröhlichen Zählen.“

Die Brücke am “Durchstich”

Wir verlassen „unseren“ Platz am „Durchstich“ und pirschen unter der Brücke an der Brinkstraße in Richtung Kanal. Den Petrijünger, der bis zu den Schultern im Schilf der Ems steht, hat Luna längst entdeckt. Er uns jetzt und auch später nicht. Gebannt beobachtet er die Pose seiner Angel, die gleichmäßig im viel zu niedrigen Wasser der Ems schwebt.

Medusa. – Eine der drei Gorgonen aus der griechischen Mythologie unterwegs auf dem Dortmund-Ems-Kanal?

Am gegenüberliegenden Ufer haben sich zwei weitere Angler eingerichtet und hoffen auf den Fang des Lebens. Die „Medusa“, schwer beladen mit Containern, bahnt sich ihren Weg durch den Kanal und wird sicherlich gleich einen der Angler dazu veranlassen, seine Angel, die er zuvor mit kräftigem Wurf bis zur Mitte der Fahrrinne auslegte, einzuholen. Nicht, dass sich die Schnur in der Schraube der Medusa verfängt und sie zum Stillstand bringt.

Das “Einwohnermeldeamt” ist geöffnet

Wir haben Lunas „Einwohnermeldeamt“ am Kanal erreicht. „Leine los!“ Der Karabinerhaken ist noch nicht einmal wieder geschlossen, mein Kommando noch nicht ganz über die Lippen, da ist sie auch schon in der Uferböschung verschwunden. Ich lege auch heute Wert auf die Feststellung, dass Luna nicht jagt oder gar wildert, sie zählt und stellt die befugte Anwesenheit der Enten, Gänse und Taucher fest.

Für die beiden ersten statistischen Erhebungen genügt ihr das Waten in der Uferzone. Später zieht es sie in den Kanal. Vom Weg geht es durch die Böschung an die Uferkante. Ein Sprung ins Wasser, zurück ans Ufer, Kontrolle des Schilfgürtels, erneut ein Sprung ins Wasser, dann sichernd zurück auf den Weg. „Ja, ich bin noch da.“ Und schon beginnt der Kreislauf erneut. Es könnte stundenlang so weitergehen. Ab und zu werfe ich eine Eichel oder Kastanie ins Wasser, um die ohnehin prickelnde Spannung noch ein wenig zu erhöhen. Luna ist in ihrem Element, klatschnass und zufrieden mit dem Ergebnis ihrer heutigen Zählung. Und hätte sie nicht den Weg durch den aufgeweichten Kartoffelacker gewählt, ich hätte bestimmt 30 Minuten früher frühstücken können. Wie ruhig könnte solch ein Morgenspaziergang sein. – Und wie langweilig!

Volkszählung an der Ems. Zwar nicht gesetzlich angeordnet, aber aus Lunas Sicht erforderlich

An diesem Morgen geht alles etwas langsamer, etwas sehr viel langsamer voran. Luna liegt träumend unter dem Tisch und geht in Gedanken sicherlich noch einmal die Emstaler Populationsdichte zu Wasser und in der Luft durch. Ich komme viel später vom Duschen zurück und werde nicht, wie üblich vom Frollein überrannt, sondern nur stürmisch begrüßt. Was ist geschehen? Sollte ich sie tatsächlich geschafft haben? Sind unserer stundenlangen und kilometerweiten Spaziergänge doch nicht ermüdungsfrei an ihr vorübergezogen? Und dann bemerke ich es: Das Wetter ist heute nicht so besonders und lädt uns, statt unermüdlich durch Feld, Wald und Flur zu streifen, einmal zum Faulenzen ein. Dem werden wir nicht widersprechen. Wohlfühlsocken an, Buch raus, Radio aus. Pause! – Heute wird auch nicht bei Aldi oder Lidl eingekauft oder gar ein Parkplatz in einem Ballungszentrum besetzt.

CP Emstal

Der dritte Tag im Emstal. Zeit für den ersten Abwasch. Allerhand, was sich da angesammelt hat: ein Frühstücksbrett, ein Teller, zwei Messer, zwei Gabeln, ein Becher, ein Topf inkl. Deckel, kein Glas, denn ich trinke gern in Abwesenheit der Allerbesten aus der Flasche. [“Das macht Mann nicht!” – “Ja, ich weiß …”] Mit letzter Kraft schleppe ich meinen Abwasch zur Spüle. Außer Atem schäume, wasche, spüle und trockne ich. Nein, niemand erbarmt sich. Allein zerre ich den gewichtigen Korb über den Platz. Der Gegenschlag für meinen Müßiggang.

Im Gegenlicht

“Wer hat an der Uhr gedreht? Ist es wirklich schon so spät?” – Wir machen uns reisefertig und verlassen das Emstal. Vorerst. Denn: “Heute ist nicht alle Tage, wir kommen wieder, keine Frage!”

Premiere für den Neuen

In Höhe des Parkplatzes Brinkum, zwischen der AS Filsum und der Anschlussstelle Leer-Ost der BAB 28, ereilt er mich: der streng-unnachgiebige „I³+sk“ (Ich, ich, ich und sonst keiner), ein Adlatus der Spezies „Bahn frei!“. Ich kann ihn nicht sehen, denn er nähert sich mit höherer Geschwindigkeit im „Schatten“ des Big B, schert „minimal distanziert“ hinter mir aus und „sitzt mir auf der Pelle“. Hauchdünn, denn ich bin inzwischen für einen Überholvorgang auf die linke Spur gewechselt, da ich ihn nicht heranrauschen sah.

Einfach nur innehalten, tief durchatmen, lauschen und … ankommen

„Holla, die Waldfee!“ – Wild gestikulierend, hupend und jäh beschleunigend, zieht er an mir vorbei, altert und ergraut währenddessen um Jahre. Sein Blutdruck und der Drehzahlmesser seines weiß-blauen SUVs wirbeln im roten Bereich. Ich winke ihm, um Aussöhnung bemüht, gemäßigt-ergeben zu. Sinn-, erfolg- und zwecklos. Er will sich nicht beruhigen.

Bei diesem Anblick verlieren selbst “rasende Erlebnisse” an Bedeutung

Nun könnten man und frau meinen, ich sei bestürzt. Nein, bin ich nicht. Bereits einige Jahre mit dem Caravan auf Achse, verbuche ich diesen „Platz-für-den-Landvogt-Vorfall“ unter der „Ablage, alt“. Viel mehr Sorgen bereitet mir der Umstand, dass ich stundenlang den Fendt geputzt habe und wir nun in Höhe der AS Weener (BAB 31) in einen Regenguss geraten, der jeder Beschreibung spottet. Noch besudelt-befleckter wird es dann zwischen Dersum und Walchum. Hier sammle ich die der Straße anhaftende Erde der umliegenden Maisfelder auf, die rastlose Agrarier mit ihren Traktoren auf “meinem” Weg verteilt haben. Ich sehe es tierisch-afrikanisch: Elefanten und Nilpferde wälzen sich im Schlamm, um ihre empfindliche Haut vor der Sonne zu schützen.

Wir haben uns ein wenig vergrößert

Vor lauter Murren vergesse ich, zu erwähnen, dass ich ein neues Zugpferd lenke. Wir haben uns von unserem Opel Antara getrennt und diesen gegen einen Vivaro Tourer „eingetauscht“. – Ja, nach einigen Ausflügen zu anderen Automobilherstellern, wieder ein Opel. Das ist nun Tradition. Familientradition.

“Luna!” – Ach, nein. Ich bin ja allein auf Achse …

Was für eine (Fahr-)Freude! Wir sind mit Big B. im Gefolge nun zwar knappe 13 Meter lang, halten aber einwandfrei und wie aus einem Guss, die Spur und auch das „um die Ecke fahren“ ist gar nicht so ungelenk wie anfangs befürchtet. Das Fahrverhalten unseres Gespanns ist sogar harmonischer geworden, der Kraftstoffverbrauch, trotz eines nun höherem Gesamtgewichts, gesunken, und die Windanfälligkeit bei weitem nicht so „stürmisch“, wie erwartet.

BAB 28, BAB 31, Dersum, Walsum. Unmissverständlich habe ich das Ziel meiner Reise bereits verraten: Emstal Camping. Immer wieder gern zum „Ausspannen und Runterkommen“ gewählt. Zwischen zwei Regenschauern richte ich mich ein. Die beste aller Ehefrauen und das Frollein sind nicht dabei. Ich habe Ausgang. Fotoapparat und passende Objektive befinden sich an Bord, mal sehen, was uns das Emstal an diesem Wochenende bietet.

Ein kleiner Trick. Ganz so herbstlich ist es im Emstal noch nicht

01.00 Uhr. Keine bernsteinfarbenen Augen hypnotisieren mich, um mich zu einem kleinen Spaziergang unterm Sternenzelt einzuladen. Und dennoch wache ich auf. Der Regen trommelt nicht mehr auf das Dach und ich verlassen das Bett und den Caravan, um der Frage „Weißt Du wie viel Sternlein stehen?“ nachzugehen. Allerhand sind es in dieser Nacht. Und mir wirft sich Ramírez´ Frage (exakt: Juan Sánchez Villa-Lobos Ramírez, Darsteller in “Highlander”, gespielt von dem unvergessenen (Sir) Sean Connery) auf: Sind es wirklich Sterne oder doch nur Nadelstiche im Mantel der Nacht? – Für den Versuch, eine auch nur rein hypothetische Antwort auf diese Frage zu finden, gehe dann aber doch lieber zurück ins Bett.

… auch so eine Art von “Suchtfaktor”

Ständig suche ich Luna während meines Rundgangs entlang der Alten Ems und des Dortmund-Ems-Kanals. Dass sie auf dieser Fahrt ins Zweistromland nicht dabei ist, vergesse ich laufend. Auch die Beste von allen ist in usA (unserem schönen Ammerland) geblieben und so finde ich mich damit ab, solo unterwegs zu sein. Vorerst, denn zurück beim Caravan will ich der Kleinen Münsterländerin einen Napf frischen Wassers an ihren Platz stellen. – Der Mensch ist ein Gewohnheitstier.

Im Emstal

Sommer 2018. Wochenlang regnet es nicht. Klarer Fall: Klimawandel. Hätte es wochenlang geregnet, logische Folgerung: Klimawandel. Und so kommt es schließlich auch zu einem Klimawandel im Big B.: 17.59 Uhr. Bernsteinfarbene münsterländische Augen blicken mich an und sagen mir: „Fütterung des Raubtieres. Sofort!“. Luna wünscht zu dinieren. Und weil wir mal wieder auf Achse sind und es ein besonderer Tag ist, kommt auch etwas Besonderes in den Napf: „Küstenmix“, den ich, wie viele andere tierische Spezialitäten, selbst zubereite. Lachs in Hülle und Fülle und so einige geheimnisvolle Zutaten. Käuflich zu erwerben bei Pfotenfutter & Krallenkrams in der Königstraße 27a in 26215 Wiefelstede. – Neiderfüllt würde sich Käpt´n Iglo, der Hamburger Schlemmerfilet-Kapitän a la Bordelaise, hinter einem der fünf Klüversegel seines fernsehwerbenden Vollschiffes verstecken.

Ebbe in der Ems. Klarer Fall: Klimawandel!

Als das Schüsseltreiben beginnt, beginnt es auch zu regnen, d.h. es schüttet. Wer lässt seinen Hund im strömenden Regen, es sei denn es handelt sich um eine Seehund, fressen? Keiner! Also, den Napf und den Hund in den Caravan verfrachtet und schon verbreitet sich dieser dem Meer entrissene, maritime Hauch eines Fischereihafens samt Fang im Big B., setzt sich in Luna nassem Fell und meiner ebenfalls durchnässten Bekleidung fest, verharrt unerwünscht und ebenso unbeirrt-hartnäckig und bleibt uns damit ausdauernd erhalten. – Wenn das kein Klimawandel ist.

Landschaftsfenster

Doch von Anfang an: 125. Schützenfest in Wiefelstede. Jubel, Trubel, Heiterkeit. Die beste Ehefrau von allen gewährt dem Frollein und mir Wochenendurlaub, den wir unvermittelt und beschleunigt antreten.

In bestimmten Situationen ist es für die schwimmmenden AnwohnerInnen des Dortmund-Ems-Kanals sehr ratsam, die Kanalmitte oder gleich das gegenüberliegende Ufer aufzusuchen …

Längst sind wir uns einig, dass wir dem Emstal mal wieder einen Besuch abstatten müssen. Gedacht, getan. Um 11.10 Uhr erreichen wir das Zweistromland zwischen Dortmund-Ems-Kanal und Ems. Ruckzuck ist die Wohnanlage abgestellt, aus- und eingerichtet und wir auf dem Weg entlang der Ems und dem Kanal in Richtung Düther Schleuse. – Es wurde auch wieder einmal Zeit!

Kaum aus dem Kanal, muss sie sich neuen Herausforderungen stellen. Ein Hundeleben!

Nach einer nicht enden wollenden Brut- und Setzzeit und der Hitze des Frolleins heißt es für sie nun immer wieder: „Leine los!“. – Platsch, Luna geht zu Wasser, Graugänse stoben aus der Uferböschung, einige Enten ziehen es jetzt vor, die Mitte des Kanals nicht zu verlassen und Luna setzt derweil 100 Meter weiter erneut zum Sprung an, um dieses Schauspiel mit neuen, gefiederten Kleindarstellern zu wiederholen. Spannung liegt in der Luft und gespannt rudernde Schwimmhäute signalisieren „Hochdruck ohne Ende“. – Nein, sie wildert nicht! Sie sorgt gern und ausdauend für Bewegung und Unterhaltung bei den gefiederten Freunden.

“Geh´ hin wann immer Du willst, es sieht stets anders aus!”

Irgendwann ist es da, dieses Geräusch als würde jemand unter dem Bett Punktschweißen. Es lässt sich anfangs nicht lokalisieren und dann auch nicht beheben. Jedes Wackeln an Kabeln, das Ziehen aller möglichen Stecker, die Kontrolle der Sicherungen, der Austausch von Stromversorgungskabeln: Sinn- und zwecklos. Das Geräusch bleibt und verstärkt sich mehr und mehr und schließlich wird der Urheber erkannt. Also, den Dometic Perfectcharge IU812 vom Netz genommen, den Caravanhändler des Vertrauens anrufen und einen Termin für den kommenden Montag vereinbaren. Zum Glück sind die Akkus randvoll geladen, wir müssen uns also keine energiegeladenen Sorgen machen. Nach der defekten Lüftereinheit des Antaras, der kaputten Waschmaschine endlich wieder etwas Abwechslung und Kurzweil im dynamischen Alltag der Camper. – Die moderne Switch-Mode-Technik des IU812 sorgt für einen hohen Wirkungsgrad. Ich denke heute mehr an einen „Währungsgrad“ jenseits der 100-Euro-Marke.

Da ist man mal ein paar Wochen nicht da und schon mähen sie am Dortmund-Ems-Kanal nicht 😉

Mein erster Lenz, den ich in den 1970er Jahren las, war „Es waren Habichte in der Luft“. Ausgeliehen im literarischen Gedränge in der Stadtbücherei Nordenham, die sich seinerzeit noch in den Räumen der Pestalozzischule befand. Die damalige Bibliothekarin, Frau O., legte ihn mir, dem mittellosen Schüler, entgegenkommend zurück. Was ich anfangs der 70er nicht wusste: Frau O. wurde später meine Schwiegermutter und „Es waren Habichte in der Luft“ (Siegfried Lenz, 1951, Hoffmann und Campe, Hamburg) halte ich heute als Erstausgabe in der Hand.

Die Ems

Roskow, Stenka, Erkki, die Witwe, der Graue, Manja, Leo, Aati, Petrucha, die Mönche auf der Insel, plötzlich sind sie alle wieder präsent. (Anm.: Sie alle sind Personen aus dem Roman “Es waren Habichte in der Luft”.) Ich erinnere mich augenblicklich an mein Referat über Siegfried Lenz und seine Werke. 20 Minuten sollten es werden. Ich brauchte die komplette Unterrichtsstunde (45 Minuten) inklusive der großen Pause (20 Minuten) und erhielt, dessen ungeachtet, die dauernde Aufmerksamkeit und später auch den Beifall meiner MitschülerInnen.

Und selbst heute verstehe ich es nicht, warum gerade der bequemste und unwirksamste germanistische Pädagoge meiner Schule seinerzeit den Schriftsteller Siegfried Lenz, nach seiner Vorlesung vor der Goethegesellschaft, zurück nach Hamburg chauffieren durfte. – Jeder, aber nicht er!

Die Brinkstraße windet sich gen Sustrum

Sonntag. 03.00 Uhr. Der Sustrumer Big Ben läutet nicht nur zur vollen, nein, auch zur halben Stunde. Und heute Nacht denke ich, er steht direkt neben meinem Bett. Die Wetterlage, bestimmt liegt es am Klimawandel, täuscht manchmal gern Ohr und Geist. Es fällt mir nicht leicht, wieder einzuschlafen: die „Habichte“ lassen mich nicht ruhen. Zwar kenne ich den Roman seit Jahren, aber in Gedanken suche ich nach weiteren darin verborgenen, nicht ausgesprochenen, persönlichen Bindungen und Beziehungen der Romanfiguren untereinander. Es dauert lange, bis ich mich davon lösen kann und wieder einschlafe.

So weit weg und doch manchmal ganz nah: der Sustrumer Glockenturm

Was für ein Traum! Wäre ich nur bei meinen Überlegungen zum Roman geblieben. Luna scheint dies bemerkt zu haben und sitzt bereits, fertig zum Aufbruch, vor meinem Bett. Es ist 06.15 Uhr. Es ist Sonntag, da geht man schon einmal im Frühtau zur Ems.

Sonnenaufgang über einem Maisfeld an der Brinkstraße bei Sustrum

Auch wenn dieser Sonntag für uns sehr früh begann, endet auch er nach 24 Stunden. Wir haben unsere Siebensachen bereits ge- und verpackt und werden morgen nach Papenburg aufbrechen, um dem Störenfried (Ladegerät) unter dem Bett “auf den Zahn fühlen zu lassen”. Und dann, ja, dann stürzen wir uns in eine neue Woche. – Und auch in dieser werden wir es für ein paar Augenblicke Sonntag sein lassen!

Urlaub in zwei Anläufen

Nachdem sich unser erster Versuch, in den Urlaub und gen Süden aufzubrechen, praktisch mit der streikenden Lüftereinheit unseres Zugpferdes in Luft auflöste, treibt es uns nun auf verschlungenen Pfaden ins Wendland. Die Autobahn 28 nutzen wir nur bis zur AS Groß Mackenstedt und wuseln uns dann über Bundes- und Landstraßen über Verden, Visselhövede, Soltau, Munster, Uelzen nach Dannenberg (Elbe) durch. Das Biosphärenreservat Niedersächsische Elbtalaue ist unser erstes Reiseziel.

Am Thielenburger See in Dannenberg

Am Freibad in Dannenberg, einen Katzensprung vom Thielenburger See entfernt, liegt „unser“ Campingplatz. Der Wasserverband Dannenberg-Hitzacker ist hier Platzherr. Anmelden müssen wir uns an der Kasse im Freibad gegenüber. Der Platz ist stets geöffnet, unbeaufsichtigt und nach dem Gesichtspunkt: „Wer zuerst kommt, mahlt zuerst“ wird sich ein parzellierter Stellplatz ausgesucht. Wir wählen die Nr. 79 und liegen damit etwas abseits vom Geschehen. Hier sind wir mehr zum Thielenburger See als zum Freibad einquartiert. Durch ein kleines Tor gelangen wir auf den Weg um den See, der uns direkt nach Dannenberg führt und gleichzeitig sind wir schnell „außer Haus“, falls das Frollein einmal ausgeführt werden möchte.

Noch einmal der Thielenburger See

Kraniche, Störche und Seeadler sollen wir beobachten können, wenn es nach der Touristik Dannenberg geht. Wir sind in freudiger Erwartung und machen uns mit den Fahrrädern und dem Lunamobil im Schlepp auf den Weg nach Hitzacker. Schon in Pisselberg treffen wir auf die ersten Störche, die natürlich fotografiert werden müssen. Mitten im Geschehen spricht uns ein Herr an. Unter seinem Vordach nisten Schwalben. Rauchschwalben, um es genau zu sagen. Ich darf auch diese mit der Kamera einfangen. Wir kommen mit dem Herrn ins Gespräch und schon bald kennen wir zwei, drei Kapitel seines Lebens, wissen nun auch einiges über die Nachbarn und erfahren, dass er sich gleich mit einer Dame zum Mittagessen treffen wird. Ja, so kann es gehen, wenn man Urlaub, Zeit und ein Ohr für seine Mitmenschen hat.

Die Untermieter des freundlichen Herrn in Pisselberg

Entlang der Jeetzel gelangen wir über Nienwedel nach Hitzacker. Kaum dass wir die Landstraße 231 überqueren, entdecken wir sie auch schon: Die gegen jede Verschwendung erhabene, oft ein wenig knausernde Liga der Wohnmobilisten. Keinen Quadratmeter Raum verschwendend, stehen sie in Reih´ und Glied auf dem ebenso ebenen wie sterilen Parkplatz am Sportboothafen und wechseln sich gegenseitig ab, wer denn nun seine Campingbestuhlung für die nächste Stunde in die 1,45 m breite Lücke zwischen ihren Gefährten aufstellen darf, um sich der senkrecht stehenden Sonne auszusetzen. Schatten wäre auf diesem Platz natürlich auch unentgeltlich zu bekommen, aber was tun, wenn der Luftraum für die Markise fehlt?

… und noch ein Storch. Dieser nistet in Hitzacker

In der Inselküche in der Hitzackerschen Hauptstraße tanken wir Energie für den Rückweg nach Dannenberg: Rhabarberschorle und Wendlandbräu. So gestärkt machen wir uns auf die Heimfahrt zum Thielenburger See. Das Frollein liegt entspannt in ihrem Lunamobil als wir einen Wirtschaftsweg zur Abkürzung erklären und wenig später auf einer Kopfsteinpflasterstraße enden, auf der bereits um 1569 Herzog Heinrich von Braunschweig-Lüneburg verzweifelt sein muss. Doch es ist tatsächlich eine Abkürzung! Bald stehen wir wieder vor Big B. und Luna erholt sich binnen weniger Minuten von ihrer Seekrankheit.

Bad Bodenteich

Dannenberg ade. Störche haben wir gesehen, Kraniche in der Ferne gehört und die von der Touristik versprochenen Seeadler sparen wir uns für unseren nächsten Besuch auf. Eigentlich soll es über die Elbe in Richtung Lenzen und an den Rudower See gehen, so haben wir es bei einem Eisbecher im italienischen Eiscafe „Del Pizzo“ beschlossen. Nun haben wir Urlaub, viel Zeit und besuchen das neue Ziel, da es eigentlich nur um die Ecke liegt, schon einmal im voraus.

Die Burg in Bad Bodenteich

Idyllisch eingebettet in die satten, grünen Wiesen und den Wald um den See, so heißt es in der uns zur Hand gegebenen Beschreibung des Platzes, wollen wir uns schon einmal eine Nische in exponierter Hanglage anschauen und vielleicht auch reservieren. Die Fahrt über Dömitz und später durch Orte wie Gaarz, Baarz, Besandten, Unbesandten und Kietz lässt bereits vermuten, dass wir nicht auf dem Weg in eine Metropolregion sind. Wir wollen auf´s Land und in die Natur.

B³ – Burg Bad Bodenteich

Schon bald stehen wir vor dem ausgewählten Campingplatz. Uns begrüßen die drei Pagodenzelte einer hier für drei Wochen campierenden Jugendgruppe und ein Herr, der sich in einer inneren Vertiefung und seiner Ruhe gestört zu fühlen scheint. Wir dürfen den Platz in Augenschein nehmen. Noch bevor uns der Betreiber zu irgendwelchen Gartenarbeiten einteilt, werfen wir noch schnell einen Blick auf die zahlreich vorhandenen Schilder „Es ist strengstens verboten …!“ und verabschieden uns in geordnet-geschwindem Rückzug. Wir sagen. „Tschüß!“, nicht „Auf Wiedersehen!“. Auf der Heimfahrt nach Dannenberg stellen wir fest, dass die Fährverbindung über die Elbe bei Pevestorf, die wir für einen Besuch in Gorleben nutzen wollen, seit gestern eingestellt wurde. So haben wir die Gelegenheit, die Orte Kietz & Co. noch einmal zu durchstreifen.

Pensionärsfrühstück

Es gibt Campingführer und Campingführer. Die einen, wie z.B. der des ADACs, haben sich hauptsächlich auf die bisweilen doch etwas „kniepig“ erscheinenden Wohnmobilisten eingestellt, der andere, der ACSI-Campingführer, beschreibt auf knapp 600 Seiten 2760 Campingplätze in Deutschland und den angrenzenden Staaten. Die redaktionellen ACSI-Angaben zu einem Campingplatz sind allerdings „chiffriert“ und nur durch das Verständnis für diesen auf den ersten Blick undurchdringlich erscheinenden Campingcode sowie einer glückseligen Erleuchtung, gelingt es hin wieder einer auserwählten Schar, diesem Buch mit sieben Siegeln, die gewünschten Informationen zu entlocken. Wir gehören inzwischen zum auserlesenen Kreis dieser allmächtig inspirierten „Elitetruppe“. Und deshalb schreibe ich diese Zeilen auf dem Campingplatz Bad Bodenteich in der Lüneburger Heide. Wir entschlüsselten dieses Reiseziel auf Seite 70. Besonders leicht fiel uns diese Wahl, als wir unter „2“ erfuhren: BFJMNOPQRT. Noch leichter machte es uns unter „4“ die für den Laien geheimnisvolle ACSI-Angabe „FH“. Damit stand unser Entschluss fest! Wer kann da „Nein“ sagen? Bei 16A CEE auf 16 ha mit 75T und 204D?

An der Elbe bei Nienwedel. Das gegenüberliegende Elbufer gehört bereits zu Mecklenburg-Vorpommern

Idyllisch und ländlich präsentiert sich uns der Campingplatz Bad Bodenteich. Bei leicht einsetzendem Regen melden wir uns an, finden sofort einen Platz auf dem nicht parzelliertem Gelände für (75) Touristen (75T) und als es ans Aufbauen geht regnet es inzwischen aus Kübeln. Der Regen war mit keinem Code im ACSI-Stellplatzführer erwähnt! – Wir erwägen rechtliche Schritte gegen den Verlag.

“Die Zeit mag Wunden heilen, aber sie ist eine miserable Kosmetikerin.” – Mark Twain

Pünktlich mit dem Abschluss unserer Arbeiten setzt der Regen aus, obwohl hier die Bezeichnung „Platzregen“ wesentlich zutreffender ausfallen würde. Wir werden nur klatschnass, aber die beiden Camper in der Senke des Platzes schwimmen mit ihren Hi-Tech-Zelten davon: Wassereinbruch durch alle Nähte. Auch Kapitän Nemo in seiner „Nautilus“ hätte nasse Füße bekommen. Und wir wissen jetzt, warum im Ortszentrum von Bad Bodenteich eine historische Wasserburg steht. An diesem überfluteten Nachmittag sollen hier unbestätigten Berichten zur Folge Tauchkurse im Kneippkräutergarten angeboten worden sein.

Da kommt der Langnese Honig her … oder so ähnlich

Seit 2014 mit dem Caravan auf Achse, verfügen wir noch nicht über die größte Erfahrung auf dem Gebiet des Reisens mit dem Wohnwagen. Und so sammeln wir auch auf dieser Fahrt durch die norddeutsche Tiefebene neue Erkenntnisse vor Ort: Früh am Morgen schneidet mich ein in der deutschen Bundeshauptstadt zugelassener Kleinwagen unvermittelt vor dem Eingang des Sanitärgebäudes. Darinnen sitzen zwei bejahrte Beduinen, wie ich anfangs vermute. Nein, es handelt sich um Langzeitcamper im Morgenmantel, die ihre morgentliche Körperpflege gleich mit einer Fahrt ins Blaue verbinden. In mein hellblaues Badelaken.

Mit der Brötchentüte in der Hand verlasse ich die Anmeldung eines Campingplatzes und freue mich auf den Kaffee, für den die beste aller Ehefrauen längst gesorgt hat. „Platz für den Landvogt!“ Egon Wistraschewski (diesen Namen habe ich frei erfunden) fährt vor. Fährt mir vor die Füße und begehrt Einlass in das von mir soeben verlassene Backparadies. Welch´ Glückes Geschick, dass ich meine Brötchentüte nicht an den „Lehnsherrn“ abtreten muss.

Und da ich einmal am Meckern bin: ich vermisse einen Campingführer, der mir Auskunft darüber erteilt, ob in den Einzelduschen ein Duschhocker vorhanden ist, ob der Duschkopf fest installiert ist oder ich mittels einer Handbrause die Möglichkeit habe, meinen Astralkörper individuell zu „bewässern“.

“Götterdämmerung”

Darf der wachsame Hund des durchreisenden Touristen im Falle einer für ihn bedrohlich-unbefugten Annäherung an dessen, wenn auch nur für kurze Zeit, bewachtes „Revier“ anschlagen oder ist dies nur dauercampierenden Vierbeinern mit fortlaufendem Wachauftrag gestattet? Und last, but not least: Warum schwärmen manche Camper, die ihre Knaus, Hobbies, Fendt, Tabbert, Bürstner & Co. schon seit vielen Jahren hinter Markisen, Zäunen Hecken, Gartenzwergen, Solarleuchten und Sträuchern „an die Kette gelegt haben“ heute mit einem leichten Naserümpfen immer wieder von „damals, als wir noch eine heile und aufmerksam-hilfsbereite Camperzeit (er-)lebten“? – Natürlich sind meine Fragen und geschilderten Erlebnisse ein wenig spöttisch-gemein formuliert und vorgetragen, aber mir war gerade mal danach.

Da wurde das Fahrrad zum “Tretboot”

Elbtalaue. „Camp im Dorn“ in Dahlenburg heißt unser neues Ziel. Um es mit ACSI-Worten zu sagen: „B. 16A CEE, 1,3 ha, 50T, 41D, Nr. 2: BCGIOPRVWXY.“ – Das ist nun wieder so ein unanständiger Spaß auf Kosten des Herausgebers dieses Campingführers (Motor Presse Stuttgart GmbH & Co KG in Kooperation mit ACSI Publishing BV, NL), doch an dieser Stelle muss ich gestehen: „die“ geben sich alle Mühe und wie sollen sie auf so kleinem Raum eine Flut interessanter Informationen abbilden, wenn nicht durch diese „Kürzel“? – Langsam beginne ich dieses Werk zu schätzen.

Tja, einen Steinwurf entfernt lagen die Großsteingräber … hätten wir´s gewusst

Dahlenburg liegt 25 Km östlich von Lüneburg. Die Lüneburger Heide und die Göhrde vor der Wohnwagentür, haben wir auch hier einen idealen Ausgangspunkt für unsere Streifzüge mit dem Rad oder per pedes gefunden. Auf dem Platz angekommen, werden wir sofort von anderen Campern freundlich begrüßt und „gehören sofort dazu“. Und da wir gut zuhören können, erfahren wir auch schon bald, welche Fähre nach Griechenland die günstigste und schönste Verbindung bietet, warum sich die hohen Mautgebühren in Italien dennoch lohnen und dass in Österreich ein fehlendes „D-Schild“ ganz schnell sehr teuer werden kann. Dass Franken zwar auch zum Freistaat Bayern zählen, aber nicht so „bescheiden“ sind, wie der Rest. Die ursprüngliche und sehr freimütige Aussage zu Lasten des weiß-blauen Bundeslandes behalte ich dann doch lieber für mich. Und dem Gerhard (Name frei erfunden) verschweige ich, um ihn verbal und mental nicht straucheln zu lassen, dass ein Teil meiner Wurzeln dem oberbayrischen Tegernseer Tal entstammt. – Wir wollen uns „im Dorn“ doch erholen und entspannen.

Schottisches Hochlandrind aus der Hochlandrinderzucht (Highland Cattle) Brusche Becklingen GbR, Dahlenburg

Auf einem Nachbarplatz kämpfen drei junge Männer mit einem ultraleichten Pavillon, den sie über einen neben ihrem Zelt stehenden Tisch aufstellen wollen. Der Wind spielt mit ihnen und dem in ihm flatternden Schattenspender und lässt sie ringen. In meinem Kopf macht es „klick“ und ich sehe mich ins Jahr 1974 zurückversetzt. Uwe, Joachim und ich unternahmen damals unseren ersten gemeinsamen Zelturlaub in Rottach-Egern. Ganz allein und fern der Heimat. Ein Gewitter zog auf und wir drohten mit „Mann und Maus“ unterzugehen. Damals halfen uns erfahrene Camper, unsere „Hundehütte“ sturmfest und erdverbunden aufzustellen. Heute bin ich an der Reihe, diese Hilfestellung zu leisten.

… und noch ein Hochlandrind

„Heute hier, morgen dort. Sind kaum da, sind wir fort!“ Der Liedermacher Hannes Wader ahnte schon in den 1970er Jahren, dass wir viel mit dem Caravan reisen werden. Inzwischen verbringen wir den zweiten Tag in Dahlenburg, da ist es an der Zeit, das neue Ziel ins Visier zu nehmen. Güster im Naturpark Lauenburgische Seen. Kein unbekannter Ort für uns und so wissen wir bei unserer telefonischen Anmeldung bereits, welchen Stellplatz am Elbe-Lübeck-Kanal wir gern belegen würden. Und die „19“ ist ab Samstag frei. Was wollen wir mehr? Über Lüneburg, Lauenburg und Büchen werden wir schnell am Prüßsee sein. Zur Vorbereitung schaue ich in die Karte, werde auf einige Ortsnamen aufmerksam und diese müssen nun erst einmal „dran glauben“.

Etwas “zeitiger” am Elbe-Lübeck-Kanal

Durch Dahlenburg fließt die Neetze. Klar, dass es in der näheren Umgebung Ortschaften wie eben Neetze, Neu Neetze und Neetzendorf gibt. Und wo ein Groß Thondorf liegt, ist ein Klein Thondorf nicht weit. Gleich um die Ecke bei Garze, findet sich Karze. Groß Hesebeck hat natürlich Klein Hesebeck im Schlepptau und wer durch Kirchgellersen fährt, findet einen Steinwurf entfernt Süder- und Westergellersen. Klar, was sonst? Natürlich liegt bei Güster am Prüßsee auch ein Neugüster. Sonst wären wir nie nach Schleswig-Holstein aufgebrochen. Taxifahrer möchte ich in diesen Landstrichen allerdings nicht sein.

Käfer auf Draht an Ackerwinde

Mit den Fahrrädern fahren wir aus Dahlenburg. Wir nutzen den Moorweg und kommen durch Buendorf an die Dannenberger Landstraße, die wir kurz vor der B216 in Richtung Neetzendorf verlassen. Vorbei an der Neetzendorfer Wasssermühle, die wir rechts liegen lassen, fahren wir über Ahndorf und Vindorf zum Dahlenburger Bahnhof. Wenn wir auch nur geahnt hätten, dass in Höhe Seedorf, nur einen Steinwurf von der Landstraße entfernt, zwei Großsteingräber im Wald auf uns warten, wir hätten sie ganz bestimmt besucht. Tja, hinterher ist man immer schlauer. Über Lemgrabe und Gut Horn kehren wir nach Dahlenburg zurück und versorgen uns im „kleinen“ REWE-Markt. Ja, Dahlenburg hat zwei REWEs. Den „Großen“ besuchen wir morgen.

Noch ohne “schwedische Gardinen” (Thule Sun Blocker) am Prüßsee

“Güster, wir kommen!” Auf der B216 fahren wir nach Lüneburg und weiter über die B209 nach Lauenburg/Elbe. Rechtzeitig erkennen wir die stationären „Blitzer“ am Wegesrand und auch der mobile amtliche Messtrupp an der Lüneburgischen Umgehung bleibt uns nicht verborgen. Sofort beschließen wir, die durch unsere ungeteilte Aufmerksamkeit ersparte „Blitzerzulage“ am Abend im „Inos“, dem Griechen unseres Vertrauens in Güster, in Speisen und Getränke zu investieren. Auch an diesem Sonntagabend wird sich zeigen, dass die vermiedenen „Radarfalleneuros“ kulinarisch gewinnbringend angelegt wurden.

“Leinen los!” Ende der Brut- und Setzzeit und außerhalb der Freizeitwelt Güster

21.00 Uhr. Meister Lampe jun., ebenso jung, dynamisch, wie unbefangen, hoppelt um unser Auto herum und sieht sich unvermittelt dem Frollein gegenüber. In dieser Situation weder Bedenken, noch Misstrauen hegend, ein Zeichen seiner reinen Jugend, lässt er sich nieder und harrt der Dinge, die da kommen. Diese kommen unverzüglich. Innerhalb weniger Sekundenbruchteile wird sie dem jungen Stoppelhopser zeigen, „wo der Barthel den Most holt“. Der junge Hase ist so perplex, dass ihm allein das beherzte Eingreifen der „Besten von allen“, das Leben rettet. Verdutzt über seine wundersame Rettung, setzt sich der junge Hase schon nach wenigen Metern seiner halbherzigen Flucht erneut nieder.

Eine Stechdornblättrige Mahonie aus der Familie der Berberitzengewächse

Ich kann Luna zwar halten, aber nicht verhindern, dass das Frollein den Bodenanker ihrer Leine bereits bis auf wenige Zentimeter aus dem Boden gerissen hat. Wer die Laute eines „arbeitenden“ Jagdgebrauchshundes kennt, kann sich in etwa ein (Klang-)Bild davon machen, welche Geräuschkulisse sich in diesen Minuten am Elbe-Lübeck-Kanal in Höhe des Prüßsees bietet. Aufgeschreckte Camper stehen am Weg, irritierte Fahrradfahrer unterbrechen ihre Fahrt und alle suchen den potentiellen Tierquäler, der hier einen Hund barbarisch misshandeln muss. – Spätestens jetzt hat auch der Letzte unsere Anwesenheit auf Platz 19 wahrgenommen. Nachtrag: Der Hase hat diese Begegnung ohne Blessuren überstanden und keiner ist der Meinung, ich sei ein Tierquäler.

Die Kugelbake kugelt durch den Elbe-Lübeck-Kanal

Bereits am frühen Morgen scheint die Sonne so stark, dass wir die Thule Sun Blocker installieren müssen. Getreu dem Motto „Wir-sehen-Dich-Du-uns-nicht“ sitzen wir hinter unseren „schwedischen Gardinen“ und genießen unser Frühstück mit den besten Roggenbrötchen zwischen Sachsenwald und Ludwigslust. Garantierte eigene Herstellung vom Teig bis zum fertigen Brötchen. Das schmeckt man. Und auch dieses Mal werden wir eine Tüte Heymer-Brötchen bunkern, bevor es zurück nach usA (unser schönes Ammerland) geht. Doch bis dahin bleiben uns noch einige Tage Zeit.

Auf dem Elbe-Lübeck-Kanal: die Buche

Nun soll es vorkommen, dass man in der Freude über die Ankunft an einem angenehmen Urlaubsort vergisst, den Bordkühlschrank vom 12 Volt (mobiler Betrieb) auf den 230 Volt Betrieb (stationärer Betrieb) umzustellen. Nun soll es vorkommen, dass man aus eben dieser besagten Freude auch nicht nachdenklich wird, wenn dieser Kühlschrank öfter als gewohnt „anspringt“, um seine Innentemperatur zu halten. Nachdenklich wird man allerdings, wenn das im Gefrierfach gebunkerte Eis seinen Aggregatzustand von fest in flüssig geändert hat. Wie bereits erwähnt: „Es soll vorkommen, dass …“ – Würde uns so etwas widerfahren, dann nur als gezielte Energiesparmaßnahme, denn „regelmäßiges Abtauen spart Energie“.

Zwischen Prüßsee und Elbe-Lübeck-Kanal

„Wenn einer eine Reise macht, dann kann er was erzählen.“ Vier Jahre hat es gedauert, bis wir auf einen Menschen treffen, der grenzenlos zu reisen scheint. Grenzenlos im Hinblick auf sein Verhalten und eine gebotene Rücksichtnahme auf eventuell noch nicht ganz an Stil und Form gescheiterten Mitmenschen. Ich nenne diesen Zeitgenossen einfach einmal Womo Laica. Wie komme ich nur auf diesen Namen? Nicht, dass es besagtem Herrn vollkommen egal ist, eine Einbahnstraße ständig entgegen der in diesem Fall nun einmal vorgegebenen Fahrtrichtung zu benutzen, ein Abwassertank lässt sich in zwar zeitraubender Kleinarbeit, dadurch allerdings mit einer wesentlich länger anhaltenden und geruchsintensiveren Auswirkung auf „die Nachbarn“, mit einem Eimer direkt am Stellplatz entleeren. Nach ca. 120 Liter werden dann die diversen im Einsatz befindlichen Gefäße gründlich ausgespült und zum Trocknen am Wohnmobil in die Sonne gestellt. Eine malerisch installierte Eimerkette verleiht unseren Vorbereitungen auf das Abendessen neben der sich nur langsam verflüchtigenden „dicken Luft“ das nötige Ambiente.

Noch einmal sehr “zeitig” am Kanal

26°C im Schatten, 42°C auf dem Autodach. Es gibt nichts, was uns aufhalten könnte. Mit den Fahrrädern und dem Lunabmobil im Schlepp fahren wir, Lichtschutzfaktor 30 gewappnet, nach Siebeneichen an den Fähranleger. Seit 2014 „zelten“ wir in Güster, aber noch nie haben wir diese Fähre über den Elbe-Lübeck-Kanal in Bewegung, also ihrem Beförderungsauftrag erfüllend, gesehen. Ist es uns heute vergönnt? Nein. Nach gut fünf Kilometern wechselt das Frollein in ihr Lunamobil und wir fahren querfeldein über Neugüster zurück zur Freizeitwelt. – Kaffee!

Wir kennen uns seit 2014. Nein, nicht der Trecker und ich, der “Traktorist” ist´s

Eigentlich will ich nur Duschen. Auf dem Weg zum Sanitärgebäude komme ich mit einem der Gärtner ins Gespräch. Ich habe anscheinend größere Ähnlichkeit mit einem Polizisten aus dem Nachbarort, für den er mich versehentlich hält. So entwickelt sich eine längere Unterhaltung, der sich später auch ein weiterer Mitarbeiter, den ich bereits von früheren Besuchen kenne, anschließt. Worüber unterhält man sich gegen 10.00 Uhr? Ganz klar: über die bundesdeutsche Sozialgesetzgebung, über vom freiheitlich-demokratischen Weg abgekommene Staatschefs wie Trump, Putin und nicht zu vergessen, den Widersacher der parlamentarischen Demokratie in der Türkei, Herrn Recep Tayyip Erdoğan. Die Themen Minijob und Mindestlohn streifen wir nur oberflächlich und befassen uns dann noch schnell mit dem „Auftritt“ des Bundesinnenministers hinsichtlich des deutschen Asylrechts. Wir wollen unser Gespräch aber positiv gestimmt beenden und freuen uns daher über die von Frankreich gewonnene Fußballweltmeisterschaft 2018. – „Obwohl, die Kroaten hätten es mehr verdient“, meint …

“Man kann den Kanal einfach nicht voll genug bekommen!” – Besser: “Man kann vom Kanal nicht genug bekommen!”

Die „Beste von allen“ ist mit dem Fahrrad auf dem Weg nach Mölln. Zu gern hätten das Frollein und ich sie begleitet, aber da sind die verschiedenen Stellplätze in der Freizeitwelt Güster, die zu vermieten sind. Nun planen wir zwar nicht, uns einen dieser Dauerstellplätze zu sichern, aber ein besserer Vorwand als ein Besuch und die Inspektion dieser Parzellen mit zum Teil sehr schönem Blick auf den Prüßsee, fiel mir in der Bredouille, mich vor dieser großartigen Fahrt entlang des Elbe-Lübeck-Kanals und eines sicherlich durch Gegenwind aufgefrischten Rückweges zu drücken, nicht ein. Nie und nimmer hat sie mir diesen Hokuspokus abkauft, aber „die Beste“ ist eine sehr geduldig-nachsichtige Beste. – Ich werde sie zu einem großen Eis in Büchen, das mit dem Auto sehr schön über die Alte Salzstraße zu erreichen ist, einladen.

Durst ist schlimmer als Heimweh

„Hallo? Was ist mit „unserer“ Eisdiele geschehen?“ – Rund herum steht nichts mehr. Die Eisdiele ist von Bauzäunen umgeben und durch OSB-Platten und Plane „verkleidet“. Starke Vierkanthölzer und Balken stützen sie und isoliert steht sie in einer Schotterwüste. „Hier entsteht eine Wohnanlage für betreutes Wohnen“ verkünden es große Buchstaben auf einer Tafel. Werden die Baumeister die Eisdiele in dieses Projekt integrieren oder haben wir hier und heute zum letzten Mal ein Eis gegessen?

Luna im Lunamobil auf Stadtrundfahrt

„Ich sehe eine Leine. Aber ist Ihr Hund auch angeleint?“ „Ja, das ist er.“ „Dann hat er aber sehr viel Auslauf.“ – Freizeitwelt Güster. 13.00 Uhr. Ein silberfarbener VW Caddy ohne „Identifizierungsmöglichkeit“ hält vor unserem Stellplatz. Eine engagierte Dame spricht mich aus diesem Auto bei heruntergelassener Scheibe herablassend an. Ich kenne sie nicht, sie stellt sich nicht vor, doch ich beantworte ihre Frage, höflich wie ich nun einmal bin. Ich fühle mich gerade wie ein den Unterricht schwänzender und vom Herrn Pastor ertappter Konfirmand. Die spätere zielorientierte Anfrage der „Besten von allen“ bei der Anmeldung der Freizeitwelt bringt Licht ins Dunkel eines zukünftig sicherlich kundenorientierteren Auftretens der MitarbeiterInnen. – Mehr möchte ich nicht berichten.

Im “Inos” in Güster

Wir lassen unsere Sommerreise 2018 durch das Wendland, die Elbtalaue und das NSG Lauenburgische Seen in „unserem“ Inos (Grieche) in Güster ausklingen. Ich trinke einen Ouzo mehr, um Lunas zu lange Leine vom Nachmittag zu verdauen und wir beschließen: „Wir kommen (trotzdem) wieder!“

“Dumme Bemerkung Vergessens Ouzo”

Wir haben auf dieser Fahrt wieder so einiges erlebt: Pech und Panne im ersten Anlauf folgten Überraschungen, neue Erkenntnisse und Erfahrungen, die oft durch sehr abwechslungsreiche und kurzweilige Unterhaltungen begleitet wurden. – Ja, und langsam ist es an der Zeit, meine kleinen Sticheleien in Richtung WohnmobilfahrerInnen zu unterlassen, denn die sind doch sehr viel angenehmer als ihnen so hin und wieder “angehängt” wird. 😉

Und deshalb sind wir so gern hier!

Vorwärts! Wir müssen zurück

Wir hatten uns den Start in den (großen) Urlaub 2018 ein wenig anders vorgestellt. Einige Tage in Hannoversch Münden, Weiterfahrt nach Schweinfurt und später nach Mertingen. Überraschungsgeburtstagsbesuch in München und so weiter und so fort. – Wir kamen bis Paderborn.

“Unser” Pannenhelfer holte uns gleich 2× von der Straße und war sehr hilfsbereit

“Je planmäßiger die Menschen vorgehen, desto wirksamer vermag sie der Zufall treffen.” – Friedrich Dürrenmatt.

[Anm.: Ich könnte aus unserer Odyssee eine kleine Geschichte machen, aber warum habe ich dazu nur nicht die geringste Lust?]

Erregte Gemüter

gab es, als 2017 der Hörner Diek abgeholzt wurde. Auch ich schwamm auf der reißenden Welle der Empörung, die vor mehr als einem Jahr aus den “Funktionsbecken” durch Wiefelstede flutete.

Die Teichralle oder das Teichhuhn wird bis zu 15 Jahre alt

Die Natur um die Regenrückhaltebecken hat sich nach der einschneidenden Maßnahme verändert, aber immer mehr erobert sie ihr altes Terrain zurück.

Mariendistel
“Hugin und Munin müssen jeden Tag über die Erde fliegen. Ich [Odin] fürchte, dass Hugin nicht nach Hause kehrt; doch sorg ich mehr um Munin.” (aus: Grímnismál, einem Götterlied der Lieder-Edda; Hugin und Munin waren die Ratgeber Odins)
“Ich hab’ ein Bächlein funden, Vom Städtchen ziemlich weit;…” (aus: “Daphne am Bach” – Friedrich Leopold Graf zu Stolberg)

Emstal. Tierisch

„Tierisch gut“. – Ein wenig leidenschaftlich übertreibend, spreche ich gern einmal von einer „tierisch guten Sache” oder einem “tierisch spannenden Erlebnis”, um Interesse und Neugier zu wecken. Das möchte ich natürlich auch jetzt, aber eigentlich geht es heute um unsere tierischen Nachbarn, die uns an diesem Wochenende im „Zweistromland“ besuchten. – Ja, und auch um ein, zwei „tierische Dinge“, die uns, nun bildsprachlich korrekt, eminent gefielen oder überraschten.

Hin und wieder warf dieser Australian Shepherd einen Blick auf Luna
“Hey, die hat auch einen Ball! Und sogar einen Gelben, wie ich!”
Dieser Buchfink hatte es jeden Morgen auf die Ganseforthschen Brötchenkrümmel abgesehen
“Frau Buchfink” interessierte sich dafür mehr für Lunas “Haarausfall”
Die Klappergrasmücke war etwas lustlos-gelangweilt
Luna war tierisch genervt, da sie wegen der zahlreichen Nachbarn an der (langen) Leine, nein, nicht in Hannover, Urlaub machte
Dieser Vertreter aus der Familie der Drosseln sah hin und wieder nach dem Rechten
Hätte ich es nicht selbst fotografiert … Nein, es ist keine “gehübschte” Fotomontage
Das “historische” Fahrrad des Nachbarn aus ROW: tierisch in Schuß!
Die Eisbecher in Haren/Ems: tierisch gut!
Wie viele Wohnmobile passen auf das Areal eines ca. halben Handballfeldes?  Immer eines mehr als man denkt! – Hier ging es wenig später “tierisch zur Sache”, weil jemand mit der Hundehaltung eines WoMo-Nachbarn so ganz und gar nicht einverstanden war … und das zu Recht!

War es auch nur ein kurzes Wochenende im emstalerschen Zweistromland bei Sustrum, der Besuch hat sich wieder einmal gelohnt. – Und zwar: tierisch!

Wiefelstede. [“Ohne Heimat sein heißt leiden.” – Fjodor Michailowitsch Dostojewski]

Hörner Diek

Im Februar 2017 rückte man dem Hörner Diek mächtig zu Leibe. Nach damals zehn Jahren ein sicherlich erforderlicher Rückschnitt, der in seinem unkontrollierten Ausmaß nicht auf “Lob und Anerkennung” bei den zahlreichen BesucherInnen der “Funktionsbecken” stieß.

Es kann durchaus geschehen, dass man selbst am Wochenende um 06.30 Uhr nicht allein den Hörner Diek durchstreift

“Die Zeit heilt alle Wunden”, philosophierte Voltaire einst in “Der ehrliche Hurone”. Über seine Behauptung ließe sich vortrefflich disputieren. “Im eigentlichen und übertragenem Sinne”, wie einst eine meiner Klassenlehrerinnen (Frau Schmidt) so gern sagte.

“Denn was man schwarz auf  weiß besitzt, …”

Ich denke: “Der Hörner Diek befindet sich heute auf dem Weg einer schrittweise “natürlichen Heilung”.” – 2017 war ihm ein vernichtend-führungslos-willkürliches und zum Teil zapfwellenbetriebenes “Häcksler-, Freischneider- und Kettensägenmassaker” zum Verhängnis geworden.

In der Deckung und …
… auf der Flucht

Ich werde nun zukünftig auf weitere sich ankündigende “einschneidende” Einzelheiten achten und in bestimmten Situationen, außerordentlich aktiv und fokussiert handeln. – Versprochen.

Colonel Hathi´s Dschungelpatrouille (aus: Das Dschungelbuch) in der “gefiederten Variante”

Dänemark – Det er dejlig

Wenn früh am Morgen der Wecker tobt, dann geht es nicht immer „auffe Abeit“, dann geht es mit Big B. auch schon einmal auf Tour. Und in diesem Fall sogar auf Fernreise. Unsere zweite FRCF (Fendt Reisecaravanfahrt) über die bundesdeutsche Grenze. Wir haben wieder reserviert: Vikær Strand Camping in Haderslev, Dänemark.

Vikær Strand Camping, Dundelum 29, 6100 Haderslv, Dänemark

Am vergangenen Wochenende wollten wir mal eben nach Hildesheim und fanden uns in einem 12 Km langen Stau bei Bremen wieder. Damit es heute reiselustiger und reibungsloser verläuft, wählen wir die landschaftlich reizvolle Strecke um Bremen herum: durch den Wesertunnel und „über´s Land“ zur Anschlussstelle Zeven der BAB 1.

Morgens um sieben … ist die Welt auch in Ordnung

Es ist Himmelfahrt. Wir treffen schon kurz hinter Wiefelstede auf einen „dörflichen Charakter“, der uns mit seinem abgekämpften Viehanhänger im Schlepp und aus einer Nebenstraße rumpelnd, um 06.45 Uhr ebenso ungestüm wie schlaftrunken-gleichgültig zu einem couragierten Abbremsen im XXL-Stil zwingt.

Darf bei keinem Dänemark Urlaub fehlen: das obligatorische Rapsfeldfoto

Wir schlängeln uns auf der A7 durch nicht enden wollende Baustellen an Hamburg vorbei, werden von bedenklich angsterfüllten Fahrerinnen und Fahrern, die sich auf „ihrem“ 2,10 m breiten linken Fahrstreifen überhaupt nicht wohl fühlen, diesen zu verlassen sich jedoch deutlich weigern, bedrängt und in die Enge getrieben und werden schließlich, es ist eigentlich ein Lkw-freier Feiertag, von einem erkennbar intellektuell entkräfteten Brummifahrer attackiert. Es besteht kein Überholverbot, wir fahren mit 60 Km/h in der linken Spur, die sich in 700 m verjüngen wird, auf den Grenzübergang zu. Das will dieser Kapitän der Landstraße verhindern. Schon von weitem sehen wir ihn Schlangenlinien fahrend andere Verkehrsteilnehmer in Richtung des Mittelstreifens abdrängen. Dann sind auch wir an der Reihe. Ich fasse mich kurz: wir lassen uns nicht „ablenken und verleiten“ und werden uns auch weiterhin partnerschaftlich gegenüber Lkw FahrerInnen verhalten.

Lunas “Badesachen”, die später zum Einsatz kommen werden

Wir sind in Dänemark. Endlich! Nach 399,26 mit einer Durchschnittsgeschwindigkeit von 74,4 Km/h gefahrenen Kilometern sind wir in der Kommune Haderslev angekommen. Ja, unsere maximale Geschwindigkeit betrug, um diesen Schnitt zu halten, 112 Km/h. Aber da uns dies nicht erlaubt ist, ist unser „Aufzeichnungsgerät“ (GPS Logger) sicherlich durch Erdstrahlen abgelenkt worden. Was sonst könnte die Ursache sein?

Dundelum. Nein, kein Kinderreim, so heißt die Straße

„100 Km/h“ dürfen wir mit Big B. im Schlepp in Deutschland fahren. In Dänemark gilt dies nicht. Für Wohnwagengespanne heißt es hier vom Gesetzgeber: auf Schnellstraßen(!) und außerorts 70 Km/h. Und auf dänischen Autobahnen, trotz unseres bundesdeutschem ge- und besiegeltem „100 Km/h Stickers“ am Fendtschen Heck, sind 80 Km/h das Höchste der Gefühle. Nur wenn man eine dänische Plakette, erhältlich in dänischen Prüfstellen, „fährt“, dann darf man, wenn man will. – Uns haben sie nicht mit „100 Sachen“ in flagranti ertappt. Und wenn, dann wäre es richtig teuer geworden, verriet mir unser dänischer Bekannter Eric aus Starup.

Eine leichte Steigung. Mit dem Lunamobil samt Insassin im Schlepp sieht´s dann ganz anders aus!

Am Vikær Strand schließt sich um 12.00 Uhr die Schranke zur Mittagsruhe. Wir stehen nach einer „kleinen verkehrsbedingten Umleitung“ in Aabenraa um 11.58 Uhr auf unserem Stellplatz 239. Ein „plads med havudsigt“, d.h. wir stehen in Reihe 1 am Strand. Einrichten und Aufbau gehen wie gewohnt schnell von der Hand und schon gibt es Bockwurst und Kartoffelsalat. „Die Beste von allen“ hat mal wieder an alles gedacht.

“Wer wagt es, mich beim Sonnenbaden zu stören?”

Luna ist ein wenig verschnupft: sie liegt angeleint vor unserem Wohnwagen. So wollen es die Platzordnung und die dänischen Behörden. Ein wenig frustriert beobachtet sie die fünf Artgenossen, die stürmisch und „Leinen los!“ in die Fluten der Diernæs Bugt sprinten. – „Warum die und ich nicht?“ „Luna, es wird sie immer geben: die mit der Extrawurst.“

Ein ahnungsloses dänisches Kaninchen. Längst erkannt und im Visier des angeleinten Frolleins

In der Ferne grummelt sich ein heranziehendes Gewitter so einiges in die geschlossene Wolkendecke. Der später einsetzende Regenguss erwischt uns nicht unvorbereitet: alles ist hoch und trocken verstaut. „Na, gut!“ höre ich das Gewitter sprechen, „dann eben Blitzschlag!“ Und „zack“, ist der Strom weg. – „Ha, ha!“, wir sind autark!

Grethe´s Pølser. Nun unter der Leitung von Carsten Dyeremose

Nach dem Begrüßungsdonnerwetter lacht die Sonne. Wir haben strahlendblauen Himmel und bestes Wetter. Weht auch gegen Abend ein kühler Wind aus der Diernæs Bucht, so reicht es bereits für den ersten leichten Sonnenbrand.

Sie steht immer noch: die Brücke am Strand

Auf den Fahrrädern erkunden wir die nähere Umgebung um Diernæs. Das Frollein an der Leine und das „Lunamobil“ (Lunas Trixie-Hundeanhänger) im Schlepp, Caravaner können eben nicht ohne Anhänger aufbrechen, fahren wir auf dem Bræråvey zum Slivsø und weiter nach Sønder Vilstrup. Auf uns aus alten Zeiten noch gut geläufigen Schleichwegen gelangen wir zurück an den Diernæs Strand und suchen hier nach „unseren“ Ferienhäusern, die wir Ende der 1980er Jahre immer wieder einmal gemietet hatten. Die kleine Brücke über diesen schmalen Graben zwischen der Sommerhaussiedlung und dem Campingplatz gibt es auch noch, so können wir auf direktem Weg zurück zum Vikær Strand Camping fahren. Big B. freut sich, dass wir zurück sind. – So ein Caravan ist schließlich auch nur ein Mensch.

Die Kirche in Hoptrup

Es freuen sich auch Irene und Eric, die wir, nachdem wir sie vor ca. 30 Jahren zum letzten Mal sahen und sprachen, in Starup besuchen. „Nur eben auf eine Tasse Kaffee“ wollen wir die beiden treffen und dabei „ein wenig“ über die alten Zeiten sprechen. Nach knappen vier Stunden brechen wir dann wieder in Richtung Campingplatz auf und stellen während der Rückfahrt fest, dass wir bei weitem nicht alles mit ihnen besprochen haben.

Der Feld-, Wald- und Wiesenweg

Zwischen sieben und acht Uhr drehen das Frollein und ich jeden Morgen unsere Runde. Entlang der Straße nach Dundelum haben wir einen Feld-, Wald- und Wiesenweg gefunden, der uns direkt zum Havveyen in Richtung Diernæs Stranden führt.

Diese Werbung kennen wir noch aus den “gute, alten Søstjernen-Imbisszeiten” der 1980er Jahre

Hinter dem einstigen Imbiss „Søstjernen“, der sich im Laufe der Jahrzehnte zu einem noblen Restaurant mit erforderlicher und frühzeitiger Tischreservierung gewandelt hat, suchen wir uns jedes Mal eine neue Gasse durch die Sommerhaussiedlung, um zum Vikær Campingplatz zurückzukehren.

… der Feld-, Wald- und Wiesenweg

“Ohh, Hamburg meine Perle, du wunderschöne Stadt. Du bist mein zu Haus, du bist mein Leben, bist die Stadt auf die ich kann, auf die ich kann.” (“Hamburg (Meine Perle)” Songtext: Lotto King Karl) klingt es am Samstag laut über die Bucht. Nach mehr als 54 Jahren ist der HSV erstmals aus der Bundesliga abgestiegen und wir denken, dass ein wahrer HSV-Fan mit diesem Lied seinen Kummer über den Abstieg des Hamburger Sportvereins zum Ausdruck bringt. Ein Moment, der auch dem absoluten Fußballlaien unter die Haut geht. Anders reagieren an diesem Tag die schwach an Seele und Geist ausgerüsteten Chaoten in der Hansestadt. Aber dies soll hier kein Thema sein.

Am Strand von Tormaj

Am Strand von Tormaj sammeln wir Rollholz, auffällig schöne Steine und genießen den Blick auf die Bucht. Luna ist völlig aus dem Häuschen und weiß nicht so recht, ob sie den Fährten entlang der Steilküste folgen, uns beim Holzsammeln helfen oder doch lieber ein Bad in der Ostsee nehmen soll. Allerdings sind da dann auch noch diese kleinen Seesterne, die sie noch nie probiert hat. Um noch einmal auf die auffällig schönen Steine zurückzukommen: nachdem wir uns daran erinnern, dass wir einen Pkw und keinen Muldenkipper fahren, lassen wir die gefühlten 564 Kg „Kieselsteine“ am Strand zurück. Aber die vier Raummeter Treib- und Rollholz kommen mit!

Tormay Stranden “Kieselsteine” und Rollholz en masse

Am dritten Tag sind unsere Vorräte zwar nicht aufgebraucht, aber wir brauchen etwas typisch Dänisches auf den Tisch. Unser einstiger Lieblingsdiscounter hat sich in Westdänemark inzwischen rar gemacht. „Superbrugsen“ gibt es in Rødekro und Løjt Kirkeby. Dorthin sind uns heute die Entfernungen zu groß und so landen wir in Haderslev bei Lidl. Auch hier gibt es diesen einzigartigen Jordbæryoghurt (Erdbeerjoghurt), diese unvergleichliche Leverpostej (was es auch immer sein mag, es schmeckt wie Leberwurst), den köstlichen Rejeost (ein Schmelzkäse mit Krabbenfleisch), die Gaardmand skrabeæg von glücklichen dänischen Hühnern und das 7,9 Vol% Strong Beer. Letzteres nach dem deutschen Reinheitsgebot und in Deutschland für Lidl Dänemark gebraut. Naja, wir leben in Europa, da kann es auch in Dänemark schon mal ein deutsches Bier sein. Natürlich darf Gemüse nicht fehlen: Radiser und Forårsløg (Frühlingszwiebeln) sorgen für Gesundheit beim Camping. Und wer hat den „Jagdstolz Bitter“ unter die Packung mit dem Basissalat in den Einkaufswagen gelegt? – Wir werden es nie erfahren.

Vilstrup Kirke

Mit dem Lunamobil im Schlepp brechen wir wieder nach Sønder Vilstrup auf. Wir wollen uns noch einmal die Kirche, die wir bei unserem letzten Besuch vor vier Jahren nur im strömenden Regen sahen, anschauen. Schon von der Hauptstraße sehen wir das eindrucksvolle weiße Gebäude. Die Dannebrog (offizielle dänische Nationalflagge) weht vor dem Glockenturm der Vilstrup Kirke. Ein eindrucksvolles Bild, von dem wir sofort einige Aufnahmen machen. Und als wir dies erledigt haben, wird die Flagge auch schon eingeholt. Glück gehabt, so etwas sieht und fotografiert man nicht alle Tage.

Vilstrup Kirke

Wir haben uns auf unseren Aufenthalt im Vikær Strand Camping vorbereitet. Wir haben den Lageplan studiert, über google maps den Platz aus der Vogelperspektive betrachtet und Bewertungen in einschlägigen Foren gelesen. Wir wissen, dass man nicht alles uneingeschränkt glauben darf und soll, uns unsere eigene Meinung gebildet und haben dann gebucht. Wir kennen die Gegend um die 700 Jahre alte Stadt Haderslev von unseren früheren Besuchen. – „Ja, nun lass´ die Katze aus dem Sack!“ höre ich die LeserInnen rufen.

Slipanlage Vikær Strand Camping

Also: Ein Stellplatz direkt am Strand mit einem ungehinderten Blick auf die Bucht von Diernæs hat zweifelsohne seinen fernblickenden Reiz. Liegt dieser Stellplatz allerdings an der Straße zur Slipanlage des Platzes, dann kommt „Leben in die Bude“. Besonders an langen Wochenenden wird diese Straße für großen Menschenmengen mit und ohne ihre vierbeinigen Begleiter zur Flaniermeile zwischen der Rezeption und eben diesem „Bootssteg“. Am Freitag und Samstag können wir uns des Gefühls, die komplette dänische Fischereiflotte nebst bundesdeutscher Fischereigenossenschaftler wurde in Vikær zu Wasser gelassen, nicht erwehren. Halten sich auch alle, selbst bundesdeutsche AutofahrerInnen mit und ohne Bootstrailer, an die vorgeschriebenen 10 Km/h, so neigt eine trockene Schotterstraße dennoch zu einer aktivieren Staubentwicklung und das stete Knirschen des Schotters überträgt sich irgendwann auf meine Zähne. Hunde an flexiblen Endlosleinen, die überall herumschnüffeln dürfen, weil ihre HalterInnen den ungezügelten Bewegungsdrang auf abgelegene Terrain stets sehr stoisch beurteilen, bringen irgendwann auch das gelassenste Frollein in Fahrt.

Wir suchten nach eine neuen Lampe für unsere Küche. Diese hing uns allerdings zu hoch

Es fällt auch mir nicht auf Anhieb leicht, aber, wenn man die Ruhe und Gelassenheit der dänischen Camper annimmt, „fünfe auch einmal gerade sein lassen kann“, es annehmen kann, dass auch am Sonntagmorgen der Rasen gemäht wird, wer hätte dies bisweilen nicht selbst gern einmal auf der eigenen Scholle getan, wem der bunte Mix aus Männlein und Weiblein in den Sanitärgebäuden nicht in Bedrängnis bringt und wer es erkannt hat, dass dänische Gespräche und Unterhaltungen für „des Michels Ohren“ ein wenig lebhafter und vernehmlicher geführt werden, der ist in diesem Winkel unserer Erde gut aufgehoben.

Was andere können, können …

Beim nächsten Mal verzichten wir dann auf den „plads med havudsigt“ und buchen einen Stellplatz auf der grünen Wiese. Wir haben da schon einen ins Auge gefasst. Übrigens: am Sonntag ab 16.00 Uhr herrscht abrupt Grabesstille am Strand und auf den Wegen, denn auch die Dänen müssen am Montag wieder arbeiten. Zumindest außerhalb der Ferienzeit.

Kalvø

Die Kraftstoffvorratsanzeige (so der Bundeswehr Sprachgebrauch für Bezinuhr) zeigt nicht nur “Nichts” mehr an, sie schreit um Hilfe. Bevor wir nach Kalvø aufbrechen, sorgen wir für Abhilfe. Und siehe da, es sind doch tatsächlich noch „gute 3,5 Liter Diesel an Bord“! Warum die Aufregung?

Muss man mögen. Und wenn, dann …

Eine Bucht neben unserem „Meerbusen“ liegt die Genner Bugt. Hier wollen wir uns den kleinen Ort, besser das kleine Fischerdorf, Kalvø ansehen. Es ist schnell erreicht und auch erkundet, so fahren wir weiter nach Haderlev. Hier findet sich seit Jahren am Teaterstien 2 der Imbiss „Grethes Pølser“. Für uns die erste Adresse, wenn es um Hot Dogs geht. Bevor wir in die Fußgängerzone zu „Imerco Home Butikker“ aufbrechen, hier haben wir schon vor Jahren unsere „yndlingsbutik“ (Lieblingsgeschäft) für Haushaltswaren entdeckt, heißt es allerdings „Hot Dog fassen bei Grethe!“ Wieder enttäuscht uns Grethe nicht und auch Imerco hat erwartungsgemäß „Dies & Das“ für den „Außenhandel“ nach Wiefelstede in den Regalen stehen.

Kalvø

Nach fünf Tagen in Dänemark heißt es für uns schließlich „Leinen los und Segel setzen!“ Es geht zurück nach usA (unser schönes Ammerland). Und wenn wir allein an den uns erwartenden Baustellenverkehr vor, um und hinter Hamburg denken, dann könnten wir sofort noch eine Woche Vikær Strand Camping dranhängen, aber auch dann werden sie immer noch auf der A7 „buddeln“.

Dänemark: Det er dejlig. (Es ist schön.)

“Auf Wiedersehen!”

"Gedanken wollen oft – wie Kinder und Hunde -, dass man mit ihnen im Freien spazieren geht." – Christian Morgenstern